Leserstimmen zu
Möwenherz

Karen Bojsen

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Grins....Rückblick, Rückschau oder wie man es auch immer nennen will.... Tendenzen dazu habe ich auch und deshalb findet meine neue Sommerlektüre „Möwenherz“ von Karen Bojsen bestimmt so schnell einen Platz in meinem großen Herz. Das Cover mit maritimen Motiven ist ansprechend in pastelligen Farben und einer passenden Schrift gewählt. Der Klappentext macht neugierig und zack liege ich mit dem Buch in meinem neuen Teakholz-Deckchair und lasse mich in den Bann ziehen. Gemütlich im Windschatten lese ich Seite um Seite und fühle mich gut unterhalten. Die Protagonisten sind gut gewählt und liebevoll beschrieben, dadurch wirken sie besonders „echt“ und auch irgendwie „lebendig“. Ich liebe und leide wie immer mit, besonders da es auch noch um Musik und Heimatverbundenheit geht. Dafür habe ich einen stillen Faible, wie für Familiengeheimnisse, aber das wisst ihr ja schon längst, wenn ihr meine Rezensionen regelmäßig lest. Und Irrungen und Wirrungen sind auch in diesem Roman nicht zu knapp. Tot, Erbe, Stargeiger- Welt, Heimat – Jugendliebe, mal knapp auf den Punkt gebracht. Ich bin hin und her gerissen. Will wissen, für wen Ebba sich entscheidet. Zum Glück bekomme ich meine Antworten. Der Schreibstil der Autorin ist bildhaft, informativ und sehr, sehr spannend. Das Buch hat Tiefgang und ist doch zugleich eine leichte Sommerlektüre. Und es wirkt nach, soviel sei verraten. Denn nachdem ich es beendet habe, habe ich mich noch einige Zeit mit den Protagonisten gedanklich beschäftigt. Aber lest bitte selber, vielleicht geht es euch da auch so! Ein Sommer zwischen Himmel und Meer... Inhalt: Eigentlich will Ebba das Erbe ihrer Großmutter nicht antreten. Sie reist mit dem Stargeiger Jona Bennett um die Welt, wie soll dazu ein altes Kapitänshaus samt Museum passen? Doch unerwartet muss auch Jona sein rastloses Leben ändern, und so landen die beiden an der Nordseeküste statt in New York. Während Ebba versucht, vor einer alten Schuld davonzulaufen, stellt Jona das Museum auf den Kopf – und ihr Herz auf die Probe. Denn da ist auch noch Finn, Ebbas große Liebe aus Kindertagen, dem sie unverhofft in diesem langen Sommer am Meer wiederbegegnet … Die Autorin: Karen Bojsen ist das Pseudonym der Hamburger Autorin und DELIA-Preisträgerin Katrin Burseg. Sie studierte Literatur und Kunstgeschichte in Kiel und Rom, bevor sie als Journalistin arbeitete. Hamburg ist ihr Sehnsuchtsort, sie lebt mit ihrer Familie im Herzen der Stadt. Weitere Bücher: Liebe ist ein Haus mit vielen Zimmern, In einem anderen Licht, Das Königsmal, Der Sternengarten, Die Rebellin des Papstes, Der Moment uvw. Fazit: 5***** Der Roman „Möwenherz“ ist im DIANA Verlag erschienen. Das Taschenbuch hat 384 Seiten und kostet 9,99 Euro.

