Leserstimmen zu
Neujahr

Juli Zeh

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Juli Zeh gelingt es in ihren Romanen immer wieder gesellschaftlich brisante Themen anzusprechen und spannend zu verpacken. Dieses Mal widmet sie sich den Themen Selbstüberforderung und Identität. Und wieder bin ich begeistert, mit welcher Meisterhaftigkeit ihr das gelingt. Hennig und Theresa verbringen ihren Urlaub über Silvester auf Lanzarote, es war Hennigs Wunsch zu verreisen. Das Buch beschreibt seine Fahrradtour am Neujahrsmorgen auf einen Berg in Lanzarote. Seine Gedanken über sein Leben prägen die Fahrt nach oben. Er führt das Leben eines ganz normalen Familienvaters mit zwei gesunden Kindern und seiner Frau Theresa. Einzig die Tatsache der Arbeitsteilung des Paars scheint ein wenig besonders an der Situation: "Sie teilen sich Kinder und Beruf. Das ist ihnen wichtig. Sie haben einiges auf sich genommen, um ihr Modell bei den Arbeitgebern durchzusetzen." Obschon sein Leben durchschnittlich scheint, leidet Hennig an Panikattacken, die er "ES" nennt. "ES" fällt ihn in allen möglichen Situationen an, wie ein wildes, unbezähmbares Tier und nimmt mit dieser Taktik einen großen Stellenwert in seinem Leben ein. Hennig ist emanzipiert, jedoch scheinbar völlig überfordert. Die Überforderung und die Panikattacken stehen in engem Zusammenhang, aber da ist scheinbar noch Etwas... Als Hennig oben auf dem Berg ankommt, entkräftet und völlig dehydriert, wird im klar, dass er hier bereits einmal war. Im zweiten Teil des Buches wird Hennig aufgrund von Kindheitserinnerungen mit einem bisher komplett verdrängten Trauma konfrontiert. Eine grausame Erfahrung musste er als kleiner Junge, hier oben auf dem Berg, durchleben. Juli Zeh thematisiert, wie sehr Begebenheiten aus der Kindheit unser Leben prägen. Hennigs Befreiung von diesem Trauma ist klar und nachvollziehbar beschrieben, ohne utopisch zu wirken und hat mich sehr berührt. Der neue Roman von Juli Zeh liest sich, insbesondere im zweiten Teil, wie ein Psychothriller und hat mich dennoch nachdenklich gemacht. Eine lesenswerte Mischung.

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Wir schreiben den 01.01.2018. Der junge Familienvater Henning befindet sich auf einer Radtour in den Bergen auf Lanzarote. Es war eine spontane Idee. Die sofortige Umsetzung seiner guten Vorsätze. Seine Frau Theresa und die beiden Kleinen bleiben zurück im Ferienhaus. Während seines persönlichen Zwiegesprächs auf dem steilen, steinigen Weges erfährt der Leser viel über Henning, sein Leben und seine Schwächen. Die Fassade, die ein Fremder beim Anblick auf Henning und seine Familie als perfekt beschreiben würde, bricht Stück für Stück zusammen. Doch dann erlangt unser Protagonist sein Ziel: Das kleine Bergdorf Femés. Erschöpft und dehydriert landet er schliesslich in dem Haus einer Deutschen - Lisa - und plötzlich, bei dem Rundgang durch das Haus keimen in Henning Erinnerungsfetzen hoch. Dies scheint unmöglich. Schliesslich ist dies doch sein erster Urlaub auf Lanzarote. Doch schliesslich wird er verschluckt von einem Schwall düsterer Erinnerungen, aus dem es kein Entrinnen gibt... Juli Zeh hat mich mit "Neujahr" völlig gepackt. Ich habe das Buch aufgeschlagen und es hat mich mit Henning in seinen Sog gezogen. Ein Roman, der wenig Schönes hat und dennoch sehr lesenswert ist.

