Leserstimmen zu
Die letzte Stunde

Minette Walters

Die Pest-Saga (1)

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Ein historischer Roman mit einer Heldin, die ihrer Zeit weit voraus ist. In Develish herrscht eine starke, selbstbewusste und kluge Frau, die sofort die Gefahr der Pest erkennt und ihre Gefolgsleute schützen möchte. Als ihr Mann stirbt hat sie nur noch ihre Tochter und die macht ihr das Leben nicht gerade leicht. Zum Glück hat sie treue Diener die zur Seite stehen und alles versuchen um zu überleben. Als ein schrecklicher Mord passiert versucht Thaddeus die Ruhe auf Develish zu wahren, indem er mit den fünf möglichen Tätern die sichere Burg verlässt und auf suche nach Vorräten geht. Dabei hat er schon einen verdacht wer den Mord begangen hat. In der Abwesenheit ihres Beraters muss Lady Anne sich mit anderen Dingen auseinander setzen. Das Buch hat mir wirklich gut gefallen. Der Roman versetzt einen direkt in das England des 13. Jahrhunderts. Der Anfang hat mich ziemlich verwirrt, durch die Schreibweise war es alles durcheinander. In einem Kapitel gab es gleich drei Sichtweisen und das ist meiner Meinung nach zu viel, zum Glück kam es nicht so oft vor. Für den Einstieg in die Geschichte war es nicht so toll. Es gibt so spannende Stellen in dem Buch, solche wo man nicht mehr aufhören kann zu lesen. Doch leider haben die eher langweiligen Stellen die Oberhand gewonnen. Mehr über meine Meinung gibt es auf meinem Blog.

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Dorseteshire, eine kleine Stadt im Süden Englands, schottet sich vom Rest des Landes während der großen Pestepedemie vollkommen von dem Rest des Landes ab. Lady Anne setzt von nun an nicht auf das Geburtsrecht ihrer Untertanen, sondern auf den persönlichen Einsatz für die Gemeinschaft. Und trotz der knappen Vorräte werden die Begehrlichkeiten bei den Bewohnern in der Umgebung. Und auch im Inneren der Stadt verläuft nicht alles so friedlich wie gewünscht... Minnete Walters hat sich einen Namen als sehr erfolgreiche Krimiautorin gemacht – umso interessanter, dass sie in ihrem neuen Werk „Die letzte Stunde“ das Genre gewechselt hat und einen historischen Roman vorlegt. Angesiedelt zu Zeiten der Pest kommt tatsächlich jede Menge viel mittelalterliches Flair herüber, besonders die Schrecken der Pest, die ganze Landstriche entvölkert hat, sind sehr treffend und intensiv beschrieben. Die Figuren, insbesondere Lady Anne wirken für die Zeit aber schon deutlich fortschrittlich, haben eher neuzeitliche Ideale und Vorstellungen. Die gesellschaftlichen Strukturen in Dorseteshire sind aber äußerst interessant und sorgen für gelungene Gedankenspiele. Toll auch der Schwenk ab der Hälfte der Handlung, denn dann kehrt Walters doch noch in vertrautere Gefilde zurück, indem in die mittelalterliche Welt ein Kriminalfall eingebaut ist. Auch wenn sich die Handlung nicht auf die Enttarnung des Täters konzentriert, sind deutliche Elemente des Genres zu erkennen, was einen zusätzlichen Reiz ausmacht. Die Darstellung der Charaktere ist hier noch etwas einseitig, der Trennstrich zwischen Gut und Böse ist klar gezogen. Hier hätte ich mir mehr Variabilität gewünscht, der aber noch mit dem zweiten Teil kommen kann. Zweiter Teil? Ja, genau, dass hier ein Mehrteiler gestartet wurde, ist nicht so recht vom Verlag vermittelt worden. Und so kommt die Ankündigung mitten in der Handlung sehr überraschend, dass eine „Fortsetzung folgt“. Es hat richtig Spaß gemacht, in die von Walters erschaffene Welt einzutauchen, da sie sehr lebendig gestaltet wurde und die Stimmung gekonnt auf den Leser übergreift. Auch ihre Charaktere sind lebendig dargestellt, könnten aber mehr Facetten vertragen. Die Handlung nimmt verschiedene Wendungen und Schlenker, ist unterhaltsam und spannend aufbereitet, sodass auch dieser Ausflug ins andere Genre sehr lesenswert geraten ist.

