Leserstimmen zu
Smoke

Dan Vyleta

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Enttäuschend

Von: Isabella

21.03.2017

Smoke klang so vielversprechend. England im 19. Jahrhundert. Ein mysteriöser Rauch, die Frage nach Gut und Böse, darin zwei Heranwachsende. Und die ersten 100 Seiten schienen mir auch genau das zu bieten. Wir lernen Charlie und Thomas kennen, die nicht nur beste Freunde sind, sondern eigentlich das Einzige sind, das der jeweils andere hat. Die Schule wird als eine erschreckende Institution beschrieben, mit dem Mitschüler Julius, der nachts alle zusammentrommelt und sie nach dem Zufallsprinzip auf ihre Sünden prüft. Doch dann naht Weihnachten. Thomas und Charlie machen sich zu Thomas' Onkel auf, und ab da geht die Geschichte, gelinde gesagt, den Bach runter. Aber noch mal einen Schritt zurück, zu Thomas und Charlie. Vyleta hat mit ihnen nicht nur eine besondere, innige Freundschaft geschaffen, sondern auch ein Paar, das gegensätzlicher nicht sein könnte. Thomas' Eltern sind tot; sein Vater war ein Mörder, er fürchtet, ebenfalls der Sünde zu verfallen. Charlie hingegen ist in einem reichen Elternhaus aufgewachsen, seine Hemden sind quasi nie mit irgendwelchem Ruß (das Resultat des Rauches) befleckt. Ihre Freundschaft scheint unter schlechten Voraussetzungen zu stehen, doch in Wahrheit behandeln sie sich vorbehaltlos, erzählen sich alles und sind einfach füreinander da. Die Freundschaft der beiden war etwas, das mich durchweg durch das Buch beeindruckt hat. "'Du hättest es mir erzählen sollen. Ich bin dein Freund!' [...] 'Ja. Aber wirst du es auch noch sein, wenn ich jemanden umbringe?'" (Smoke, Dan Vyleta, carl's books) Das Ganze hat aber eine Kehrseite. Eine ziemlich paradoxe, um ehrlich zu sein. Trotz der 600 Seiten, die das Buch fasst, hatte ich nach dem Zuschlagen der letzten Seite das Gefühl, nicht viel schlauer geworden zu sein - egal, auf welcher Ebene. Wie gesagt: Vyletas Idee ist grandios. Aber es ist, als er hätte er einen Samen gepflanzt und wäre nie zurückgekommen, um die Ernte zu holen. Smoke ist eigentlich ein passender Titel, denn die Geschichte ist auch mehr Rauch als alles andere - die Idee einer Idee, eine Sammlung vieler Ansätze und nichts Handfestem. Obwohl sich Thomas, Charlie und Livia (auf die komme ich später noch zurück) auf die Suche nach Antworten begeben, "erhalten" sie diese nur mit Anführungszeichen. Bitten um Erklärung werden meist beantwortet, dass man es dem Fragenden "zeigen" werde, aber stattdessen bekommt man eine schwammige Vorführung und eine dürftige, ein paar Zeilen lange Erklärung. Selten habe ich mir bei Büchern eine längere Erklärung gewünscht, aber hier hätte ich selbst Infodumping mit offenen Armen empfangen. Dutzende, hunderte Seiten lang werden Fragen gehäuft und mehr oder weniger viel Spannung angesammelt... doch als Leser bleibt man in der Luft hängen. Darunter gehört unter anderem die Frage, wie der Rauch ersteht - die Erklärung fand ich so an den Haaren herbeigezogen, dass ich mir lieber keine gewünscht hätte. Auch werden immerzu verschiedene Farben des Rauches beschrieben, deren Bedeutungen man nur erahnen kann. Es ist wirklich ein Jammer, und einer, der mich während des Lesens einfach an den Rand der Verzweiflung trieb. Ich frage mich immer noch, ob Vyleta einfach zu subtil gearbeitet hat, oder ob ich schlichtweg zu blöd war, um's zu verstehen. Doch Zweidimensionalität