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Ein Buch, das mich auch einen Tag nach dem Auslesen noch nachdenklich an das zurückdenken lässt, was Henning und seine Schwester Luna als Kleinkinder auf Lanzarote erlebten. Juli Zeh schrieb mit "Neujahr" wieder einen neuen Roman - komplett anders als "Unterleuten" - dieses Mal aufwühlend, spannend und rasch durchgelesen. Es ist der Erste Erste - Neujahrsmorgen. Henning hat endlich Zeit, im Familienurlaub sich alleine auf ein Rad zu schwingen und die Gegend Lanzarotes zu erkunden. Doch irgendwie kommt ihm genau ein Haus hoch oben in den Bergen bereits sehr bekannt vor. . Da das Buch bereits den 1.1. im Titel hat, ist es vielleicht auch ein passendes Mitbringsel zu einer Silvesterfeier oder  bereits ein passendes Weihnachtsgeschenk? Auf jeden Fall: Große Leseempfehlung! . #neujahr #julizeh #lanzarote #igreaders #readers #booknerd #bücher #bookstagram #empfehlenswert #makereadinggreatagain #makereadingsexyagain #booknerds #lesen #lesenswert #leseempfehlung #books #book #reading #lesenistabenteuerimkopf #lesenlesenlesen #igerssalzburg #igersaustria #igersalzburg #luchterhand

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Diese Rezension fällt mir schwer. Zum Einen, weil bei diesem Roman schnell zu viel erzählt ist und zum Anderen... Ich habe nach diesem Buch ein Kochbuch gelesen, ich hätte auch das Telefonbuch genommen, solange der Text unverfänglich und unbedrohlich ist. Die Beschäftigung mit Mehlmengen und der Anzahl der Eier pro Rezept hat mir geholfen, einige Szenen aus dem Roman zu verdrängen, die für mich an der Grenze zum Unerträglichen waren. Ich hatte schon immer ein zu gutes Vorstellungsvermögen, um Bücher aus den Bereichen Horror und blutiger Thriller zu lesen. Man kann darüber lachen, aber ich kann mich noch so richtig kindlich und kein bißchen erwachsen gruseln. Und brauche dann nachts als "Schutzschild gegen böse Geister" meine Hunde im Bett. Ich bin also genau die Leserin, die Juli Zeh sich gewünscht haben muss, die die Beklemmung und Panik der Protagonisten komplett mitlebt und erlebt. Zum Inhalt möchte ich nur wenig sagen. Ein junges Paar im Familienurlaub auf Lanzarote, ein Vater, der sich mit der ihm zugedachten Rolle überfordert fühlt, eine Radtour, um den Kopf frei zu bekommen und Zeit allein zu haben. Juli Zeh spielt. Wie die Katze mit der Maus. Und ich weiß jetzt, wie die Maus sich fühlen muss. Der Roman beginnt wie so viele Romane über junge Ehepaare, ein bißchen Stress, ein bißchen Streit, das Übliche, wenn die Paarbedürfnisse denen der Kinder weichen müssen und man nicht alles unter einen Hut bekommt. Und wenn der Leser sich gerade auf einen Roman über Paare im Familienstress eingestellt hat, dann, ja dann kommt der Prankenhieb, der einen quer durch den Raum an die Wand schießt. Und das ganz unangestrengt und leichtfüssig und weitestgehend unblutig. Der Roman ist recht kurz, aber im Gegensatz zu einigen anderen Stimmen glaube ich nicht, dass er länger und ausgearbeiteter besser geworden wäre. Es ist im Grunde nicht wichtig, was die Charaktere schlußendlich aus ihrer Situation machen. Wir sehen sie in einer Extremsituation, bekommen die Erklärung, wie es dazu kommt und werden dann nett vor die Tür begleitet. Und im Grunde reicht das völlig aus. Man braucht nicht seitenlanges Vorher und Nachher für diese Erzählung. Ich halte sie für eine Fingerübung, einen Könnensbeweis. Und eigentlich ist es schade, dass nicht mehr Schriftsteller sich das trauen, dass nicht mehr Kurzromane und Novellen erscheinen, denn diese Form ist in ihrer punktgenauen Verknappung ja hochinteressant und kann immens spannend sein. Von mir kommt eine definitive Leseempfehlung, auch wenn mir die Lektüre stellenweise sehr schwer gefallen ist. Das lag aber an der beschriebenen Situation, nie an der Umsetzung.