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Kurze Zusammenfassung: Eleanor, die Tochter von Lady Anne und Sir Richard soll bald mit Lord Peter verheiratet werden. Um die Ehefähigkeit von Lord Peter zu prüfen und Eleanors Mitgift zu übergeben reist Sir Richard mit einem Troß aus 10 Reitern nach Bradmayne. Wie es Sir Richards Charakter entspricht besteht sein Aufenthalt in Bradmayne überwiegend aus ausschweifenden Gelagen. Gerade mal zum Gottesdienst schafft er es, ansonsten ist er für alles andere nie nüchtern genug. So bekommt er nichts davon mit, was in der Umgebung von Bradmayne geschieht. Auch sein Troß bekommt nichts mit, einzig Gyles ist aufmerksam genug um zu erkennen welches Unglück sich zusammenbraut. Doch er wird nicht ernst genommen, da er der einzige "Bauer" unter dem berittenen Troß ist. Erst als es schon zu spät ist erkennen Sir Richard und seine Begleiter, dass sie inmitten des Ausbruchs einer entsetzlichen Krankheit geraten sind. Ihnen bleibt nur die eilige Flucht zurück nach Develish. Auf dem Weg nach Hause durchqueren sie mittlerweile fast entvölkerte Landstriche, unfassbar, kamen sie doch erst vor kurzem, auf dem Hinweg, durch blühende Ortschaften, die nun wie tot da liegen. Sir Richard und seine Männer sind auch nicht vor der Pest gefeit, als sie zu Hause ankommen ist ein großer Teil der Männer tot und Sir Richard schwer erkrankt. Richards Frau, Lady Anne, hatte die Kunde von der Pest schon vor einigen Tagen erreicht und sie ergriff sofort Maßnahmen um die Bewohner von Develish zu schützen. Alle Bewohner des Ortes wurden in die Burg geholt und der Zugang zur Burg. geschlossen. Noch nicht einmal der sterbende Ehemann darf hinein, er muss in einer Kate, gepflegt durch Gyles, sterben. Lady Anne wuchs in einem Kloster auf und dort lernte sie, dass ein Isolieren des Kranken unabdingbar ist. Ihr Handeln passt aber nicht jedem, so hat sie sich dadurch ihre Tochter Eleanor zur Feindin gemacht. Als sie Hugh, den Verwalter, nach Sir Richards Tod, des Amtes enthebt und dafür den Knecht Thaddeus Thurkell einsetzt hat sie einen zweiten Feind. Auch das Lady Anne es schafft viele der Bewohner vor der Pest zu schützen, stimmt ihre Feinde nicht milde. Bald muss sich Anne nicht nur gegen die Pest, Eleanor und Hugh wehren, sondern auch noch gegen einen Mörder, der mit ihnen hinter den verschlossenen Türen der Burg lebt..... Fazit: Minette Walters kenne ich als Autorin vieler erstklassiger Krimis und das sie nun einen historischen Roman geschrieben hat, hat mich neugierig gemacht. Ich habe das Buch fast verschlungen, leider musste ich es in zwei Etappen lesen, denn nach ca. 100 Seiten habe ich selbst eine schlimme Grippe bekommen und war deswegen nicht so empfänglich für eine Geschichte in der Menschen sehr an einem Infekt leiden. Aber auch beim zweiten Anlauf hat mich das Buch sofort wieder gepackt. Geschichte, wie auch die Protagonisten haben mir sehr gut gefallen. Die Figuren waren klar gezeichnet, sodass ich sofort wusste wen ich vor mir habe. Sir Richard hat nicht arg so viele Auftritte, aber Minette Walters ist es trotzdem sehr gut gelungen ein Bild von einem egoistischen, herrischen Rüpel einzufangen. Sir Richard hat mit wenigen Worten einen einprägsamen Charakter bekommen. So auch alle anderen Figuren. Sie mussten nicht langatmig beschrieben werden, sondern haben ihren Charakter in ihren Handlungen bekommen und in dem sie durch die Augen ihrer Mitmenschen beschrieben wurden. Die Beschreibung des Zuges der Pest durch England ist auch sehr gut gelungen. Man weiß einfach nach dem Lesen worum es geht und wie die Pest es schaffen konnte ganze Landstriche leer zu fegen. Aber es geht ja nicht nur um die Pest, es geht auch um die Rolle der Frau im Mittelalter und um die Bedeutung einer gewissen Bildung. Lady Anne muss in einer von Männern dominierten Welt die Führung übernehmen und für die ihr Anvertrauten das Beste entscheiden. Auch gegen den Willen von Männern, die meinen auch ein Recht auf die Führungsposition zu haben. Lady Anne ist gebildeter als ihre Schützlinge und hat es auch nicht versäumt den Menschen von Develish den Zugang zu Bildung zu eröffnen. Dadurch sind die Menschen auf der Burg geschützter als in anderen Ortschaften. Anweisungen werden als sinnvoll erkannt, begriffen und umgesetzt und ihre Vertrauten sind durch ihre Bildung auch in der Lage eigenständig gute Entscheidungen zu treffen. Das retten vielen das Leben und auch im restlichen Land hätten viel mehr Menschen überlebt, wenn ihnen der Zugang zu bestimmten Zusammenhängen ermöglicht worden wäre. Damit ist Lady Anne aber nicht nur eine "Retterin" sondern sie ist auch für die bestehende Ordnung gefährlich. Der Roman ist also wesentlich vielschichtiger als man im ersten Augenblick meint und das hat mir richtig Spaß gemacht. Ich finde Minette Walters ist dieser historische Roman wirklich gelungen.

