Leserstimmen zu
Die Altruisten

Andrew Ridker

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Überraschungserfolg?

Von: winnipeg

29.09.2019

Ich war sehr gespannt auf das angekündigte Sensationsdebüt aus den USA und fand auch das zentrale Thema des Buches spannend: unterschiedliche Familienmitglieder und ihr Umgang mit Geld. Wohl jeder kennt in seinem Freundes-und Bekanntenkreis Familien, in denen der Streit ums Geld zu Zerwürfnissen oder Entfremdung geführt hat. Dieses Buch wird alle begeistern, die Freude an pointierter Sprache und treffenden Metaphern haben, das hat mich bei der Lektüre des Buches wirklich angesprochen, dennoch ist der Funke bei mir nicht übergesprungen.

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Die nicht so typische Mittelschicht

Von: MathiasH

28.09.2019

Der Roman handelt von einer amerikanischen Mittelschichtfamilie, die so gar nicht der Durchschnittsfamilie entspricht. Der 65 Jahre alte Vater verlor vor zwei Jahren seine Ehefrau, die die an Krebs starb. Er selbst ist als Dozent an der Universität und als Ingenieur grandios gescheitert. Mit seinem schmalen Einkommen kann er die Hypotheken für sein Haus kaum noch bedienen, weshalb er seine Kinder, Ethan und Maggie, um Hilfe bittet, da diese das Vermögen der Mutter geerbt haben. Aber das Verhältnis zu seinen Kindern ist alles andere gut. Einerseits kommt er mit der Homosexualität seines Sohnes nicht zurecht. Andererseits nimmt ihm seine Tochter übel, dass er ihre Mutter immer wieder betrogen hat. Was der Vater nicht weiß, ist, dass es seinen Kindern auch nicht besonders gut geht und sie allerlei Sorgen haben. Tatsächlich ist jedes Mitglied der Familie auf die eine oder andere Art und Weise in seinem Leben gescheitert. Der Autor bringt das auf eine tragisch-komische Art zum Ausdruck. Dabei holt er teilweise so weit aus, dass es häufig recht langatmig wird. Auch wenn die Familie im Verlauf wieder ein wenig zusammenrückt, bleibt der Autor in gewisser Weise eine Antwort darauf schuldig, wie sich die Familie aus dieser Krise wieder befreien könnte. Stattdessen bleibt er an dieser Stelle ein wenig oberflächlich und vage. Ein interessanter Roman mit gesellschaftskritischen Zügen, dem zum Schluss leider ein bisschen die Luft ausgeht.

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Großartig geschrieben

Von: Bkwrm

28.09.2019

Die Geschwister Ethan und Maggie werden einige Zeit nach dem Tod ihrer Mutter von ihrem Vater nach Hause eingeladen. Alle drei haben in der letzten Zeit mit ihren eigenen gewöhnlichen und ungewöhnlichen Problemen gekämpft. Den Schreibstil des Buches hab ich einfach als genial empfunden. Ich musste häufig schmunzeln und wollte die ganze Zeit über gerne wissen wie es weitergeht. Die Charaktere sind alle etwas wunderlich, aber dadurch umso sympathischer. Eine klare Empfehlung!

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Keine Sensation, aber ein netter Roman

