Leserstimmen zu
Die Oleanderfrauen

Teresa Simon

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Ich lese die letzten Seiten, schlage das Buch zu und denke nur: mega, geil, Wahnsinn, ohne Worte, Gefühle pur! Das neue Werk von Teresa Simon ist wieder eine Leistungssteigerung und gehört jetzt schon zu meinen Highlights 2018. Das Buch ist gespickt mit ständig neuen Geheimnissen, ist spannend, packend, dann doch wieder anders, einfach Emotionen pur. Im Jahre 2017 lebt Jule Weißbach, Tochter von mittlerweile getrennten Eltern, in Hamburg und versucht trotz „Jule ohne Plan“ ihr Café Strandperlchen, in welchem sie besondere Kaffeesorten mit Bohnen aus der ganzen Welt, sowie selbstgebackene Kuchen anbietet, trotz lokaler Hindernisse zu führen und eben nicht aufzugeben. Wie sonst immer… „»Das, was Sie soeben getrunken haben, ist eine Spitzenqualität aus Brasilien«, sagte sie. »Diese Arabica-Bohnen werden in einem speziellen Humidor aufbewahrt und danach ganze zwanzig Minuten lang bei zweihundert Grad schonend geröstet, statt viel Minuten bei sechshundert Grad, wie sonst in der Massenproduktion üblich. Ich lege Wert auf beste Qualität, und ich denke, das schmeckt man.« Zeitgleich entdeckt Johanna Martens, liebenswerte Rentnerin ohne eigene Nachkommen, auf dem Dachboten ihrer verstorben Mutter einen geheimnisvollen Koffer mit einem Tagebuch über das Leben der noch so jungen Sophie Terhoven. Die Geschichte um Sophie Terhoven, Tochter eines noblen Kaffeebarons, beginnt 1936 inmitten der beginnenden Vorkriegszeit, durchlebt die Kriegszeit, den Hass und die Jagd auf Juden, Homosexuelle und sogenannte Krüppel, und endet 1945. Zur Seite stehen Sophie ihr bester Freund Malte Voss, welcher aufgrund einer Kinderlähmung eine Versteifung des Beines erlitten hat, sowie Hannes, Sohn der ledigen Köchin des Hauses. Zwischen Hannes und Sophie entwickelt sich eine geheime und doch untersagte Liebe… An dieser Stelle lest ihr am besten selber weiter 😉 Als kleine Schwachstelle im Buch muss ich den Epilog erwähnen. Teresa Simon weicht hier von ihrem bisherigen Schreibstil ab. Es gibt ein abruptes Ende, keinen „letzten“ Eintrag und einen Tick zu viel Zufall. Allerdings tut dies der Geschichte nichts ab! Trotzdem möchte ich euch noch verraten, aus welcher alten Sage der Oleander seinen Namen und Ruf hat: „»Sie erzählt von Hero und Leander, den beiden unglücklich Liebenden, die nicht zusammenfinden konnten. Ein tiefes Wasser hat sie getrennt, das er Nacht für Nacht durchschwamm, um zu ihr zu gelangen, geleitet von einem Leuchtfeuer, das sie für ihn immer wieder neu anzündete. Doch eines Nachts löschte ein gewaltiger Sturm das Feuer aus – und er ertrank. Jetzt wollte auch Hero nicht mehr leben und stürzte sich in den Tod.« »Und was hat das bitteschön mit Oleander zu tun?« fragte Aphrodite. […] »Weil in dieser anmutigen Pflanze der Tod wohnt«, sagte Johanna. »Sie ist immens giftig, die Blätter, die Blüten, die Wurzeln, einfach alles. Die Bitternis neben der Süße. Manche Leute behaupten ja, genau das sei das Charakteristikum der Liebe – die bei aller Schönheit stets auch sehr gefährlich sein kann.«“ Es wird behauptet, dass auch diese Sage auf die Oleander Frauen zutreffen, aber das erfahrt ihr nur, wenn ihr zum Buch greift ❤ Ich kann es euch nur empfehlen! Die Rezepte zu Die Oleanderfrauen findet ihr unter www.rorezepte.com & https://rorezepte.com/2018/02/03/die-oleander-frauen/