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Möwenherz ist mein erster Roman, den ich von der Autorin Karen Bojsen gelesen habe und ich bin begeistert von ihrem tollen bildhaften und flüssigen Schreibstil. Wir begleiten Ebba, die den Stargeiger Jona Bennett betreut und seine Termine und Veranstaltungen koordiniert und mit ihm um die ganze Welt reist. Doch Jona ist ausgebrannt, kann nicht mehr und schafft es nicht, in den Flieger nach New York zu steigen, wo sein nächster Auftritt auf ihn wartet. Da erreicht Ebba ein Anruf ihrer Mutter, die ihr mitteilt, dass ihre Oma gestorben ist und so reist sie kurzerhand zusammen mit Jona an die Nordseeküste. Ebba und Jona kommen sich allmählich näher und er ist zum einen ganz begeistert von Ebbas Erbe und dem außergewöhnlichen Museum, das zum Haus ihrer Oma dazugehört, und zum anderen scheint er endlich zur Ruhe zu kommen. Doch Ebba fühlt sich nicht allzu wohl und möchte am liebsten vor der Vergangenheit fliehen, als plötzlich Finn auftaucht - Ebbas große Liebe aus Kindertagen - und das Gefühlschaos ist perfekt. Und auch Finn hat so einiges aus der Vergangenheit, mit dem er in seiner Heimat seinen Frieden finden muss. Als Nebenstrang haben wir dann noch ein ganz wichtiges Thema, das die Autorin uns gerne näher bringen möchte, und zwar geht es um Wale. Sie gibt uns sehr informative Einblicke in das Leben der Wale und einen Rückblick in der Geschichte. Und all das geschickt eingeflochten in die eigentliche Story. Grundsätzlich hat mir der Roman gut gefallen, allerdings bin ich mit den Charakteren kaum warm geworden, mit Ausnahme von Finn. Jona ist mir persönlich ziemlich auf die Nerven gegangen, was aber denke ich seiner labilen Persönlichkeit geschuldet war und so gewollt ist, und Ebba hat einfach teilweise die Augen verschlossen vor den offensichtlichen Problemen: Das Jona psychologische Hilfe braucht und auch das Alkoholproblem, das sich durch wackeres Mittrinken leider auch nicht beheben läßt. Insgesamt aber ein schöner Roman, der mich aber nicht 100% überzeugen konnte.

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Eine tolle Geschichte mit Tiefgang, die zum Nachdenken anregt, aber auch unterhält. Die Autorin hat einen wundervollen Schreibstil. Leicht, flüssig und bildlich. Man konnte sich alles sehr gut vor Augen führen. Die Charaktere sind sehr sympathisch und wirken sehr lebendig, da jeder so seine Macken hat. Was ich persönlich sehr schön fand, dass man sich sehr gut in die Protagonisten reinversetzen kann, da die Autorin aus den Sichtweisen der drei Hauptcharaktere erzählt. Man bekommt daher viel mehr Hintergründe mit. Absolut toll. Zudem hat sie in ihrer wundervollen Geschichte, ein wirklich schlimmes Thema mit eingebracht, den Walfang, so wie die Müllkatastrophe im Meer. Welches sehr gut eingearbeitet ist und einen wirklich zum Nachdenken anregt. Mir fiel es sehr schwer das Buch zur Seite zu legen, da die Spannung sehr gut gehalten wird und man einfach in die Geschichte gezogen wird. Da ich eine klare Leseempfehlung aussprechen kann, vergebe ich auch sehr gerne 5 von 5 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

