Leserstimmen zu
Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr

Walter Moers

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Prinzessin Dylia hat die seltenste Krankheit in ganz Zamonien, denn manchmal kann sie wochenlang nicht schlafen und sieht sich von den schlimmen Symptomen ihrer Krankheit geplagt. Eines Nachts wird sie von dem alptraumfarbenen Nachtmahr Havarius Opal heimgesucht, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Dylia in den Wahnsinn zu treiben. Vorher jedoch nimmt er Dylia mit auf eine kuriose Abenteuerreise durch eine vollkommen phantastische und faszinierende Welt: Dylias Gehirn. Eine abenteuerliche Reise voller Wendungen und Magie beginnt, die nicht nur für Dylia einige Überraschungen bereithält. EIN TYPISCHER MOERS - UND AUCH WIEDER NICHT Wenn man ein Buch von Walter Moers beginnt, erwartet man am allerbesten alles - und gar nichts zugleich. Klingt kurios? Zu kurios? Dann könnte es womöglich sein, dass ihr in Zamonien nicht so gut aufgehoben seid, denn in dieser phantastischen und schräg-schrulligen Welt ist nichts so, wie man es erwarten würde. So ist auch "Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr" ein typischer Moers-Roman - und auch wieder nicht. Anstelle der faszinierenden Weiten Zamoniens, erkundet der Leser in dieser Geschichte nämlich das Traumiversum, genauer gesagt Prinzessin Dylias Hirn und alles, was damit zusammenhängt. Dabei ist die Geschichte von gewohnt sprachlicher Genialität und von dem typisch feinen und gleichzeitig plumpen Humor, den ich so liebe und der Walter Moers Geschichten auszeichnet. Überzogene Dialoge, Situationskomik und lange Ausführungen über Sprache und Gedanken gehören da einfach dazu und machen die unbestimmte Magie des Buches aus. Gerade im Zusammenhang mit dem Nachwort des Autors erhält die Geschichte noch dazu einen besonderen Beigeschmack, der Prinzessin Insomnia und ihrem Nachtmahr das gewisse Etwas verleiht. Die Geschichte beginnt mit einer relativ langen Einführung in Prinzessin Dylias (Gedanken)Welt, einer Welt, in der Sprache und Gedanken (und Regenbogen!) eine tragende Rolle spielen, denn es sind die Dinge, die Dylia liebt. Ihrer Krankheit wegen ist sie ansonsten nämlich eher eingeschränkt und durch die ewige Einsamkeit der Nacht, die sie meist schlaflos verbringt, ist ihr Verstand nicht nur messerscharf, sondern noch dazu beinahe übersinnlich. Hier muss man tatsächlich einen etwas längeren Atem haben, denn die Gedanken der Prinzessin, gerade im Bezug auf die Sprache, werden sehr ausführlich beschrieben, wobei genau das später noch einmal bedeutsam wird. Neben der schlagfertigen und cleveren Dylia, gibt es da noch Havarius Opal, den gewitzten und schrägen Nachtmahr, der sich auf Dylia fixiert hat. Aus ihm wird man zunächst nicht allzu schlau, allerdings entwickeln sich seine Motive und seine Figur im Laufe des Romans und tatsächlich wächst einem nicht nur die schlaue Dylia, sondern auch der alptraumfarbene Gnom ziemlich ans Herz! VON ZWIELICHTZWERGEN, ZERGESSERN UND EINER SCHRÄG-SCHRULLIGEN WELT Plottechnisch verläuft der Roman ungewohnt geradlinig - die Reise durch Dylias Gehirn ist dabei eindeutig der handlungstechnische Höhepunkt. Moers zeichnet eine absolut schrullig-schräge Welt voller Faszination, Humor und Kreativität, die so bildhaft und sprachgewaltig ist, dass man beinahe glauben könnte, sie existiert tatsächlich so oder so ähnlich in jedem menschlichen Gehirn. Die vielen Metaphern die Moers für Krankheiten und Geisteszustände benutzt sind dabei