Leserstimmen zu
Das rote Adressbuch

Sofia Lundberg

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Mit 96 Jahren blickt Doris auf ein bewegendes Leben zurück. In Schweden geboren, durch die Welt gereist und nun gegen Ende ihres Lebens wieder nach Hause zurückgekehrt. Immer mit dabei ihr in Leder gebundenes Adressbuch, welches sie von ihrem Vater bekommen hat. Viele Namen hat Doris dort verewigt und viele davon bereits durchgestrichen und mit TOT versehen. Ihre Erinnerungen schreibt sie anhand der Namen aus dem Adressbuch für ihre Großnichte Jenny auf. Dabei enthüllt sie kleine und große Geheimnisse. Sie erzählt, wie sie aus Schweden fortging, um in Paris zu landen. Anschließend in die USA vor dem Krieg zu fliehen, um über verschiedene Stationen wieder in Schweden zu landen. Eine nicht ganz alltägliche Lebensgeschichte erzählt von einer alten Frau, um für Jenny in Gedanken lebendig zu bleiben. Wie hat es mir gefallen? Um dieses Buch schleiche ich schon etwas länger herum. Diverse Empfehlungen und gute Rezensionen haben mich aufmerksam gemacht und dank einiger Gutscheine für meine Lieblingsbuchhandlung zog die Geschichte nun bei mir ein. Der Titel gibt schon einen Hinweis, welche Richtung die Geschichte gehen wird. In Rückblicken erhält der Leser Einblicke in Doris Leben. Sie wird in eine Handwerksfamilie geboren, verlebt glückliche Tage in ihrer Kindheit, bis ihr Vater stirbt. Ab da beginnt ein spannendes und ungewöhnliches Leben. Anhand ihres kleinen Büchleins erzählt sie die wichtigsten Kapitel ihres Lebens, welche Menschen ihren Weg kreuzten und in welche Teile der Welt es sie verschlug. Ihre Erinnerungen schreibt sie für ihre Großnichte Jenny auf, die fern von Schweden in den USA wohnt. Doris und Jenny verbindet nicht nur die Familie sondern ein ganz besonderes Band. Selbst in ihrem hohen Alter, kennt sich Doris mit ihrem Laptop aus und daher skypen sie regelmäßig miteinander. Dieser Kontrast zwischen moderner Technik und alten Erinnerungen ergibt eine wunderbare Mischung. Ich muss zugeben, dass meine Erwartungen an das Buch andere waren. Denn in der Inhaltsangabe wird auf die unzähligen Menschen, die man im Laufe eines Lebens trifft, hingewiesen. Mein Adressbuch quillt über vor Namen, aber die Geschichte konzentriert sich auf einige wenige. Dieses Augenmerk enthüllt eine emotionale Handlung, die ich als realistisch empfand und vor allem das Ende rührte mich zu Tränen. Es freut mich sehr, dass ich eine weitere Autorin aus Schweden entdecken durfte, die sich nicht dem Krimi-Genre verschrieben hat.

