Leserstimmen zu
Abschied in Prag

Alyson Richman

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Inhalt: Jung verheiratet werden die Künstlerin Lenka und der angehende Arzt Josef getrennt. Josef flüchtet vor den Nazis nach New York, während Lenka sich entscheidet bei ihrer Familie zu bleiben. Nur knapp überlebt sie die Gräueltaten der Nationalsozialisten im 3. Reich. Beide beginnen nach dem Krieg ein neues Leben in den USA ohne zu ahnen das der Andere überlebt hat. Meine Meinung: Abschied in Prag ist ein Buch gegen das Vergessen. Im Geschichtsunterricht lernen wir Fakten: Kriegsdauer: 1939 -1945 Mindestens 50 Millionen Gesamtopfer Opfer deutscher Massenverbrechen: Fast 14 Millionen, Juden,Roma,Sinti,Homosexuelle,Kriegsgefangene und viele mehr. Die Zahlen sind erschreckend, aber eben nur Zahlen, zu oft wird vergessen das hinter jeder dieser Zahlen ein Mensch steht, der gelebt, geliebt, geweint,gelitten hat. Alyson Richman erzählt die Geschichte von zweien dieser Menschen: Josef und Lenka, die wohlbehütet in wohlhabenden jüdischen Familien aufwachsen sich kennen und lieben lernen und durch die Nazis getrennt werden. Die Autorin lässt ihre Protagonisten erzählen: Lenka erzählt ab dem Jahr 1930, sie beschreibt ihr Kindheit, das Studium ihr erstes Zusammentreffen mit Josef. Josef erzählt uns Lesern im Jahr 2000 was geschah. Schon schnell ist klar, weder Josef noch Lenka werden jemals wieder jemanden so sehr lieben, sie sind Seelenverwandte. Diese eher ungewöhnliche Art eine Geschichte zu erzählen hat mir sehr gut gefallen. Mit viel Feingefühl beschreibt die Autorin die Erlebnisse ihrer Protagonisten, sie lässt keine Gräueltaten in den Konzentrationslagern aus allerdings ohne allzu viele grausige Details, hier spielt aber automatisch das Kopfkino einen Film ab, wir wissen alle was geschah. Aber sie lässt auch Raum für ein kleines, zweites Glück. Im Nachwort erklärt die Autorin das es eine Liebe wie die von Josef und Lenka wirklich gegeben hat, vielleicht berührt die Geschichte die sie um diese Tatsache gewoben hat, deswegen so sehr?

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"Abschied in Prag" ist eine unglaublich berührende, dramatische und sehr bildhaft erzählte Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des Holocaust. Dieses Buch ist gegen das Vergessen und wirkt beim Leser noch lange nach. Ich war gepackt von der Geschichte und habe den wunderbaren Schreibstil genossen. Natürlich nehmen die Passagen von den grauenhaften Schrecken des Holocausts erschütternde Formen an, aber es gibt auch so viele berührende Erfahrungen und emotional schöne Momente, dass man das Buch trotzdem sehr gerne liest. Die Schicksale gehen direkt ins Herz und beim Lesen wird deutlich, wie sehr Rassismus Menschen auf grausame Weise Schaden zugefügt hat und es noch immer tut. Lenka und Josef finden miteinander die große Liebe und nachdem sie jahrzehntelang getrennte Lebenswege gingen, glauben sie nicht mehr an ein Wiedersehen. Ihre Geschichte ist deshalb auch so anrührend, weil die Autorin reale Schicksale in ihrem Buch verarbeitet. Die Charaktere kommen absolut lebendig und glaubwürdig daher und man ist als Leser sehr nah bei ihnen. Auch die Schilderungen aus den Konzentrationslagern wirken sehr authentisch und gehen unter die Haut. Welche Erfahrungen Lenka und Josef in ihren neuen Ehen gemacht haben, stellt die gemeinsame Liebe nicht in den Schatten. Sie überdauert ganze sechs Jahrzehnte. Das Wiedersehen der beiden Protagonisten ist zwar etwas unwahrscheinlich, aber dennoch gibt es solche Zufälle und Fügungen im Leben. Man sollte nie die Hoffnung aufgeben, manche Menschen sind einfach füreinander bestimmt. Der Schreibstil Alyson Richmans ist sehr bildhaft und zeigt viele Emotionen. Ich war davon gefesselt und habe die Kapitel verschlungen. Während sich Lenkas Schilderung um die 30er Jahre, um ihre Liebe zu Josef und zur Kunst und die Zeit in den Konzentrationslagern dreht, erzählt Josef seine Geschichte nach der Emigration und im jetzt. Dadurch kann man ihrer beider Lebensläufe wunderbar folgen. Josefs zweite Ehe mit Amalia, die gemeinsame Tochter und die Geburt des Enkels sind seine Meilensteine im Leben und werden auch so dargestellt, voller Emotionen und mit tiefer Liebe. Dieser Roman hat mich sehr aufgewühlt und die packende Kombination zwischen Liebesgeschichte und Holocaust-Grausamkeiten hat mich sehr berührt.

