Leserstimmen zu
Der Tod so kalt

Luca D'Andrea

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... bietet "Der Tod so kalt", und das mit einem deutlich gut recherchierten Hintergrund: Der Autor hat sich selbst journalistisch mit der Bergrettung beschäftigt und gibt seinem Protagonisten das "Journalsten-Gen" mit. Einen Stern Abzug gibt es für die kleinen Längen im Buch - die vielleicht aus genau diesem Hintergrund entstanden sind, aber auch in der Folge des Buches irgendwann Sinn machen. Dennoch sind es für den Leser erst einmal Längen, die sich jedoch dann in der weiteren Spannung auflösen.

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Inhalt: Der New Yorker Dokumentarfilmer Jeremiah Salinger fühlt sich nach seinem letzten erfolgreichen Filmprojekt vollkommen ausgebrannt und leer. Er beschließt, sich eine kleine Auszeit zu gönnen und mit seiner Frau Annelise und seiner kleinen Tochter Clara ein paar Monate in Siebenhoch zu verbringen, dem Heimatdorf seiner Frau in den Südtiroler Dolomiten. In dem abgelegenen, idyllischen Bergdorf glaubt er, etwas zur Ruhe zu kommen und viel Zeit mit seiner Familie verbringen zu können. Während er eines Tages fasziniert den Hubschrauber der Bergrettung Dolomiten beobachtet, kommt ihm jedoch die Idee, einen Film über die Arbeit des Bergrettungsteams zu drehen. Als er die Crew bei einem Einsatz auf den Ortler begleitet, ereignet sich bei den Dreharbeiten ein schrecklicher Unfall, den Salinger als Einziger schwerverletzt in einer Gletscherspalte überlebt. Seitdem leidet er unter einer schweren posttraumatischen Belastungsstörung, hat Panikattacken, Albträume und Wahnvorstellungen, in denen er immer wieder die Stimme der Bestie zu hören glaubt, die er zum ersten Mal in der Gletscherspalte am Ortler vernommen hatte. Er muss seiner Frau versprechen, sich nun zu schonen und mindestens ein Jahr nicht zu arbeiten. Doch dann erfährt er zufällig, dass sich 1985 in der nahegelegenen Bletterbach-Schlucht ein furchtbares Verbrechen zugetragen hat, bei dem drei junge Einheimische bestialisch ermordet wurden. Salingers Schwiegervater und drei weitere Männer aus dem Dorf hatten die grausam zerstückelten Leichen gefunden, nachdem die drei jungen Leute nicht von einer Wanderung zurückgekehrt waren. Obwohl es zahlreiche Verdächtige gab, konnte der Mörder noch immer nicht gefasst werden. Salinger möchte unbedingt die Wahrheit über dieses dreißig Jahre zurückliegende Massaker herausfinden, aber als er beginnt, Fragen zu stellen, stößt er bei den Dorfbewohnern nur auf eine Mauer des Schweigens. Man gibt ihm unmissverständlich zu verstehen, dass es besser für ihn wäre, die Vergangenheit ruhen zu lassen, denn man will nicht, dass ein Fremder seine Nase in eine Angelegenheit steckt, die noch immer wie ein Fluch auf der Dorfgemeinschaft lastet. Aber Salinger schlägt alle Warnungen und Drohungen in den Wind. Er ist geradezu besessen davon, den Mörder zu finden und sicher, dass er die Stimme der Bestie nur zum Schweigen bringen kann, wenn es ihm gelingt, das Bletterbach-Massaker aufzuklären, selbst wenn er sich damit in große Gefahr begibt und riskiert, seine Familie zu verlieren. Meine persönliche Meinung: Wenn man an Südtirol denkt, kommen einem zunächst wunderschöne