Leserstimmen zu
Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr

Walter Moers

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Cover Das Cover passt allgemein zu den Moers Büchern und hat eine Haptik, die etwas an Schuppen erinnert, das hat mir gut gefallen. Im Fokus steht der Nachtmahr Opal, der in der Geschichte eine große Rolle spielt. Protagonisten Dylia Insomnia ist eine Prinzessin mit einem großen Problem: Sie hat eine Krankheit, die sie nicht schlafen lässt. So lernen wir sie eher aufgedreht als müde kennen und diese Persönlichkeit lässt uns auch so schnell nicht los. Sie hat einen tollen Charakter, wie ich finde. Mit gutem Humor und einem großen Wortschatz gesegnet, liebt sie alles was mit Wörtern zu tun hat. Sie überlegt sich zum Beispiel sehr schwierige Wörter, die sie in ihren Tag integrieren möchte, das fand ich sehr spannend und toll gemacht. Für einen Menschen, der so wenig schläft hat sie einen ziemlichen Scharfsinn für bestimmte Dinge, die einem normalen Menschen wohl garnicht aufgefallen wären. Havarius Opal ist ein Nachtmahr, der Dylia heimsuchen möchte. Gemeinsam mit ihr unternimmt er dieses Abenteuer. Am Anfang fand ich ihn wahnsinnig unfreundlich, das legt sich aber während der Geschichte, da man sich einfach an seinen Charakter gewöhnt. Er ist immer wieder für Überraschungen gut und hat die Geschichte richtig gut aufgepeppt. Schreibstil Lange haben wir auf einen neuen Walter Moers gewartet und nun ist er endlich da. Mit seinem tollen Schreibstil schafft er es wieder den Leser zu verzaubern und schickt ihn diesmal auf eine sehr interessante Weiße durch das Menschliche Gehirn. Gespickt mit wunderschönen Bildern ist das Buch ein toller Hingucker, nicht nur für Bücherfans. Ich fand die Geschichte sehr spannend, es gibt immer wieder neue Dinge die man entdeckt und lernt, diese Reise war teils sehr verwirrend, aber dann auch wieder wunderschön. Mit viel Wortgewalt merkt man hier direkt: Das ist ein Moers. Er schafft es immer wieder sehr schwierige Wörter einfach in eine Geschichte zu integrieren und hier haben wir einige davon. Manchmal fand ich es etwas mühsam, diese Wörter zu lesen, das hielt sich aber in Grenzen, da diese Wörter auch noch in Regenbogenfarben geschrieben waren. Autor und Illustratorin Walter Moers ist der Schöpfer vieler erfolgreicher Welten und Charaktere. Seit fast 20 Jahren schreibt er fantastische Romane, die auf dem Kontinent Zamonien spielen. Dazu gehören unter anderem die internationalen Bestseller "Die 13 ½ Leben des Käpt`n Blaubär", "Die Stadt der Träumenden Bücher" und zuletzt "Das Labyrinth der Träumenden Bücher". "Prinzessin Insomnia" ist der siebte Zamonienroman. Lydia Rode lebt, malt und zeichnet in Berlin. Ihre Aquarelle für "Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr" sind ihre ersten veröffentlichten Illustrationen. Einzelbewertungen Schreibstil 5/5 Charaktere 5/5 Spannung 5/5 Ende 5/5 Cover 4/5 Fazit Ich habe mich unglaublich auf den neuen Moers gefreut und wurde wieder einmal nicht enttäuscht. Er hats einfach drauf, der gute Herr Moers

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Zahlreiche Illustrationen schmücken die Buchseiten – das erwarten wir Walter Moers-Leser. Anders als in den Vorgänger-Romanen sind die Zeichnungen nicht tiefschwarz-grau-weiß, sondern coloriert. Die Illustrationen stammen von Lydia Rode – auch das ist neu. Ein veilchenfarbene Lesebändchen wirkt so zart und fein wie die Geschichte selbst. Der obere Schnitt ist ebenfalls in Violett gehalten. Ein Schutzumschlag, passend zu den zamonischen Buchvorgängern gestaltet, schützt das Hardcover. Optisch rundherum fein. Autor und Illustratorin Bisher hat Walter Moers seine phantasiestarken, anagrammatischen Zamonienromane selbst illustriert. Doch diesmal lässt er der Protagonistin den Vortritt. Ja, so ist es: Prinzessin Dylia ist Lydia Rode – beweisen schon die Namen. Und die Geschichte über