Leserstimmen zu
The Hate U Give

Angie Thomas

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Angie Thomas greift in ihrem Jugendroman “The Hate U Give” die Morde an schwarzen Jugendlichen durch weiße Polizisten auf. Sie selbst sagt, dass sie sich von der “Black Lives Matter”-Bewegung und von dem “The hate u give little infants fuck everybody” (T.h.u.g. L.i.f.e.) -Credo des US-Rappers Tupac Shakur inspirieren ließ, der auf diese Weise gegen die zunehmend gewalttätige Gang-Kultur angehen wollte. In ihrem Roman geht es um Gerechtigkeit und Vorurteile, um Polizeigewalt, Jugendkriminalität und, natürlich, um versteckten und offenen Rassismus. Am Beispiel ihrer 16-jährigen Heldin Starr zeigt sie, was es bedeutet, Haltung zu bewahren, aber auch, welchen Einfluss Freunde, Eltern und Schule auf das eigene Leben haben. Wie gewinnt man unter solchen Umständen einen Blick über den eigenen Tellerrand? Was verändert – vielleicht – die erste Liebe und wie lassen sich wahre von falschen Freunden unterscheiden? Viele Fragen, mit deren Beantwortung Angie Thomas auch die Hoffnung auf eine kleine Verbesserung der momentan schlimmen Zustände verbindet. Ein toller Roman, der mit viel Empathie geschrieben ist, genau den richtigen Ton und ins Herz trifft – nicht nur für junge Leute unbedingt lesenswert!

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Inhalt: Die sechzehnjährige Starr lebt mit ihrer Familie in einem armen Schwarzenviertel. Als ihr Freund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen wird, bricht Starrs Welt zusammen. Um Gerechtigkeit für Khalil zu fordern, müsste Starr gegen den Polizisten aussagen, ebenso gegen einen Drogenboss und Ganganführer. Ihr Leben und das ihrer Familienangehörigen wäre in Gefahr. Wird Starr das Richtige tun? Zitat: „Manchmal machst du alles richtig, und es geht trotzdem alles schief. Entscheidend ist, dass du dennoch nie aufhörst, das Richtige zu tun.“ (S. 180) Meine Meinung: „Leider“ wirkt dieser Roman nur allzu realistisch. Dass ein schwarzer Jugendlicher von einem weißen Polizisten erschossen wird, kommt in den USA viel zu oft vor. Und meist kommt der Polizist ungeschoren davon. Dass es diese Missstände und Ungerechtigkeiten gibt, darf man nie vergessen und sollte sich immer wieder dafür einsetzen, dass sich das ändert. Aus diesem Grund sind Bücher wie „The Hate U Give“ so wichtig. Doch nicht nur in den USA gibt es Rassismus, sondern auch bei uns in Deutschland und in ganz Europa. Diese Geschichte betrifft uns insofern alle. Mir fiel es sehr leicht, mich auf die Protagonistin Starr einzulassen. Sie ein sehr sympathischer junger Mensch, der den Spagat zwischen dem schwarzen Ghetto und der weißen Privatschule probiert. Dabei versucht sie, beide Welten strikt getrennt zu halten, um am Ende nicht allein und einsam dazustehen. Sowohl in ihrem Wohnviertel Garden Heights als auch in der Schule hat Starr Freunde, die sie nicht verlieren möchte, die mit der jeweils anderen Seite aber nichts anfangen können und wollen. Rassismus herrscht auf beiden Seiten. Doch durch Khalils Tod gerät Starr zwischen die Fronten. Dadurch dass Starr in der Ich-Form und im Präsens erzählt, ist man hautnah an der Protagonistin dran und quasi auch live dabei. So erfährt man ihre Gedanken und Gefühle aus erster Hand und kann sich wirklich leicht in sie hineinversetzen. Man empfindet mir ihr Angst, Trauer, Selbstzweifel, aber auch Geborgenheit, Liebe und Glück. Mich hat dieser Roman sehr stark berührt. Die Handlung ist sehr abwechslungsreich; immer ist etwas los. Oft ist es die alltägliche Gewalt durch Straßengangs oder auch die Cops, der die Ghettobewohner ausgesetzt sind, aber es gibt auch sehr viele schöne Momente mit den Freunden oder mit der Familie und der Nachbarschaft. Die Charaktere empfand ich als sehr plastisch. Ich hatte von jeder Person ein genaues Bild im Kopf und das Gefühl, als würde ich sie schon sehr lange und wirklich gut kennen. Nicht nur die Figuren, sondern auch die Umgebung wirken sehr authentisch. Bei meinen literarischen Streifzügen durch die Straßen von Garden Heights bekam ich immer wieder Beklemmungen. An jeder Ecke könnte Gefahr lauern. Nicht auszudenken, dass das für viele Menschen tatsächlich die Realität ist! Auch der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Er ist locker zu lesen und durch die vielen Dialoge sehr lebendig. Es werden einige Slang-Begriffe verwendet, die im Anhang in einem Glossar erläutert sind. Man kann hier ruhig vor der Lektüre schon mal reinschauen, es wird nicht gespoilert. Oder man lässt es ganz und liest mit Mut zur winzigen Lücke, was dem Lesevergnügen keinen Abbruch tut. Das Wichtigste davon wird auch im Roman kurz erklärt. „The Hate U Give“ ist der Debütroman von Angie Thomas und meines Erachtens zu Recht auf der Bestsellerliste der New York Times gelandet. Ich bin schon auf weitere Werke dieser Autorin gespannt.