Landschaften, die schneebedeckten Gipfel der Alpen und Dolomiten, ein Meer von Weinbergen und Obstgärten sowie idyllisch gelegene Bergdörfer und blühende Almen in den Sinn. Ich bin eigentlich kein großer Fan von den Bergen, aber dennoch war ich gerade aufgrund des außergewöhnlichen Settings neugierig auf "Der Tod so kalt" von Luca D’Andrea, denn hinter dieser Postkartenidylle würde man eher einen beschaulichen Heimatroman als einen beklemmenden, zuweilen auch recht gruseligen Thriller vermuten. Die Gegend, in der Luca D’Andrea die Handlung seines Thrillers angesiedelt hat, kenne ich von diversen Urlauben recht gut, denn abgesehen von dem fiktiven Dörfchen Siebenhoch handelt es sich dabei um real existierende Orte. Die Landschaft Südtirols ist zweifellos wirklich traumhaft schön, aber auf mich wirkten die schroffen Berge auch immer ein wenig bedrohlich. Und äußerst bedrohlich ist auch die Atmosphäre in Luca D’Andreas Thriller, nicht nur aufgrund der tückischen Gefahren, die in den Bergen lauern, sondern auch, weil der Autor die Dolomiten zum Schauplatz eines furchtbaren Verbrechens macht. Die Landschaft spielt in "Der Tod so kalt" eine sehr große Rolle. D’Andrea stammt selbst aus Bozen, kennt sich in der Gegend also bestens aus, ist auch mit den lokalen Brauchtümern, Legenden und Mythen vertraut und lässt diese immer wieder in die Handlung einfließen. Man merkt deutlich, dass der Autor vieles aus eigener Anschauung kennt, aber auch sehr akribisch recherchiert hat. Mir war die Legende vom Reich der Fanes bislang vollkommen unbekannt, und auch wenn ich ungefähr wusste, was ein Krampus ist, fand ich es sehr interessant, mehr über diese Schreckgestalt und das mit ihr verbundene Brauchtum zu erfahren. Auch die Auswirkungen des stetig zunehmenden Tourismus, der zur größten Einnahmequelle Südtirols geworden ist, sowie die Mentalität und die Eigenheiten der etwas verschrobenen Südtiroler beschreibt der Autor sehr authentisch und zeichnet ein überaus überzeugendes Porträt der verschworenen Dorfgemeinschaft des fiktiven Örtchens Siebenhochs. Es ist für einen Fremden nicht ganz einfach, das Vertrauen der Einheimischen zu gewinnen, was Salinger, der Protagonist in D’Andreas Thriller, immer wieder zu spüren bekommt. Obwohl seine Ehefrau eine Einheimische ist, begegnen ihm die Siebenhochler mit unverhohlenem Misstrauen, nicht nur, weil sie ihn als Eindringling empfinden, sondern weil sie ihm auch die Schuld an dem Unglück am Ortler geben, das Salinger als Einziger überlebt hat. Er selbst leidet seit dem Unfall unter einer schweren posttraumatischen Belastungsstörung, Wahnvorstellungen und Panikattacken, die er zu überwinden versucht, indem er geradezu besessen alles daran setzt, das dreißig Jahre zurückliegende Bletterbach-Massaker aufzuklären, bei dem drei junge Einheimische auf bestialische Weise ermordet wurden. Doch die Dorfbewohner wollen nicht, dass sich ein Fremder in ihre Angelegenheiten einmischt. Sie versuchen mit allen Mitteln, Salinger einzuschüchtern und greifen ihn auch tätlich an, weil er sich von ihren Drohungen nicht beeindrucken lässt. Auch sein Schwiegervater bittet ihn inständig, seine Recherchen einzustellen, und seine Frau droht, ihn zu verlassen, wenn er sich nicht schont. Doch Salinger lässt