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Eine Familiengeschichte, die mich von Anfang an in ihren Bann gezogen hat. In zwei Erzählsträngen erlebt man als Leser hautnah die Familiengeschichte einer Hamburger Familie in Vergangenheit und Gegenwart. In Hamburg 2016 stößt nach dem Tod ihrer Mutter die 73jährige Johanna auf ein Tagebuch von einer Sophie, die ihre schicksalhaften Jahre beginnend 1936 beschreibt. Sophie ist unsterblich verliebt in den Sohn der Köchin in ihrem Haus, das ihrer Familie, einer reichen Hamburger Familie gehört. Damit sind natürlich schon Probleme vorgezeichnet...Dazu kommen noch die politischen Verhältnisse im damaligen faschistischen Deutschland und die persönlichen Probleme der nur nach außen glücklich scheinenden Familie. Johanna fühlt sich vom Tagebuch der jungen Sophie stark angezogen und sie will mehr über das Schicksal von Sophie und ihren Freunden nach dem Krieg herausbekommen. Sie weiß da jedoch noch nicht, dass dadurch auch ihr Leben sich vollkommen verändern wird... Der Leser wird von Anfang an in einen Strudel der Ereignisse in diesem Roman hineingezogen. Johanna macht die Bekanntschaft einer jungen Frau, Jule, die in Hamburg ein Cafe führt und Menschen hilft, ihre Familiengeschichte zu erforschen. Die beiden werden beste Freunde und Johanna verrät Jule einige ihre leckeren Tortenrezepte. Beide lesen nun zusammen die Tagebuchnotizen von Sophie und kommen einem großen Familiengeheimnis auf die Spur. Ob es gelingt, dieses Geheimnis zu lüften, erfährt man in diesem Roman. Mich hat das Schicksal von Sophie sehr berührt und ich war so gefesselt, dass ich oft die Tagebuchseiten, die besonders gedruckt sind, hintereinander gelesen habe und danach erst den weiteren Handlungsstrang in der Gegenwart. Die Schreibweise der Autorin ist bildhaft, sehr berührend und ich habe mit Sophie und ihren Freunden mitgebangt und gehofft. Es gelingt der Autorin sehr gut, damalige geschichtliche Ereignisse, wie zB. die Olympiade in Berlin, die Reichskristallnacht, das Grauen des Krieges mit der Romanhandlung und persönlichen Erlebnissen der Romanfiguren zu verbinden. Die Charaktere sind sehr gut herausgearbeitet und man kann sich die Romanfiguren sehr bildlich vorstellen. Der Roman ist eine Mahnung, Kriege zu bekämpfen, rechte Ideologie nie wieder zuzulassen, damit keine Familie ein schweres Schicksal durch Faschismus und Krieg durchleben muss. Gleichzeitig zeigt der Roman auch, welche große Bedeutung Liebe und Freundschaft für das Leben der Menschen haben. Ich wünsche diesem Roman viele begeisterte Leser und bedanke mich für spannende, tief bewegende und schöne Lesestunden bei der Autorin.

