Leserstimmen zu
Leere Herzen

Juli Zeh

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Selten habe ich bisher ein Buch gelesen, bei dem der Titel so gut passt. Die Protagonisten haben teilweise wirklich "Leere Herzen!" Allen voran Britta Söldner. Ehrlich gesagt hat diese Frau bei mir einen bitteren Geschmack im Mund hinterlassen. Ich fragte mich oft, wie eine Frau nur so brutal sein kann. Sie verdient sich ihr Geld mit Menschen, welche ihrem Leben ein Ende setzten wollen. In ihrem Büro "Die Brücke" wählt sie mit ihrem Kollegen Babak Hamwi passende Kandidaten aus. Eigentlich schimpft sich dieses Büro Heilpraxis. Aber, ihr Tod soll nützlich sein. Es handelt sich um Menschen, die körperlich gesund sind, aber einen an der Klatsche haben. Sobald sie Brittas und Babaks fragwürdige Tests bestanden haben, werden sie an Organisationen vermittelt, bei denen sie für einen "guten Zweck" ihr Leben lassen können. Die Dystopie spielt nicht weit von unserer Gegenwart entfernt. Das Schlimme ist, wir hatten schon oft genug Attentäter, die für ihre Überzeugungen den Freitod gewählt haben, und viele Menschen mit in den Tod genommen haben. Ich halte es leider auch nicht für unmöglich, dass Menschen sich ihr Geld, mit dem Freitod leerer Herzen, verdienen/werden. Eine Angela Merkel die weint und Menschen die nicht zum Wählen gehen. Als die Brücke dann auch noch Konkurrenz bekommt, muss die liebe Britta mal ein bisschen im Dreck wühlen. Mit ihrem besten Freund und Kollegen taucht sie in ein verwahrlostes Haus unter. Ach ... eine potentielle Selbstmörderin hat sich ihnen auch angeschlossen ..... Die Autorin hat eine Geschichte geschaffen, die einem vor Augen führt, dass die Herzen bei vielen Menschen schon in der Gegenwart leer sind. Gleichgültigkeit, Egoismus und mangelnde Empathie zeichnen sich jetzt schon bei vielen ab. Ich bin wirklich erstaunt, wie Juli Zeh diese brisanten Themen in Worte gepackt hat. Ich gestehe dass ich mit dem Buch dreimal begonnen habe, bevor ich es zu Ende gelesen habe. Für diese Zukunftsgeschichte braucht man wirklich die passende Laune. Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnten mich die leeren Herzen dann doch überzeugen. Die Autorin scheint der Bevölkerung einen Spiegel vorzuhalten. So habe ich es zumindest aufgefasst. Leere Herzen und brisante politische Themen werden hier nicht weichgezeichnet. Eine Ehefrau und Mutter hat bei ihrem Beruf kaum noch eine Schmerzgrenze. Die Kasse klingelt. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Viele Menschen werden müde! LEBENSMÜDE! Danke Juli Zeh

