Leserstimmen zu
ALLES WAS ICH DIR GEBEN WILL

Dolores Redondo

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Als Manuel erfährt, dass sein Ehemann Alvaro bei einem Autounfall in Galicien ums Leben gekommen ist, macht er sich sofort auf den Weg dorthin. Zu seiner Überraschung erfährt er, dass Alvaro dort ein Doppelleben führte, von dem er keine Ahnung hatte. Trotz seines Schmerzes und seiner Enttäuschung beginnt er gemeinsam mit dem frisch pensionierten Polizisten Nogueira nachzuforschen, weshalb Alvaro starb - und ob es wirklich 'nur' ein Unfall war. Je mehr sie sich damit beschäftigen, umso unglaublicher werden ihre Entdeckungen, die weit in die Vergangenheit zurückreichen. Es ist eine erstaunliche und spannende Geschichte, die hier nach und nach offenbart wird. Viel erfährt man über das Leben des alten spanischen Adels, der offenbar noch immer eine grosse Zahl von Privilegien geniesst, obwohl der Höhepunkt seiner Macht schon lange überschritten ist. Doch die Autorin ist auch den 'normalen' Menschen sehr zugetan, die sie ebenso wie diesen spanischen Landesteil voller Zuneigung ausführlich beschreibt. Man sieht beim Lesen buchstäblich die beeindruckenden Landschaften vor sich und bekommt zusehends Lust, sich alles selbst anzuschauen (zumindest bei mir wuchs dieses Bedürfnis stetig :-)). Der Kriminalfall entwickelt sich zu Beginn eher bedächtig, denn es ist vergleichsweise lange unklar, ob tatsächlich überhaupt ein Verbrechen vorliegt. Blut fliesst kaum und manchmal ist es fast schon etwas langatmig, wenn Manuel wiederholt seinen Gedanken nachhängt. Doch das Tempo zieht an und gegen Ende scheinen sich die Ereignisse beinahe zu überschlagen. Ein guter Schmöker, auch wenn ich ihn nicht so gelungen finde wie beispielsweise 'Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert' von Joël Dicker. Zwar ereignen sich auch bei 'Alles was ich Dir geben will' eine Reihe von verblüffenden Geschehnissen, doch bei Weitem nicht in der Menge und Intensität. Irgendwie ahnt man stets doch schon, was ungefähr passieren wird. Auch die Figuren sind in ihrer Persönlichkeit eher eindimensional - entweder gut oder böse, grosse Überraschungen gibt es nicht. Dennoch: Alles in allem keine schlechte Unterhaltung.

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Dieses Buch beginnt mit einem Paukenschlag und hat mich sofort in die Geschichte reingezogen. Ich konnte den Schock von Manuel und sein dringendes Bedürfnis, die Wahrheit über das Doppelleben seines Mannes herauszufinden, sehr gut nachempfinden. Manuel fühlt sich hintergangen und fragt sich, ob Álvaro ihn eigentlich überhaupt noch geliebt hat. Obwohl er eigentlich sein Erbe nicht annehmen und direkt zurück nach Madrid möchte, lässt er sich von Kommissar Nogueora überreden, zu bleiben und den Ungereimtheiten nachzugehen. Denn Álvaro ist nicht der erste, der unter merkwürdigen Umständen starb, auch einer seiner Brüder kam auf ungeklärte Weise um’s Leben. Beide Male wollte die Polizei die Akte auffällig rasch schließen. Manuel möchte inzwischen auch verstehen, was Álvaro dazu bewegt hat, im seine Herkunft und seine Familie zu verschweigen, einer Familie, der das Ansehen wichtiger ist als das Wohlergehen der einzelnen Familienmitglieder. Ein Jugendfreund, der zusammen mit ihm und seinen Brüdern die Schule besuchte, bringt ihn dabei auf die richtige Spur. Während dieser Nachforschungen beginnt Manuel gleichzeitig über seine Beziehung zu Álvaro zu reflektieren. Am Ende wird er seinen Roman nicht schreiben, sondern einen neuen beginnen, einen, der wieder so aufrichtig und authentisch ist wie sein erster, der Álvaro und ihn zusammen gebracht hat. Auf 6oo Seiten entfaltet Dolores Redondo einen Roman, der nie langweilig wird, der seinen Spannungsborgen stets hält und einen Sog entwickelt, dem ich mich nicht mehr entziehen konnte. Sie entwirft ein umfangreiches Personentableau und entführt uns Leser*innen in den Landstrich Galicien, in der die katholische Kirche ebenso wie der Adel immer noch eine starke Rolle spielen. Sie nimmt ihre Leser*innen aber auch mit auf das Weingut von Álvaro und erzählt von der harten Arbeit der Weinbauern. Man kann dieses Buch als Familienroman lesen, ebensogut aber auch als Kriminalroman – immerhin wurde es auch für den CWA international Dagger Award nominiert. Fazit: Ein wirklich lesenswerter, spannender und atmosphärischer Unterhaltungsroman mit Niveau – wunderbar geeignet als Urlaubslektüre oder für ein opulentes Lesewochenende.