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Meine Meinung: Zur Autorin: Alyson Richman, hat eine sehr bewegende und berührende Geschichte geschrieben, die mein Herz sehr berührt und mich erschüttert hat. Ein sehr tiefgründiger Roman, der von der dunkelsten Epoche seit Menschengedenken erzählt. Es geht um die Verfolgung und Vernichtung der Juden, von der sie mit viel Feinfühligkeit und Fingerspitzengefühl erzählt, ein emotionsgeladener Roman. Ihr Schreibstil ist sehr klar, kraftvoll und mitreißend, es ist wie ein Sog, dem man sich beim Lesen nicht mehr entziehen kann. Man versinkt beim Lesen in der Geschichte, wird eins mit den Protagonisten und leidet mit ihnen mit. Alles ist so bildhaft erzählt, dass alles wie ein Film im Kopf abläuft. Ihre einzelnen Figuren sind so real und glaubhaft beschrieben, dass sie wie aus Fleisch und Blut wirken. Auch die Charaktere der einzelnen Personen und ihre Emotionen sind sehr gut herausgearbeitet, sodass man das Gefühl hatte, in ihre Seelen zu blicken. Eine traurige, facettenreiche und doch wundervolle Liebesgeschichte, in leisen Tönen erzählt. Sehr schön hat sie das Ganze, das auf zwei Ebenen spielt, miteinander verwoben. Besonderes das Geschehen aus der Sicht von Lenka war dramatisch, Josef Geschichte dagegen war ruhiger erzählt und nicht ganz so aufwühlend. Zum Inhalt: Wunderschön hat sie die zarten Liebesbande zwischen Josef und Lenka in den 1930er Jahren in Prag erzählt. Lenka, die Kunst studiert, und durch ihre beste Freundin deren Bruder, der Arzt wird, kennenlernt. Eine Liebe die sehr tief ist und schließlich in einer Ehe endet. Da beide dem jüdischen Glauben angehören, wird das Leben immer schwerer für sie im Land, ihnen und ihren Familien bleibt nur die Flucht. Josefs Familie hat Verwandte in Amerika und besorgt Visa, aber für Lenkas Familie gibt es keine. Schweren Herzens bleibt Lenka bei ihrer Familie zurück, sie möchte sie nicht im Stich lassen. Josef bricht mit seiner Familie auf, das Schiff sinkt und Josef überlebt wie durch ein Wunder, wird aber irrtümlich für Tod erklärt. Eine Welt zerbricht für Lenka, dann übernehmen die Nazis auch Prag, und Lenka wird mit ihrer Familie nach Theresienstadt deportiert. Das Leben dort ist gnadenlos hart und unmenschlich. Hunger, Elend und Tod sind immer anwesend. Ich habe Lenka für ihre Kraft und ihr Durchhaltevermögen bewundert. Auch für ihren Mut, verbotene Dinge zu tun, um auf die Zustände im Lager in der Welt aufmerksam zu machen. Diese Zustände dort sind so erschreckend und realistisch beschrieben, dass ich Gänsehaut hatte beim Lesen und mir die Tränen kamen. Später landen sie und ihre Familie, alle sind nur noch Haut und Knochen, in Auschwitz, dort entkommt sie nur knapp dem Tod. Mit ihrem amerikanischen Retter geht sie nach Amerika, ohne zu ahnen, dass dort Josef als Arzt praktiziert. Den beide halten den jeweils anderen für tot. Aber in ihren Herzen lieben sie sich immer noch, sie können einander nicht vergessen. Wie es das Schicksal so will stehen sich beide in New York gegenüber ...