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Meine Meinung: Von Teresa Simon habe ich bereits zwei Bücher gelesen, die mir gefallen haben und deshalb musste ich nicht lange überlegen, ob ich ihr drittes Buch auch lesen wollte. Johanna findet beim Aufräumen des Speichers Tagebücher und ein Medaillon, neugierig geworden wollte sie natürlich wissen, welche Ereignisse die Tagebücher offenbaren. Jule hat in Hamburg ein kleines gemütliches Café und schreibt nebenher Familiengeschichten auf. Die beiden Frauen treffen sich und lesen in den Tagebüchern. Ihnen geht es dabei, wie mir, wir alle können nicht aufhören und wollen unbedingt wissen, was Sophie alles erlebt hat. In dem Buch gibt es somit zwei Zeitebenen, ich erfahre, was Johanna und Jule in der Gegenwart erleben und kann nachlesen, wie es Sophie ab 1936 erging. Eine aufregende Zeit, die sehr viele Schicksale beeinflusst hat. Aber die Autorin lässt mich nicht nur teilhaben an dem Leben der drei Frauen, sie vermittelt mir auch sehr viel Wissen über Kaffee, was ich ausgesprochen interessant fand. Mit ihrem flüssigen Schreibstil hat Teresa Simon mich an das Buch gefesselt und ich habe es geschafft, das "dicke" Buch zügig durchzulesen, zumal ich ja wirklich sehr neugierig war. Die Entwicklung hat mich überrascht und das Ende gut gefallen. Allerdings hatte ich zwischendurch schon mal den einen oder anderen Verdacht, wie sich etwas entwickeln könnte und so kam es dann auch. Aber meinem Lesevergnügen hat es nicht geschadet. Ich muss allerdings gestehen, dass ich anfangs etwas Probleme hatte, in die Geschichte rein zukommen, für mich war der Start etwas verwirrend. Aber das änderte sich natürlich schnell, nachdem ich die ersten Kapitel gelesen hatte. Das Buchcover gefällt mir sehr gut und hätte mit Sicherheit auch dafür gesorgt, dass ich mich näher für das Buch interessiert hätte, wenn ich nicht die Absicht gehabt hätte, es sowieso zu lesen. Fazit: Eine fesselnde und auch bewegende Familiengeschichte habe ich in diesem Buch gefunden, aber ich konnte auch mein Wissen über Kaffee erweitern und hatte ab und zu auch den Geruch von Kaffee in der Nase. Auf jeden Fall gebe ich gerne eine Leseempfehlung.

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Inhaltsangabe: Jule führt ihr kleines Café Strandperlchen in Hamburg mit Liebe und Hingabe. Aber es läuft nicht alles rund in ihrem Leben. Und sie hört schon wieder die mahnenden Worte ihrer Mutter: Jule ohne Plan! Aber sie will nicht so schnell aufgeben. Als die pensionierte Lehrerin Johanna in ihr Leben tritt, verändert sich plötzlich alles. Johanna hat auf dem Dachboden im Haus ihrer Mutter ein Tagebuch gefunden. Und die gesetzte Dame kann das Buch kaum aus der Hand legen, denn sie spürt, dass sie in irgendeiner Weise damit verbunden ist. Hamburg 1936: Sophie Terhoven stammt aus gutem Hause; der Vater ist ein angesehener Kaffeehändler und kann seiner Familie jeden Komfort bieten. Und Sophie ist in Hannes verliebt. Dieser ist jedoch der Sohn der Köchin der Familie. Sophie ist die Herkunft ihres Liebsten egal, aber dem Rest der Familie offenbar nicht! Hannes und Sophie ahnen nicht, welche schicksalhafte Fügung ihr Leben unnötig schwer macht! Mein Fazit: Ein riesiges Dankeschön geht an den Heyne Verlag für die Überlassung des Rezie-Exemplares. Ich hatte mich schon sehr drauf gefreut und konnte es kaum erwarten, es in einer gemeinsamen Leserunde zu lesen! Die Autorin hat uns dieses Mal nach Hamburg entführt. Die Atmosphäre der Stadt wurde gut eingefangen, dabei empfinde ich den Vergangenheits-Strang intensiver erzählt als den Gegenwarts-Strang. Die Vorkriegs-Atmosphäre erblühte in meiner Phantasie genauso wie die entbehrungsreiche Zeit während des Krieges. Ich konnte mich gedanklich sehr gut zurechtfinden, auch wenn Hamburg als Stadt für mich nicht so anziehend ist. Sophie Terhoven ist sehr sympathisch und liebenswert, genauso wie ihr Liebster Hannes, Freund Malte oder ihre Tante Fee. Mit ihren Eltern kam ich nur schwer zurecht, sie wirkten auf mich teilweise kalt und herzlos. In der Gegenwart kämpft Jule um