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Stellt euch eine Welt vor wie unsere – nur später, also wie sie aussehen würde, wenn alles weiter verläuft, wie es gerade läuft. Diese Welt mag für jeden anders aussehen, je nachdem welche Dinge man als schwerwiegend, positiv oder auch negativ gewichtet. Juli Zeh hat eine solche Welt geschaffen, aus der man deutliche Kritik am heutigen Deutschland herauslesen kann. Deutschland bedeutet in diesem Sinne nicht nur unsere Politik, sondern auch wir Bürger! Zum Inhalt: Sie sind desillusioniert und pragmatisch, und wohl gerade deshalb haben sie sich ‎erfolgreich in der Gesellschaft eingerichtet: Britta Söldner und ihr Geschäftspartner Babak Hamwi. Sie haben sich damit abgefunden, wie die Welt beschaffen ist, und wollen nicht länger verantwortlich sein für das, was schief läuft. Stattdessen haben sie gemeinsam eine kleine Firma aufgezogen, „Die Brücke“, die sie beide reich gemacht hat. Was genau hinter der „Brücke“ steckt, weiß glücklicherweise niemand so genau. Denn hinter der Fassade ihrer unscheinbaren Büroräume betreiben Britta und Babak ein lukratives Geschäft mit dem Tod. Als die „Brücke “ unliebsame Konkurrenz zu bekommen droht, setzt Britta alles daran, die unbekannten Trittbrettfahrer auszuschalten. Doch sie hat ihre Gegner unterschätzt. Bald sind nicht nur Brittas und Babaks Firma, sondern auch beider Leben in Gefahr… Meine Meinung: Die ersten Kapitel fielen mir zugegeben etwas schwer. Ich musste erst noch heraus finden, was diese Welt genau ausmacht, in der Britta lebt. Am Anfang wird ein Selbstmordattentat in den Medien thematisiert, worauf Britta eigenartig und nicht wie man es erwarten würde reagiert. Später wird bewusst, warum. Sobald die skurrile Geschäftsidee von Britte und Babak erleuchtet wird, kommt auch Licht in die ganze Geschichte. Das Buch fing an mich in seinen Bann zu reißen und davon kam ich nicht mehr los. Zwischendurch musste ich mal schmunzeln und mal laut lachen über Juli Zehs kreierte Zukunft, die in unseren Augen vielleicht absurd sein mag, bei genauerer Betrachtung vielleicht doch nicht mehr so abwegig erscheint. Es war mein erstes Buch von Zeh, wird aber definitiv nicht das letzte bleiben. Hier habe ich, wenn auch etwas später als andere, eine tolle deutsche Autorin entdeckt! 9. Satz: Aber das ist normal, es geht ihnen allen so, der ganzen Armee von Einzelkindereltern. Kurz und knapp: #Gesellschaftskritik #Attentat #Zukunft #Deutschland