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„Er will ein Mann sein, den es zu lieben lohnt.“ Die mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnete Juli Zeh ist eine scharfsichtige, klardenkende, gesellschaftlich-politisch engagierte Schriftstellerin, die aktuell wie kaum eine andere Autorin der (deutschen) Gesellschaft einen pointierten Spiegel vorhält, ohne moralisch zu entlarven, sondern die Aufmerksamkeit einzufordern. Dabei gelingt es ihr in ihren Romanen, innerhalb der Geschichte einen Kosmos aufzubauen, wo das Geschehen jederzeit auf einen größeren, gesellschaftlichen Rahmen übertragen werden kann. In ihrem neusten, ausnahmsweise mal recht schmalen Buch erzählt sie die Geschichte von Hennig, Ehemann und Familienvater, der eigentlich alle Voraussetzungen erfüllt, um glücklich zu sein. Doch trotzdem leidet er an Unzufriedenheit und regelmäßig auftretenden Panikattacken. Als er über Silvester mit der Familie einen Urlaub auf Lanzarote, und an Neujahr alleine und schlecht ausgerüstet eine Radtour macht, muss er sich seinen Emotionen und seiner Vergangenheit stellen… In Neujahr befinden wir uns in dem fein ausgearbeiteten Mikrokosmos „Familie“ mit all seinen Facetten und Schwierigkeiten. Dabei gelingt der Autorin mit ihrer erzählenden Hauptfigur eine stimmige Illustration des modernen Mannes. Ein Mann, der versucht, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, der aufgrund des größeren Erfolgs seiner Frau beruflich etwas zurücktritt, einige Arbeitsbereiche in das Home Office verlagert und dafür mehr Bereiche in der Kinderbetreuung und dem Haushalt abdeckt. Ein Mann, der versucht, in allen Bereichen bestmögliche Ergebnisse zu erzielen, zwangsläufig an den eigenen Ansprüchen scheitert und sich selbst und die eigenen Bedürfnisse aus dem Blick verliert. Angststörungen, Schlaflosigkeit und Panikattacken sind ein mittlerweile akzeptierter Zustand, dem man sich erst stellt, als man alleine auf dem Rad das nächste zu hoch gesteckte Ziel erreichen möchte. Ein Zustand, den (mich eingeschlossen) viele Menschen kennen dürften. Hier vielleicht etwas überspitzt, nichtsdestotrotz jedoch treffend beschrieben, zeigt die Autorin einem auf, wie sich verschiedene Momente und Situationen, eigene Erwartungen und Fremdbestimmung zu einem allgemeinen Zustand des Unwohlseins und der inneren Leere führt. Da wirkt es fast schon erleichternd, dass hier plötzlich die Geschichte einen Zeitsprung macht und den Leser in die Kindheit und eine längst verdrängte Episode Hennigs versetzt. So intensiv und beklemmend dieser zweite Abschnitt in seinem Spiel mit den persönlichen Erinnerungen ist, so fesselnd, teils erschreckend empfand ich den ersten Teil, in welchem ich mich als (männlicher) Leser an vielen Stellen nicht nur in die Figur hineinversetzen, sondern mich an einigen Stellen selbst erkennen konnte. Genau hier liegt die Stärke dieses Buches, welches in seiner Erzählung einen solch intensiven Sog auslöst, dem man sich nur schwer entziehen kann. Ein außergewöhnlicher „Familienroman“, der die Spannung eines Psychothrillers zu erzeugen vermag und gleichzeitig gute Literatur ist. Chapeau! Neujahr erscheint als gebundene Originalausgabe mit Lesezeichenband bei Luchterhand (192 Seiten, €20,00). Auch in ihrem neuen Roman, eher schon einer Novelle, gelingt es der Autorin, mit scharfem Blick das Wirken frühkindlicher Erfahrungen zu beschreiben, die noch in der Gegenwart ihre nicht immer sofort erkennbaren Tentakel ausbreiten und einen eigentlich rundum erfolgreichen Menschen fest in ihren Klauen halten. Atmosphärisch sehr dicht und spannend erzählt, gelingt ihr hier eine nachdenklich stimmende Geschichte, bei der man jederzeit Ansätze bei sich selbst zu entdecken vermeint. Für mich definitiv eines der besten Bücher dieses Jahres und entsprechend eine eindeutige Leseempfehlung! Christian Funke