ihre Existenz. Den Bruch der letzten Beziehung hat sie noch nicht so richtig verkraftet, sehnt sich dennoch nach ein wenig Unterstützung, denn sie scheint das Pech einfach anzuziehen. Obwohl ihr wirklich einiges an Missgeschicke passiert, berappelt sie sich immer wieder auf und macht weiter, auch wenn es im Grunde hoffnungslos erscheint, bis sie die betagte Dame Johanna kennenlernt. Johanna war vor der Pension Lehrerin und muss das Haus der verstorbenen Mutter räumen. Auf dem Dachboden findet sie das Tagebuch von Sophie Terhoven und ein Puppenhaus. Obwohl es keine wirkliche Erklärung dafür gibt, hat sie von Anfang an das Gefühl, tief damit verbunden zu sein und leidet genauso mit Sophie. Zusammen mit Jule kommt sie dann einem ganz großen Geheimnis auf die Spur! Mit diesem Buch konnte ich wieder abtauchen, mich auf eine ganz andere Welt einlassen und durchaus Hass und Liebe gleichermaßen für die Geschichte empfinden. Hass, weil diese Geschichte auch ein Stück Zeitgeschichte ist, die ihre hässliche Fratze gezeigt hat. Und Liebe, weil Sophie sich trotz aller Standesunterschiede durchkämpft und einfach nicht aufgibt! Ich finde die Kombination dieser verschiedenen Themen – Nationalsozialisten/ Judenhass/ Homosexualität – sehr gelungen und sie bleiben im Gedächtnis. In der Tat, es gibt eine Menge zu verarbeiten und Teresa Simon hat ein rundum gut recherchiertes Bild dieser Zeit gemalt! Leider muss ich auch eine kleine Kritik loswerden: Die Tagebucheinträge von Sophie sind teilweise recht schwach gedruckt, so dass sie manchmal schlecht lesbar sind. Auch kam ich mit der Schrift nicht immer gut zurecht, das hat leider meinen Lesefluss erheblich ausgebremst. Es war auch anstrengend für die Augen. Nun, ich kann nicht umhin, diesem spannenden und berührenden Werk trotzdem fünf Sterne zu vergeben, denn es ist vielschichtig, berührend und sehr bewegend! Wer Geschichten mit dunklen Familiengeheimnissen liebt, wird sich mit diesem Buch sehr wohl fühlen!

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Das Cover hat mir sofort sehr gut gefallen, ich liebe die Kombination aus Blumen bzw. den Park und im Hintergrund das Herrenhaus. Mir gefallen solche Cover sehr gut und vor allem muss ich solche Bücher immer wieder in die Hand nehmen. So war es bei diesem Buch auch, obwohl ich bisher noch kein Buch der Autorin gelesen habe war ich sofort neugierig. Der Klappentext hat mir dann auch sofort gefallen, schon alleine weil ich eine große Kaffeeliebhaberin bin! Ich war wirklich neugierig und habe dann auch schnell angefangen, man kommt sehr gut in die Geschichte hinein und ich war sofort gefesselt. Der Schreibstil ist mitreißend, detailverliebt und vor allem sehr bildlich. Gleich zu Beginn der Geschichte nimmt die Autorin einen mit auf die Reise. Besonders gut gefallen mir die guten Charakterbeschreibungen. Egal ob Sophie oder Jule sie sind alle sehr authentisch und dadurch bekommt man einen guten Eindruck von ihnen. Dadurch kann man sogar noch besser mitfiebern. Ein weiterer Pluspunkt waren die zwei Zeiteben, die parallel ablaufen und dadurch nicht nur die Spannung anheizen sondern auch das Lesevergnügen erhöhen. Die Autorin hat es geschafft den Umbruch zwischen den Zeiten gut zu beschreiben sodass ich beide total spannend fand. Emotionen pur bringt die Autorin rüber, die verbotene Liebesgeschichte fand ich sehr gelungen und ich habe mitgelitten. Es wirkte auch nichts bei den Haaren herbei gezogen sondern durchaus so möglich, authentisch und realitätsnah. Außerdem war zu keiner Zeit absehbar, was als nächstes passiert. Der Titel erklärt sich natürlich auch und ich finde die Verknüpfung mit dem Oleander total toll, ich liebe Oleander! Die Autorin hat auf jeden Fall einen hohen Kurs bei mir und es wird sicherlich nicht das letzte Buch, dass ich von ihr lesen werde! Fazit: Ein tolles Buch, das in verschiedenen Zeitebenen begeistern kann, mit Emotionen und Originalität daher kommt. Ich habe zeitweise nicht aufhören können zu lesen und kann das Buch definitiv nur weiterempfehlen. Bin schon gespannt auf weitere Bücher von ihr!