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Autorin: Angie Thomas Verlag: cbt Seitenanzahl: 512 Preis: 17,99 Euro/ 13,99 Euro erschienen am 24. Juli 2017 Inhalt Die 16-jährige Starr lebt in zwei Welten: in dem verarmten Viertel, in dem sie wohnt, und in der Privatschule, an der sie fast die einzige Schwarze ist. Als Starrs bester Freund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen wird, rückt sie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Khalil war unbewaffnet. Bald wird landesweit über seinen Tod berichtet; viele stempeln Khalil als Gangmitglied ab, andere gehen in seinem Namen auf die Straße. Die Polizei und ein Drogenboss setzen Starr und ihre Familie unter Druck. Was geschah an jenem Abend wirklich? Die Einzige, die das beantworten kann, ist Starr. Doch ihre Antwort würde ihr Leben in Gefahr bringen... Meine Meinung Als Starr an einem zu einer Party in ihrem Viertel geht, gibt es dort eine Schießerei und sie haut zusammen mit ihrem Kindheitsfreund Khalil ab. Doch auf dem Rückweg werden beide ohne Grund von der Polizei angehalten und Khalil daraufhin getötet. Starr steht unter Schock und erzählt niemand davon, dass sie bei dem Vorfall dabei gewesen ist. Auch ihre Freunde an der nahezu weißen Schule wissen nichts von ihrem Leben und für sie selbst existieren zwei Starrs. Eine, die in dem Ghetto lebt und deren Vater wegen Drogendeals im Gefängnis war und die Starr, die in ihrer Schule die Klappe hält und jeder Konfrontation aus dem Weg geht. Doch nach und nach entwickelt sie sich weiter und springt über ihren Schatten. Sie hat große Angst und trotzdem steht sie für Khalil ein und gibt Interviews, in dem sie die Tat richtig darstellt und geht sogar vor Gericht. Die Handlung geht über mehrere Wochen und ist in größere Abschnitte eingeteilt. Man erfährt nicht nur viel über den Vorfall, der momentan in der USA keine Seltenheit mehr ist, sondern auch über Starrs Leben im Ghetto, über ihre Familie und die Probleme, die in ihrem Stadtviertel existieren. Es wird auch gezeigt, wie junge Leute überhaupt in eine Gang geraten, da sie keine andere Wahl haben und dadurch auch die falsche Entscheidung treffen. Einmal getroffen, ist ein Ausstieg fast unmöglich. Durch einen von Starrs Freunden erfährt man auch mehr darüber. In einem sehr angenehm und flüssigen Schreibstil erzählt die Autorin die Gesichtete von einem jungen Mädchen, dass gegen die Vorurteile gegenüber schwarzen Menschen ankämpft. Sie erschafft eine wunderbare Kulisse, die das Buch uns seine Charaktere und die Orte zum Leben erweckt. Fazit Ein grandioses Buch, dass vielen Menschen die Augen öffnen kann, wenn sie sich die Zeit nehmen um das Buch zu lesen. Es geht um viel mehr als nur um den ungerechten Tod von Khalil und zeichnet ein gutes Bild von den Lebensumständen der schwarzen Leute in Amerika. Durch Starrs Augen sieht man auch beide Welten, die sich besonders für sie nur schwer vereinbaren lassen. Insgesamt 5 von 5 Sternen.