Schlaflosigkeit, einem Nachtmahr und einer Reise durch Lydias Gehirn wirken realer, als es einem, der selbst nicht gut schläft, lieb sein könnte. Lydia Rode ist – und das ist nun keine Geschichte – eine junge Frau, die an einer sehr seltenen Krankheit leidet. Lydia stammt aus Berlin. Seit ihrem siebzehnten Lebensjahr leidet sie an dem Fatigue- oder Erschöpfungssyndrom (kurz: CFS). Diese chronische Krankheit ist unheilbar und noch nicht ausreichend erforscht, erzählt Walter Moers in seinem Nachwort. Patienten, die an CFS leiden, weisen unterschiedlich starke Behinderungen auf, die einen normalen Alltag unmöglich machen. Die Romane von Walter Moers haben Lydia Rode von ihrer Krankheit abgelenkt. Dies schrieb sie ihm eines Tages. Ein Kontakt entstand, indem Walter Moers erkannte, dass Lydia nicht nur ein Faible für Zamonien besitzt, sondern auch eigenes Talent zum Zeichnen. Eine Idee entstand. Daraus wurde ein Gemeinschaftsprojekt und eine Geschichte, die sehr viel mehr ist, als ein Roman aus Zamonien. Zum Buch – Der Inhalt Erster Satz: Die Krankheit von Prinzessin Dylia war die seltenste von ganz Zamonien. Prinzessin Dylia leidet an akuter Schlaflosigkeit. Dann liegt sie tagelang wach, vor Erschöpfung ans Bett gefesselt, oder geistert durch das Schloss – Treppe rauf, Treppe runter. Während dieser langen schlaflosen Perioden erzählt sie Geschichten von seltsamen Wesen, die sie – vielleicht – aus Schlafmangel sieht, sie erfindet Wortspielereien und kleine, gemeine Spielchen. Dann taucht der Nachtmahr bei ihr auf, eine Verkörperung der Schlaflosigkeit. Dieser Nachtmahr und die zu Beginn in dem Kapitel beschriebenen Szene, erinnert an das gleichnamige Gemälde von Johann Heinrich Füssli von 1790. Der Nachtmahr auf dem Cover sieht zwar nicht so angsteinflößend aus, gewisse Ähnlichkeiten sind aber durchaus vorhanden. Das aber nur nebenbei. Der Nachtmahr, mit dem seltsamen Namen Opal, erzählt Dylia, dass er sie in den Wahnsinn und zum Suizid treiben will. Dies soll ihm gelingen, in dem er mit Prinzessin Dylia durch ihr Gehirn reist. Doch es wird schnell klar, Dylia in den Wahnsinn zu treiben wird kein leichtes Unterfangen. Außerdem scheint der Nachtmahr gar nicht das zu sein, was er vorgegeben hat. Und am Ende ist sowieso alles anders. Zum Buch – Die Kritik Die ersten Kapitel wirken wie von Dylia selbst erzählte Gute-Nacht-Geschichten. Erst im sechsten Kapitel taucht Opal auf. Dann wird die Geschichte zusammenhängender und ein roter Erinnerungs-Faden spannt sich, kreuz und quer durch Dylias / Lydias Gehirn, an dem sich die Prinzessin und der Nachtmahr von einer „neugeborenen Idee“ zur nächsten weiterhangeln und nicht selten festhalten müssen, um nicht in der Befragungssenke zu versinken, im Subconsciounellen Sumpf zu versumpfen oder in eine Zweifelspfütze zu stürzen. Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr sind ein schwatzhaftes, schlafloses Team, das gemeinsam Abenteuer besteht, die nur in Dylias Kopf stattfinden. Eine wortschöpfende, bunte Doppeldeutigkeit wie es sich für einen Zamonien-Roman gehört. Obwohl dieser Roman nur deshalb in Zamonien spielt, weil Dylias Schloss, irgendwo in Zamonien steht. Parallelen entdeckte ich zu »Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär« und der „schlechten Idee“, auch die vielen Gespräche erinnerten mich an einige Szenen aus dem Leben des Blaubären. Manchmal dachte ich beim Lesen an Dialoge aus »Wilde Reise durch die Nacht«, denn auch Dylia unternimmt eine wilde Reise durch die Nacht, wenn auch in sich selbst. Übrigens ließ sich Walter Moers für »Wilde Reise durch die Nacht«, auch von Bildern eines Künstlers inspirieren – Gustave Doré. Somit heißt der Protagonist bei »Wilde Reise durch die Nacht« nicht zufällig Gustave. Aber zurück zu unserer Prinzessin Dylia. Besonders zu Beginn fällt ein liebevoller, ja fürsorglicher Unterton auf, der dieser Geschichte mehr Bedeutung verleiht. Es ist ein Märchen. Wahrhaftig. Und wir wissen ja, das Märchen einen wahren Kern beinhalten und aus tatsächlichen Geschehnissen heraus entstanden sind. Fazit Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr ist ein Märchen mit angezogener Gedankenbremse von dem ich gerne mehr gelesen hätte. Die Geschichte ist sensibel und empathisch geschrieben, ideenreich und schön illustriert. Walter Moers bietet gewohnt einen wortgewandten und fein ausformulierten Schreibstil. Stellenweise ist die „Geschichte im Kopf“ etwas langatmig, aber das ist der Nachtmahr Schuld. 