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Meine Meinung: Mit diesem Buch ist Teresa Simon wirklich ein Schatz gelungen. Sie schafft es perfekt, eine Familiengeschichte so zu verpacken, dass es weder an Spannung, noch an Gefühl fehlt. Man fühlt sich, als würde man tatsächlich zwischen den Zeiten hin und her springen. Sowohl die Zeit um 1936 als auch das Heute haben mich gefesselt. Mir ging es genauso wie der Protagonistin Jo, die auch immer erst mit dem Lesen aufhört, wenn die Augen rebellieren. Die Personen in diesem Buch sind so natürlich und liebenswert dargestellt und gezeichnet, dass man sich wünschen würde, solche Frauen als Freundinnen zu haben. Ich habe mich einfach nur verliebt. Man merkt, dass sich die Autorin sehr gut mit der Zeit vor und während dem Krieg auseinandergesetzt hat. Es passt alles zusammen, man findet einige Geschichten wieder, die man schon gehört hat (wenn auch nur am Rande). Da mich eben genau diese Bücher aktuell sehr faszinieren, habe ich mich bestens unterhalten gefühlt, so dass ich auf jeden Fall die anderen Bücher von Teresa Simon auf meine Wunschliste setze. Ich weiß gar nicht, wie diese Autorin bis jetzt an mir vorbeigehen konnte. Ich freu mich schon auf die nächsten Geschichten, die von dieser Frau niedergeschrieben wurden. Fazit: Unbedingt lesen!

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Inhalt: Hamburg 1936. Die junge Sophie Terhoven führt als Tochter eines einflussreichen Kaffeebarons ein behütetes Leben in der großen Villa ihrer Eltern. Eher widerwillig fügt sich Sophie den Zwängen und Veranstaltungen, zu denen ihre Eltern sie drängen. Viel lieber verbringt sie ihre Zeit mit Hannes, dem Sohn der Köchin. Aus ihrer Kinderfreundschaft ist inzwischen Liebe geworden. Jede freie Minute verbringen sie miteinander, doch eine Heirat kommt aus gesellschaftlichen Gründen nicht infrage. Meine Meinung: Der Einstieg in das Buch fiel mir sehr leicht, denn durch den flüssigen Schreibstil und die sympathischen Protagonisten war ich sofort mitten in der Geschichte, die im Wechsel auf zwei Zeitebenen erzählt wird. In der Vergangenheit, von 1936 - 1943 in Hamburg, geht es hauptsächlich um Sophie. Vieles erfährt der Leser durch ihre Tagebucheinträge (die durch die helle und enge kursive Schriftart leider etwas schwerer zu lesen sind). Erzählt wird von Sophies Liebe zu Hannes, der Freundschaft zu Malte, den überraschenden Geständnissen ihrer Eltern und von ihrem harten Leben während des Krieges. In der Gegenwart, im Jahr 2016, findet die 73 jährige Johanna auf dem Dachboden ihrer verstorbenen Mutter Sophies Tagebuch und schon schon nach den ersten Seiten ist ihr Interesse an der Vergangenheit geweckt. Deshalb bittet sie Jule, die junge Besitzerin eines kleinen Cafés, um Hilfe bei den Nachforschungen. Beide Handlungsstränge haben mir gut gefallen, obwohl ich die Geschichte in der Vergangenheit spannender und berührender fand. Die Geheimnisse und Zusammenhänge konnte ich bis zum Schluss nicht enträtseln, was für mich bedeutete, dass der Spannungsbogen immer weiter anstieg. Natürlich ist am Ende alles gut, obwohl es auch etwas traurig ist. Mir waren alle drei Protagonistinnen sehr sympathisch, aber Sophies Entwicklung vom naiven jungen Mädchen zur starken und selbstbewussten Frau, die ihr Leben meistert, gefiel mir am besten. Fazit: Ein fesselnder und spannender Roman mit einem tollen Schreibstil, dessen zwei Geschichten geschickt miteinander verbunden werden.