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!! Auch meine Rezension bezieht sich auf den Originaltitel. !! I always said that if I saw it happen to somebody, I would have the loudest voice, making sure the world knew what went down. Now I am that person, and I’m too afraid to speak. Ganz davon abgesehen, dass ich die Thematik unglaublich wichtig und interessant finde (ich hoffe, dass das jetzt nicht zu gemein klingt) ist sie vor allem aber auch mehr als nur aktuell. Immer wieder hört man es in den Nachrichten. Ein schwarzer Mann erschossen auf offener Straße von einem weißen Polizisten. Und wieso? Ja. Genau. Das Wieso bleibt meistens offen, bzw. wird gar nicht weiter hinterfragt. Vielleicht einfach, weil er schwarz war. Das ist doch auch ein Grund. NICHT. In dieser Geschichte muss Starr sich genau damit auseinandersetzen, als ihr Freund Khalil grundlos neben ihr erschossen wird. Doch nicht nur, dass dies keine Konsequenzen für den Polizisten zu haben scheint, es werden auch einfach die Tatsachen verdreht, bzw. ganz neue erfunden. Jetzt kommt der mentale Aufschrei – das kann man doch nicht machen! Aber klar, man sieht es doch immer wieder. Es gibt ja auch genug Menschen, die das glauben, es hinnehmen, vielleicht auch einfach genau das glauben wollen. Hier geht es um keine Verallgemeinerung, die ich mit meiner Aussage ziehen will, genauso wenig, wie Angie Thomas das mit ihrem Buch gemacht hat. Doch es ist nun einmal Tatsache, dass genau so etwas passiert. „Nobody’s going to twist her words around! I told you, we want the truth to come out too.“ „Oh, we know the truth, that’s not what we want,“ says Daddy. „We want justice.“ Natürlich haben Vorurteile meistens ihren wahren Ursprung. In genau solch einem lebt Starr. Ihr Vater war selbst schon im Gefängnis als ehemaliges Gangmitglied und ihre Nachbarschaft verbildlicht genau das, was alle sehen. Drogen, Waffen, Gangs. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass alle Menschen so sind. Es gibt sie immer, die schwarzen Schafe. Starr hat genauso, wie viele in ihrem Viertel damit zu kämpfen, was die Gangs ihnen antun, in was für ein Bild sie sie rücken. Nicht umsonst lernt sie von klein auf von ihren Eltern, wie man sie Polizisten gegenüber zu verhalten hat. Keine schnellen Bewegungen. Niemals sprechen ohne aufgefordert zu werden. Und erst recht nie zu widersprechen. Dann kommt der super krasse Kontrast. Genau weil ihre Eltern mehr für sie wollen geht sie auf eine Eliteschule, natürlich hauptsächlich mit Weißen. Hin und hergerissen zwischen zwei „Welten“ muss sie nun den richtigen Weg für sich finden. Sich scheinbar entscheiden, ob sie ein weißes oder ein schwarzes Leben führen will. Ob sie sich traut den Mund aufzumachen, egal, welche Konsequenzen das mit sich ziehen könnte. That’s the problem. We let people say stuff, and they say it so much that it becomes okay to them and normal for us. What’s the point of having a voice if you’re gonna be silent in those moments you shouldn’t be? An ihrer Seite hat sie eine wundervolle Familie. Wirklich ALLE Charaktere sind in dieser Geschichte einfach fantastisch beschrieben, man bekommt das Gefühl, sie alle zu kennen. Was nicht unbedingt mit mögen gleichzusetzen ist… Starrs Geschwister, wie Eltern geben ihr einen unglaublichen Halt, obwohl es ihnen selbst schwer fällt, sich zu entscheiden, was sie ihrer Tochter raten wollen. Denn wenn es auf einmal um das eigene Kind geht, ist eine Entscheidung zwischen „starkem Charakter“ und „Sicherheit“ nicht mehr ganz so einfach… „Brave doesn’t mean you’re not scared, Starr,“ she says. „It means you go on even though you’re scared. And you’re doing that.