🙂 Rezension unter http://www.nicole-rensmann.de/2017/10/05/rezension-prinzessin-insomnia-der-alptraumfarbene-nachtmahr-von-walter-moers-knaus-verlag/

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Prinzessin Dylia Insomnia ist die schlafloseste Prinzessin von ganz Zarmonien. Sie hat eine Krankheit die sie nur wenig schlafen lässt oder sogar mehrere Tage hintereinander überhaupt nicht. Eines Nachts bekommt Dylia Besuch vom alptraumfarbene Nachtmahr, der sich ihr unter dem Namen Havarius Opal vorstellt. Er eröffnet ihr dass er sie von nun an in den Wahnsinn treiben möchte. Bevor es aber so weit ist macht Havarius, Dylia ein Angebot. Er will sie mit auf eine Reise nach Amygdala nehmen, der berüchtigten Stadt der Angst, in der das dunkle Herz der Nacht regiert. Natürlich nimmt Dylia dieses an und beide treten der abenteuerlichen Reise durch das träumende Gehirn entgegen. Wir tauchen hier in eine abenteuerliche, skurrile Welt ein, die mal ganz anders ist als gedacht. Ich habe mich in diese Geschichte einfach mal rein fallen lassen und hatte viel Spaß mit dieser unerwarteten und voller Wirrwarr und abenteuerlichen Reise. Der angenehme Schreibstil begleitet hier uns als Leser durch das gesamte Buch. Nur leider besitzt diese Story sehr viele Wortspiele, mit denen ich mich allerdings schwer getan habe. Da diese so skurril und verkorkst sind, wurde mein Lesefluss leider etwas gestoppt und das ein oder andere war sehr schwer zu lesen (entziffern) das man stoppen musste um es sich genauer zu betrachte. Dadurch wurde man etwas aus dem ganzen gerissen. Schade eigentlich, aber nur weil es mir so ging muss es euch nicht so gehen. Dylia Insomnia als Charakter selbst hat mir sehr gut gefallen. Sie ist im innerlichen Kind und obwohl sie diese Krankheit hat macht sie einfach das Beste daraus. Sie denkt sich immer neue Wörter aus (Wortspiel) und gibt ihrer Krankheit selbst ein verkorkstes, verdrehtes, eigenes Wort damit sich diese nicht mehr so schlimm anhört. Havarius Opal, der alptraumfarbene Nachtmahr selbst ist ein ziemlicher Griesgram finde ich, man weis nie genau woran man bei ihm ist. Ich meine damit man weis eben nie ob er jetzt wirklich lacht oder nur so tut. Aber auch er ist mir im Laufe der Geschichte ans Herz gewachsen. Die Idee an sich in einem träumenden Gehirn zu reisen, finde ich persönlich richtig klasse. Es war mal etwas anderes und auch sehr real dargestellt. Obwohl das Ganze mit dem Zarmonischen außergewöhnlichen gemischt wurde, wusste ich als Leser wo wir uns befinden und wie die Funktion dafür ist. Sehr gut gelungen. Dies muss sich jetzt wirklich sehr verwirrend anhören, aber es ist definitiv nicht leicht das alles so wieder zu geben wie ich es gelesen habe und dabei empfunden hab. Die Geschichte sollte jeder für sich entdecken und ich bin mir sehr sicher dass auch jeder dieses Buch einfach anders erleben wird. Von der Aufmachung des Buches gibt es nicht zu meckern. Es ist auf alle Fälle ein Blickfang und nicht nur äußerlich schön sonder auch im Inneren. Die Illustrationen sind dieses mal ja nicht von Herrn Moers selbst sondern von Lydia Rode. Der Pries ist absolut gerechtfertigt. Fazit: Ein wirklich skurriler und Zarmonischer Wirrwarr, inklusive einem tollen Schreibstil erwartet hier den Leser. Und wer auf wortspielereine steht ist hier definitiv richtig. Von mir gab es 4 von 5 Sternen.