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Sommerwetter ist Lesewetter - am besten im Schatten, in der Hängematte mit einem dicken Schmöker, wie diesem hier. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Manuel, der aufgrund des tödlichen Unfalls seines Ehemanns Àlvaro, nach Galicien reist, um herauszufinden, was es mit diesem Unfall auf sich hat. Nach und nach deckt er die lang gehüteten Geheimnisse von Álvaros Familie auf und taucht in die tragische Geschichte dieser Adelsfamilie ein. Zunächst reagiert er mit Wut und Unverständnis, weil Àlvaro ihm so viel verschwiegen hat. Dann beginnt er jedoch langsam zu verstehen, dass Àlvaro aus Liebe zu ihm ein Doppelleben geführt hat. Das Dreiergespann, welches sich in Galicien inmitten von Weinbergen und wunderschöner Landschaft, auf die Suche nach der Wahrheit macht, besteht aus einem Pfarrer, einem Polizisten und Álvaros Mann Manuel. Die Autorin beschreibt die Charaktere der drei Männer sehr eindrücklich und gut und mir hat gefallen, dass die drei sehr unterschiedlichen Männer schließlich Freundschaft schließen und einander in einer schwierigen Zeit beistehen. Jeder von ihnen nimmt aus den gemeinsamen Erlebnissen etwas Essentielles für sich mit. Der Roman verbindet viele Elemente, die einen guten Schmöker für mich ausmachen: Eine spannende Familiengeschichte in einer schönen Landschaft mit interessanten Charakteren. Die 608 Seiten waren schnell gelesen und haben mich bestens unterhalten.

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Spanischer Kriminalroman

Von: mariederkrehm

30.06.2019

Álvaro Muniz de Davila stirbt bei einem Autounfall. Als sein Ehemann Manuel Ortigosa das erfährt, implodiert sein ganzes bisherigen Leben und alles, woran er bisher geglaubt hat. Manuel fährt nach Galicien, an den Unfallort, und erfährt dort, dass Álvaro jahrelang ein Doppelleben geführt hat. Als Erbe eines Grafentitels hat er die Geschäfte der Familie geführt - immer dann, wenn Manuel geglaubt hat, Álvaro sei dienstlich für seine Werbeagentur unterwegs. Schnell keimt der Verdacht auf, dass der Unfall gar keiner war, und Manuel muss sich bei seinen Nachforschungen gegen die gar nicht ehrenwerten gräflichen Verwandten in Position bringen. Die möchten erwartungsgemäß nichts mit ihm zu tun haben und begegnen ihm mit der ganzen Kälte ihrer über Jahrhunderte kultivierten Überheblichkeit. Hilfe bei den Ermittlungen erhält Manuel von einem abgehalfterten Ex-Polizisten und einem einheimischen Geistlichen. Wie er sich trotz aller Trauer und im Angesicht der Abgründe, die sich auftun, in die galizische Landschaft und ihre Einwohner verliebt und langsam wieder ins Leben findet, gehört zu den Stärken dieses Kriminalromans. Es gibt die Aufrechten und die Schurken, die Ehrlichen und die Sünder, die Gefallenen und die Geläuterten. Ein neuer Teilnehmer nach dem anderen übernimmt seine undurchsichtige Rolle in diesem bis zum Schluss nicht vorhersehbaren Fall. So bleibt die Geschichte spannend und abwechslungsreich bis zum Ende.

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Spanischer Kriminalroman

Von: mariederkrehm

19.06.2019

Álvaro Muniz de Davila stirbt bei einem Autounfall. Als sein Ehemann Manuel Ortigosa das erfährt, implodiert sein ganzes bisherigen Leben und alles, woran er bisher geglaubt hat. Manuel fährt nach Galicien, an den Unfallort, und erfährt dort, dass Álvaro jahrelang ein Doppelleben geführt hat. Als Erbe eines Grafentitels hat er die Geschäfte der Familie geführt - immer dann, wenn Manuel geglaubt hat, Álvaro sei dienstlich für seine Werbeagentur unterwegs. Schnell keimt der Verdacht auf, dass der Unfall gar keiner war, und Manuel muss sich bei seinen Nachforschungen gegen die gar nicht ehrenwerten gräflichen Verwandten in Position bringen. Die möchten erwartungsgemäß nichts mit ihm zu tun haben und begegnen ihm mit der ganzen Kälte ihrer über Jahrhunderte kultivierten Überheblichkeit. Hilfe bei den Ermittlungen erhält Manuel von einem abgehalfterten Ex-Polizisten und einem einheimischen Geistlichen. Wie er sich trotz aller Trauer und im Angesicht der Abgründe, die sich auftun, in die galizische Landschaft und ihre Einwohner verliebt und langsam wieder ins Leben findet, gehört zu den Stärken dieses Kriminalromans. Es gibt die Aufrechten und die Schurken, die Ehrlichen und die Sünder, die Gefallenen und die Geläuterten. Ein neuer Teilnehmer nach dem anderen übernimmt seine undurchsichtige Rolle in diesem bis zum Schluss nicht vorhersehbaren Fall. So bleibt die Geschichte spannend und abwechslungsreich bis zum Ende.