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Inhalt Eigentlich will Ebba das Erbe ihrer Großmutter nicht antreten. Sie reist mit dem Stargeiger Jona Bennett um die Welt, wie soll dazu ein altes Kapitänshaus samt Museum passen? Doch unerwartet muss auch Jona sein rastloses Leben ändern, und so landen die beiden an der Nordseeküste statt in New York. Während Ebba versucht, vor einer alten Schuld davonzulaufen, stellt Jona das Museum auf den Kopf – und ihr Herz auf die Probe. Denn da ist auch noch Finn, Ebbas große Liebe aus Kindertagen, dem sie unverhofft in diesem langen Sommer am Meer wiederbegegnet … (Quelle: Klappentext) Meine Meinung Zuerst möchte ich mich beim Bloggerportal und dem Diana Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken. Ebba hat mit ihrem Schützling Jona alle Hände voll zu tun – sie ist seine rechte Hand und für sein Wohlbefinden zuständig. Im Flieger muss er sein eigenes Klo haben, bestimmt Essenszutaten meidet er und er will diese eine Decke auf dem Flug haben. Es ist nicht einfach mit ihm, aber trotzdem liebt Ebba ihren Job. Bis sich Jona plötzlich verändert und sie sich fragt, warum es ihr nicht aufgefallen ist. Als dann auch noch ihre Großmutter verstirbt und sie in ihre alte Heimat zurückkehren muss, sich ihrer Vergangenheit stellen muss und nicht mehr weiter weiß, ist das Chaos perfekt… Mit Ebba bin ich nicht warm geworden, denn ihre Handlungen waren für mich oft ohne Sinn und Verstand. Hätte man sich darum ein wenig Gedanken gemacht, hätte man es anders machen / lösen können. Sie scheint ja ein netter Charakter zu sein, aber mich konnte sie nicht von sich überzeugen. Ihre Gefühle für Jona und für Finn konnte ich Ebba nicht abkaufen, weil ich sie bei ihr größtenteils nicht bemerkt habe. Sie mögen ihr zwar beide wichtig sein, aber die große Liebe trifft am ehesten auf Finn zu. Zumindest gegen Ende der Geschichte. Jona hat seine Geige und seinen Ruhm immer genossen, doch nun ist alles anders. Alles wird ihm zu viel und er bekommt es mit der Angst zu tun, sie müssen den Flieger verlassen und stranden in Amsterdam. Als Ebba schließlich in ihre Heimat zurück muss, kommt Jona gerne mit. Es lenkt ihn von seinen Problemen ab, aber lösen tun sie sich nicht. Er verletzt sich wissentlich an der Hand um nicht spielen zu müssen und schnell ist klar, das er viel größere Probleme hat als zu Beginn gedacht… Jona scheint ein netter Zeitgenosse zu sein, auch wenn er lieber in einem Museum rumschnüffelt, sich mit dem Hund anfreundet und mit Ebba rumbandelt als sich um seine ernsten Probleme zu kümmern. Finn arbeitet als Herzchirurg in München, doch in letzter Zeit hat er sich verändert, weswegen ihm eine Pause verschrieben wird. Er nutzt die Chance und will zu seiner Freundin nach Italien, doch auf der Strecke dreht er um und fährt stattdessen in seine alte Heimat. Die gestrandeten Wale haben ihn neugierig gemacht und er trifft vollkommen unerwartet seine alte Jugendliebe Ebba wieder, deren Freund ihr ein Dorn im Auge ist… Finn hat sich mit dem Vater zerstritten und auch die Beziehung zu Ebba hat noch ein paar tiefe Furchen, die nicht so einfach zu überwinden sind. Ihm haben es die Wale angetan und er ist an vorderster Front mit dabei, was zu seinem Charakter passt. Der Schreibstil ist schlich und einfach gehalten, sodass man die Geschichte ohne Verständnisschwierigkeiten lesen kann. Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht von Ebba, Jona und Finn, was einen Einblick in die jeweilige Gefühls- und Gedankenwelt gibt. Ich bin – vollkommen unerwartet – während des Lesens bis zum Ende des Buches nicht richtig in die Geschichte rein gekommen. Es ist zwar alles nett zu lesen, aber mich hat es in keinem Moment wirklich interessiert was passiert oder wie es mit den einzelnen Charakteren weitergeht. Was mich wirklich überrascht hat, denn bei „Im Herzen das Meer“ hatte ich diese Probleme überhaupt nicht. Die Geschichte hat mich sofort gepackt. Was mir am besten gefallen hat, war die Nebenstory rund um die Wale und der geschichtliche Hintergrund – auch wenn ich diesen schon größtenteils kannte. Ich bin Schleswig – Holsteinerin und bei mir wurde die Thematik in der Schule behandelt. Alles in allem leider völlig überraschend nicht mein Buch. 🌟🌟🌟 Sterne

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Starallüren, Wale und eine alte Liebe

