Leserstimmen zu
Provenzalische Schuld

Sophie Bonnet

Die Pierre-Durand-Krimis (5)

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In diesem Vermisstenfall geht man mit Pierre Durand auf eine spannende Reise quer durch die Provence, bis in die einsamen Gegenden der Hochprovence. Denn Pierre sucht nicht nur die Ehefrau des Bürgermeisters, nebenbei hat er auch noch zwei Morde an Frauen in entlegenen Bergregionen aufzuklären. Sollte auch Nanette dieses Schicksal teilen? Pierre Durand stochert in einem Heuhaufen, der immer neue Hinweise hervorbringt, aber nicht die entscheidenden Spuren. Manche Ermittlungen führen ihn in die Irre, andere erweisen sich als hilfreich. Man folgt dem Chef de police gern, denn mit ihm erlebt man das stimmungsvolle Leben und die wunderbare Esskultur der Provence. Denn er arbeitet nicht nur gern, er lebt auch ganz nach französischer Lebensart mit guten Weinen und leckeren Mahlzeiten. Die Ermittlungen ziehen sich ziemlich in die Länge, doch am Ende wird es noch einmal richtig spannend. Pierre gerät ebenfalls in große Gefahr, soviel kann ich verraten. Wobei die Auflösung mir etwas zu konstruiert erscheint. Diese Reihe lebt von ihren Protagonisten und ihrer persönlichen Entwicklung. Zwischen Pierre und seiner Charlotte gibt es Differenzen, immerhin kommt es nicht zum geplanten Urlaub. Pierre selbst hat in diesem Band mit seiner eigenen Vergangenheit und einer alten Beziehung zu kämpfen. Auch hinter der bisher scheinbar glücklichen Ehe-Fassade des Bürgermeisters Arnaud Rozier und seiner Frau gibt es Probleme, von denen man bisher nichts wusste. Sophie Bonnet versteht es stimmungsvoll und unterhaltsam, die landschaftlichen Schönheiten der Provence in ihre Geschichte einzubauen. Doch dieses Mal geht sie noch tiefer, sie zeigt finanzielle Sorgen der Bauern auf und die Problematik der sich ausbreitenden Wolfsrudel in dieser Region und damit die Verluste und die Gefahr für Schaf- und Ziegenzüchter der Gegend. Sie gibt lediglich Informationen, über die persönliche Meinung zu dieser Thematik kann man sich selbst Gedanken machen. Es geht natürlich wieder hinein in die provenzalische Küche, schliesslich wird hier gut und üppig gegessen und Charlotte ist ebenfalls Köchin aus Leidenschaft. Für Hobbyköche gibt es im Anhang drei Rezepte zu typischen Gerichten dieser Gegend. Gern bin ich mit dem Chef de police auf der Tätersuche durch die Provence gewandert. Auch im Herbst bietet die Region ungeahnte Ausblicke und gibt den Blick frei auf üppige Lavendelfelder, auf pastelfarbene Häuser im speziellen Licht der Provence. Ein Roman für Urlaubsstunden oder für eine Reise in diese Gegend.