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INHALT: Die in Stockholm lebende Doris ist 96 Jahre alt und weiß, dass ihr Leben bald zu Ende gehen wird. Sie blickt zurück auf ihre ereignisreiche Vergangenheit und schreibt ihre Lebensgeschichte nieder. Zur Hilfe nimmt sie dabei ihr Adressbuch, in dem sie alle Menschen vermerkt hat, die eine bedeutende Rolle in ihrem Leben gespielt haben. Doch fast jeder Name ist durchgestrichen und wurde mit dem Wort "TOT" ergänzt. Außer ihrer geliebten Großnichte Jenny, die mit ihrer Familie im fernen Kalifornien lebt, hat Doris nur das Personal vom Pflegedienst, das sich um sie kümmert. Denn ihre große Liebe hat bereits vor vielen Jahren verloren. Doris erinnert sich an ihr Leben in Paris als gefeiertes Mannequin, an ihre Wege nach Amerika, England und den Weg zurück nach Schweden. Sie erzählt von großer Liebe, von viel Leid, von Krieg und von Glück. Und dass am Ende die Liebe das einzige ist, das zählt... MEINUNG: Hierbei handelt es sich um ein Buch, das ich schon nach wenigen Seiten in mein Herz geschlossen hatte. Doris machte auf mich einen äußerst liebenswerten Eindruck, ebenso ihre Großnichte Jenny, welche ebenfalls einen großen Teil des Buches einnimmt. Durch die gefühlvollen Beschreibungen hatte ich oft Mitleid mit den beiden und konnte ihre Gefühlslage gut nachempfinden: Doris, die so viel erlebt hat, zahlreichen Schicksalsschlägen ausgesetzt war und nicht mehr lange zu leben hat und Jenny, die mit ihrer eigenen Familie viel zu tun hat, sich um ihre geliebte Großtante sorgt und deren Tod am liebsten verhindern würde. Durch eine bildhafte Sprache hatte ich das Gefühl, selbst vor Ort zu sein und alles mitzuerleben. Ich konnte mich wunderbar in die Situationen hineinversetzen. Zuerst hatte ich die Befürchtung, dass das Buch sich alphabetisch (wie in einem Adressbuch) von einer zur nächsten Person entlanghangeln und die Geschichte dadurch etwas "abgehackt" wirken könnte. Dies war aber glücklicherweise nicht der Fall. Die Abschnitte gehen wunderbar ineinander über. Die Kontakte aus dem Adressbuch ziehen sich als roter Faden durch die ganze Geschichte und lassen diese rund erscheinen. ​Die Kapitel sind nummeriert und beinhalten den Erzählstrang der Gegenwart von Doris und Jenny, welcher in der dritten Person verfasst wurde. Die vergangenen Erlebnisse und Erinnerungen von Doris werden in der Ich-Perspektive geschildert. Ein flüssiger Schreibstil ließ mich meistens regelrecht durch die Seiten fliegen. Lediglich die Kapitellänge (beim Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart) empfand manchmal als etwas zu kurz (besonders am Anfang) und hätte sie mir hier und da länger gewünscht, um mich noch mehr in die Geschichte hineinfallen lassen zu können. ​ FAZIT: Ein wunderbares, berührendes Buch, das ich wärmstens empfehlen kann!

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Wo fange ich an? Ich habe es bereits mit meinem Titel ausgedrückt, dieses Buch ist mein Highlight. Dieses Buch ist alles und noch viel mehr. Das rote Adressbuch kam zufällig zu mir und doch muss es Bestimmung sein. Es ist ein Buch, dAas in keinem Regal stehen wird. Es ist ein Buch, über dessen Seiten ich immer wieder streicheln möchte, weil es mich so berührt hat. Es ist ein Buch, das uns erinnert, dass das Leben so viel mehr ist. Es ist ein Buch, dass mir jetzt beim Tippen noch Tränen über die Wangen rennen lässt. Es berührt und geht unter die Haut, denn es zeigt uns, wie viel mehr Leben ist. Mehr als diese Hetze durch den Alltag, mehr als Oberflächlichkeit und es beweist, wahre Liebe endet nie. Beginnen möchte ich mit einem Zitat: ""Ich wünsche dir von allem genug", flüsterte sie mir ins Ohr."Genug Sonne, die Licht in deine Tage bringt, genug Regen, damit du die Sonne schätzen kannst, genug Glück, das deine Seele stärkt, genug Schmerz, damit du aich die kleinen Freuden des Lebens genießen kannst, und genug Begegnungen, damit du Abschiede besser verkraftest." (S. 46) Die Geschichte von Doris spielt in Schweden zu Beginn des letzten Jahrhunderts, als Leser gelangt man mit ihr nach Paris, reist über den Ozean nach Amerika. Am Ende zurück in Schweden. Immer ist sie irgendwie am falschen Ort und doch macht sie das Beste daraus. Trotzdem ist sie glücklich, glücklich dieses Leben gehabt zu haben und erinnert sich an all die Menschen, denen sie begegnen durfte. Denn sie ist die Letzte: " Jahrelang waren Beerdigungen die einzigen Feierlichkeiten, an denen ich teilgenommen habe. Jetzt finden nicht einmal mehr die statt. Ich werde mich wohl langsam mit meiner eigenen beschäftigen müssen."......"Was für eine Musik wünschen Sie sich denn?" "Jazz. Ich liebe Jazz." Doris lächelt. " Ich wünsche mir, dass fröhlicher Jazz gespielt wird. Damit die Gäste wissen, dass es der alten Schrulle dort oben im Himmel gut geht, weil sie endlich ihre alten Freunde wiedersieht."( S. 84) Doris wird nicht allein sterben, es gibt jemanden,der für sie nach Schweden reist und der sich für sie auf die Suche macht. Auf die Suche nach Antworten. Doris hat immer wieder aufgeschrieben, was in ihrem Leben passierte, sie hat alte Briefe gesammelt und gibt diese und ihr altes Adressbuch in liebevolle Hände. Aber Doris erinnert diesen Menschen auch daran, dass es nur dieses eine Leben gibt. Ermutigt, Träume anzupacken und so endet dieses wunderbare Buch mit den Worten: "Hast du genug geliebt?" Meine Hände werden dieses Buch immer wieder suchen und bestimmte Seiten aufschlagen lassen. Meine Gedanken werden oft Doris ihre Worte hören! Danke, danke Sofia Lundberg für Tränen an einem Sonntag Mittag!