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Inhalt Dylia, die Prinzessin eines der zamonischen Königreiche, leidet unter ausgeprägter Insomnie. Die Hofgelehrten haben schon alles probiert, doch Dylia kann teilweise bis zu drei Wochen nicht schlafen. Um sich in der schlaflosen Zeit nicht zu langweilen, denkt sie sich höchst ungewöhnliche Dinge aus - Wortschöpfungen, Erfindungen und andere Dinge. Eines Nachts, als sie mal wieder versucht Schlaf zu finden, taucht in ihrem Zimmer Opal, ein Nachtmahr auf. Er verkündet ihr, dass er den Rest ihres Lebens bei ihr bleibt, um sie in den Wahnsinn zu treiben. Vorher aber will er mit ihr eine Abenteuerreise in die Amygdala ihres Gehirns unternehmen. Da Dylia nichts Besseres zu tun hat, sagt sie zu. Und so reisen die Beiden quer durch Dylias Gehirn und erleben dabei die ungewöhnlichsten Abenteuer. Beurteilung Dies ist mein erster Roman von Walter Moers. Er wurde mir als Autor schon vielfach empfohlen und nach der Lektüre dieses Buches kann ich auch verstehen, weshalb. Zuerst zum Buch an sich: Das Buch ist ziemlich schwer und großformatig - man kann es schwer längere Zeit in einer Hand halten und ist somit in seiner Leseposition etwas eingeschränkt. Ansonsten ist das Buch sehr schön illustriert, immer passend zum aktuellen Text und auch in diesem selbst sind immer wieder spezielle "Schlüsselwörter" oder ganze Sätze farbig abgesetzt. Bei Prinzessin Insomnia handelt es sich um einen von mehreren Romanen, die in der Welt von Zamonien spielen, das Buch kann jedoch problemlos unabhängig von anderen Romanen gelesen werden. Ob es Anspielungen auf die anderen Geschichten gibt, kann ich nicht beurteilen, da ich diese nicht kenne, aber ich hatte keine Probleme, mich zurechtzufinden. Allerdings ist dieses Buch ganz sicher keine Lektüre für Kinder, auch wenn es von der Aufmachung und vom Titel her wohl den Eindruck macht. Ich kann mir nicht vorstellen, das Kinder oder jüngere Jugendliche dem Wortreichtum von Walter Moers, in dem er auch sehr viele Fremdworte verwendet, wirklich problemlos folgen können. Selbst ich fand es teilweise sehr anstrengend, auch wenn das Buch insgesamt toll ist - ich habe es mir schlussendlich in Häppchen von 50-70 Seiten täglich zu Gemüte geführt, mehr habe ich bei dieser Lektüre nach einem Vollzeit - Arbeitstag nicht mehr geschafft :-) Walter Moers beweist einen unglaublichen Wort- und Einfallsreichtum und vor allem sehr, sehr viel Fantasie. Ein solcher Schreibstil mit so großer sprachlicher Außergewöhnlichkeit ist mir wirklich noch nicht untergekommen. Man muss erstmal die Fähigkeit haben, so viele Wörter und auch noch deren Bedeutungen zu kreiieren. Und diese Beschreibungen der Wege durchs Gehirn! Darauf muss man kommen! Hier ziehe ich wirklich den Hut, ich werde wohl nie wieder an meinen Kopf ( oder den irgendeines anderen) denken können, ohne mir Zwielichtzwerge, Irrschatten, grüne Spinnen und Egozetten vorzustellen. Zu den Charakteren: Wir müssen hier beim Lesen mit Prinzessin Dylia und dem Nachtmahr Opal auskommen. Dialoge gibt es nur zwischen den Beiden, andere Personen spielen hier nicht mit. Das ist am Anfang etwas ungewöhnlich, aber man gewöhnt sich schnell daran. Ich muss gestehen, dass ich Opal immer lieber mochte und er jetzt, nachdem ich das Buch beendet habe, wahrscheinlich immer mein Lieblingsnachtmahr bleiben wird. Auch Dylia ist eine tolle Person - wie sie das beste aus ihrer Krankheit macht und alles immer positiv sieht, ist sehr bewunderswert. Ich empfehle übrigens dringend das Nachwort des Autors zur Entstehung des Buchs zu lesen - es gibt nämlich tatsächlich eine - sehr seltene - Krankheit, die ihn auf Umwegen zu diesem Buch inspiriert hat! Auch wenn es für mich ein sehr ungewöhnliches Lesevergnügen war, steht es doch außer Konkurrenz zu den "gewöhnlichen" Erzählromanen und wird mir - was wenigen Büchern gelingt - sehr nachhaltig im Gedächtnis bleiben. Ein Buch, über das man definitiv länger nachdenken wird. Trotzdem ein Lesespaß, der sicherlich auch den hartgesottensten Leser ab und an zum Schmunzeln bringen kann - 5 Rezisternchen für Prinzessin Insomnnia!