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Meine Meinung: Für mich war dies das erste Buch der spanischen Bestsellerautorin Dolores Redondo und mich hat sie damit derart überzeugt, dass ich zeitnah auch ihre Baztán-Trilogie lesen möchte, die bereits komplett ins Deutsche übersetzt wurde. Aber zurück zu diesem Werk, bei dem ich der Meinung bin, dass es nicht gänzlich ins Krimi/Thriller Genre passt, sondern man es vielmehr mit einem Roman zu tun bekommt, der einige Spannungsmomente bietet aber ohne Auftauchen typischer Thrillerelemente. Ich empfand die Spannung, obwohl sie gut durchdacht aufgebaut wird und in einer überraschenden Auflösung mündet, nicht als die größte Stärke, denn für mich liegt diese in der vielschichtigen Charakterzeichnung und insbesondere im Transport der verschiedenen Emotionen, die der Protagonist Manuel Ortigosa bei seinen Nachforschungen durchlebt. Der Autorin gelingt es nämlich nicht nur, ein sehr glaubhaftes Bild einer Familie zu zeichnen, die für ihr Ansehen sprichwörtlich über Leichen geht, so dass mir ist bei manchen Aussagen eiskalt wurde, sondern sie schafft es, mir die „gebrochene“ Gefühlswelt eines homosexuellen Mannes vorzustellen, dessen emotionalen Regungen und Handeln ich folglich als sehr glaubhaft und nicht überzeichnet empfand. Ihm beim Aufdecken eines zunächst undurchsichtigen Lügenkonstruktes, das er für sein wahres Leben gehalten hat, zu folgen, hat sich für mich zu einem fesselnden Lesevergnügen allererster Güte entwickelt und das auch ganz besonders in sprachlicher Hinsicht. Fazit: Wenn es auch nicht ganz ins zugeteilte Genre passt, hat es mich völlig mitreißen und auch handwerklich total begeistern können! HIGHLIGHT!

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Echo Redondo "Alles was ich dir geben will"

Horner Buchhandlung

Von: Blanke, Meike aus Bremen

15.05.2019

Ein gut geschriebener Spannungsroman mit viel Lokalkolorit und ungewöhnlichemPersonal.

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Der Schriftsteller Manuel Ortigosa erfährt, dass sein Mann bei einem Autounfall in Galicien ums Leben kam. Dabei dachte er, dass Álvaro sich auf Geschäftsreise in Barcelona befinden würde und bezweifelt erst einmal, dass es sich bei dem Unfallopfer um Álvaro handeln könnte. Er reist dennoch nach Galicien und stellt fest, dass der Tote wirklich sein Mann ist. Manuel ist tief verletzt und verstört, da er in Galicien erfährt, dass ihn sein Ehemann seit Jahren hintergangen hat. Zusammen mit dem eigensinnigen, pensionierten Kommissar Nogueira und einem mit Álvaro befreundeten Priester kommt Manuel dem Geheimnis von Álvaro und dessen Familie auf die Spur. Dieses Buch hat mich sehr neugierig gemacht, da es von Carlos Ruiz Zafon und von Isabelle Allende hochgelobt wird. Es stand wohl auch monatelang auf der Bestsellerliste in Spanien. Ich bin ja immer etwas skeptisch, doch dieses Buch der mir bisher unbekannten Autorin Dolores Rendodo hat mich positiv überrascht, sogar total begeistert. Die Autorin besitzt einen von der ersten Seite an fesselnden Erzählstil. Sie erzählt bild- und wortgewaltig. Dabei hat sie mit Manuel, Álvaro, dem Priester Lucas und Nogueira interessante, nicht ganz einfache Charaktere erschaffen. Manuel, der tief verletzt ist und dessen Leben komplett in Scherben liegt, springt über seinen Schatten und möchte erfahren, was genau passiert ist. Das mag die Familie von Álvaro überhaupt nicht. Auch alle weiteren Figuren sind lebendig und sehr interessant. Ganz langsam kommt Manuel hinter das Geheimnis von Álvaro und dessen Familie. Es offenbaren sich Abgründe. Nebenbei wird die wunderschöne Landschaft Galiciens mit ihren Weingütern beschrieben, so dass ich Lust bekommen habe, mir die Gegend etwas näher anzuschauen. Diesen Pageturner, der von unterschwelliger Spannung und starken Figuren lebt, kann ich nur empfehlen. Wer auf Familiengeheimnisse und ungewöhnliche Krimis steht, sollte das Buch unbedingt lesen. Ich werte dieses Buch als ein absolutes Highlight. Die Krimireihe dieser Autorin ist nun auch auf meiner Leseliste gelandet.

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