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"Alle Brücken abbrechen." (Seite 45) Pierre Durand und seine Freundin Charlotte freuen sich auf ihren ersten gemeinsamen Urlaub, doch wenige Tage vor der Abreise erhält Pierre einen besorgten Anruf von Arnaud Rozier, dem Bürgermeister von Sainte-Valérie. Arnauds Ehefrau Nanette ist seit fast 2 Wochen verschwunden, seit sie nach einem Streit mit Arnaud das Haus verlassen hat. Arnaud vermutet, dass Nanette etwas Abstand und Ruhe braucht, aber dann taucht die Kriminalpolizei bei ihm auf, weil diese einen anonymen Hinweis erhalten hat, dass Arnaud seiner Frau etwas angetan haben könnte. Daraufhin bittet Arnaud Pierre, inoffiziell nach Nanette zu suchen. Pierre spricht mit verschiedenen Personen und entwickelt schnell mehrere Szenarien, was passiert sein könnte, die von einer endgültigen Trennung Nanettes von ihrem Ehemann über den Versuch der Kompromittierung Arnauds im Wahlkampf bis zu einer Entführung Nanettes und Erpressung Arnauds reichen. Oder hängt die Angelegenheit sogar mit den Morden an zwei Frauen in der Haute-Provence zusammen, die beide vorher vermisst gemeldet und dann erschossen aufgefunden wurden? Ich kenne die vier Vorgänger der Reihe und die Provence von eigenen Reisen, und obwohl der kleine Ort Sainte-Valérie fiktiv ist, könnten die Bücher z.B. problemlos in einem der wunderschönen Orte des Luberon spielen. Beim Lesen von Sophie Bonnets Romanen habe ich immer Lavendel- und Klatschmohnfelder, die ockerfarbenen Häuser in Roussillon und das besondere Licht der Provence vor Augen, spüre die flirrende Hitze und den heißen Wind, höre die Zikaden - d.h. ich bin mit Haut und Haar in Südfrankreich. Das ist mir auch mit dem 5. Band der Reihe passiert, obwohl ‚Provenzalische Schuld‘ im November spielt und ich in dieser Jahreszeit noch nie in Südfrankreich war. Ich habe ‚Provenzalische Schuld‘ an einem sonnig-heißen Sonntag in Deutschland gelesen, und obwohl der Roman im Spätherbst spielt, hat sich das trotzdem genau richtig angefühlt. Beim Lesen konnte ich mir die Landschaften, Personen, Situationen perfekt vorstellen, zumal ich nicht nur die Gegend um das fiktive Sainte-Valérie, sondern auch die Haute-Provence kenne. ‚Provenzalische Schuld‘ ist stimmungsvoll und unterhaltsam, die Protagonisten sind gut charakterisiert, und ihre Weiterentwicklung und ihre Beziehungen zueinander von Band zu Band zu beobachten, hat mir - wie immer - großen Spaß gemacht. Die Auflösung fand ich persönlich etwas zu unglaubwürdig, aber der Weg dahin mit der wundervollen Provence-Atmosphäre, den Einblicken in Landschaftsformen, Küche, Mentalität, Naturschutz, Probleme der Provence und verschiedene Konfliktparteien sowie die vielen Fährten, die Bonnet (das Pseudonym einer deutschen Autorin) legt, hat mir extrem gut gefallen, so dass ich das Buch (bzw. die gesamte Reihe) allen empfehle, die sich auf eine Provence-Reise einstimmen, vor Ort in die passende Stimmung kommen oder zu Hause in Erinnerungen schwelgen wollen. Dies sind die bisher erschienen Bände um Pierre Durand: Band 1: Provenzalische Verwicklungen Band 2: Provenzalische Geheimnisse Band 3: Provenzalische Intrige Band 4: Provenzalisches Feuer Band 5: Provenzalische Schuld Sophie Bonnet: Provenzalische Schuld. Ein Fall für Pierre Durand. Blanvalet, 2018, 332 Seiten; 15 Euro.

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Pierre Durand ist wieder da. Mit Freude lehnt man sich im Sessel zurück und reist direkt nach Frankreich. Die Beschreibungen der Natur, der Umgebung und des kleinen Dorfes sind jedes Mal ein Vergnügen und man möchte direkt seine Koffer packen und losfahren. Wären da nicht die grausamen Morde und die Entführung von Nanette. Eigentlich wollten Pierre und Charlotte endlich einmal zusammen in den Urlaub fahren und dann wird Pierre vom Bürgermeister mit einem heiklen Auftrag versehen. Anfangs wirkt alles noch recht harmlos und es sieht eher nach einem Ehekrach aus. Aber es kommen kleine Hinweise und es gibt Verbindungen, die nichts Gutes erahnen lassen. Pierre ist in diesem Fall häufig abgelenkt, denn mit Charlotte läuft es nicht gut wie erhofft. Immer wieder gibt es Rückblenden aus der Vergangenheit von Pierre. Es wird diesmal recht persönlich und so erfährt man einiges von dem sympathischen Dorfpolizisten. Während man lange nicht weiß, warum und wie so manches geschieht, ging mir diesmal das Ende zu schnell über die wenigen Seiten. Es wirkte irgendwie gehetzt. Trotzdem schaffte Sophie Bonette wieder eine spannende und interessante Geschichte zu schreiben, die man auf keinen Fall im hungrigen Zustand lesen sollte. Denn auch diesmal kommen die Gerichte aus der Region nicht zu kurz. Für Freunde des Nachkochens gibt es im Anhang ein paar Rezepte, die Lust auf mehr Frankreich machen.