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Prinzessin Dylia leidet unter einer seltenen Krankheit. Sie kann manchmal tagelang nicht schlafen. Viele Ärzte haben versucht, ihr zu helfen, doch vergebens. Die Schlaflosigkeit führt dazu, dass Dylia sich - aufgrund eben genügend Zeit - nächtelang Gedanken über alles mögliche macht. Farben, Formen, Gefühle - nichts bleibt ungedacht. Ihr Gehirn ist ihr bester Freund, vor allem, wenn sie nachts durch das Schloss wandelt. Und so ist sie erst gar nicht überrascht, als plötzlich Harvarius Opal, ein Nachtmahr, vor ihr auftaucht und verkündet, dass er nun ab sofort bei ihr bleibt, um sie in den Wahnsinn zu treiben. Erst hält Dylia ihn für ein Hirngespinst und macht sich freudig mit ihm auf dem Weg nach Amygdala. Doch bald merkt sie, dass diese Reise in das Innerste ihres Gehirns gar nicht so freudig ist, wie gedacht. Lange mussten wir auf ein neues Buch von Walter Moers warten. Und so wie ich die Stimmen zu seinem aktuellen Roman mittlerweile deute, sind viele nicht so begeistert von seinem neuesten Werk. Ich muss zugeben, dass auch ich nach dem Lesen sehr zwiegespalten war und es mir auch jetzt sehr schwer fällt, diese Rezension zu schreiben, da ich meine Gefühle zu dem Buch nicht so recht zum Ausdruck bringen kann. Am Anfang war ich sogar wirklich versucht, das Buch zur Seite zu legen und ihm zu späterer Zeit nochmals eine Chance zu geben. Doch irgendetwas in mir weigerte sich, dies zu tun und so hielt ich durch. Zuerst möchte ich die Aufmachung des Buches ansprechen. Das Cover allein ist wunderschön anzusehen. Zu sehen ist der Nachtmahr Harvarius Opal in seinen schönsten Alptraumfarben. Wenn man sich das Buch von innen ansieht, dann finden sich dort wunderschöne Illustrationen der Zeichnerin Lydia Rode, die mit den Zamonien-Romanen und Walter Moers besonderes verbindet, was sich im Nachwort nachlesen lässt. Ich möchte dem nicht vorgreifen, aber es erklärt einiges über den etwas anderen Stil, der in der Geschichte eingeschlagen wird. Wir gehen nämlich diesmal nicht auf Reise durch Zamonien, sondern durch das Gehirn von Prinzessin Dylia. Und dort treffen wir - auch aufgrund der seltenen Krankheit, die Dylia im Griff hat - auf allerlei Kurioses. Seien es Zwielichtzwerge, Irrschatten, Hirnschnecken und Grillos. Ständig gibt es Neues zu entdecken. Und ständig locken neue Gefahren Dylia und ihren alptraumfarbenen Gefährten tiefer in das Gehirn. Die bunte Aufmachung - die Zeichnungen und manche Wörter sind in Pastellfarben gehalten - mutet etwas ungewohnt an. Doch auch hier gibt das Nachwort wieder Aufschluss. Dylia ist eine sehr gewöhnungsbedürftige junge Frau. Sie ist neugierig, vorlaut und sagt, was sie denkt. Zu Anfang war sie mir noch sehr sympathisch, da sie ja auch aufgrund der Krankheit ein großes Handicap zu tragen hat. Doch je näher ich sie kennenlernte, umso mehr musste ich meine Meinung über sie revidieren. Ihre teilweise wirren Gedanken haben mich manchmal in den Wahnsinn getrieben, doch bin ich nach Beendigung des Buches nicht mehr so sicher, ob diese Gedanken ihre eigenen waren oder ihr so von Havarius Opal eingepflanzt wurden. Da die Geschichte jedoch einen ernsten Hintergrund hat, seht man am Ende die Geschichte dann doch mit etwas anderen Augen und überdenkt manche Situation nochmals neu. Dies war bei mir auch so und so schlug die anfängliche Enttäuschung in Interesse um. Eine Reise durch ein Gehirn stelle ich mir sehr schwer vor. Die Recherche, die nötige Kenntnis des Weges und vor allem alles so hinzubiegen, dass es auch noch eine Geschichte ergibt. Ein komplexes Organ ergibt dann auch eine komplexe Geschichte. Walter