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Rezension -Das rote Adressbuch- Inhalt Hast du genug geliebt in deinem Leben? So viele Namen, die einem im Laufe eines Lebens begegnen. Hast du dir darüber schon einmal Gedanken gemacht, Jenny? Die vielen Namen, die kommen und gehen. Die dir das Herz zerreißen und dich zu Tränen rühren. Die zu Geliebten oder zu Feinden werden. Manchmal blättere ich in meinem Adressbuch. Es ist die Landkarte meines Lebens. Ich werde dir ein bisschen davon erzählen. Cover Das Cover ist passend zum Titel in verschiedenen Rottönen gestaltet und spricht mich sehr an. Schreibstil Die in Schweden lebende Autorin versteht es einen mit ihrem angenehmen und leichten Schreibstil in den Bann zu ziehen. Ich habe das Buch nicht mehr aus den Händen legen können und habe sehr mitgefühlt. Inhalt/Meinung Doris ist eine sehr alte Dame, die fast alle ihrer lieben Mitmenschen überlebt hat, außer ihre Großnichte Jenny mit ihrer kleinen Familie, mit der sie einen guten Kontakt pflegt und die für sie wie eine Enkelin ist. Jenny lebt jedoch weit weg und so können sie sich nur über den Computer sehen. Doris hat viel erlebt in ihrem Leben und viele Menschen getroffen, das stellt sie fest, als sie ihr altes Adressbuch von ihrem Vater durchblättert. Da sie spürt, dass sie nicht mehr lange zu leben hat, beschließt sie anhand ihres roten Buches, die Menschen und somit auch ihr Leben für Jenny festzuhalten. “Diese Geschichte geht unter die Haut. Ein brillantes Buch.” Ich kann mich der Meinung von KULTURBLOGGEN voll anschließen, dieses Buch und seine Charaktere gehen einem sehr unter die Haut und Sätze wie: “Der Mensch will immer so alt wie möglich werden, aber wissen Sie was, es ist überhaupt nicht schön, die Letzte zu sein. Dann hat das Leben keinen Sinn mehr, wenn alle anderen tot sind” auf Seite 69, haben mich sehr zum Nachdenken angeregt. Jeder strebt nach einem langen Leben unter seinen Liebsten, aber wie schwierig es ist alle zu Überleben, zeigt die Journalisten hier ganz deutlich auf. Ebenso ist der Umgang mit der Vergangenheit ein wichtiges Thema in diesem Roman. “Menschen die unter großer Sehnsucht leiden, verändern sich. Sie verschließen die Augen auch für alles andere und verlieren die Fähigkeit, das Schöne zu sehen. Mein Blick war immer rückwärts gerichtet. Ich überhöhte die Vergangenheit, die nicht mehr Teil meines Alltags war.” Dieser Abschnitt ist auf Seite 88 zu finden und hat mich sehr berührt und mich angeregt nicht so sehr auf das Vergangene zu achten und mehr nach vorne zu schauen, das mag nicht immer leicht sein, aber ein Versuch ist es immer wert. Die Charaktere sind sehr anschaulich dargestellt, man fühlt mit Doris mit und kann ihre vergangenen Handlungen nachvollziehen. Fazit Ein sehr gefühlvolles Buch, das einen nicht mehr loslässt und auch im Nachhinein noch lange im Gedächtnis bleibt. Die Rezension passiert auf meinen Leseeindrücken und wird durch die Bereitstellung des Goldmann Verlags nicht beeinflusst. Zum Buch Preis: 20 Euro Verlag: Goldmann Verlag Autorin: Sofia Lundberg Länge: 351 Seiten