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Sommer, 1348: Innerhalb weniger Wochen breitet sich die Pest im Süden Englands aus und hinterlässt unzählige Tote. Lady Anne, deren Mann Sir Richard auf Reise ist, verbarrikadiert sich und ihre Leibeigenen in ihrem Anwesen, um dem schwarzen Tod zu entkommen. Zusammen sorgt die Lady und ihr Gefolge dafür, dass ausreichend Nahrung  und Schlafplätze für alle vorhanden sind. Die Gesellschaft arbeitet Hand in Hand, um dem Grauen der Krankheit zu entfliehen, bis eines Morgens ein Mann tot aufgefunden wird. Er wurde ermordet und der Mörder muss mitten unter den Menschen auf dem Anwesen sein, denn es gelangt niemand hinein oder hinaus...  Während die Gefahr der Krankheit immer näher rückt, macht sich auch Unsicherheit auf dem Anwesen breit, die schließlich die Gesellschaft zu zerreißen droht...  Im Zentrum der Geschichte steht Lady Anne, die mit einem stumpfsinnigen und dickköpfigen Ehemann, Sir Richard,  gesegnet ist. Sie kümmert sich um die Bauern ihres Mannes, während dieser seinen Gefolgsleuten nur mit Gewalt und Verachtung gegenüber tritt. Lady Annes und Sir Richards Tochter, Eleanor, ist genau wie ihr Vater und lässt sich von nichts und niemanden etwas sagen. Lady Anne hat große Schwierigkeiten, das Mädchen in seine Schranken zu weisen.  Während der Einstieg in die Geschichte leicht viel, wurde der Rest des Buches immer träger. Kaum ein Charakter konnte mich für sich gewinnen oder meine Begeisterung für das Buch entfachen. Die Geschichte war schon logisch, schlüssig und alles andere als langweilig, allerdings bin ich weder mit dem Schreibstil klar gekommen, noch wird mir eine der Figuren in Erinnerung bleiben. Das finde ich sehr schade, betrifft jeden Leser aber natürlich individuell. Vielleicht lag es daran, dass keine der Figuren in etwa mein Alter hatte, entweder waren sie zu jung oder zu alt.  Alles in allem war "Die Letzte Stunde" von Minette Walters aber ein guter historischer Roman, den ich eher fortgeschrittenen Lesern des Genres empfehlen würde.  Meine Bewertung: 3/5

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Buchhandlung Baeuchle

Von: Inge Baeuchle aus Hinterzarten

13.03.2018

Walters erster historischer Roman ist gut gemacht, gut recherchiert, Liebesgeschichte, Glaubenskrieg, Drama - alles drin. Dennoch ist der Funke nicht übergesprungen, irgendwie blutleer, die Guten sind zu gut, die Schlechten zu schlecht, die Konflikte vorhersehbar.

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BuchHerold.de

Von: Sebastian Herold aus Hermsdorf

13.03.2018

Für mich ist dieser historische Roman das Highlight in diesem Frühjahr. Sofort sieht man die Hauptfiguren vor seinem inneren Auge und lebt mit ihnen im Mittelalter.