“ In ihrem Freundeskries, der sehr durchmischt ist, finden sich die unterschiedlichsten Charaktere wieder. Jene, auf die man verzichten kann, aber auch die, die einem immer die Wahrheit ins Gesicht sagen und die alles für sie tun würden. Jeder einzelne ist mir ans Herz gewachsen und einfach stimmig in diesem Gesamtbild. Ich könnte gar nicht mehr aufhören, über diese Geschichte zu philosophieren, mich in sie hineinzusteigern und meinen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Hass. Scham. Trauer. Doch ich denke, dass dies eine Erfahrung ist, die am besten jeder selbst machen sollte. Angie Thomas hat es geschafft, mit dieser Geschichte Dinge aufzuzeigen, über die ich mir noch keine großen Gedanken gemacht habe. Ebenso, hat sie ein Thema angesprochen, mit all seinen Facetten, wie ich es mir gewünscht und erhofft habe. Neben dieser schweren Thematik, musste ich aber auch mehr als nur einmal lachen. Dieses Buch ist einfach erschreckend, wenn nicht sogar abschreckend und verzaubernd zugleich. „…When the Khalils get arrested for selling drugs, they either spend most of their life in prison, another billiondollar industry, or they have a hard time getting a real job and probably start selling drugs again. That’s the hate they’re giving us, baby, a system designed against us. That’s Thug Life.“ FAZIT Mir fällt es unglaublich schwer, meine Gefühle über dieses Buch in Einklang zu bringen. Ich möchte von der Geschichte schwärmen und zeitgleich ist die Thematik genauso furchtbar wie auch wahr. Es gab keinen Aspekt, der mir gefehlt hat. Vielmehr wurden Situationen aufgeführt, an die ich bisher nicht gedacht habe. Für Anfänger im englisch lesen – wie mich, war es durchaus eine kleine Herausforderung, der Sprachstil mit seinem Slang hat es mir Anfang echt schwer gemacht, doch als ich irgendwann wirklich drin war, hat es mich auch einfach nicht mehr losgelassen. Für all jene, die sich das nicht trauen, aber ein großes Interesse an diesem Buch haben: Es wird bereits am 24. Juli auf Deutsch im Cbt Verlag erscheinen!

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Kurzbeschreibung: Die 16-jährige Starr lebt in zwei Welten: in dem verarmten Viertel, in dem sie wohnt, und in der Privatschule, an der sie fast die einzige Schwarze ist. Als Starrs bester Freund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen wird, rückt sie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Khalil war unbewaffnet. Bald wird landesweit über seinen Tod berichtet; viele stempeln Khalil als Gangmitglied ab, andere gehen in seinem Namen auf die Straße. Die Polizei und ein Drogenboss setzen Starr und ihre Familie unter Druck. Was geschah an jenem Abend wirklich? Die Einzige, die das beantworten kann, ist Starr. Doch ihre Antwort würde ihr Leben in Gefahr bringen... (Quelle: Amazon.de/ Juli 2017) Cover: Schlicht, aber auf den Punkt gebracht- hier finde ich es super, dass hier das Originalcover übernommen wurde, denn mehr braucht diese Geschichte nicht. Sie wirkt für sich und braucht keinen optischen Schnick-schnack. Den Titel finde ich übrigens auch sehr passend, super, dass er Englisch gelassen wurde. Thema: Starr ist mittendrin und doch ganz alleine. Diese starke Protagonistin kämpft sich durch ein wirklich schweres Leben und muss trotzdem noch zusätzlich viel Leid erfahren, obwohl ihre Eltern alles für ein besseres Leben ihrer Tochter geben. Als eines Tages ihr bester Freund Khalil erschossen wird, wird Starrs Leben noch einmal mehr auf den Kopf gestellt- doch warum muss Starr lügen, um sich zu retten und kann man es überhaupt schaffen, in zwei Welten gleichzeitig zu leben? Idee/ Umsetzung: Bei Büchern mit solch brisanten Themen hat man häufig das Gefühl, nur auf positive Rezensionen zu stoßen, einfach weil es das Thema verlangt, weil man ein Zeichen gegen Rassismus setzen muss. Doch ich bewerte das Buch an sich und urteile damit keineswegs über das Thema selbst. Dieses Buch ist einfach fantastisch! Es ist bereits einige Tage her, dass ich dieses Buch beendet