Leserstimmen zu
Die Oleanderfrauen

Teresa Simon

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Ein schönes, in warmen Farben gestaltetes Cover spricht den Leser sofort an. Die Protagonistin des Romans, Sophie Terhoven, wächst mit ihrem Bruder Lennie in einem wohlhabenden Elternhaus auf, die Familie handelt seit Jahrzehnten mit Kaffee. Der Roman erzählt in zwei unterschiedlichen Erzählsträngen und der Erzählstrang der Vergangenheit beginnt in den 30iger Jahren in Hamburg, als sich Sophie als Teenager in Hannes, den Sohn der Köchin ihres Elternhauses, verliebt. Sophie wird schwanger und ihre Eltern verbannen sie auf die Insel Föhr, um dort in Abgeschiedenheit ihr Kind zur Welt zu bringen. Sophie verleugnet Hannes und gibt Malte, ihren homosexuellen Freund, als Vater des Kindes an. Malte hat es schwer, denn nachdem die Nationalsozialisten an die Macht kommen, werden Homosexuelle verfolgt und schikaniert. Irgendwann kann Sophie ihre Lüge nicht mehr leben und sagt ihren Eltern die Wahrheit, dass Hannes der Vater ihres Kindes ist. Ihr Vater ist außer sich und bricht mit seiner einzigen Tochter, verweist sie des Hauses und dann muss auch noch Hannes in den Krieg… Im Erzählstrang der Gegenwart ist Jule die Protagonistin, die in Hamburg ein kleines Cafe eröffnet hat, ihren Traum lebt und so nebenbei als Geschichtenschreiberin Biografien schreibt und mit dem Angebot „Ich schreibe Dir Dein Leben“ eine Marktnische entdeckt hat, um sich für den Fall der Fälle ein weiteres Standbein aufzubauen. So lernt sie über einen kauzigen Gast, Nils, dessen Tante Johanna kennen, die beim Aufräumen ihres Elternhauses ein sehr altes Tagebuch findet sowie ein Medaillon, womit sie nichts anzufangen weiß. Jule bietet an, Johanna bei den Recherchen zu helfen und zusammen begeben sie sich auf die Suche, um herauszufinden, was es mit der Verfasserin des Tagebuches auf sich hat und auch mit dem Medaillon…. Teresa Simon hat wieder einen wunderbar flüssig geschriebenen, emotional berührenden und zugleich sehr spannenden Roman geschrieben, der den Leser schon vom Prolog an in seinen Bann zieht, ihn mitfiebern lässt. Gelungen ist die Unterscheidung beider Erzählstränge in unterschiedlichen Schriftbildern. Von Beginn an wird ein Spannungsbogen aufgebaut, der den Leser vereinnahmt und ihn den Roman fast nicht mehr aus der Hand legen lässt. Die Charaktere der handelnden Personen sind sehr authentisch und jeder Charakter hat seine individuellen Eigenheiten. Beide Protagonistinnen sind sehr sympathische Charaktere, beide sind jedoch sehr verschieden. Während Sophie eine recht starke und toughe Frau ist, verkörpert Jule die eher etwas unsichere Frau. Beiden jedoch ist eins gemeinsam: Sie meistern ihre Leben auf unterschiedliche Art und Weise. Durch die Verknüpfung der unterschiedlichen Schicksale gewinnt dieser Roman noch zusätzlich an Spannung, einfach fantastisch geschrieben und ein wunderbarer Lesegenuss. Ich habe von Teresa Simon auch die anderen Romane gelesen, „Die Holunderschwestern“ und „Die Frauen der Rosenvilla“, die mich beide schon begeistert haben. „Die Oleanderfrauen“ haben dem noch eins draufgesetzt, dieser Roman ist ein klares Lese-Highlight und bekommt von mir eine Leseempfehlung mit fünf Sternen – besser geht nicht.

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