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Da ich Familiengeschichten liebe, insbesondere solche, die zur Zeit des zweiten Weltkrieges spielen, haben dieses Buch und ich zueinander gefunden. In der Geschichte geht es um Sophie Terhoven, angesehene Tochter des örtlichen Kaffeebarons, die sich vor dem Krieg in den Sohn der Köchin verliebt. Doch diese Liebe darf nicht sein, gehören arm und reich doch einfach nicht zusammen. Doch dann wird ein Familiengeheimnis gelüftet, was Sophies Leben für immer verändert. Wird sie diese Herausforderung meistern können? Die Handlung wird uns über zwei Zeitebenen nahe gebracht, denn zum Einen spielt die Geschichte in der Gegenwart des Jahres 2016 und zum Anderen in der Vergangenheit, beginnend ab 1936 bis einschließlich 1943. In der Gegenwart begleiten wir unter anderem die Cafebesitzerin Jule und lernen reichlich über Kaffee. Zum Anderen ist da noch die pensionierte Johanna Martens, die gerade den Dachboden ihrer verstorbenen Mutter ausgeräumt und dort ein altes Tagebuch gefunden hat, welches über das Leben der Sophie Terhoven berichtet. Die Vergangenheit wird uns in erster Linie über das Tagebuch von Sophie nahe gebracht. Besonders berührt hat mich natürlich das Schicksal von Sophie, welches man sich selbst nie so verwirrend hätte ausmalen können. Die Geheimnisse, die mit der Handlung ans Licht kommen, sind schon eine Besonderheit. Gerade zum Schluss hatte ich nicht mit der Offenbarung gerechnet, was der fiese Moers eigentlich mit Sophie zu tun hat, dachte ich doch immer, dass er sie mal heiraten will. Die Liebe zu Hannes fühlte sich für mich als Leserin stets echt an und man hatte keinerlei Zweifel, was ihre Gefühle anbelangt. Auch fand ich gut, dass sie anders als ihre Mutter nicht das einfache Leben mit allem Pomp und Gloria gewählt hat, sondern zu ihrer Liebe stehen wollte. Jule war mir auch auf Anhieb sympathisch, konnte ich nur zu gut verstehen, dass es sie maximal angestunken hat, wie alle in ihrer Umgebung ständig schwanger sind, nur sie mit über Dreißig noch immer keinen festen Partner hat und auch beruflich noch nicht ganz auf festen Beinen steht. Ihr Strandperlchen ist wirklich etwas Besonderes, da wäre ich nur zu gern regelmäßiger Gast. Der Schreibstil der Autorin ist so fesselnd, dass man mit dem Lesen kaum noch aufhören kann und dennoch ergeht es einem wie Jo und Jule, dass man zwischendurch immer wieder kurz inne hält, um das Geschriebene zu verdauen, denn was Sophie alles erleiden muss, ist nichts für schwache Nerven. Mir hat gut gefallen, dass Frau Simon die Schrecken des Krieges nicht beschönigt, sondern noch unterstreicht auf was die Leute damals alles verzichten mussten und worauf man alles achten musste, damit man nicht im Gefängnis oder ähnliches landet. Fazit: Ein Schmöker, wie ich ihn nur zu gern lese. Gern spreche ich dafür eine Leseempfehlung aus. Überaus gelungen!

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