Von: Sonja Haanraads

26.09.2019

Der Roman „Die Altruisten‟ von Andrew Ridker wird als „Sensationsdebüt aus den USA‟ gefeiert – weshalb ich ihn natürlich unbedingt lesen wollte. Doch war es nun die erwartete Sensation? Zentrale Themen sind unterschiedliche Einstellungen zu Finanzen (selten ein Buch gelesen, in dem es so viel ums Geld geht), verschiedene moralische Konzepte (die aber bei aller Moral und dem Wunsch, gut zu sein, doch immer um sich selbst kreisen) und ganz allgemein die Überlegung, was man mit seinem Leben anfangen soll in unserer heutigen komplexen Welt – alles erzählt am Beispiel der Familie Alter, in der ausnahmslos jedes Familienmitglied irgendwie psychisch gestört ist. Ausgangspunkt der Handlung ist ein Wochenende, zu dem Vater Arthur seine mittlerweile erwachsenen Kinder Maggie und Ethan einlädt, um sie zu überzeugen, das nach dem Tod ihrer Mutter geerbte Geld in die Rettung des Familienanwesens zu investieren – von da aus erzählt der Roman in munteren Zeitsprüngen aus dem Leben der Familienmitglieder. So kann man dem selbstgefälligen Arthur, dem depressiven homosexuellen Ethan und der hilfssüchtigen Maggie auf dem Weg zu ihrer jeweiligen Persönlichkeit folgen. Und da ist auch schon der Grund, warum der Roman es bei mir nicht zur Sensation schafft: Andrew Ridker erzählt flüssig, nachvollziehbar und humorvoll; ich habe das Buch innerhalb von zwei Wochen abends gelesen und hatte nie das Bedürfnis, es wegzulegen und den Rest nicht mehr zu erfahren. Gleichzeitig hatte ich aber auch nie das Bedürfnis, das Licht länger anzulassen, tagsüber eine Lesepause zu schaffen, durchzulesen – die Protagonisten sind nicht in meinem Leben angekommen. Zu viel war zwar für sich genommen durchaus glaubwürdig erzählt (wie z.B. Maggies Zwang, anderen selbst dann zu helfen, wenn sie von ihnen dafür Misshandlungen einsteckt oder auch Ethans Versuch, Begegnungen mit anderen Menschen generell zu vermeiden), aber eben: zu viel. Mir fehlte das „Normale‟, das mir zur Identifikation gereicht hätte, der Protagonist, dessen psychische Probleme bekannt klein sind. Und vielleicht auch die Entwicklung, die nicht nur den anderen als Begründung hat, sondern miteinander ⁄ ineinander verschränkt stattfindet. So kann ich für mich leider trotz des gefälligen Schreibstils nicht von dem angekündigten „aufregenden Gesellschaftsroman‟ sprechen; er hat mich nicht in Aufregung versetzt – zu klar waren die Entwicklungen, zu weit weg das Leben der Handelnden. Trotzdem war es nicht schade, ihn zu lesen: Wenn man die Erwartungen nicht zu hoch setzt, wird man nebenbei gut unterhalten – und über die App, mittels derer man seinen Partner auf Basis der jeweiligen Persönlichkeitsstörung suchen kann, habe ich wirklich noch lange nachgedacht und gelacht ….

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Die Alters sind eine ausgesprochen spezielle Familie. Wie schon ihr Name andeutet, "alter" aus dem Lateinischen, wollen sie für andere da sein, was sie jedoch immer wieder ins vollständige Chaos führt. Nach dem Tod von Mutter Francine verschuldet sich Arthur und erkennt nicht, dass seine Karriere vorbei ist und dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis sein College ihn entlässt. Sein Sohn Ethan hatte nach dem Studium die große Karriere gestartet, fand seinen Job jedoch bald schon bedeutungslos und langweilig und hat ihn deshalb einfach hingeschmissen. Tochter Maggie hatte hohe Ambitionen, aber ihre Arbeit bei einer non-profit Organisation führt sie beinahe in den Hungerstod. Als Arthur zu einem Familientreffen einlädt um das Familienheim zu retten, sind sich Maggie und Ethan nicht sicher, ob sie überhaupt nach Hause fahren wollen und vor dem Hintergrund ihrer Vergangenheit kann auch dieses Treffen nur in einer Katastrophe enden. Andrew Ridkers Debutroman ist eine Tour de Force durch die Familiengeschichte, die in einem herrlichen Ton erzählt wird, aus dem der typisch jüdische Humor nur so herausspießt. Die Figuren leiden unter ihren Unzulänglichkeiten, werden vom Autor jedoch liebevoll gezeichnet und nie vorgeführt. Er betrachtet sie mit einem großzügigen Lächeln, wissend, dass sie nicht wirklich aus ihrer Haut herauskönnen. Stereotypen werden maßvoll dosiert, so dass man sehr viel Spaß dabei hat, diese aufzudecken und zu entlarven, begonnen beim Namen und endend mit dem Geld, dem schnöden Mammon, der den entscheidenden Motor für ihr Handeln darstellt. Vor allem die Figuren sind es, die den Roman ausmachen. Einerseits versuchen sie ein bedeutsames und sinnvolles Leben zu führen, in dem andre unterstützen und deren Bedürfnisse über ihre eigenen stellen, gleichzeitig führt dies aber auch zum sozialen Rückzug der drei und am Ende drehen sie sich nur noch um sich selbst. Dies scheint mir der zentrale Punkt des Romans zu sein: wie schafft man es, die Welt ein bisschen besser zu machen und unserem Dasein einen Sinn zu verleihen? Die Karriere scheint nicht die Lösung zu sein, aber die völlige Ablehnung selbiger ebenso wenig. Genau wie die Alters muss auch der Leser seine eigene Antwort auf die Frage finden, was ihn oder sie glücklich macht und wie man die Zeit auf Erden sinnvoll nutzt.