Von: searchingformorebooks

15.06.2018

Möwenherz ist mein erster Roman den ich von der Autorin Karen Bojsen gelesen habe und ich bin begeistert von ihrem tollen bildhaften und flüssigen Schreibstil. Wir begleiten Ebba, die den Stargeiger Jona Bennett betreut und seine Termine und Veranstaltungen koordiniert und mit ihm um die ganze Welt reist. Doch Jona ist ausgebrannt kann nicht mehr und schafft es nicht in den Flieger nach New York zu steigen wo sein nächster Auftritt auf ihn wartet. Da erreicht Ebba ein Anruf ihrer Mutter , die ihr mitteilt, daß ihre Oma gestorben ist und so reist sie kurzerhand zusammen mit Jona an die Nordseeküste. Ebba und Jona kommen sich allmählich näher und er ist zum einen ganz begeistert von Ebbas Erbe und dem außergewöhnlichen Museum das zum Haus ihrer Oma dazugehört und zum anderen scheint er endlich zur Ruhe zu kommen. Doch Ebba fühlt sich nicht allzu wohl und möchte am liebsten vor der Vergangenheit fliehen, als plötzlich Finn auftaucht - Ebbas große Liebe aus Kindertagen - und das Gefühlschaos ist perfekt. Und auch Finn hat so einiges aus der Vergangenheit mit dem er in seiner Heimat seinen Frieden finden muß. Als Nebenstrang haben wir dann noch ein ganz wichtiges Thema das die Autorin uns gerne näher bringen möchte, und zwar geht es um Wale. Sie gibt uns sehr informative Einblicke in das Leben der Wale und einen Rückblick in der Geschichte. Und all das geschickt eingeflochten in die eigentliche Story. Grundsätzlich hat mir der Roman gut gefallen, allerdings bin ich mit den Charakteren kaum warm geworden, mit ausnahme von Finn. Jona ist mir persönlich ziemlich auf die Nerven gegangen, was aber denke ich seiner labilen Persönlichkeit geschuldet war und so gewollt ist, und Ebba hat einfach teilweise die Augen verschlossen vor den offensichtlichen Problemen: Das Jona Psychologische Hilfe braucht und auch das Alkoholproblem, das sich durch wackeres Mittrinken leider auch nicht beheben läßt. Insgesamt aber ein schöner Roman der mich aber nicht 100% überzeugen konnte.

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Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und lässt sich angenehm lesen. Die angegebenen Sichtwechsel zwischen Ebba, Finn und Jona fügen sich gut in den Aufbau des Romans ein und sorgen durch die gewählte Erzählperspektive für keinerlei Verwirrung. Die Handlung spielt hauptsächlich an der Nordsee, wo sich alle drei Hauptprotagonisten im Verlauf treffen. Jeder von ihnen hat seine eigene Last auf den Schultern, die gelöst werden will. Leider hatte ich mit den Charakteren ein bisschen Probleme, da ich mich nicht so gut in sie hineinversetzen konnte, auch wenn sie mir sehr sympathisch waren. Ebba verfolgt von ihren Schuldgefühlen der Vergangenheit, die sich ganz ihrem Beruf widmet und versucht den Geiger Jona zur Vernunft zu bekommen. Jona hingegen möchte dem Stress einfach nur entfliehen und zur Ruhe kommen, weigert sich aber darüber zu reden. Und dann wäre da noch Ebbas Jugendfreund Finn, der vor seiner eigenen Verunsicherung, Schuldgefühlen und Verpflichtungen flüchtet. Eigentlich dachte ich anhand des Klappentextes (Quelle Random House: Eigentlich will Ebba das Erbe ihrer Großmutter nicht antreten. Sie reist mit dem Stargeiger Jona Bennett um die Welt, wie soll dazu ein altes Kapitänshaus samt Museum passen? Doch unerwartet muss auch Jona sein rastloses Leben ändern, und so landen die beiden an der Nordseeküste statt in New York. Während Ebba versucht, vor einer alten Schuld davonzulaufen, stellt Jona das Museum auf den Kopf – und ihr Herz auf die Probe. Denn da ist auch noch Finn, Ebbas große Liebe aus Kindertagen, dem sie unverhofft in diesem langen Sommer am Meer wiederbegegnet …), dass es sich hier um eine komplizierte Liebesgeschichte handeln wird, die in schöner Sommeratmosphäre am Meer erzählt wird. Die Atmospähre war dazu total stimmig, die Liebesgeschichte habe ich allerdings ein wenig vermisst. Gefühle kamen zwar im Verlauf noch recht gegen Ende, brachten in mir dann aber auch keinen Funken mehr zum glühen. Stattdessen empfand ich große Traurigkeit gegenüber den Walen, die hier eine besondere und wichtige Rolle spielen. Zu lesen, dass diese armen Tiere, deren Leben sowieso bereits bedroht ist, gestrandet und gestorben sind war nicht so einfach und berührte mein Leserherz. "Möwenherz" hat ein wunderbar gestaltetes Cover, welches sowohl zur Handlung, aber auch zur Sommerstimmung passt. Es lädt dazu ein, es sich in der Hängematte oder im Strandkorb gemütlich zu machen und ein paar angenehme Lesestunden mit dem Buch zu verbringen. Genau dafür würde ich es auch empfehlen. Für ein paar angenehme Stunden im Sommer oder im entsprechenden Strandurlaub, jedoch nicht für die Erwartung großer gefühlvoller Liebesgeschichten.