ist auch bei Charlie und Thomas zu finden. Obwohl man sich mit dem Charakter der Jungen ausgiebiger beschäftigt, wird ihre Vergangenheit höchstens im Nebensatz erwähnt. Als wären sie mit 16 Jahren auf das Papier getreten und hätten nur vage Schatten hinter sich. Wieder war ich frustriert. Ich kann leider auch verallgemeinernd sagen, dass die Motivation sämtlicher Charaktere ein bisschen rätselhaft ist und bleibt. Wer auf welcher "Seite" ist bzw. wer für was kämpft, wurde mir bis zum Ende nicht klar. Mein größter Kritikpunkt, den ich in anderen Rezensionen so noch gar nicht gesehen habe (was mich schockiert), ist jedoch die Liebesgeschichte bzw. die weiblichen Charaktere in Smoke. Kurz gefasst: Es wird eine junge Frau, Livia, eingeführt, in die sich tatsächlich sowohl Charlie als auch Thomas verlieben - und vice versa. Es geht mir aber weniger um die Dreiecksgeschichte (obwohl die allein mich schon zur Weißglut bringen könnte) als um die Art und Weise, wie sie beschrieben wird. "'Was hältst du von ihnen?' [...] 'Die Mutter ist ganz Parfüm und Charme. Und die Tochter [Livia]-' 'Teerseife und Gebetsbücher!'" (Smoke, Dan Vyleta, carl's books) Grundsätzlich gibt es keine Frauenfigur in Smoke, bei der nicht an irgendeinem Punkt das Aussehen kommentiert oder die als Verführerin dargestellt wird. Hier noch einmal Livia, die einem Mann ihre Wange anbietet: "'Möchten Sie mich küssen? Nur zu. Ihre Frau wird es nie erfahren.' Er tut es, flüchtig, schüchtern wie ein Kind. 'Oh, Sie Wüstling!'" (Smoke, Dan Vyleta, carl's books) Auch Thomas' Gedanken werden meiner Meinung nach sehr bedenklich dargestellt: "Wie leicht es ihr mittlerweile zu fallen scheint, ihn anzufassen. Der Gedanke macht ihn wütend." (Smoke, Dan Vyleta, carl's books) Und das sind nur ein paar wenige ausgewählte Beispiele. Ich habe dutzende Bemerkungen im Buch gefunden, manche noch erschreckender als die anderen. Solche Äußerungen sind schlichtweg erschreckend und sollten nicht in einem Buch stehen. Vor allem sollten sie niemandem als Vorlage dienen (können). Ich muss generell eine Warnung für das Buch aussprechen, denn zum einen gibt es ein paar (wenn auch realitätsferne) explizite Szenen, in denen Gewalt angewandt wird. Außerdem gibt es tatsächlich eine Stelle, in der ein Charakter von selbstverletzendem Verhalten spricht bzw. dieses beschreibt. Um niemanden zu triggern, werde ich die Stelle nicht zitieren. Wenn ich Dan Vyleta eines lassen muss, dann ist es der Schreibstil. Grundsätzlich ist der Aufbau des Buches sehr neuartig - es wird abwechselnd aus der dritten Person Präsens und der ersten Person Präsens eines Nebencharakters erzählt. Das habe ich nie so gesehen; vor allem funktioniert es bei Smoke sehr gut und bringt Abwechslung in das teils zähe Geschehen mit hinein. Und Vyleta kann wirklich fantastisch schreiben. Er flicht Weisheiten in seinen Text, die man einfach nur abnicken möchte. "Worte sind wie Rauch, entdecke ich: Lässt man sie erst einmal hinaus, vermehren sie sich unkontrolliert." (Smoke, Dan Vyleta, carl's books) Aber der Schreibstil rettet auch nicht über die Probleme des Buches hinweg. Und niemals über die tiefergehenden, über die Äußerungen, die einfach nur noch erschreckend sind. Smoke soll ein Buch über Moral sein, über Gut und Böse, und das ist es auch die ersten hundert Seiten lang. Es ist nur irgendwie vom Weg abgekommen und ins Abseits gerutscht.