sich nicht beirren, denn er ist sicher, dass er die Stimme der Bestie, die er seit dem Unglück zu hören glaubt, nur zum Schweigen bringen kann, wenn es ihm gelingt, die Wahrheit über das Bletterbach-Massaker herauszufinden. Der Autor hat seinen Protagonisten sehr fein gezeichnet und psychologisch glaubwürdig ausgearbeitet. Da das ganze Buch aus der Ich-Perspektive Salingers erzählt wird, man seine Gedanken, Ängste und Gefühlszustände also hautnah miterlebt, konnte ich mich sehr gut in ihn einfühlen. Er ist keineswegs ein mutiger Held, der ein dreißig Jahre zurückliegendes Verbrechen aufklären möchte, um sich zu profilieren, sondern ein gebrochener Charakter, der sich in eine Idee verrannt hat und dabei fast seinen Verstand verliert. Hin und wieder fiel es mir nicht leicht, Salingers Besessenheit für das Bletterbach-Massaker nachzuvollziehen, denn er begibt sich immer wieder in Gefahr, wird massiv bedroht und setzt außerdem auch seine Ehe aufs Spiel. Er liebt seine Familie über alles, und nur die Liebe zu seiner kleinen Tochter Clara bringt ihn hin und wieder zur Vernunft, denn er möchte sie auf keinen Fall verlieren. Doch dann gewinnt die Stimme der Bestie, die er seit dem Unglück am Ortler unaufhörlich zu hören glaubt, wieder die Oberhand. Er weiß, dass er sie nur zum Schweigen bringen kann und zur Ruhe kommen wird, wenn er den Mörder von damals entlarvt und ist ständig hin- und hergerissen zwischen seiner Familie und seiner Obsession. Die Momente mit seiner Tochter waren sehr berührend, denn das kleine Mädchen gibt ihrem Vater auf geradezu rührende Weise immer wieder Halt und Kraft. Nur das Buchstabenzählspiel, das die beiden ständig spielen und als eine Art Geheimsprache zwischen Vater und Tochter fungiert, ging mir irgendwann fürchterlich auf die Nerven, weil es doch sehr überstrapaziert wird. "Der Tod so kalt" ist äußerst abwechslungsreich komponiert. Das ständige Wechselspiel zwischen sehr ruhigen, einfühlsamen Passagen und überaus rasanten, actionreichen Szenen hat mir ausgesprochen gut gefallen. Auch der Gruselfaktor kommt nicht zu kurz. Der Autor versteht es hervorragend, Spannung aufzubauen und sie das ganze Buch hinweg auf einem sehr hohen Level zu halten. Während man Salinger bei seiner gefährlichen Suche nach dem Mörder begleitet, wird man immer wieder mit neuen Verdächtigen konfrontiert und auf falsche Fährten gelockt. Zwischendurch hatte ich allerdings kurzfristig die Befürchtung, dass die Geschichte ins Phantastische abdriftet, als der Jaekelopterus rhenaniae, ein vor mehr als zweihundertfünfzig Millionen Jahren ausgestorbenes Riesenskorpion, des Mordes verdächtigt wird. Glücklicherweise waren meine Bedenken unbegründet, denn stattdessen gewährt der Autor hier sehr interessante Einblicke in die Geologie, Paläontologie sowie die ökologische Nischentheorie, jedoch ohne in einen wissenschaftlichen Ton zu verfallen. Der wendungsreiche Plot mündet nach einem fulminanten Showdown schließlich in ein durchaus realistisches, logisches und schlüssiges Ende, das mich sehr überrascht hat. Mir hat "Der Tod so kalt" ausgesprochen gut gefallen und mich aufgrund der imposanten Kulisse, den überzeugenden Charakteren und der abwechslungsreichen und hochspannenden Erzählweise restlos begeistert.

