Leserstimmen zu
Sündengräber

Kristina Ohlsson

Fredrika Bergman / Stockholm Requiem (6)

(4)
(6)
(0)
(0)
(0)
€ 20,00 [D] inkl. MwSt. | € 20,60 [A] | CHF 28,90* (* empf. VK-Preis)

Mein Bild von Schweden ist geprägt von Astrid Lindgrens bezaubernden Kindergeschichten um Pippi Langstrumpf, tollen Sommern in Bullerbü und einem frechen und trotzdem liebenswerten Jungen aus Lönneberga :-) Später kamen dann recht schwärmerische Erzählungen eines meiner Lehrer über die wahnsinnig liberalen Lebensmodelle in Schweden dazu … Melancholisch Vielleicht sind das ja die Gründe, warum ich mit den meist sehr düsteren, melancholischen Krimis aus Skandinavien immer Probleme habe? Auch Sündengräber ist da keine Ausnahme. Der Fall bzw. die Fälle sind super spannend, gar keine Frage und ich rätsel während des ganzen Buches mit, was passiert ist und wer daran denn nun tatsächlich Schuld ist. Aber es macht mir einfach keine wirkliche Freude es zu lesen (klingt irgendwie nach Marie Kondo, oder) und ich finde das sollte es. Handlungsstränge Diverse, auf den ersten Blick nicht zusammengehörende, Handlungsstränge verwirren einerseits, machen auf der anderen Seite aber neugierig. Ich suche die ganze Zeit die Verbindung zwischen den Vorkommnissen und freue mich tatsächlich, genau wie die Ermittler, über jedes “entschlüsselte” Rätsel :-) Die vielen Handlungsfäden sorgen für ein gutes Tempo, führen gelegentlich leider aber auch ins Nichts und wenn ich alles richtig verstanden habe, wird es keine nächstes Mal mit Fredrika Bergmann mehr geben, in dem etwas weitergehen könnte. Probleme Viele gut charakterisierte Typen bevölkern die Handlung und im Grunde kann man sich jeden einzelnen davon leibhaftig vorstellen. Allerdings stellt sich mir irgendwann die Frage, ob denn nun wirklich jeder Schwede irgendein schwerwiegendes Trauma haben muss? Müssen die privaten Probleme der Ermittler so viel Raum in einem grundsätzlich spannenden Thriller einnehmen? Gibt es in Schweden wirklich nur unglückliche Menschen? Showdown Letzteres ist sicher genauso falsch, wie meine kindlich-naive Vorstellung eines Pippi-Langstrumpf-Staates :-) Aber diese dauerhaft düstere Atmosphäre ist einfach nicht mein Ding - auch wenn der Plot des Buches wirklich spannend und sehr kompliziert war. Ein paar Fragen bleiben mir am Ende des Buches offen - oder ich habe die Antworten verpasst, weil das Ende dann noch einmal sehr spannend und dramatisch wurde. Mein Fazit: Sündengräber ist ein komplizierter, verworrener, sehr spannender Thriller mit einem überraschenden Ende. Trotzdem werde ich mir die Vorgängerbände sparen, denn die düstere Stimmung ist nicht meine Sache.

Lesen Sie weiter

Der sechste und - laut Autorin - wahrscheinlich letzte Band mit den Ermittlern Fredrika Bergmann und Alex Recht ist verzwickt, knifflig und absolut spannend. Ein oder zwei Fälle? Das klärt sich so richtig erst am Schluss. Der Anfang ist ein wenig verwirrend, aber nötig, um später nicht total von den Geschehnissen umwickelt zu werden. Gedanklich, denn als Leserin denke ich ja mit und überlege, wie alles zusammenhängt und ob überhaupt. Ein klarer Plot mit viel Hintergrundwissen, welches Ohlsson sacht mit einfließen lässt und haarsträubende Morde. Wer Täter sein könnte und wer nicht, ist hier mehrmals eine spannende Frage. Ebenso wie das Privatleben von Fredrika mit hineinspielt. Die Typen sind allesamt gut ausgedacht, handeln so, dass man sie sich gut vorstellen kann. Wie sie handeln, nicht immer warum. Denn vieles ist nicht so, wie es scheint. Exzellent fügte Ohlsson die Morde, Hintergrundfakten für Leser und Ermittler sowie die verzwickte Frage nach dem zweiten, möglichen Fall zusammen. Bei diesem Buch sollte man sich mehrere Stunden am Stück Zeit ohne Ablenkungen nehmen. Absoluter Schmöker und Krimi vom Feinsten!

Lesen Sie weiter