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Henning und Theresa verbringen die Weihnachtsfeiertage und Silvester mit den Kindern Jonas und Bibi auf Lanzarote. Einfach ausspannen, sich nicht zwischen Job und Familie zerreißen müssen, zwischen „Work-Life-Balance“, modernen Familienkonzepten mit arbeitenden Eltern und dennoch rundum versorgten glücklichen Kindern. Ein Leben, das Henning zunehmend einengt und bedrückt. Während er sich an Neujahr mit dem Fahrrad einen Berg hochkämpft, geht ihm all das durch den Kopf, er arbeitet sich durch sein Leben, bis er in der eigenen Kindheit ankommt und erkennt, dass seine Ängste vielleicht gar nicht aus der Gegenwart kommen. Denn er war schon einmal auf Lanzarote und was damals passierte, hat er bis zum heutigen Tag verdrängt. Bis ihn jetzt alles wieder einholt. Juli Zeh versteht es meisterhaft, kleinste Situationen zu analysieren und dem Leser quasi auf dem Silbertablett zu präsentieren, in diesem Fall den Mikrokosmos Familie, der zu zerbersten droht an den eigenen Ansprüchen und den gesellschaftlichen Erwartungen. Aber auch am Kindheitstrauma des Familienvaters, das lange verdrängt und unterdrückt immer irgendwo in ihm und seinem Verhalten schlummerte. Man muss Henning nicht mögen, um ihn verstehen zu können, um seinen Gedanken folgen zu können. Er ist nicht wirklich sympathisch, wie Juli Zeh ihn beschreibt, aber er trägt die Geschichte, reißt einen mit und seine Gedanken faszinieren einen von Anfang bis Ende. Das Tempo der Geschichte nimmt zu, je langsamer Henning den Berg herauffährt, die Steigung wird fast unmöglich zu bewältigen und sein Familienleben erscheint ihm genauso beängstigend wie der Berg. Erst oben löst sich für ihn alles auf, die körperliche Belastung ebenso wie die psychische, indem sich seine Erinnerung Stück für Stück in den Vordergrund drängt. Jetzt bekommt er die Chance, das eigene Familienglück neu zu leben und doch noch das glückliche Familienleben zu führen, das eine dunkle Stimme in seinem Inneren ihm zu verwehren schien. Es ist ein schmales Buch, das Juli Zeh mit „Neujahr“ geschaffen hat, verglichen mit ihrem großartigen Roman „Unterleuten“ wirkt es wie ein dünnes Wochenblatt. Doch auf diese wenigen Seiten packt die Autorin genauso viel Emotion, Handlung und psychologische Beobachtung, wie auf all die Seiten in „Unterleuten“. Ihr neuester Roman „Neujahr“ ist ein äußerst gelungenes Stück Gegenwartsliteratur, ein Buch, das einen packt und nicht loslässt. Wieder einmal ist Juli Zeh ein wirklich großartiger Roman gelungen.