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Südtirol, 1985. Tagelang wütet ein gewaltiges Gewitter über der Bletterbach-Schlucht. Drei junge Einheimische aus dem nahegelegenen Siebenhoch kehren von einer Wanderung nicht zurück – schließlich findet ein Suchtrupp ihre Leichen, aufs Brutalste entstellt. Den Täter vermutet man im Bekanntenkreis, doch das Dorf hüllt sich in eisiges Schweigen. Dreißig Jahre später beginnt ein Fremder unangenehme Fragen zu stellen. Jeder warnt ihn vor den Konsequenzen, allen voran sein Schwiegervater, der die Toten damals gefunden hat. Doch Jeremiah Salinger, der seiner Frau in ihr Heimatdorf gefolgt ist, lässt nicht locker – und wird schon bald seine Neugier bereuen. Ein Fluch scheint alle zu verfolgen, die sich mit den Morden beschäftigen. Ist dort unten am Bletterbach etwas Furchtbares wieder erwacht? Etwas, so uralt wie die Erde selbst ... Zu Beginn war ich von dem Buch noch ganz angetan, das eher als Krimi angemutet hat. Die Stimmung, die Atmosphäre - all das hat gepasst und einen netten Krimi vermuten lassen. Auch wenn der Schreibstil sehr speziell und gewöhnungsbedürftig war, konnte man an der Geschichte dran bleiben - denn sie war unterhaltsam. Doch dann - so meine Vermutung - hatte der Autor irgendwann Lust auf ein Genre-Wechsel und einen Story-Wechsel. Mitten im Buch. Unpassend! Und so hat sich die Geschichte wo ganz anders hin entwickelt, mit dem der Leser ganz sicher nicht gerechnet hätte. Und jetzt wird es schwer: Man kann es gut finden - oder schwachsinnig. Ich gehöre zu denen, die mit dieser Idee nicht klar kommen. Ich hätte gerne meinen Berg-Krimi weitergelesen.... und dann musste ich doch das lesen. Und das hat mir eben ganz und gar nicht gefallen. Fazit: Ungewöhnlicher, aber ordentlicher Krimi zu Beginn - doofer und schwachsinniger Story-und-Genre-Wechsel gegen Ende.

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Ich bin bei Büchern sehr oft ein optischer Leser. Ist das Cover irgendwie ansprechend, verführt mich auch das Buch zum Lesen. Hier dachte ich sofort, mich erwartet eine gruselige Berg-Geschichte und sehr schnell war klar, meine Vorahnung würde sich bestätigen. Der Dokumentarfilmer Jeremiah Salinger kommt mit seiner Familie nach Siebenhoch, einem kleinen Ort in Südtirol, der ganz in der Nähe der Bletterbachschlucht liegt. Dort kamen vor 30 Jahren drei junge Menschen gewaltsam zu Tode. Jeremiahs Schwiegervater fand damals die grausam zugerichteten Leichen und der Verantwortliche wurde nie gefasst. Schnell beginnt er nun selbst Nachforschungen anzustellen und gerät dabei selber in Gefahr. Denn nicht jeder im Dorf möchte scheinbar das die Wahrheit von damals ans Licht kommt und so wird Jeremiah sogar zusammen geschlagen, um ihn von seiner Suche abzubringen. Er verbeißt sich aber immer weiter darin, auch auf Kosten seiner Ehe. Hier hätte ich ihn durchaus gern mal geschüttelt und an die Vernunft appelliert. Mein Fazit hier Der Schreibstil ist absolut fesselnd für mich gewesen. Aber das Ende nicht ganz was ich erwartet habe, denn wenn man eigentlich denkt jetzt ist das Rätsel gelöst geht es noch einmal in eine zweite Richtung weiter, was mich etwas gestört hat. Für einen Debütroman hat Luca D’Andrea aber einen spannenden Thriller abgeliefert und ich freue mich auf weitere Bücher des Autors. Noch nebenbei erwähnt sei, dass im Thriller einiges an Geschichtlichem und Hintergrund zu Südtirol verstrickt ist. Sowas verbuche ich immer unter einem dicken Plus. Das hat mir auch tatsächlich, trotz des eher gruseligen Settings des Buches, Lust gemacht mal nach Südtirol zu fahren und mir alles mal live anzusehen.