Moers ist ein wahrer Wortspieler. Er jongliert so geschickt mit den einzelnen Buchstaben, dass sie daraus so manch wunderbarer Satz ergibt und letztendlich eine interessante Geschichte. Durch die Wortspielereien ergeben sich neue Kreationen und so werden aus Kopfschmerzen eben mal Schmopfkerzen und schon wird dem Wort der "böse" Kern genommen. Gerade dies zeigt aber auch, dass sich der Autor sehr, sehr viele Gedanken gemacht hat und auch mit viel Liebe zum Detail ans Werk ging. Abschließend kann ich sagen, dass ich nicht ganz unzufrieden aus der Geschichte heraus ging. Zwar war es anders, als gedacht und auch weniger als erwartet, aber gerade durch die "Andersartigkeit" dann doch wieder gut. Fazit: Ein Buch, auf das man sich einlassen muss.

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Pfauenworte

Von: wal.li

23.09.2017

Prinzessin Dylia aus Zamonien leidet an Schlaflosigkeit. Leiden will sie aber so wenig wie möglich, man leidet ja am ehesten dann, wenn man sich unterkriegen lässt. Dylia nennt sich der Einfachheit halber Prinzessin Insomnia und begibt sich in ihren Gedanken auf ungewohnte Pfade, auf denen sie die Schlaflosigkeit mit ihrer Phantasie ausfüllt und sich ablenkt. Doch eines Abends als sie mal wieder besonders schlaflos ist erscheint ihr der Nachtmahr Havarius Opal. Er verspricht ihr eine außergewöhnliche Reise in die Tiefen ihres Gehirn, die für sie allerdings im Wahnsinn enden wird. Dylias Forscherdrang ist groß, die Bedrohung, den Verstand zu verlieren, schreckt sie nicht genug, um auf das Abenteuer zu verzichten. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, denkt sie. Den Schlaf kann sie schließlich nicht mehr verlieren. Und so begibt sie sich mit dem Nachtmahr, der ihr bald nicht mehr so schrecklich vorkommt, auf den Weg. So wie ihre Regenbogenerfindungen, sind auch Teile ihres Gehirns. Schillernd und farbenfroh, doch auch mit Tücken und Fallstricken. Und dieser Nachtmahr scheint manchmal arg wenig im Köcher zu haben. Oder lügt er etwa? Und wann? Und wann spricht er die Wahrheit? Eine beeindruckende Persönlichkeit ist Prinzessin Dylia auf jeden Fall. Gäbe es sie in der wirklichen Welt, würde man sie bewundern. Mit nur wenig erholsamen Schlaf auszukommen fällt sicher schwer. Nichts scheint zu helfen, keine Wanderungen durch das Schloss, keine Duftkerzen, keine Massagen, keine langweiliges Geschwätz. Doch Dylia hat in ihrer Gedankenwelt Phantasiegebäude errichtet, die sie begehen kann; Wörter erdacht, die sie erinnert; Regenbogenerfindungen getätigt, die ihr Freude bereiten. Sie gibt sich nicht der Krankheit hin. Sie lässt sich nicht beherrschen, nicht schrecken. Mutig versucht sie das Beste aus ihrer Situation zu machen. Diese Reise durch Dylias Gehirn nimmt einen gefangen. In immer neue Tiefen begleitet man Dylia und Opal. Mal stürzt man ins Nichts und hofft, doch wieder aufgefangen zu werden. Dichte leuchtende Gedanken wechseln sich mit undurchdringlicher Leere. Und doch ist die Kraft der Gedanken immer da, die Zuversicht eine Lösung zu finden. So eine starke Persönlichkeit wie Dylia wäre man selbst gerne. Ein Mut machendes Buch in bester Zamonien-Tradition, das herausragend und phantasievoll illustriert ist von Lydia Rode. 4,5 Sterne