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Henning und Theresa verbringen die Weihnachtsfeiertage und Silvester mit den Kindern Jonas und Bibi auf Lanzarote. Einfach ausspannen, sich nicht zwischen Job und Familie zerreißen müssen, zwischen „Work-Life-Balance“, modernen Familienkonzepten mit arbeitenden Eltern und dennoch rundum versorgten glücklichen Kindern. Ein Leben, das Henning zunehmend einengt und bedrückt. Während er sich an Neujahr mit dem Fahrrad einen Berg hochkämpft, geht ihm all das durch den Kopf, er arbeitet sich durch sein Leben, bis er in der eigenen Kindheit ankommt und erkennt, dass seine Ängste vielleicht gar nicht aus der Gegenwart kommen. Denn er war schon einmal auf Lanzarote und was damals passierte, hat er bis zum heutigen Tag verdrängt. Bis ihn jetzt alles wieder einholt. Juli Zeh versteht es meisterhaft, kleinste Situationen zu analysieren und dem Leser quasi auf dem Silbertablett zu präsentieren, in diesem Fall den Mikrokosmos Familie, der zu zerbersten droht an den eigenen Ansprüchen und den gesellschaftlichen Erwartungen. Aber auch am Kindheitstrauma des Familienvaters, das lange verdrängt und unterdrückt immer irgendwo in ihm und seinem Verhalten schlummerte. Man muss Henning nicht mögen, um ihn verstehen zu können, um seinen Gedanken folgen zu können. Er ist nicht wirklich sympathisch, wie Juli Zeh ihn beschreibt, aber er trägt die Geschichte, reißt einen mit und seine Gedanken faszinieren einen von Anfang bis Ende. Das Tempo der Geschichte nimmt zu, je langsamer Henning den Berg herauffährt, die Steigung wird fast unmöglich zu bewältigen und sein Familienleben erscheint ihm genauso beängstigend wie der Berg. Erst oben löst sich für ihn alles auf, die körperliche Belastung ebenso wie die psychische, indem sich seine Erinnerung Stück für Stück in den Vordergrund drängt. Jetzt bekommt er die Chance, das eigene Familienglück neu zu leben und doch noch das glückliche Familienleben zu führen, das eine dunkle Stimme in seinem Inneren ihm zu verwehren schien. Es ist ein schmales Buch, das Juli Zeh mit „Neujahr“ geschaffen hat, verglichen mit ihrem großartigen Roman „Unterleuten“ wirkt es wie ein dünnes Wochenblatt. Doch auf diese wenigen Seiten packt die Autorin genauso viel Emotion, Handlung und psychologische Beobachtung, wie auf all die Seiten in „Unterleuten“. Ihr neuester Roman „Neujahr“ ist ein äußerst gelungenes Stück Gegenwartsliteratur, ein Buch, das einen packt und nicht loslässt. Wieder einmal ist Juli Zeh ein wirklich großartiger Roman gelungen.

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Schon immer wollte ich ein Buch der Autorin lesen und da mich der Klappentext enorm ansprach, begann ich mit der Lektüre und wurde förmlich in das Buch hineingesogen. In der Geschichte geht es um Henning, glücklich verheiratet und Vater zweier Kinder. Doch er ist vom Leben überfordert und Panikattacken quälen ihn. Ein Urlaub auf Lanzarote soll ihm Erholung bringen, doch dort quälen ihn Erinnerungen, die er nicht so recht einordnen kann. Ist es möglich, dass er als Kind schon mal auf der Insel war und damals Schlimmes passiert ist? Aber was? Ein beobachtender Erzähler bringt uns Henning und seine Familie näher, die so tickt wie du und ich. Das Leben mit Kindern ist nicht leicht, was hier sehr realistisch und zugleich natürlich beschrieben wird. Es ist nicht alles eitel Sonnenschein und längst vieles nicht mehr wie in der eigenen Kindheit. Sehr bildhaft beschreibt Frau Zeh einzelne Szenen und fast hat man das Gefühl selbst der Akteur in der Geschichte zu sein. Henning steht im Mittelpunkt der Handlung. Man kann sich gut in ihn hineinversetzen, mit ihm fühlen und hat vollstes Verständnis für seine Überforderung. Gerade bei seinen Gefühlen nur noch zu funktionieren und wie seine Ehe abläuft, fühlte ich mich direkt angesprochen. Die Handlung hat mich so sehr mitgenommen, dass ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen und das Geschriebene innerhalb eines Tages regelrecht weggesuchtet habe. Gerade als es um die Kinder ging, war ich hin und weg und las wahrscheinlich ausschließlich mit offenem Mund. Fazit: Tief bewegend und emotional, eine Geschichte, die bei mir noch lange nachwirken wird, da sie mich doch sehr nachdenklich gestimmt hat. Gern spreche ich eine Leseempfehlung aus.

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