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Juli Zehs Bücher habe ich gefühlt an jeder Ecke auf Instagram gesehen und habe mich immer gefragt, was denn so besonderes an ihren Romanen ist. Bis ich dann eine Rezension zu „Leere Herzen“ gelesen und dann diesen „Oh, das will ich lesen!“-Moment hatte. Zugegeben, der Plot klang schon etwas lächerlich, aber doch auch spannend. Und so zog Zehs „Leere Herzen“ bei mir ein. Nach kurzem Anpirschen zog ich das Buch mit aufs Sofa und inhalierte es im wahrsten Sinne des Wortes. Die Geschichte um Britta und Babaks Unternehmen mit seinem skurrilen Geschäftszweck und den späteren Verfolgungswahn hat mich einfach nur gefesselt. Doch zurück zum Anfang: Es geht um Britta, die mit ihrem mittlerweile besten Freund Babak ein Unternehmen gegründet hat, das seltsamer und kontroverser nicht sein könnte: Und zwar eine Heilpraxis für Selbstmordprävention. Britta absolvierte eine Ausbildung zur Heilpraktikerin, um mit Professionalität über den fragwürdigen Aspekt ihrer Praxis hinwegzutäuschen: Denn ein Großteil der Personen, die sich bei der „Brücke“ melden, absolvieren die nicht immer menschenfreundlichen Methoden, die Britta und Barak entwickelt haben, um sie vom Selbstmord abzubringen, und kehren danach wieder in ihr Leben zurück; doch ein kleiner Teil ist unbelehrbar und nicht von seinem Todeswunsch abzubringen. Diese Menschen werden von Britta und Barak an Organisationen vermittelt, die einen Märtyrer für ihre Sache gebrauchen können, um durch Medienpräsenz mehr Engagement zu erhalten, so beispielsweise Umweltorganisationen oder solche, die sich gegen den Walfang einsetzen. Diese Organisationen geben den Unbeirrbaren sozusagen einen Sinn, etwas, für das es sich zu sterben lohnt. Die Personen, die sich bei der „Brücke“ melden und nach dem Programm übrig bleiben, sterben so also nicht einen „sinnlosen und egoistischen“ Selbstmord, sondern für eine höhere Sache. Britta führt ein Doppelleben; nicht einmal ihr Mann weiß, womit ihre Frau tatsächlich ihre Brötchen verdient. Als es zu einem Attentat kommt und die „Brücke“ plötzlich kurz vor der Enttarnung steht, muss sie klug und vor allem schnell handeln, sonst droht ihr gesamtes Leben zusammenzubrechen. »Full hands, empty hearts, it’s a suicide world.« Im Jahre 2025 hat sich die Politik so weit gewandelt, dass eine Organisation wie „Die Brücke“ keineswegs undenkbar erscheint. Juli Zeh lässt einen dystopischen Wind wehen, ihre Protagonistin ist entgegen ihres Berufs nicht der Überzeugung, dass Politik etwas ist, worüber man groß spricht: »Auch wenn sie aus beruflichen Gründen gezwungen ist, Politik in groben Linien zu verfolgen, findet sie nicht, dass man privat darüber reden muss.« Mit einer lebendigen Sprache erzählt Zeh hier die Geschichte rund um Britta Söldner, die jedoch – wie alle Charaktere aus „Leere Herzen“ – irgendwie flach und unfertig erscheint. Die selbsternannte Terrordienstleisterin erscheint fast schon roboterhaft, sie lebt und stirbt für ihre Organisation. Als es dann schließlich zu einer Bedrohung für die „Brücke“ kommt und nicht nur Britta und Babak, sondern auch deren Familien ins Zielfernrohr gelangen, hilft nur noch eins: die Flucht. Von diesem Punkt an wird „Leere Herzen“ fast schon zum Thriller, der Stempel „Roman“ wirkt ein wenig unpassend. »Ich genieße es in vollen Zügen, dass mich die allermeisten Dinge nichts angehen.« Fazit: Die Autorin schafft mit ihrem Roman den perfekten Spagat zwischen Dystopie, Politthriller und Gesellschaftsroman. Die wunderbare Erzählweise bekommt leider einen Dämpfer durch die nicht rund erscheinenden Charaktere, was sehr schade ist. Die Spannungskurve ist meines Erachtens sehr gelungen, es gibt keinen drögen Mittelteil, lediglich der Schluss ist etwas zäh — weshalb es auch nur 4 Sterne gibt. Alles in Allem bekommt ihr mit „Leere Herzen“ einen Roman, der ein Deutschland beschreibt, in dem alle Menschen zwar alles haben, aber nicht über ihre titelgebenden leeren Herzen hinwegtäuschen können.