habe und wollte gerne etwas Abstand zur Geschichte gewinnen, um meine Meinung besser in Worte fassen zu können. Was soll ich sagen? Dieses Buch lässt mich einfach nicht los. Starrs Geschichte ist etwas ganz besonderes und ja, es gibt viele Bücher über Rassismus und Ausgrenzung, über Ungerechtigkeit und schwere Schicksale, aber dieses Buch ist anders. Ich habe schon mehrfach gehört, dass das Buch sehr hohe Wellen schlägt und sicher eine gute Schullektüre abgeben wird- da stimme ich vollkommen zu und habe das Buch definitiv in mein Leseherz geschlossen. Als wäre das Thema an sich nicht schon aufrüttelnd genug und erschreckend aktuell hat Angie Thomas auch einen sehr authentischen, emotionalen und klaren Schreibstil. Hier wird kein Blatt vor den Mund genommen und hier kann keiner die Augen vor der Wahrheit verschließen. Umso emotionaler wird das ganze, weil Starr die Geschichte aus ihrer Perspektive schildert, dieses bemerkenswerte Mädchen hat einfach schon so viel durchmachen müssen und ihre Pechsträhne scheint kein Ende zu haben. Ich habe sehr mit unserer Protagonistin mitgelitten, -gefiebert und auch etwas geweint. Es ist unfassbar traurig, wie viel von dem "Rassendenken" in den USA noch übrig geblieben ist und durch die Medien kann man immer wieder sehen, dass Schicksale, wie Khalils, Realität sind und Mädchen wie Starr, mögen sie noch so stark sein, wenig Chancen haben, auch heutzutage noch. Ich danke der Autorin, dass sie dieses wachrüttelnde, emotionale und authentische Buch geschrieben hat. Man sagt häufig, wir Leser leben mehrere Leben und ich bin sehr dankbar, dass ich mit diesem Buch die Erfahrung machen konnte, in Starrs Leben hineinzublicken und ein Stück weit einen besseren Eindruck von diesen Lebensbedingungen habe, die tausende von Jugendlichen auch heute noch erleiden müssen, allein wegen ihrer Hautfarbe. Mich interessiert sehr, wie viel von Starrs Schicksal und ihren Erlebnissen aus den Erinnerungen der Autorin stammt, denn die Geschichte ist so realitätsnah geschrieben, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass sie komplett fiktiv ist... Fazit: Ein wahnsinniges Buch, dass seinen Hype zurecht feiern darf und wieder etwas Aufmerksamkeit auf dieses brisante Thema richtet. Die Autorin versteht es, authentisch zu schreiben, Emotionen zu transportieren und dem Leser Gänsehaut zu bescheren. Rassismus ist und bleibt leider ein aktuelles Thema und dieses Buch schildert einmal mehr, wie schrecklich ungerecht das Leben doch sein kann und gibt einen sehr schönen, wie erschreckenden Einblick in das Ghettoleben in den USA.

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Ein Vermerk vorab: meine Rezension bezieht sich auf den Originaltitel, welchen ich im April las. Da der Inhalt aber die gleiche Message hat, wird meine Meinung sicher nicht minder hilfreich sein. Mein Resumé Hypes um Bücher ziehen auch mich manches Mal magisch an, machen mich aber aus skeptisch. Weshalb ist das so? Hier ist die Sache, die ich vor Jahren bei Jugendbüchern gemerkt habe, die „wichtige“ Fragen anpacken. Und ich bin damit ganz sicher nicht alleine. Während ich der Bemühungen nur applaudieren kann, mehr Jugendbücher zu schaffen, die sehr empfindliche und vielfältige Themen behandeln, wird nicht selten gerade dieser Aspekt durch oberflächliches Liebesgesäusel kaputt gemacht. Warum? Auch Teenager erleben Rassismus, Geisteskrankheit, Missbrauch, Mobbing, Vergewaltigung, Sexismus, Homophobie, Körperprobleme, etc. Sei es im eigenen Umfeld, oder bei Freunden. Warum wird also in Geschichten mit diesen Themen um den heißen Brei herumgeredet? Warum können wir es nicht einfach so sagen wie es ist? Weshalb muss dem Leser unbedingt das Gefühl vermittelt werden, das alles in Ordnung sein wird, solange die Protagonisten eine süße Romanze haben? So ist das Leben nicht. Ich bin