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Inhalt: In den 1930er- Jahren, begegnen sich Lenka und Josef in Prag zum ersten mal. Kurz nach ihrer Heirat werden die zwei, beim Einmarsch der Deutschen auseindergerissen. Lenka entkommt nur knapp dem Tod in einem Konzentrationslager und flieht in die USA. 60 Jahre lang halten sie einander für Tod, bis sie sich eines Tages zufällig in New York gegenüber stehen. Autorin: Die amerikanische Bestsellerautorin Alyson Richman hat bereits mehrere Romane verfasst, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. Zuletzt erschien Ein italienischer Garten im Diana Verlag. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern auf Long Island, New York. Meinung: Ich bin immernoch tief bewegt vin diesem Buch und dessen Inhalt. Eine wunderschöne, herzzerreißende, emotionale und berührende Liebesgeschichte. Ich habe von der ersten seite an mit Lenka und Josef mitgefiebert. Das Buch wird aus der jeweiligen Sichtweise der beiden Hauptprotagonisten erzählt. Ich habe gespannt die Lebensgeschichten von Josef und Lenka verfolgt und die ein oder andere Träne verdrückt. Dieses Buch kann man erst aus der Hand legen, wenn es zu ende ist. Alyson Richman hat einen wundervoll gefühlvollen und eindringlichen Erzählstil. Nicht nur die Lebensgeschichten der Protagonisten werden einem bildhaft dargelegt, man erhält auch ein sehr einprägsames Bild der damaligen Zeit. Ich kann jedem nur diese besondere und außergewöhnliche Geschichte ans Herz legen. Volle 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!! Vielen Dank an den DIANA Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

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New York, 2000: Bei der Hochzeit seines Enkels Jason passiert das Unfassbare: Der fünfundachtzigjähre Josef Kohn erkennt in der Großmutter der Braut seine tot geglaubte Ehefrau Lenka Kohn! Prag, 1930er Jahre: Lenka Josefina Maizel ist eine junge Künstlerin, die aus einer wohlhabenden jüdischen Familie stammt. Sie studiert mit ihren Freundinnen Kunst und sie verliebt sich in Josef Kuhn, den Bruder ihrer besten Freundin. Das Leben könnte so schön sein, doch die politische Unsicherheit und der drohende Krieg überschatten das junge Glück. Die Gesellschaft wird immer Judenfeindlicher und dann marschieren die deutschen Soldaten ins Land ein und alles wird anders. Josef und Lenka können zwar heiraten, doch bereits kurz nach der Hochzeit werden die beiden auseinandergerissen und ein harter Kampf ums Überleben beginnt. Josef gelingt die Flucht in die USA, während Lenka mit ihrer Familie in ein Konzentrationslager gebracht wird... "Abschied in Prag" erzählt die dramatische und sehr ergreifende Liebesgeschichte von Lenka und Josef. Mich hat das Buch gleich von Anfang an gepackt und nicht mehr losgelassen. Selten habe ich eine so erschütternde Liebesgeschichte gelesen, die mich immer wieder zu Tränen gerührt hat. Trotz des Schreckens des Holocausts gibt es immer wieder schöne und sehr berührende Momente im Buch. Dennoch behandelt die Autorin ein sehr ernstes und auch noch heute sehr aktuelles Thema, denn antisemitischen Äußerungen und Rassismus sind leider immer wieder anzutreffen. Im Nachwort schreibt die Autorin, dass nicht alle Personen frei erfunden sind und einige Tatsachen in das Buch eingeflossen sind, dass macht das Ganze noch schockierender. Das Buch handelt von einer großen Liebe, von Freundschaft und Familie, es erzählt von starken Menschen, die Widerstand geleistet haben und von der Hoffnung, die die Menschen am Leben gehalten hat. Die Autorin Alyson Richman hat einen ruhigen, aber sehr bildlichen Schreibstil, der sehr fesselt. Durch die kurzen Kapitel lässt sich das Buch recht rasch lesen. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Lenka und Josef erzählt. Außerdem wird die Geschichte auf unterschiedlichen Zeitebeben beschrieben: Lenka befindet sich in den 30er Jahren und erzählt ihre Geschichte im hier und jetzt. Sie berichtet von ihrem Leben, ihrer Liebe zur Kunst, ihrer Liebe zu Josef. Die Leser begleiten Lenka und ihre Familie auf deren steinigen Weg durch das Konzentrationslager. Ich habe von der ersten Seite mit ihr mitgelitten und aufs Neue haben mich die Schilderungen über die Vorfälle im 2. Weltkrieg sehr betroffen gemacht. Josef hingegen befindet sich in der Zukunft und erzählt von seiner Vergangenheit. Von seinen Gefühlen für Lenka, die er auf dramatische Weise verloren hatte und die er nie vergessen konnte. Die unterschiedlichen Eben sorgen nicht für Verwirrung, im Gegenteil der Stil passt sehr gut zur Geschichte. Fazit: "Abschied in Prag" ist ein Buch, dass mich sehr beschäftigt und auch aufgewühlt hat. Die Autorin verbindet eine wunderschöne, erschütternde Liebesgeschichte mit dem sehr wichtigen und ernsten Thema Holocaust.