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Juli Zeh ist eine sichere Bank. Alles, was ich bisher von ihr gelesen habe, war immer gut beobachtet und schön zu lesen. Unterleuten fand ich fantastisch. Doch Leere Herzen lässt mich etwas unbestimmt zurück. Die Grundidee finde ich sehr gelungen, auch wartet die Geschichte mit einigen interessanten Facetten auf, die sie lesenswert machen, aber insgesamt vermag das Buch mich nur mit Einschränkungen zu begeistern. Dystopien sind eine sehr spannende Romangattung und ein faszinierendes Mittel, um die Wirklichkeit zu spiegeln. Und sie erleben gerade ein Revival. George Orwells 1984 wird mehr denn je gelesen. Mit Margaret Atwoods Report der Magd verhält es sich ganz genauso. Es wundert also nicht, wenn eine Autorin wie Juli Zeh eine eigene Dystopie schreibt. Ihre Romanhandlung verlegt sie in die nahe Zukunft: Deutschland im Jahr 2025. Die Besorgte Bürger Bewegung (BBB), hinter der sich kaum verhohlen die Konturen der AfD zeigen, hat die Macht übernommen. Regula Freyer ist Angela Merkel als Bundeskanzlerin nachgefolgt – ein wunderbar sprechender Name. Regula (= die kleine Königin) und der Nachname Freyer (= frei) bilden ein schönes Antonym. Die EU ist bis 2025 weiter zerfallen, während Demokratie und Rechtsstaat durch die BBB scheibchenweise unterhöhlt werden. Geschickt flechtet Zeh immer wieder ein, welches „Effizienz-Programm“ die Partei gerade umsetzen möchte. Alle zielen letztlich nur darauf ab, ihre Macht zu festigen. Die zweifelhafte Heldin in Leere Herzen heißt Britta. Zusammen mit ihrem Geschäftspartner Babak vermittelt „Die Brücke“ Selbstmordattentäter an Gruppierungen, die auf sich aufmerksam machen wollen. Zum Beispiel radikale Umweltschützer. Nachdem 2025 der islamistische Terrorismus vollständig versiegt ist und keiner mehr auf die Idee käme, freiwillig in den Tod zu ziehen, hat sie eine Marktlücke aufgetan. Sie vermittelt – natürlich illegal – Menschen, die sich ohnehin umbringen wollen, und auf diese Weise mit einem lauten Knall abtreten wollen. Zuvor haben die Kunden ein komplexes Profiling durchlaufen. Mit allen Raffinessen stellt die „Die Brücke“ sicher, dass die suizidalen Fantasien so massiv sind, dass die Kandidaten nicht in letzter Sekunde kneifen. In diesem perversen Geschäftsmodell spiegelt sich wie in einem Brennglas die kaum zu ertragende Langeweile und Depression der Mittelschicht der Zukunft. Viel nihilistischer kann ein Unternehmen nicht ausgerichtet sein. Und Britta verkörpert dieses lakonische Desinteresse an ihrer Umwelt mit jeder Faser ihrer Persönlichkeit. An einer sehr bezeichnenden Stelle im Roman fragt Britta ihre Freundin, ob sie ihr Wahlrecht für eine Waschmaschine aufgeben würde. Die Frage ist absurd, aber dass sie mit viel Ernsthaftigkeit überhaupt gestellt wird, sagt bereits alles über die Geisteshaltung aus. Die Gesellschaftsanalyse der Autorin halte ich für zutreffend und ich denke auch, dass die schleichende Ent-Demokratisierung ein ernstzunehmendes Risiko ist. Doch leider ist das Buch zuweilen etwas moralinsauer. Mehr Abstraktion von der Gegenwart hätte dem Roman gut getan. Die an sich politische richtige Moral, die in Leere Herzen steckt, wird dem Leser so platt um die Ohren gehauen, dass er Kopfschmerzen bekommt. Dadurch ist leider das große Potential der Story etwas verschenkt worden. Wenn die Autorin das besser gelöst hätte, hätte ich auch mit dem Ende des Buches leben können, dass alles in allem zu dick aufgetragen ist. Dennoch: Trotz seiner Schwächen ist es ein lesenswertes Buch, weil es sehr präzise analysiert, woran die Gesellschaft krankt und welche Gefahren sich daraus ergeben.