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Meinung: Ich liebe das Cover. Es ist schlicht und dennoch unglaublich stark. Das gilt auch für den Titel. Ich bin von beidem begeistert. Aber nun zur Geschichte. Ich war unglaublich neugierig auf das Buch immerhin ist Minette Walters im Krimi-Genre eine Berühmtheit. Und hier hat sie sich in ein völlig anderes Genre auch noch gewagt. Tja und bekanntermaßen ist der historische Roman nicht gerade mein Liebling. Doch was soll ich sagen: dieses Buch ist der Wahnsinn! Ja ihr bekommt hier einen mächtigen Wälzer aber es ist jede Seite wert und im Gegenteil ich war traurig als ich am Ende ankam. Ich wollte so dringend weiter lesen. Ich meine allein die Zeit ist schon spannend - England zur Zeit der Pest. Und dann die kleine Grafschaft in der wir uns bewegen. Sie ist wie eine kleine Welt und unterliegt auch ihren eigenen Regeln. Da haben mich von Anfang an die verschiedenen Charaktere unglaublich in ihren Bann gezogen. Wobei am faszinierendsten mit Abstand Lady Anne ist. Diese Frau ist eine wandelnde Überraschung. Von Anfang an war klar, die Frau ist klug, selbstbewusst und weiß genau was sie tut. Aber sie ist auch mitfühlend, liebevoll und tolerant. So eine Frau möchte man einfach um sich haben und ich kann verstehen warum sie in der Gemeinschaft so hoch angesehen wird. Sie hat so viel Ehre und Anstand im Leib wie kein Zweiter. Und ist dann mit einer Tochter gestraft die ich so manches Mal davonjagen wollte für die Art und Weise wie sie sich benimmt. Eleanor ist ein Mensch, den ich sofort verabscheut habe. Auch wenn sie durchaus ihre Gründe für ihr Verhalten haben mag, habe ich noch nie einen so böswilligen Menschen erlebt. Ebenso eigenwillig ist Thaddeus - ein Bastard der aber das höchste Ansehen von Lady Anne genießt. Er ist verschlossen, regelrecht kalt und dann aber stets so besonnen und auf das Wohl der Gemeinschaft bedacht. Ich weiß überhaupt nicht wie ich ihn einordnen soll. Aber das ist eben auch das Tolle an den Charakteren. Man steckt so tief drin, ist so verwurzelt mit der Geschichte, das man selbst Teil der Gemeinschaft und der Menschen dort wird. Es ist so interessant zu sehen wie die Menschen versuchen zu ergründen, wie die Pest sich verbreitet. Es ist unglaublich wie sehr sich das Leben aller dadurch verändert und vor allem wie das Miteinander wird, wo sie von der Außenwelt abgeschnitten sind. Da merkt man erst wie viele Geheimnisse unter der Oberfläche schwelen und das man besser nicht an ihnen gerührt hatte. Denn am Ende des Buches sind viele Geheimnisse gelüftet und sie lassen einen völlig fassungslos zurück. Die Wahrheit, die dort ans Licht gezerrt wird ist genauso spannend wie die Entwicklung der Pest und mindestens genauso zerstörerisch. Diese Geschichte lebt von den Menschen und den persönlichen Geschichten, die sie in sich tragen. Es liegt so viel unter der Oberfläche, das man tief graben muss. Aber alle Geheimnisse werden dennoch nicht gelüftet und das Schicksal der Menschen ist noch offen. Umso brennender warte ich nun auf den nächsten Teil. Es sind für mich nicht einfach nur Charaktere. Sie sind jetzt auch meine Leute und ich leide mit ihnen. Ich könnte es nicht ertragen, einen von ihnen zu verlieren ... bis auf Eleanor. ;-) Lest einfach das Buch damit ihr selbst erleben könnt wie es sich anfühlt in diese Zeit hinein gesogen zu werden. Es fühlt sich so echt an und lässt mich einfach nicht mehr los. Minette Walters hätte sich viel früher in dieses Genre stürzen sollen denn dank ihr beginne ich es zu lieben.

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Buchhandlung Lenz

Von: Karin Wiskant aus Barmstedt

08.03.2018

Minette Walters beschreibt in "Die letzte Stunde" ganz wunderbar, wie in einer Extremsituation Vernunft und Fortschritt auf Glaube/ Aberglaube und Rückständigkeit treffen. 100 - 200 Seiten weniger hätten dem Buch jedoch gut getan, manchmal zog es sich doch arg. Ich vergebe 4 Sterne.

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