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Prinzessin Dylia Insomnia leidet an einer mysteriösen Krankheit, bei der ihr bisher keiner helfen konnte. Sie findet, manchmal tagelang am Stück, keinen Schlaf und wandelt in dieser Zeit als schlaflose Prinzessin durch das Schloss, in dem sie mit der königlichen Familie wohnt. Eines Tages bekommt die Prinzessin Besuch von einem ungewöhnlichen Zeitgenossen. Havarius Opal ist ein albtraumfarbener Nachtmahr, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Dylia in den Wahnsinn treiben zu wollen. Er lässt sich durch nichts von dieser Mission abbringen. Davor macht der Nachtmahr der Prinzessin allerdings noch ein verlockendes Angebot. Dylia soll ihn auf die abenteuerliche Reise nach Amygdala begleiten, der berüchtigten Stadt der Angst, in der das dunkle Herz der Nacht regiert. Nach kurzem Zögern willigt Dylia in die Reise ein. Nicht nur, weil sie eine unabdingbare Neugier überfällt, sondern, weil es bei diesem Abenteuer um ihren Verstand und um ihr Leben geht... Das war er also, der neue, schon sehr, sehr lange heiß ersehnte Roman von Walter Moers. Ein neues Abenteuer aus Zamonien, dem Planeten, der in den letzten Jahren so viele Fantasy-Fans begeistert hat. Ich war so gespannt auf "Prinzessin Insomnia und der albtraumfarbene Nachtmahr", dass ich schon fast die Tage im Kalender ausgestrichen habe. Und jetzt war es endlich soweit. Die Geschichte der Prinzessin ist so typisch Walter Moers, dass man jede Seite mit einem Lächeln umblättert. Nach Zamonien zurückzukehren, das war ein bisschen wie nach Hause kommen, nach einer viel zu langen Reise und endlich wieder die heimische Atmosphäre zu erleben, die man nur erleben kann, wenn man sich wirklich wohl fühlt. Trotzdem muss ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass Walter Moers' neues Werk wohl wirklich nur alteingesessenen Fans des Autoren zum verträumten Seufzen bringen wird. Allen anderen, die sich noch nicht mit dem Schreibstil Moers' auskennen, werden eine Geschichte lesen, die an manchen Stellen nicht richtig in Fahrt kommen will, und in der viele Dialoge vorkommen, die auf dem ersten Blick mit viel Belanglosem gefüllt sind. Bei Walter Moers allerdings steht so viel zwischen den Zeilen, dass man daraus eigentlich ein weiteres Buch schreiben könnte und es ist wichtig genau hinzusehen, denn es gibt dabei viel zu entdecken und herauszufinden. Auch wenn wir uns zweifellos in einer fantastischen Welt befinden, findet man in der Geschichte der Prinzessin jede Menge Verweise auf unsere heutige Gesellschaft. Als Nächstes sind dann natürlich die - mal wieder - absolut hinreißenden Figuren in Moers' neuem Roman zu erwähnen. Allein Dylias und Opals bissige und sarkastische Dialoge, die immer wieder einem Schlagabtausch gleichen, machen so viel Spaß, dass man immer mehr davon haben will. Aber vor allem Dylia ist so ein liebenswerter, intelligenter und vielschichtiger Charakter, dass man jedes ihrer Worte und Gedanken begierig aufsaugt. Zum Schluss muss ich dann wieder einmal applaudieren und respektvoll meinen Hut ziehen vor dieser unbändigen und alles umfassenden Fantasie dieses großartigen Autoren. Manchmal fragt man sich, wie Schriftsteller es schaffen ganze komplexe fantastische Welten zu erschaffen und nebenbei noch eine großartige Geschichte in ihnen spielen lassen. Bei Walter Moers fragt man sich das auch. Doch er schafft es überdies ebenfalls unglaubliche Geschichten zu erzählen und magische Orte entstehen zu lassen, ohne, dass seine Protagonisten den Raum verlassen. "Prinzessin Insomnia und der albtraumfarbene Nachtmahr" hat mich nach Hause, nach Zamonien, gebracht und mir sehr viel Spaß gemacht. Zudem lohnt sich hier ein genauerer Blick in die Anmerkungen des Autoren, die noch einmal einen ganz neuen Blick auf das Buch werfen lassen. Die Geschichte ist eine abenteuerliche und gewiss einzigartige Reise durch das träumende Gehirn und obwohl ich das Buch nicht unbedingt Walter Moers Neulingen empfehlen würde, hat sich das Warten für eine Alteingesessene, so wie mich, mehr als gelohnt.