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Jeremiah Salinger verbringt einige Zeit mit seiner Frau in deren winzigem Heimatort Siebenhoch, mitten in den Bergen von Südtirol. Als er von den Bletterbach-Morden erfährt, lässt ihn der Gedanke an diese Morde nicht mehr los, obwohl sie bereits vor gut dreißig Jahren stattfanden. Damals gab es während eines heftigen Unwetters ein regelrechtes Massaker in der Bletterbachschlucht, der Täter wurde nie gefunden. Kann es wirklich sein, dass niemand im Dorf weiß, was damals geschah? Salinger startet eigene Nachforschungen, auch wenn er seiner Frau hoch und heilig versprochen hat, alles ruhen zu lassen. Doch der Fall wird für ihn immer mehr zu einem Sog und er kann nicht anders, als sich damit zu beschäftigen. Nach und nach wird klar, dass er so nicht nur seine Ehe aufs Spiel setzt. Jeremiah Salinger, eigentlich Dokumentarfilmer statt Ermittler, war für mich zwar keine Identifikationsfigur, dennoch habe ich mich mit in seine Geschichte hineinziehen lassen. Mit jedem Detail, dass er ans Licht bringt, habe auch ich mitgerätselt, wie dieses Stückchen Information einzuordnen ist und lange Zeit hatte ich keinerlei Idee, was sich wirklich in der Schlucht ereignet hat. Der Schreibstil ist ungewöhnlich und sicher nicht jedermanns Fall. Erzählt wird aus Sicht von Salinger. Dabei ist jedes Kapitel nochmals unterteilt in erstens, zweitens, drittens usw. Daher gleicht die Erzählweise immer wieder einer Aufzählung von Ereignissen, besonders, wenn die durchnummerierten Abschnitte nur ein paar Zeilen umfassen. Doch es gibt ebenso auch längere, mehr erzählendere Abschnitte. Dieser ganz eigene Stil ist gut an den Aufbau des Plots angepasst, so dass trotzdem schnell Spannung und eine leicht bedrohliche Grundstimmung erzeugt wird. Die Atmosphäre in den kargen, lebensfeindlichen Bergen, die ablehnende Haltung der Bevölkerung und auch Salingers innerer Drang das alles wird gut eingefangen. Neben den lange zurückliegenden Morden und Salingers Geschichte, wird auch viel über das Dorf Siebenhoch, seine Geschichte und Brauchtümer erzählt. Dies war für mich nicht immer so interessant, aber sie waren in Teilen wichtig für die Ereignisse und insgesamt herrschte eine ausgewogene Balance zwischen den einzelnen Komponenten. Mein größter Kritikpunkt ist eigentlich die Auflösung. Eigentlich in sich logisch, doch die Art, wie die Lösung präsentiert wurde, wirkte auf mich überzogen und zu dramatisch. Dennoch konnte mich das Buch bis zum Ende fesseln und hat mir ein paar spannende Lesestunden beschert. Zuletzt noch ein paar Worte zum Einband des Buches, den ich nicht nur von der Optik her gelungen finde. Neben den leicht erhabenen Buchstaben des Titels sind die Illustrationen auf dem Cover und auch auf der Rückseite des Einbandes mit einer rauen Beschichtung überzogen. Sie fühlen sich beinahe so wie die Oberfläche von Steinen oder Felsen an und das Buch ist dadurch auch haptisch ungewöhnlich. Mein Fazit: „Der Tod so kalt“ ist ein spannender Thriller, den der Autor Luca D’Andrea geschickt aufbaut und der auf den Leser leicht eine ähnliche Sogwirkung haben kann, wie die Bletterbach-Morde auf Salinger. Nachdem dies erst der erste Roman des Autors ist, dürfen wir gespannt sein, was er sich als nächstes ausdenkt. Ich würde jedenfalls direkt nochmal zu einem Thriller aus seiner Feder greifen.