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Unverhofftes Wiedersehen

Von: Caroline Messingfeld

22.12.2017

Es gibt nichts Wichtigeres auf der Welt als Bücher gegen das Vergessen. Gerade in der heutigen Zeit, in der wir wieder tagtäglich mit antisemitischen Äußerungen konfrontiert werden, kommt dem Roman "Abschied in Prag" von Alyson Richman eine ganz besondere Rolle zu. Lenkas und Josefs Geschichte beginnt im Prag der 1930er Jahre. Kurz nach ihrer Heirat werden die jungen Liebenden beim Einmarsch der Deutschen auseinandergerissen. Josef emigriert, arbeitet als Arzt in New York, heiratet. Lenka entrinnt im Konzentrationslager dem Tod nur knapp und beginnt nach dem Krieg ein neues Leben in den USA. Obwohl sie glauben, einander nie wiederzusehen, vergessen sie ihre Liebe nie. Bis sie sich sechs Jahrzehnte später in New York zufällig begegnen... Das Cover ist sehr ansprechend gestaltet. Im Mittelpunkt steht ein gepackter Koffer, der in einer Signalfarbe (Rot) gehalten ist und die Blicke des Betrachters auf sich zieht. Er symbolisiert den Abschied von der vertrauten Heimat und die Reise in eine ungewisse Zukunft. Im Hintergrund erkennt man die Silhouette der weltberühmten Stadt an der Moldau. Auch der Titel des Roman ist kurz und prägnant und spiegelt das Romangeschehen auf eine subtile Weise wider. Das Geschehen wird aus zwei Perspektiven, nämlich von Lenka und Josef, geschildert. Sie verbindet eine große Liebe, die aufgrund von tragischen Umständen nicht gelebt werden konnte. Als Leser entwickelt man eine enge Bindung an diese zwei starken Protagonisten, deren Lebensweg wir über eine lange Zeitspanne von der ersten zufälligen Begegnung über die tragische Trennung in den Wirren des Krieges und das unverhoffte Wiedersehen auf einer Hochzeit in den USA verfolgen. In diesem vielschichtigen Roman werden viele wichtige Themen wie die Bedeutung von Familie, Freundschaft und Liebe angesprochen. Hierbei kommt der Kunst eine entscheidende Rolle zu. Sie ist ein Zeichen des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus, aber auch eine Flamme der Hoffnung, die alle Verfolgten am Leben erhält. Auch Lenka hat sie die Kraft zum Weiterleben in den Konzentrationslagern gegeben, nachdem sie ihre Angehörigen verloren hatte. Alyson Richman schreibt in einer schlichten, aber sehr ausdrucksstarken Sprache. Man spürt das Grauen, wenn sie das Unsagbare schildert, was Lenka in den Konzentrationslagern mitansehen, erleben und erleiden muss. Nach ihrer Befreiung ist ihr Leidensweg längst nicht zu Ende. Auch wenn es ihr gelingt, sich ein neues glückliches Leben aufzubauen, kämpft sie zeitlebens gegen das Trauma, den Holocaust überlebt zu haben, während alle ihre nahestehenden Menschen gestorben sind. Auch Josef kennt diese zwiespältigen Gefühle. Zeitlebens lässt ihn die Erinnerung an Lenka nicht los. Er fühlt sich schuldig, weil er seine Heimat rechtzeitig verlassen und in die USA emigrieren konnte, während er seine geliebte Frau schutzlos zurücklassen musste und nicht in Erfahrung bringen konnte, was mit ihr nach dem Abschied in Prag geschehen ist. Dieses Buch hat mich sehr aufgewühlt zurückgelassen. Heute vergebe ich 5 Sterne für ein ergreifendes Buch über eine tragische Lebens- und Liebesgeschichte in dunkelster Zeit, das lange in mir nachhallen wird.