geschickt in das Geschehen eingewebt und die ungewöhnlichen und skurrilen Lebensformen wunderbar beschrieben. Da gibt es zum Beispiel Egozetten, Zergesser, Ideenschmetterlinge und Zwielichtzwerge. Generell ist das Buch sprachlich einfach wundervoll und man beobachtet nur zu fasziniert dieses typische Spiel mit der Sprache. Das gleicht vor allen Dingen die sonst sehr ruhige Geschichte aus, die sich trotz einiger kleinerer Längen wunderbar flüssig lesen lässt. Abgerundet wird die Geschichte durch die wunderschönen farbigen Illustrationen von Lydia Rode, die die Handlung noch dreidimensionaler und faszinierender machen. Wie bereits erwähnt, erhält die Geschichte gerade durch das Nachwort noch einmal einen anderen Klang, da die Illustratorin Lydia Rode eine große Inspiration für Moers im Bezug auf die Prinzessin Dylia (hier habe ich mich allein über die Namensgebung der Prinzessin schon sehr gefreut!) und die Thematik der Krankheit ist. "Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr" ist eine wilde und abenteuerliche Reise durch die Welt der Gedanken und Träume und erzählt eine typisch-untypische Geschichte in moersscher Manier, die von sprachlicher und kreativer Genialität zeugt. Trotz kleinerer Längen kann ich die Geschichte nur jedem Moersfan (und denen, die es noch werden möchten!) ans Herz legen.

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Klappentext Eine traumhafte Liebesgeschichte und eine Reise durch das menschliche Gehirn als rasantes zamonisches Abenteuer. Prinzessin Dylia, die sich selbst „Prinzessin Insomnia“ nennt, ist die schlafloseste Prinzessin von ganz Zamonien. Eines Nachts erhält sie Besuch von einem alptraumfarbenen Nachtmahr. Havarius Opal, wie sich der ebenso beängstigende wie sympathische Gnom vorstellt, kündigt an, die Prinzessin in den Wahnsinn treiben zu wollen. Vorher nimmt er die Prinzessin aber noch mit auf eine abenteuerliche Reise durch die Welt des Denkens und Träumens, die für beide immer neue und überraschende Wendungen bereit hält, bis sie schließlich zum dunklen Herz der Nacht gelangen. Walter Moers erzählt dieses Märchen aus der zamonischen Spätromantik voller skurriler Charaktere mit der ihm eigenen Komik: spannend und anrührend zugleich. Inhalt Prinzessin Dylia leidet unter einer der seltensten Krankheiten von ganz Zamonien, die unter anderem auch eine extreme Form der Schlaflosigkeit als Symptom aufweist. Doch sie versucht das beste aus ihren einsamen Nächten zu machen und selbst unter den langweiligsten Bedingungen langweilt sie sich nicht. Denn Dylia, die sich selbst auch Prinzessin Insomnia nennt, liebt die Sprache. Sie erfindet Regenbogenworte, ordnet ihre Träume in alphabetischer Reihenfolge oder lernt neue Sprachen. Bis eines Nachts der Nachtmahr Opal auf ihrer Brust hockt und ihr erklärt, dass es von nun an sein Ziel sei sie in den Wahnsinn zu treiben. Dylia lässt sich jedoch nicht so einfach einschüchtern und so nimmt Opal sie mit auf eine Reise in ihr eigenes Gehirn, tief hinein bis zur Amygdala, dem Sitz der Angst. Doch bevor die beiden dort ankommen lernen sie jede Menge neuer Wesen wie die Geistergeister oder eine Gehirnspinnen kennen, müssen einige brenzlige Situationen überstehen und mit Zergesssern fertig werden. Und eine Frage bleibt: Wird es dem Nachtmahr tatsächlich gelingen die Prinzessin in die geistige Umnachtung zu treiben? Meine Meinung Lange, viel zu lange musste man auf ein neues Buch von Walter Moers warten und als dann endlich und tatsächlich ein definitives Erscheinungsdatum