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Ein Thriller (oder doch eher ein Krimi?) der mich eigentlich sehr gut unterhalten hat, wenn da nur nicht die vielen Namen gewesen wären, mal wird nur der Vorname, dann nur der Nachname erwähnt, zum Glück hatte ich mir schon vorher Notizen gemacht, da ich mich und meinen Namensüberblick kenne. Das hat mich oftmals verwirrt, tat der Story aber keinen Abbruch. Da die Kapitel recht kurz gehalten wurden, flog ich förmlich durch die Geschichte, was auch den eigenwilligen, von mir aber positiv gemeinten, Schreibstil des Autors ausgemacht hat. Gerade als ich das Gefühl hatte, die Geschichte wird etwas ruhiger, zack, hat der Autor wieder an der Spannungsschraube gedreht. Luca D´Andrea hat die Natur so ausdrucksstark und wundervoll beschrieben, das ich direkt Lust bekomme den nächsten Urlaub in den Bergen zu verbringen. Diese Ausführungen haben mir sehr gut gefallen, hinzu kommen noch die Rückblenden, die sich gut eingefügt haben. Durch den ICH-Charakter kommt man dem Hauptprotagonisten Salinger sehr nah und auch die restlichen Personen sind authentisch und sympathisch. Dieses Buch hat von allem irgendwie etwas: ein bisschen Grusel, ein bisschen Mystik, Spannung, verschrobene Dorfbewohner, eine ungewöhnliche Geschichte und ein völlig überraschendes Ende. Auf alle Fälle sehr lesenswert !!!

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Jeremiah Salinger, ein amerikanischer Drehbuchautor, produziert eine erfolgreiche Fernsehserie. Als er mit seiner Frau in ihr Heimatdorf in Südtirol zieht, ist er dort trotzdem nur ein Fremder. Er gehört nicht zur Dorfgemeinschaft, da er kein Einheimischer ist. Nachdem er eine neue Idee für eine Fernsehserie in Südtirol in die Tat umsetzt, passiert eine schreckliche Tragödie. Davon traumatisiert, schwört er sich und seiner Frau, Urlaub zu nehmen. Aber dann fesselt ihn ein brutaler Mord an drei jungen Leuten, welche 1985 an der Bletterbachschlucht brutal hingerichtet wurden. Nur durch diese Geschichte fühlt er sich wieder lebendig, aber nur durch diese Geschichte schweben er und seine Familie auch in Gefahr. Er kann trotzdem nicht mit der Ermittlung aufhören, bevor er das Rätsel gelöst hat. Und das Schicksal der drei Toten ist auch das Schicksal vieler anderer, die dran zerbrochen sind. Stil, Machart, Meinung Dieser Thriller ist ausschließlich in der Ich – Perspektive erzählt und bekommt so eine sehr persönlichen und realistischen Beigeschmack. Man fühlte sich tatsächlich mittendrin. Es tickt nicht –wie bei den meisten Thrillern - direkt eine Uhr durch die Seiten, es muss kein Täter gefasst werden um weitere Opfer zu retten. Es gibt einfach einen Mann in einem Dorf, der seine Neugier und Faszination nicht zügeln kann und so zu vielen Leuten zu viele Fragen stellt. Ich dachte oft: „Mein Gott Salinger, hör bloß auf, Fragen zu stellen“ und genau so oft „was ist damals bloß passiert?“. Damit hatte mich der Autor wohl genau dort, wo er mich auch haben wollte. Dieser Thriller ist recht dick und langatmig, aber trotzdem nicht detailüberladen und langweilend. Das Buch ist auch ein wenig Roman, welcher zwei Hauptstränge hat und dadurch viele Nebenhandlungen und Charaktere entwickelt. Einmal der Ich –Erzähler mit Frau, Tochter und Schwiegervater in der Gegenwart und dann die drei ermordeten Leute im Jahre 1985 und deren Leben, Probleme, Feinde sowie die Auswirkungen auf einige Zeitzeugen. Die Schreibweise des Autors ist fluffig und es gibt auch viele lustige und ironische Bemerkungen. Ich hatte vor Jahren mal einen „Krimi“ aus Südtirol gelesen, der mehr einem begeisterten Reiseführer sowie einer Ötzi – Dokumentation glich als einem spannungsgeladenen Krimi. Dieser Thriller hier offenbart auch interessante Details aus dem Leben in Südtirol sowie der Landschaft, jedoch ist es interessant und geschickt in die Geschichte eingebaut. Auch Ötzi kommt kurz wieder vor, ohne Ötzi geht ein in Südtirol spielendes Buch wohl nicht. Aber hier stören mich die interessanten landestypischen, geologischen und historischen Fakten nicht – ganz im Gegenteil: Sie machen die Geschichte sehr realistisch. Der Plot und die einzelnen Charaktere konnten mich überzeugen, auch das Ende war schlüssig und konnte sowohl überraschen als auch Action bieten. Fazit Ich vergebe fast 5 Sterne, sagen wir mal 4,5. Der Thriller hat alles, um mich zu fesseln. Ich habe nichts entdeckt, was mir nicht gefällt und sogar das etwas Langatmige gemocht, weil es interessant war. Für die Höchstpunktzahl fehlt noch das ganz Besondere, das Geniale. Für Thriller- und auch Krimifans ist dieses Buch sicher eine gute Sache. Auch Südtirol – Fans oder Südtiroler dürften ihre Freude an der Geschichte haben, da viele regionale Aspekte gut in die Geschichte eingewoben sind. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen.