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Dieses Buch hat mich schon nach den ersten Seiten gefangen genommen, als Josef hier die Bekanntschaft mit einer Dame macht, die ihn an jemand ganz Besonderen aus seiner Vergangenheit erinnert. Nach einem Satz, mit dem diese Begegnung dann vorerst endet, hat die Autorin den Leser regelrecht am Haken hängen und man muss einfach weiterlesen, so sehr will man erfahren, was es damit auf sich hat. Im weiteren Verlauf wird aus Lenkas und Josefs Perspektive erzählt, wie deren jeweilige Leben in der Vergangenheit verlaufen sind. Es ist eine unglaublich berührende und schöne Geschichte, die zwar einiges an Tragik aufbietet, aber dennoch nie zu übertrieben oder zu unglaubwürdig wirkt und sehr einfühlsam die Schrecken des Holocausts schildert. Der Schreibstil der Autorin ist ruhig, aber nichtsdestotrotz sehr ausdrucksstark, und ihr gelingt es in wenigen Worten sehr viel Gefühl zu transportieren. Dazu baut man als Leser eine Verbindung zu Lenka und Josef auf und nimmt großen Anteil an ihrem persönlichen Werdegang. Man erlebt gemeinsam mit ihnen den Anfang ihrer Liebesgeschichte, das scheinbare Ende und alles, was dazwischen und danach passiert. Es gibt hier wunderschöne, liebevolle und innige Momente, aber auch sehr traurige und schreckliche Ereignisse, die die Unbeschwertheit der ersten Liebe sowie ihre ehemals gemeinsamen Zukunftsträume wie einen schönen Traum erscheinen lassen. Bei beiden spielt die jeweilige Familie eine wichtige Rolle und einmal mehr zeigt sich, wie weit man bereit ist für diese zu gehen und wie viel Kraft einem der Zusammenhalt gibt. Dazu erfährt man aus der Sicht von Josef, was es heißt, dem Krieg entkommen zu sein, während man einen geliebten Menschen zurücklassen musste, sowie aus Lenkas Sicht, wie es ist, den Holocaust er- und überlebt zu haben, während so viele andere neben einem gestorben sind. Sehr präsent ist hier immer wieder die Sehnsucht, die beide nacheinander haben und die in all den Jahren und trotz ihrer neuen Leben nie wirklich verschwunden ist. Ihre Erinnerungen an ihre kurze Zeit sind kostbar und jeder hütet diese wie einen Schatz tief in seinem Inneren verborgen. Ein ganz besonderer Aspekt, der hier auch aufgegriffen wird, ist die Kunst, die für Lenka eine wichtige Rolle spielt, und wie diese auch im KZ präsent ist, und unter anderem dem Widerstand dient, um auf die Grausamkeiten darin aufmerksam zu machen. Die Autorin zeigt hier sehr schön, wie vielfältig Kunst sein kann und wie sie den Menschen einen Grund zum weitermachen gibt und trotz der Umstände Freude in ihr Leben bringt, und sei es auch nur für kurze Momente. Das Ende ist dann sehr schnell da und gerne hätte man noch ein paar mehr Seiten gehabt, aber dennoch ist der Schluss passend und auch das Nachwort der Autorin, in dem sie kurz auf die realen Elemente in ihrer Geschichte eingeht, rundet das Ganze schön ab und zeigt, wie inspirierend reale Menschen sein können. Fazit: Eine unglaublich schöne, aber auch sehr emotionale Geschichte mit Momenten, die den Leser tief im Herzen berühren und mit den beiden mitfiebern lassen, ob es noch ein Happy End für sie gibt. Beide Sichtweisen ziehen einen in ihren Bann und man verfolgt gespannt ihre jeweiligen Lebensgeschichten. Dieses Buch will man am liebsten erst aus der Hand legen, wenn man fertig ist, denn man kann und will nicht aufhören zu lesen, um zu erfahren, was das Schicksal für Lenka und Josef bereithält. Ein sehr eindringlicher und gefühlvoller Erzählstil, der neben dieser großen Liebesgeschichte auch ein sehr einprägsames Bild der damaligen Zeit wiedergibt. Ich kann diese Geschichte wirklich nur jedem ans Herz legen, denn sie ist einfach in jeder Hinsicht etwas ganz Besonderes. Es ist ein Buch, das man, wenn man es erst einmal gelesen hat, wirklich bereuen würde, es nicht getan zu haben, weil man etwas ganz Außergewöhnliches verpasst hätte. Also lesen, lesen, lesen und Taschentücher bereithalten!