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~ Meine Meinung zum Buch: ~ Das Cover gefällt mir einfach seeehr gut, da mir dieses düstere durch die Farbgestaltung sehr gefällt und so sich der Story im Buch super anpasst. Was mir sofort aufgefallen ist als ich das Buch ausgepackt habe, dass der Schriftzug bei "Smoke" höher gesetzt wurde und das wirkt nochmal ganz ganz anders wenn man es anblickt und so positiv. Ich mag dieses Cover sehr. Die Kapitelüberschriften waren dieses mal anders als bei den vorherigen. Dieses mal standen dort Namen und Überschriften, was das lesen für mich angenehmer gemacht hat und mir hat es gefallen, dass man so aus vielen Sichten das Buch lesen konnte und wenn einmal kein Name dort stand sondern eine Überschrift, dann konnte man seiner Fantasie echt schön den Raum lassen. Nun, Dan Vyleta's Schreibstil ist außergewöhnlich. Positiv gemeint natürlich, denn dieser Stil steckt so voller Macht und so voller Energie, dass ich alleine anhand des faszinierenden Schreibstil's das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Anfänglich hatte ich meine Schwierigkeiten ins Buch rein zu kommen aber ich habe es dann doch geschafft und dann ging es es richtig los. Die Charaktere die der Autor geschaffen hat, hatten allesamt ihr eigenes Leben und ihre eigenen Sorgen aber wenn sie sich angefreundet haben, dann haben sie auch zusammengehalten und das war es, was ich an den Charakteren echt sehr gerne mochte. Sympathie entwickelte ich vor allem Thomas und Charlie gegenüber, da mich diese beiden nicht los gelassen haben. Dann gab es da noch Julius, den ich übrigens gar nicht mochte. Er spielte sich immer als heiliger auf und das ging mir echt auf die nerven, denn jeder dort hatte die ein oder andere Last zu tragen. Anfänglich hatte ich es nicht leicht, denn der Einstieg ins Buch selbst ist mir schwer gefallen aber als ich dann nach ca. 50 - 60 Seiten in der Geschichte drin war, gab es kein Entkommen mehr. Die Handlung überschlug sich nur so von Ereignissen und ich wusste nicht wie mir geschieht. Der Handlungsstrang war stets nachvollziehbar und man verlor auch nichts aus dem Gedächtnis, wenn man das Buch kurzzeitig unterbrechen muss aufgrund Schlaf etc. Definitiv eine Story die ausgereift war und die man super umgesetzt hat! ~ Mein Fazit zum Buch: ~ Dan Vyleta erschaffte eine All Age Fantasy Geschichte die durch und durch spannend war. Der Autor schrieb mit einem sehr sprachgewaltigem Stil und lies mir als Leser genug Freiraum um kurzzeitig durchatmen zu können. Dieses Buch fesselte mich an sich und ich konnte, trotz anfänglichen Schwierigkeiten, dieses Werk nicht aus der Hand legen. Deshalb vergebe ich 5 von 5 Diamanten und eine klare Leseempfehlung!