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Prinzessin Dylia hätte eigentlich in ihrem Leben wenig zu klagen. Sie lebt mit ihren Eltern und Geschwistern in einem luxuriösen Palast und wird rund um die Uhr von Bediensteten mit allem versorgt, was ihr Herz begehrt. Wenn da aber nicht ihre seltene Krankheit wäre. Ihre Schlaflosigkeit. Und mit Schlaflosigkeit ist wirklich gemeint, dass sie wochenlang nicht schläft. Sie hat schon alle Mittelchen und Geheimtipps ausprobiert, aber nichts hat geholfen. Um sich die viele Zeit zu vertreiben wandelt sie nachts durch Schloss, denkt sich alle möglichen Erfindungen aus oder gibt sich Tagträumen hin. Eines Tages wird sie in ihren Tagträumen durch ein gemeines Wesen gestört, dass sich als Nachtmahr vorstellt und ihr verspricht sie in den Wahnsinn zu treiben. Zunächst ist Dylia davon überzeugt doch endlich eingeschlafen zu sein, aber das ist leider ein Irrtum. Dieser kleine, in allen Farben schillernde Gnom hat sich fest vorgenommen nie wieder zu gehen und sie um den Verstand zu bringen. Als Dylia sich nicht dazu bereit erklärt den schnellen Weg zu gehen und einfach aus dem Fenster zu springen, begeben sich die beiden zusammen auf eine abenteuerliche Reise durch Dylias Gehirn um zum Herzen der Nacht zu gelangen. Dabei begegnen ihnen verschiedene Gestalten, die Dylias verschiedenen Gehirnareale bevölkern, manche liebenswert und anderen sollte man besser aus dem Weg gehen. Angefangen bei den zierlichen, fröhlich tanzenden Zwielichtzwergen bis zu den unkontrolliert marschierenden Grillos. Manche kennt Dylia schon aus ihren Tagträumen, wie die Erinnerungsspinne, andere sind ihr völlig fremd, wie die Thalamiten. Generell scheint Dylias Gehirn, im Vergleich zu anderen, ein ganz besonderer Ort zu sein, an dem vieles in Größe und Farbe von der Norm abweicht. Fazit Wie erwartet war ich begeistert von dem Buch. Ein typischer Roman von Walter Moers, mit einer gewaltigen Wortwelt, die einem eine grandiose Anzahl an detaillierten Bildern in den Kopf pflanzt. Unterstützt wird das ganze durch die wunderbaren - ausnahmsweise bunten - Illustrationen von Lydia Rode. Immer wieder habe ich das Lesen unterbrochen um mir die kleinen Details der Seitengestaltung genauer anzusehen und habe es genossen. Bei diesem Autor lohnt es sich auch wirklich das Geld für die Hardcover-Ausgabe auszugeben, da auch die Gestaltung des Einbandes einfach sehenswert ist. Walter Moers schreibt wunderbare "Märchenbücher" für Erwachsene. Ich habe auch seine anderen Bücher alle verschlungen und bin traurig, dass es wieder eine ganze Weile dauern wird, bis ich neuen Lesestoff von diesem einmaligen Autoren und Künstler in die Hände bekomme. Eine Empfehlung für jeden Walter Moers-Fan. Allerdings würde ich jedem, der noch nichts von diesem Autor gelesen hat, lieber mit einem anderen Buch von ihm anzufangen, da die ersten Seiten doch sehr speziell sind und einen vielleicht ein wenig abschrecken können.

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