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Prag, Ende der 1930er Jahre - Josef und Lenka sind Juden und werden kurz nach ihrer Hochzeit durch den Einmarsch der Deutschen voneinander getrennt. Josef emigriert in die USA und arbeitet dort als Arzt. Lenka wird erst nach Theresienstadt, dann weiter nach Auschwitz deportiert. Dort entrinnt sie nur knapp dem Tod. Nach dem Krieg beginnt sie mit ihrem Mann, einem amerikanischen GI, ein neues Leben in Amerika. Obwohl Lenka und Josef glauben, einander nie mehr zu begegnen, ist ihre Liebe füreinander nicht erloschen und sie erhalten die Erinnerungen an den jeweils anderen aufrecht. Und dann stehen sich beide 60 Jahre nach dem Krieg plötzlich gegenüber... Um ehrlich zu sein, fehlen mir die Worte, um all das zu beschreiben, was ich während des Lesens dieses Buches erlebt, gefühlt und durchlitten habe. Alyson Richmann schafft es, mit einer berührenden Sprache eine bildgewaltige Liebesgeschichte vor dem erschreckenden Hintergrund des Holocaust zu Papier zu bringen, die mich von der ersten Seite an direkt in das Buch hineinzieht. Sie transportiert auf der einen Seite die schreckliche Fratze des Naziregimes mit all ihren Grausamkeiten und lässt auf der anderen Seite doch so wunderschöne und liebevolle Momente entstehen, die mich berühren und mitfühlen lassen. In diesem Buch werden von der Autorin reale Geschichten verarbeitet und das merkt man den Protagonisten auch an. Sie erscheinen, trotz ihres unerträglichen Schicksals, sehr lebendig und glaubwürdig und ich leide mit Lenka mit, als sie die grausamen Monate in Theresienstadt und Auschwitz verbringen muss. Auch Josefs Schilderungen gehen direkt ins Herz und hinterlassen dort ebenso ihre Spuren. "Es gibt zwei Berührungen, die man nie im Leben vergisst: Wie es sich anfühlt, zum ersten Mal die Hand seiner ersten großen Liebe zu halten, und wie es sich anfühlt, wenn die winzige Faust deines eigenen Kindes sich zum ersten Mal um einen Finger schließt. In beiden Fällen entsteht eine Verbindung für die Ewigkeit." (S. 169 - Josef) Ein absolut packender Roman, verpackt in eine tragische Liebesgeschichte, die berührt, betroffen macht und noch lange, lange nachklingen wird. Herzlichen Dank an Corinna Schindler und den Diana-Verlag für die kostenfreie Bereitstellung dieses Rezi-Exemplares. Diese Tatsache hat jedoch nicht meine ehrliche Lesermeinung beeinflusst.

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