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Menschen, unreine Wesen, gefangen von ihren eigenen Gedanken, verführt von den rauchigen Schwaden der Sünde, ewig gezeichnet mit dem Ruß ihrer Existenz: Thomas Argyle und Charlie Cooper besuchen als adelige Söhne und zukünftige Gentlemen der englischen Gesellschaft ein Internat, fern von dem rußverkrusteten Schmutz Londons. Die ganze Welt ist nämlich unter einer Glocke des ewigen Rauchs gefangen, der den Menschen entströmt, wann immer sie in Taten oder Gedanken dem Bösen zu nahe kommen. Besonders Thomas spürt jeden Tag, dass in ihm eine bodenlose Dunkelheit heranreift und nur darauf wartet, ihn in eine verrußte, brutale Welt hinabzuzerren ... Ein Besuch bei Lady Naylor lässt aber in Thomas und Charlie Zweifel aufkommen: was hat es wirklich mit dem Rauch auf sich? Wieso sind manche Meschen scheinbar "reiner" als andere? Zusammen mit Lady Naylors Tochter, Livia, versuchen Thomas und Charlie, durch all den Rauch die Wahrheit zu ertasten ... Ooooookay, wo fange ich jetzt nur an?! ,,Smoke" von Dan Vyleta ist ungewöhnlicher als jedes Buch, das ich je zuvor in meinem Leben als ,,ungewöhnlich" beschrieben habe. Ich kann mich nicht einmal festlegen, welchem Genre dieses brutal-atmosphärische Buch zugeordnet werden kann: Fantasy? Joa, eigentlich schon. Jugendbuch? Auch. Mystery? Auf jeden Fal! Steampunk? Durchaus, denn es spielt im winterlichen viktorianischen England und es gibt einige schräge Erfindungen. Die Experimente, das kleine Mädchen in dem Maschinen-Korsett ... ,,Smoke" steckt voller seltsamer Wunder! Dan Vyleta hat in ,,Smoke" eine ganz neue Welt erschaffen, die ihr übernatürliches Rauch-Phänomen mit wissenschaftlichen Erklärungen zu erklären versucht. Mir gefällt es, wie er den Rauch nicht einfach so hinstellt wie ein "Accessoire", sondern ihn zum Mittelpunkt der Handlung macht, das von den Charakteren untersucht wird, sie suchen Erklärungen und gehen dabei weiter, als gut ist. Selbst die Erziehung der Jugend in Vyletas Buch wird gleich vom Rauch geprägt: am Internat gibt es Renfrew, der Lehrer für Rauch und Moral, und in der Bibel ist der Sündenfall gleichgesetzt mit der Entstehung des ersten Rauchs. Für ein Buch ist das eine sehr authentische Welt, in der ich gerne noch länger als 624 Seiten verweilt wäre 😃 Der Autor hat seinen Charakteren fast schon richtiges Leben eingehaucht, weil sie einerseits undurchschaubar sind, doch die feinsinnige Art der Beschreibungen und wechselnden Perspektiven überzieht selbst das regloseste Gesicht mit Rissen. Vyleta schreibt nicht wirklich; mir ist es eher vorgekommen, als will er nach der Hand der Leser greifen und durch seine rauchige Welt führen, seine Leser entsetzen und erfreuen und, getarnt mit Metaphern und sonderbaren Wortspielen, die zum Nachdenken anregen. Thomas hat mir am besten gefallen - eine widersprüchliche Mischung aus Verbitterung, Galgenhumor und Zielstrebigkeit und Treue. Zu Livia konnte ich erst zum Schluss einen guten Draht aufbauen - aber, oh je, d i e s e r Schluss!! So packend, überraschend und so heftig wie das Brennen, wenn man sich an einem Messer schneidet! Das Buch nimmt in den ersten Teilen nur langsam Fahrt auf und schraubt dann unmittelbar auf seinen Höhepunkt zu. Grandios. Unerwartet. Verwirrend. Fesselnd. All die Wörter, mit denen ich ,,Smoke"s Genialität gerne festhalten will, scheinen sich in Rauch aufgelöst zu haben. Das ist nicht einfach nur eine Geschichte über zwei junge Männer und eine junge Frau, die der Frage nach Gut und Böse nachgehen, sondern ... Na ja, wie gesagt: ich finde kaum die richtigen Worte, so sehr hat mich ,,Smoke" bewegt. Ich habe das Buch kaum weglegen können, und wenn ich es mal aus der Hand legen musste, dann nahm ich es anschließend wieder so schnell wie möglich in die Hände! Definitiv ein Lesehighlight, das ich auf jeden Fall weiterempfehle!

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Bock & Seip

Von: Marion Liese aus Merzig

26.01.2017

Wow - gewaltig, düster und fesselnd! Ein Fantasy-Roman mit philosophischen Zügen. Parallelen zur "His Dark Materials"-Trilogie von Philip Pullman sind definitiv gewollt und als Verbeugung vor einem großen Werk der Fantasy gemeint. Dan Vyleta erschafft eine eigene Welt, die den Leser von der ersten Seite an in ihren Bann zieht.

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Buchhandlung MOMO

Von: aus Gladenbach

10.01.2017

Es ist sehr spannend. Gute Fantasy – einfach super!

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