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Die Altruisten von Andrew Ridker

Von: Deniz

24.09.2019

Es erzählt die Geschichte von einer Familie, die anders nicht sein könnte. Jeder trägt seine Last. Nach dem Tod der Mutter bricht die Familie auseinander. Nach zwei Jahren lädt der Vater die Kinder nach Hause ein. Aber was führt er im Schilde? Vermisst er seine Kinder? Es ist ein sehr schönes Buch aber nicht für jedermann. Man muss Geduld bringen. Sehr passend zu dieser Jahreszeit wo man mit einer Tasse Tee unter der Decke sein Roman liest.

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Die 'Altruisten' lässt den Leser teilhaben an einer komplizierten Familien-Konstellation. Von der ersten Seite an hat man das Gefühl, die Protagonisten sehr gut zu kennen, man möchte regelrecht mit ihnen in einem gemütlichen Kaffee sitzen & über die großen und kleinen Herausforderungen des Lebens plaudern und man nimmt ein bisschen Position ein für seine 'Lieblings-Figur'. Man möchte verstehen, was sie antreibt und was sie ausbremst. Man findet sich vielleicht sogar mit seiner eigenen Historie in manchen Situationen wieder. Ein tolles Buch über die wichtige Frage des Verzeihens und über die Bedeutung von Familie.

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Der Roman „Die Altruisten“ erzählt die Geschichte einer durchschnittlichen Familie aus der heutigen Zeit. Zunächst ist hier der Vater der Familie, Arthur Alter, welcher in seinem Beruf als Ingenieur und späterer Universitätslehrer gescheitert ist und ein schwieriges, wenn nicht sogar zerrüttetes, Verhältnis zu seinen Kindern hat. Seine Frau, Francine Alter, welche stets die Familie zusammengehalten hat, starb viel zu früh an Brustkrebs und nach ihrem Tod gab es keinerlei Kontakt mehr zwischen Arthur und seinen beiden Kindern Ethan und Maggie. Dies liegt nicht nur allein an der Tatsache, dass die Kinder nach dem Tod der Mutter keinerlei Veranlassung mehr zur Pflege des Kontaktes zum schwierigen Vater sahen, sondern wird auch noch dadurch verstärkt, dass Arthur seine Frau während ihrer Krankheits- und Sterbephase betrogen hat. Die beiden Kinder, Ethan und Maggie, haben mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen. Ethan, der Ältere, hat sich früh zu seiner Homosexualität bekannt, aber dennoch Probleme diese Gefühle auszuleben und zuzulassen. Auch sein gut bezahlter Job, konnte ihn nicht mehr zufriedenstellen und hat ihn letztlich dazu veranlasst auszusteigen und allein und abgeschottet in den Tag hineinzuleben. Maggie findet es nicht erstrebenswert einem geregelten Job nachzugehen und Geld zu verdienen, sondern übt sich lieber in Sparsamkeit und übernimmt schlecht bezahlte Nebenjobs, bei denen sie jedoch Selbstzufriedenheit durch soziales Engagement erlangen möchte. Ähnlich wie Ethan kämpft auch sie mit inneren Dämonen, die zwischenmenschliche Beziehungen fast unmöglich machen. Zwei Jahre nach dem Tod von Francine steht Arthur vor dem finanziellen Aus. Sein bis dato stets befristeter Vertrag an der Universität wird nicht mehr verlängert. Aufgrund dessen beschließt Arthur, seine Kinder für ein Wochenende zu sich nach Hause einzuladen und eine Versöhnung anzustreben, um dadurch an das Erbe von diesen zu gelangen, welches sie von ihrer Mutter erhalten haben. Nach anfänglichem Zögern und Misstrauen sagen die beiden zu, aber es kommt, wie es kommen muss, und das Wochenende endet in einem Desaster. Der Schreibstil des Autors hat mir sehr zugesagt. Er schreibt mit wechselnden Erzählperspektiven aus dem Leben und den Gedanken der einzelnen Personen. Ich fand es sehr positiv, dass auch die verstorbene Mutter eingebunden wurde und die drei noch lebenden Familienmitglieder aus ihrer Sicht und in dem Umgang innerhalb der gesamten Familie beleuchtet. Die einzelnen Charaktere werden facettenreich, authentisch und tiefgründig beschrieben. Der Autor liefert in diesem Roman das Porträt einer nicht Bilderbuchgleichen Familie und behandelt unangenehme Themen wie Krankheit, Tod, Betrug, psychische Probleme, Generationskonflikte etc. Das Buch macht nachdenklich, bringt einen aber auch an vielen Stellen zum Schmunzeln. Ich mochte den psychologischen Tiefgang, die feine Ironie und auch den vereinzelten Sarkasmus des Autors und kann das Buch ähnlich gesinnten nur wärmstens empfehlen.

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