feststand gab es für mich kein Halten mehr! Meine Freude war riesig, ebenso meine Erwartungen. Zugegeben, die ersten Kapitel, in denen es sich ausschließlich um die Prinzessin und ihre Gedankenwelt geht, haben sich recht schleppend lesen lassen (in etwa vergleichbar mit einer unendlich langen mythenmetzchen Abschweifung) doch dann kam Havarius Opal, der Nachtmahr, und die Geschichte nimmt an Fahrt auf! Eine fantastische Szene reiht sich an die andere und ich bin von da an nur noch so durch die Seiten geflimmt. Walter Moers hat es wieder einmal geschafft, dass ich mich in seiner einzigartigen Schreibweise verloren habe. Dennoch, Prinzessin Insomnia bietet weniger Witzigkeit und weniger Moers typischen Humor als seine bisherigen Zamonien Bücher. Er kommt einem nachdenklicher und melancholischer vor, was aber auch am Hintergrund zu dieser Geschichte liegen mag. Moers beschreibt selbst im Nachwort, wie es zu diesem Buch kam und wieviel Realität dahinter steckt und es war das erste Mal, dass mich ein Nachwort zum weinen gebracht hat. Auch die Zeichnungen hat Walter Moers erstmalig nicht selbst angefertigt, sondern sind durch Lydia Rode, der wir dieses Buch mit zu verdanken haben, entstanden. Anfangs gewöhnungsbedürftig, aber je tiefer man in das Gehirn der Prinzessin eintaucht, desto besser passen die zarten Aquarelle in die Geschichte. Ich könnte ewig so weiter schreiben, mich nochmal in der Reise der beiden wunderbaren Protagonisten verlieren, aber abschließende Worte müssen dennoch sein: Ein untypischer Moers, aber ein echter Moers, den ich genauso geliebt habe, wie all seine Zamonien Romane davor! Definitiv weniger oberflächlich, aber bevor man sein Urteil fällt (und das ist traurigerweise bei einigen sehr negativ ausgefallen) bitte ich euch diesem Link http://www.zamonien.de/autor.php zu folgen und sich die Aussage von Walter Moers einmal komplett durchzulesen. Mich hat sie mehr als berührt. Fazit Wie ihr vielleicht merkt, an Walter Moers und seinen Geschichten hängt mein Herz. Er ist einer meiner liebsten Autoren, wenn nicht DER Autor überhaupt für mich. Ich kann wirklich nur jedem seine Bücher ans Herz legen, denn soviel Fantasie und Wortneuschöpfungen findet man selten. Auch dieses Buch hat es wieder geschafft, mich vollkommen in seinen Bann zu ziehen und zu verzaubern. Wer allerdings das erste Mal ein Buch von ihm lesen möchte empfehle ich mit “Die Stadt der träumenden Bücher“ zu beginnen. ♥ Vielen Dank an das Bloggerportal der Verlagsgruppe Randomhouse für das Rezensionsexemplar! ♥

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Wo es für andere hieß, es sei noch nicht aller Tage Abend, sagt Prinzessin Dylia: Es ist noch nicht aller Nächte Morgen. (Zitat, S. 35) Dylia ist rund um die Uhr wach und hält den Hofstaat samt Leibärzten auf Trab. Doch sie macht das beste aus ihrer Schlaflosigkeit, sie fantasiert im positiven Sinne, schöpft und erschafft. Selbst unter den langweiligsten Bedingungen langweilt sie sich nicht. Sie liebt die Sprache und übt sich im Übersetzen, d. h. sie ersetzt ein Wort oder einen Buchstaben durch andere. Oder sie ordnet ihre Träume, was so unmöglich ist wie ein „Hemd unter Wasser bügeln“. (Zitat S. 58) Eines Nachts, als sie gerade ihrer Gehirnmusik lauscht und sich ein Gedicht herbeiruft, passiert es. Ein Nachtmahr hockt auf ihr und nimmt ihr die Luft. Mir kam die Szene bekannt vor, Moers macht eine Hommage an die Albtraum-Gemälde des Malers Johann Heinrich Füssli (1741-1825). Füsslis Nachtmahr hockt wie bei ihm auf