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Der Tod so kalt, ein Thriller, erschienen beim DVA am 6. März 2017 vom Autoren Luca D´Andrea. Die Geschichte führt uns in die Berge, in das kleine Dorf Siebenhoch und die Bletterbach-Schlucht. Protagonist der Story ist Salinger, ein Drehbuchautor, der in den Bergen mit seiner Frau Annelise und seiner Tochter Clara erst einmal zur Ruhe kommen möchte. Doch kaum angekommen, faszinieren ihn die Berge und die Bergrettung, die den Stoff einer neuen Dokumentation vorhalten. Ganz ungefährlich ist auch die Bergrettung nicht, wie er am eigenen Leib erfahren soll. Als einziger Überlebender eines Einsatzes, bei dem er die Filmarbeiten übernommen hat, beginnt für ihn erst die wahre Geschichte und mehr als einmal steht er zwischen der Entscheidung, seiner Familie zur Seite zu stehen oder weiter zu ermitteln, in einem Fall, der sich 1985 zugetragen hat: das Bletterbach-Massaker. Seine Ermittlungen werden von dem schweigenden Dorf nicht unterstützt und man macht ihm mehr als deutlich, dass er die Geschichte ruhen lassen soll. Auch das Versprechen seiner Frau gegenüber, erst einmal das posttraumatische Erlebnis seines letzten Einsatzes zu überwinden und ein Jahr Pause zu machen, hält ihn nicht von weiteren Recherchen ab. Die Geschichte ist sehr wirkungsvoll in der Ich-Form geschrieben und so erfahren wir alles über den Protagonisten Salinger. Die Erzählweise ist sehr strukturiert und man kann der Geschichte und den Personen gut folgen. Die Gesamthandlung ist in sich schlüssig und die Handlungen der Charaktere nachvollziehbar dargestellt. Gerade, wenn man meint, jetzt wird es gerade ruhiger, wird der Spannungsbogen gehalten, so dass die Geschichte nie an Tempo verliert. Daher ist das Buch dem Genre Thriller richtig zugeteilt. Das Buch lässt sich gut lesen und ist sprachlich schnörkellos gehalten, so dass man die Geschichte gut verfolgen kann. Ich war noch nie ein Fan der Berge und trotzdem lässt mich das Buch Der Tod so kalt nicht kalt. Ich mag das temporeiche Vorgehen, die Erzählweise des Buches, den Protagonisten Salinger und auch seine Handlungen in der Geschichte, die ich sehr gut nachvollziehen kann. Auch die anderen Charaktere bleiben in dem Buch nicht leer, sondern haben mit ihren Details einen hohen Wiedererkennungswert, was ich persönlich sehr zu schätzen weiß. Die Umgebung, in der die Geschichte spielt, ist eindrucksvoll beschrieben, so dass ich Lust bekommen habe, mir die Bletterbach-Schlucht selbst einmal anzusehen. Fazit: Ob Berg-Fan oder nicht, wer temporeich erzählte Geschichten mit vielen Facetten mag, ist mit diesem Buch gut bedient.

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