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„Jetzt weiß ich, dass richtig und falsch erst existieren, nachdem man sich entschieden hat.“ (Zitat Seite 324) Richard und Britta sind mit Knut und Janina seit Jahren eng befreundet, trotz der unterschiedlichen Lebensperspektiven. Während Janina sich auf das alte Haus im Grünen freut, das sie kaufen wollen, hat Britta sich bewusst für ein modernes Haus in Braunschweig entschieden. Britta Söldner ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Zusammen mit dem IT Spezialisten Babak Hamwi führt sie die „Brücke“, eine Heilpraxis im Bereich Psychotherapie und Tiefenpsychologie. Kern ihres Unternehmens ist der von Babak entwickelte Algorithmus, „Lassie“. Sie selbst sehen sich als Dienstleister, spezialisiert auf Menschen mit Selbstmordabsichten. Plötzlich taucht gefährliche Konkurrenz auf, die nicht nur ihr Geschäftsmodell stehlen will und dadurch ihre Existenz bedroht, sondern auch ihr Leben und das ihrer neuesten Kundin Julietta … Der Roman spielt in der nahen Zukunft, die BBB „Besorgte Bürger Bewegung“ hat die Regierung Merkel abgelöst. Den Menschen sind die Ideale abhanden gekommen, sie nehmen die Situation als gegeben und versuchen, ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen zu führen. Wichtige Themen sind Demokratie und Demokratieverständnis und die Frage, ob und wie lange man ein Leben im „Wegschauen“ führen kann. Speziell ist natürlich auch die Geschäftsidee der „Brücke“, definiert als Terrordienstleister. Beispielhaft für den Zeitgeist, rund um den die Autorin ihre Geschichte entwickelt, steht die Lebenssituation der beiden Ehepaare Knut-Janina mit Tochter Cora, 7 Jahre alt, und Richard-Britta mit Tochter Vera, 7 Jahre alt. Erstere wollen ein altes, weit abgelegenes Haus auf dem Land kaufen, während Britta bewusst eine gute Lage in einer mittelgroßen Stadt gesucht hat und so auf Braunschweig gekommen ist. Britta verdient mit ihrer Firma viel Geld, dies und der Erfolg sind für sie das Wichtigste im Leben – ihre Ziele verfolgt sie skrupellos. Für ihre Familie bleibt da wenig Zeit. Von ihrem Geschäftspartner Babak erwartet sie, dass er ihre Ideen ausführt und sich ihren Zielen unterordnet. Man könnte den Roman, geschrieben in der neutralen Erzählform, als gesellschaftskritisches Zeitbild beschreiben, eingepackt in einen fesselnden Thriller. Die Handlung ist spannend und enthält zahlreiche Andeutungen und Wendungen, die den Leser lange über die wahren Gegner und Hintergründe im Unklaren lassen. Mein Lieblingscharakter in diesem Roman ist Juliette, eine junge Frau, die genau weiß, was sie will und was sie nicht will. Verletzlich und dennoch selbstbewusst. Durch sie beginnt Britta, ihr Leben und ihre Handlungen zu hinterfragen. Die Autorin zeigt in ihrem Roman eine mögliche Zukunft Deutschlands mit Menschen, denen Träume und Wertvorstellungen weitgehend abhanden gekommen sind. Sie zeichnet ein ziemlich düsteres, aber nicht hoffnungsloses Bild. Mich erinnert dieses Buch an die früheren psychologisch-spannenden Romane von Juli Zeh und hat mich, im Gegensatz zu Unterleuten, wieder völlig überzeugt. Ein Thema mit Tiefgang, großartig umgesetzt.

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Juli Zeh kann Thriller

Von: Frank Freter aus Wiesbaden

11.03.2018

Eine unterkühlt abgefasster Thriller der in der nahen Zukunft spielt. Es war Juli Zeh ein persönliches Anliegen nach der Wahl von Trump ein Buch, das in der nahen Zukunft platziert ist, zu schreiben, in der der aktuell aufkommende Populismus zur Normalität geworden ist. Heraus gekommen ist ein Thriller, ein Genre das Juli Zeh beherrscht

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Leere Herzen

Von: Wolfgang Keiderling aus Friesenheim

11.02.2018

Die wiedergegebenen Rezensionen sind zu meiner Überraschung überwiegend positiv bis hoch lobend. Dem kann ich mich nicht anshließen. An den Roman UNTERLEUTEN, der mir sehr gefallen hat, kommt LEERE HERZEN nach meiner Meinung bei weitem nicht ran. LEERE HERZEN wirkt auf mich verfremdet, irreal, Handlungsablauf für mich weitgehend nicht nachvollziehbar.

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Mit Leere Herzen liefert Juli Zeh in erster Linie ein politisches Buch, das in dieser Hinsicht nicht hätte aufrüttelnder sein können. Die Parallelen zur AfD lassen sich nicht weg reden. Gut so! – wenn ihr mich fragt. Doch wirkten einige der dystopischen Elemente doch eher wie zufällig erkannt, als bewusst erdacht. Nichtsdestotrotz gefiel mir dieses Buch. Nicht, weil es mit dem moralischen Zeigefinger daher kommt oder einen möglichen Ausblick in die politische Zukunft Deutschlands wagt. Vielmehr manifestiert es die Gegenwart. Es betont, wie wichtig es ist jetzt, heute und hier hinzuschauen und nicht irgendwann mit leeren Herzen zurückzublicken.

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