einer Frau, mal als Affe, mal mehr als kleiner Mann. Die Illustratorin Lydia Rode zeichnet eine Mischung aus beiden und erschafft den einzigartigen „Havarius Opal“. Der Gnom schildert der übernächtigten Prinzessin in sämtlichen Nuancen wie er sie in den folgenden Seiten in den Wahnsinn treiben wird. Wir, die süchtigen Moers-LeserInnen wissen aber bereits, dass jeder, ob Nachtmahr oder grusliger Opa Metus, sich an Prinzessin Dylia die Zähne ausbeißen wird (sofern vorhanden). Wir waren ja bereits auf den ersten fünfzig Seiten bei ihr zu Gast, tauchten in ihre fantastische Welt voller Gehirnmusik, zamonischer Wortschöpfungen, Träume von A bis Z ein, sodass wir fast mehr um den Nachtmahr bangen, als um die gewappnete Prinzessin. Ihr würde es selbst in Gefangenschaft nicht langweilig werden. Sie kann mit Lichtgeschwindigkeit auf einem Teppich aus gesponnenen Traumfäden durch das Universum reisen, dabei aber völlig entspannt im Lieblingssessel sitzen und mit abgespreiztem Finger perfekt temperierten grünen Tee aus einer hauchdünnenTasse aus florinthischem Porzellan schlürfen. (Zitat, S. 25) Und dann beginnt die abenteuerliche Reise in Dylias Gehirn. Walter Moers nimmt sich Zeit, entschleunigt das Lesen. Das ist Schreibkunst vom Feinsten. Für mich war es der erste „Moers“, welch Glück, dass ich jetzt noch so viele Bücher (ob Zamonien oder nicht) vor mir habe. Diesen Roman hat er zum ersten Mal nicht selbst illustriert, er entstand im Austausch mit Lydia Rode. Ihre zarten Aquarelle schillern durch den Text oder schlagen Purzelbäume zwischen den Zeilen. Im Nachwort schreibt er von der seltsamen Krankheit der Illustratorin, Dylia ist wohl nicht zufällig ein Palindrom.

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Walter Moers ist bekannt dafür, sich nicht allzusehr um ungeschriebene Gesetze des Buchmarkts zu kümmern. Er legt nicht bei Erfolg einen zweinte, dritten oder vierten Teil nach. Es kann auch schon mal vier Jahre und länger dauern - und selbst dan wird auf unbestimmte Zeit verschoben. Für dieses Buch hat er andere Projekte ruhen lassen. Warum er "Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr" geschrieben hat, sagt er selbst auf den letzten Seiten des Buches. Es ist ein ernsterer, melancholischerer Roman als die anderne Zamonien Bücher. Weniger Humor, mehr Tragik, weniger Leichtigkeit, mehr Schwermütigkeit. Der Leser begleitet die beiden Hauptpersonen, Dylia und Opal. Letzterer nimmt die Prinzessin mit auf eine Reise in ihr eigenes Gehirn. Die von Schlaflosigkeit geplagte junge Prinzessin weiß dabei, dass der Nachtmahr dies nur tut um sein erklärtes Ziel schneller zu erreichen: sie in den Wahnsinn zu treiben. Ich habe den Eindruck, dass dieser Roman ein reiferer, nachdenklicherer und melancholischerer Moers geschrieben hat. Es geht nicht um Wolpertinger, Schrecksen oder Lindwürmer, nicht um Buchhaim oder Eisenstadt, sondern um den kleinen Mikrokosmos von Dylias Leben, dass durch ihre Schlaflosigkeit oftmals ein insichgekehrtes ist. Sie schafft sich ihre eigenen Gedankenwelten und ihre eigenen Spiele, ist kreativ und verliert nicht den Mut. Der Nachtmahr entspricht aber auch seinem Wesen. Er hat kein Mitgefühl, keine Empathie und ist kein Freund. Er scheint ein Feind zu sein, dass wird auf der Reise nach Dylias Amygdala, de Zentrum der Furcht im menschlichen Gehirn, deutlich. Es ist der untypischste Zamoienroman, er ist untypisch für Moers und trotzdem ist er ganz Moers. Nur eben anders.

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