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Der fünfte Fall vom Dorfpolizisten Pierre Durand beginnt im November in der Hochprovence, die von zwei seltsamen Morden an Frauen erschüttert wird, denen aus nächster Nähe in den Kopf geschossen wurde. Pierre ist davon weit entfernt in Sainte-Valérie und freut sich auf den Urlaub mit seiner Freundin Charlotte. Dann verschwindet jedoch Nanette Rozier, die Frau des Bürgermeisters, und Pierre macht sich auf die Suche nach ihr. Er folgt ihrer Spur bis in die Berge bei Sisteron, stößt dabei auch auf einige Hinweise, wer hinter den zwei Morden stecken könnte, bis ihn plötzlich seine Vergangenheit einholt und er selbst sich in größter Lebensgefahr befindet… Wer meinem Blog regelmäßig folgt, bekam bereits mit, dass ich in den letzten Monaten die vier Vorgängerbände mit Freude gelesen habe. Nach einem schwächeren zweiten Teil wurde die Krimireihe immer besser, so dass ich in großer Erwartung auf den nächsten Fall von Pierre Durand gespannt war, zumal ich Mitte Mai Sophie Bonnets Lesung in Verl besucht habe, bei der sie den fünften Roman und ihr neues Kochbuch vorstellte. Die positive Entwicklung setzt sich weiter fort, denn auch ihr neuer Krimi ist überaus lesenswert. Dies liegt zum einen daran, dass Pierres neuer Fall wesentlich persönlicher als die vorherigen ist und Aspekte aus seiner Vergangenheit eine Rolle spielen, die wieder hervorkommen, seine Beziehung zu Charlotte belasten und sie beide am Ende sogar in größte Gefahr bringen. All dies steht in Verbindung zu den beiden erwähnten Morden und dem Verschwinden der Bürgermeistergattin, wobei der Zusammenhang erst gegen Ende des Buches aufgedeckt wird und Pierre lange suchen muss, bis er die Verbindungen ermitteln kann. Dies erzeugt eine große Spannung von der ersten bis zur letzten Seite, man kann erneut herrlich mit Pierre mitknobeln, der sich diesmal zum Teil weniger souverän bei seinen Ermittlungen zeigt. Er macht einige Fehler, lässt sich vom Täter täuschen, wirkt dadurch aber auch menschlicher und verletzlicher als zuvor. Ein wenig vorhersehbar war der Täter für mich diesmal schon, die ganzen Zusammenhänge erfährt man aber nur häppchenweise, so dass dies dem Lesevergnügen keinen Abbruch tat. Zum anderen konnte mich die regionsspezifische Thematik, in die der Ermittlungsfall in jedem Krimi eingebettet ist, sehr überzeugen. Die Probleme vieler Bauern, insbesondere Schafszüchter, die vor dem wirtschaftlichen Ruin stehen und ihren Hof nicht mehr halten können, werden ausführlich behandelt und könnten aktueller nicht sein. Wir lernen dadurch die nächste Region innerhalb der Provence kennen: die gebirgige Hochprovence mit ihren Lavendelfeldern und Wäldern. Außerdem setzt sich die Autorin sehr detailliert, aber auch abgewogen mit der Rückkehr des Wolfes und dessen Einfluss auf die Haltung der Schafsherden auseinander, sowohl die Bauern, als auch die Tierschützer kommen ausführlich zu Wort, und verbindet dies sehr informativ mit dem Kriminalfall. Insbesondere die hohe Selbstmordrate unter den Bauern und die Folgen ihres Verlustes für die Angehörigen machen diesen fünften Fall von Pierre Durand zu einem der rührendsten und intensivsten. Ebenso setzt sich die Autorin am Rande mit der Frage nach der Selbstbestimmung von Frauen – vor allem in ihrem Berufsleben – auseinander, was einerseits bei Pierre und Charlotte und andererseits noch stärker bei den Roziers eine wichtige Rolle spielt. Angesichts der vielen Themen, die im Roman vorkommen, fragt man sich vielleicht, ob man daraus überhaupt einen zusammenhängenden roten Faden basteln kann und man als Leser noch die Übersicht behalten kann. Dies klappt erstaunlich gut, alle Themen wurden passend in die Handlung eingebaut. Um zu erfahren, wie nun alles zusammenhängt, dafür müsst ihr das Buch einfach selber lesen. Der Anhang des Krimis kann sich wie auch schon bei seinen Vorgängern wirklich sehen lassen. Nach einer kurzen Anmerkung der Autorin findet man ein Glossar zu im Text vorkommenden französischen Begriffen und wieder ein paar Rezepte zu Gerichten, die in der Handlung eine Rolle spielen. Vor allem das Buchcover ist in meinen Augen diesmal extrem gut gelungen, hätte ich nicht bereits die Vorgängerbände gelesen, hätte es allein schon dazu führen können, dass ich auf den Roman aufmerksam werde, da es zu der sehr eigenen, Provencetypischen Atmosphäre des Buches mit beiträgt. Auf der Innenseite des Covers ist erneut eine Zeichnung von Sainte-Valérie abgebildet, die die wichtigsten Gebäude des Dorfes zeigt. Fazit Auch der fünfte Band mit Pierre Durand hat mich wieder in seinen Bann gezogen. Der Kriminalfall ist wirklich spannend mit vielen Wendungen, man kann die ganze Zeit mitknobeln, viele interessante aktuelle Entwicklungen werden mit der Krimihandlung verbunden und die mir von Anfang an sympathische Hauptfigur zeigt eine neue Seite, die man vorher noch nicht so sehr kennen gelernt hat. Ich warte jetzt schon sehr gespannt auf Pierres sechsten Fall!

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