der Meinung, dass in Jugendbüchern Tacheles gesprochen werden sollte. Ein Teenager hält sowas aus. Ganz ohne Zuckerwatte und rosa Brille auf der Nase. In your Face! Diese Verantwortung hat ein Autor, wenn er/sie sich auf sensible Themen einlässt. Warum drückt man sich also davor? THE HATE U GIVE ist der Grund, warum ich Ausnahmen mache. Und das sei schon mal gesagt; dieses Debüt ist jedes Wort seines Hypes wert. Angie Thomas hält in THUG nichts zurück. Und so stirbt Starrs bester Freund Khalil in ihrem Beisein, bereits auf den ersten Seiten. Viele von uns haben davon gehört, wie eine Welle der Gewalt von Seiten der Polizei gegen Schwarze aufwallt. Die Debütantin redet nichts schön, sie tritt der Komplexität und Schwierigkeit der non-fiction Thematik Black Lives Matter nicht nur entgegen, sondern umschließt sie offen. Angie Thomas untersucht gründlich jeden Winkel der Gewalt, des Rassismus und der Vorurteile, die derzeit weltweit stattfinden. So wird der Leser Zeuge sehr unschöner, rassistischer Anschuldigungen, brutalen Aufständen und Drohungen. Ich wurde Teil des beispiellosen Alltags der Protagonistin Starr. “Pac said Thug Life stood for ‚The Hate U Give Little Infants Fucks Everybody‘.” Dieser Erstling wurde inspiriert aus eigenen Erfahrungen und hautnahen Beobachtungen. Es kommt nur noch selten vor, dass eine Autorin mich mit ihren Worten über die gesamte Buchlänge so derart fesseln kann. Thomas schreibt wie ein Orkan und hat mich im Nu abgeholt. Mit weit über 400 Seiten – die deutsche Übersetzung wird die fünfhundert knacken – ist dies keine kurze Geschichte. Aber es fühlte sich nie nach zu viel an. Der Erzählstil ist dicht, jede Passage sitzt. Vielleicht habe ich nicht viele Tränen vergossen, aber es war dennoch äußerst emotional. Nicht selten haben mich die Handlungen und Worte von Figuren, beim lesen so wütend und hilflos werden lassen. Darüber hinaus schenkt uns Angie Thomas eine wahnsinnig gute Zeichnung der Hauptfigur. Starr Carters Stimme ist lebendig und sie war alles, was ich mir von ihr erhofft habe als Hauptcharakter. Sie ist klug, frech, mitleidsvoll, tapfer & lustig. Aber Starr hat verständlicherweise auch viele Ängste und Unsicherheiten. Diese Geschichte schreibt über Starrs Lernen, ihre eigene Stimme zu finden und zu umarmen, wer sie ist und wo sie herkommt. „Sometimes you can do everything right and things will still go wrong. The key is to never stop doing right.“ Die anderen Charaktere sind auch alle fantastisch geformt worden. Sie wirkten so real. Als ob Angie Thomas über ihre Familie schreibt. Die Dynamik der Carter-Familie war erstaunlich – so unterstützend, liebevoll und cool. Sie haben ihre eigene Sprache & ihre Codes. Und obwohl die Stimmung oft düster und rau ist, wird die Handlung immer wieder von kleinen familiären Frotzeleien aufgelockert. Ihre lebhaften Persönlichkeiten leuchten durch die Seiten und man kann nicht umhin, sich für jeden von ihnen zu begeistern. „A brush is not a gun.“ THE HATE U GIVE hat eine starke Botschaft. Wir sind von Geburt davon geprägt worden, gewisse Ansichten zu haben. Jeder von uns hat das schon mal getan. Unbewusst etwas gesagt und damit vielleicht sogar einen Schaden angerichtet. Als Menschen beurteilen wir manchmal, ohne aber den Feinsinn für das Urteil zu haben. Angie Thomas erteilt mit ihrem Debüt eine Lektion. Diese Geschichte beschränkt sich jedoch nicht auf das Spektrum von Rasse und Rassismus, Vorurteilen und Ungerechtigkeit. Thomas richtet den Fokus auf so viele verschiedene wichtige Themen. Fazit >THUG< ist ganz sicher nicht nur eine Eintagsfliege. Angie Thomas ist ein neues, sehr ernst zunehmendes Talent im Jugendbuch Himmel. Ich kann es kaum erwarten zu sehen, wie die Leser hierzulande reagieren werden und was Thomas als nächstes schreibt.

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