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Ich hatte einen atmosphärischen Roman mit interessanten Figuren erwartet. Zum Teil wurden meine Erwartungen erfüllt, zum Teil übertroffen. Mir hat leider der Anfang der Geschichte nicht gefallen, in dem es um Luxusflüge, Champagner und einen Stargeiger ging, den Ebba betreut. Ebba und Jona ging es da offensichtlich ähnlich, denn sie brechen aus dem "schönen" aber stressigen Tourneealltag von Jona aus und erweisen Ebbas Oma die letzte Ehre. Jona, der ziemlich ausgebrannt ist, kann sich mit dem Heimatmuseum, das Ebba geerbt hat, wunderbar ablenken. Zusätzlich zu den beiden strandet auch Ebbas Jugendliebe Finn an der Küste und so steht wird die Vergangenheit wieder aufgerollt. Wie das letztendlich ausgeht, müsst Ihr natürlich selbst lesen. Ich muss ehrlich sagen, ich fand es ein wenig unglaubwürdig, dass die drei sich mehr oder weniger dort treffen. Jona kommt mit sich selbst nicht klar und muss plötzlich sein Leben ändern, Ebba erbt das Kapitänshaus und Finn kommt auch noch dazu. Mir war das alles zu konstruiert. Die Geschichte wird aus den Perspektiven von Ebba, Jona und Finn erzählt, was mir wiederum sehr gut gefallen hat. Ich mag Perspektivwechsel sehr, denn so bekommt man eine runde Sicht auf die Ereignisse und erfährt viel von den Gedanken und Gefühlen der einzelnen Figuren. Die Figuren an sich sind gut ausgearbeitet. Sie sind interessant und gut greifbar und jeder hat so seine Macke. Jona bekommt auf einmal Panikattacken und kann keine Bühne mehr betreten, Finn ist Herzchirug, aber kümmert sich nicht um seines und Ebba will vor ihrer Vergangenheit flüchten und deswegen das Erbe eigentlich nicht annehmen. Ein absolutes Plus bei der Geschichte ist dass die Autorin die Thematik des sich vermehrenden Walsterbens durch verschiedene Umwelteinflüsse. Bei ihrem vorherigen Roman "Im Herzen das Meer" ging es um Seepferdchen. Ich finde es großartig, dass die Autorin nicht einfach nur Chick-Lit schreibt, sondern wichtige Themen in ihre Geschichten einbringt. Fazit: Wer eine interessante, atmosphärische Frauengeschichte lesen möchte, ist hier genau richtig.

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Ein Urlaubsroman, der wunderbar unterhält.

Von: sommerlese

11.06.2018

Ebba sorgt für den reibungslosen Ablauf der Termine des Stargeigers Jona Bennett und reist mit ihm um die ganze Welt. Doch Jona ist irgendwie ausgebrannt und hat Probleme. Als Ebba vom Tod ihrer Großmutter erfährt, nimmt sie Jona einfach mit an die Nordseeküste. Sie zeigt ihm ihr Erbe, ein altes altes Kapitänshaus samt Museum. Jona findet Gefallen am Museum, während Ebba vor ihrer Vergangenheit zu fliehen versucht. Beide nähern sich an und als Finn auftaucht, Ebbas große Liebe aus Kindertagen, ist das Gefühlschaos komplett. Zitat zum Schlachten der Wale: "Die Farten ins Eis, die Strapazen, die gefährliche Jagd, die Unsicherheit, ob man je wieder nach Hause kommt." Seite 185 In diesem Roman geht es um einiges, um die Karriere, die Musik, die Liebe, die Heimat und die Natur. Mit all diesen Themen ist der Roman jedoch nicht überladen, wie man glauben könnte. Karen Bojsen verbindet mit ihrer unterhaltsamen Geschichte all das zu einem einzigen geschlossenen Ganzen, dem man gespannt folgt. Ebba und Stargeiger Jona brechen aus ihrer geplanten Tournée aus, um der Beerdigung von Ebbas Großmutter beizuwohnen. Das ist einerseits ein trauriger Abschied, doch irgendwie kommen beide an der Nordsee zur Ruhe. Der Stress der Tournée fällt langsam von ihnen ab, sie nehmen die Gezeiten wahr, entdecken die Langsamkeit zurück und fragen sich nach dem Sinn ihres Lebens. Dabei kommen sie sich auch näher, doch dann taucht Finn, die frühere Jugendliebe Ebbas auf. Die Liebesthematik ist eröffnet, aber Ebba muss sich in ihrer Heimat auch ihrer eigenen Vergangenheit stellen. Dort verstarb ihre Großmutter neben einem gestrandeten Wal, ist das ein Wink des Schicksals? Von hier aus gingen die Walfänger und auch Ebbas Großvater auf ihre weiten und gefährlichen Fangfahrten bis nach Spitzbergen. Es ist jedenfalls ein Zeichen für die Verbundenheit der Großmutter mit dem Meer. Und wieder ist dieser Roman von Karen Bojsen so ganz nach meinem Geschmack. Im letzten Buch ging es um die Seepferdchen, jetzt werden Wale, der Walfang der Friesen und das Wattenmeer zum Inhalt gemacht. Die informativen Einblicke in die Natur sind scheinbar das Markenzeichen dieser Autorin und damit hat sie mich auch auf eine besondere Reise mitgenommen. Mir ist es immer wichtig, wenn Romane sich nicht nur oberflächlich um Liebesdinge drehen oder Gefühle beschreiben. Es sollte schon noch ein wenig mehr Tiefgang durch andere Themen enthalten sein. Das ist hier der Fall, denn Karen Bojsen zeigt die friesische Walfangtradition, die Verknüpfung mit den holländischen Walfängern und wie heutzutage diese riesigen Meeressäuger an unseren Küsten stranden. An der Nordseeküste ist in den letzten Jahren eine dramatische Entwicklung von Walsterben zu beobachten. Die Ursachen sind in der zunehmenden Verschmutzung der Meere zu finden, die Tiere verhungern oder können ihre üblichen Wanderrouten nicht mehr genau orten. Nur mal zur Info: Ein 15 Tonnen schwerer Pottwal braucht täglich rund 450 Kilogramm fettreiche Nahrung in Form von Tintenfischen, Seeteufel, Kabeljau, Wittling und Seehase. Die gestrandeten Wale sind teilweise sogar verhungert und der Grund liegt in Fischnetzen, Plastikresten und Kunststoffmüll, die man in ihren Mägen gefunden hat. Dieser Roman hat durch den schönen, bildhaften und einnehmenden Schreibstil Karen Bojsens eine besondere Anziehungskraft auf mich ausgeübt. Die Figuren sind treffend und genau charakterisiert, sie wirken sehr lebendig und sympathisch. Dabei werden die Schwächen und Schwierigkeiten gut herausgearbeitet, die unterhaltende Seite kommt aber auch nicht zu kurz und die Einblicke in das Leben der Walfänger sorgen für besondere Eindrücke. Insgesamt konnte mich dieser Roman richtig mitreißen und auch die Nordseeatmosphäre hat mich gepackt. "Möwenherz" bringt besondere Einblicke in die Natur, schöne und nachdenklich machende. Wenn wir unsere Welt lieben, sollten wir die Meere schü

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