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Cover: Das Cover des Buches hat mich angesprochen, ich liebe die Farbe rot und irgendwie hat es mich an eine Tapete oder Geschenkpapier erinnert. Es hat auf mich den Eindruck als würde es dem Leser Gemütlichkeit schenken. Protagonisten: Doris lernen wir als alte, gebrechliche Frau kennen. Sie hat niemanden mehr, denn alle sind mittlerweile gestorben. Einzig ihre großnichte Jenny, die im fernen Amerika lebt, gibt es noch. Mit ihr hat sie auch noch wöchentlich Kontakt und kommt so etwas aus sich heraus. Ich fand es etwas schade das man Doris als ziemlich melanchonische Person bezeichnen kann, wenn man jedoch die Geschichte liest und erfährt, was alles in ihrem Leben passiert ist, kann man sie besser verstehen. Sie ist eine starke Person, die viel mitmachen musste. Damit ihre Geschichte nicht verloren geht schreibt sie ihre Lebensgeschichte auf, die wir in diesem Buch lesen dürfen. Schreibstil: Der Schreibstil hat mich verzaubert. Wir sind im wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit und erfahren die Lebensgeschichte von Doris aus erster Reihe. Ich fand die kleinen Details, die in der Geschichte vorkommen, haben das ganze sehr authentisch aussehen lassen. Es gab einige traurige Stellen im Buch, aber auch lustige, bei denen man lachen musste. Ich muss zugeben, diese Story hat mich sogar zum weinen gebracht, was wirklich nicht viele Bücher schaffen. Ein großes Lob an die Autorin, hier wurde alles richtig gemacht. Fazit: Ein tolles Buch, das sowohl tiefgründig ist, als auch herzerwärmend. Eine große Leseempfehlung.

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Dieses Buch gehört zu den berührendsten, das ich in diesem Jahr gelesen habe. Wie die Autorin in einem Interview dazu erzählt, ist ihre Romanheldin Doris ein Abbild der Schwester ihrer Großmutter. Nach deren Tod hat sie ein Adressbuch in ihrer Wohnung gefunden, mit vielen Namen, die meisten waren durchgestrichen und "Tot" stand daneben. Daraus entstand die Idee zu diesem Roman. In der Geschichte begegnen wir der 96jährigen Doris, die einsam in ihrer Wohnung in Stockholm lebt. Ein Lichtblick in ihrem Alltag ist das Skypen mit ihrer Nichte, die mit Mann und drei Kindern in den USA lebt. Täglich kommt ein Hilfsdienst und macht ihr das Essen, hilft ihr bei der Körperpflege und manchmal bleibt auch etwas Zeit für eine gemeinsame Tasse Kaffee. Doris hat für ihre Nichte ihre Lebensgeschichte aufgeschrieben. Ein altes Adressbuch, das sie als Kind geschenkt bekam, enthält viele Namen von Menschen, die ihr auf ihrem Lebensweg begegnet sind. Die meisten von ihnen sind inzwischen gestorben. Der Roman enthält nun verschiedene Erzählstränge. Einmal das jetzige Leben von Doris, dann ihre Erinnerungen, die mit dem Namen der Person überschrieben sind, die in dem jeweiligen Lebensabschnitt eine besondere Bedeutung für sie hatten. Ein Erzählstrang bringt uns auch das Leben von Doris Nichte näher. Die Schreibweise ist so bildhaft, man glaubt selber mitten in der Handlung zu sein, Gefühle selbst mitzuerleben und kann garnicht das Buch aus der Hand legen. Man bangt, leidet, freut sich, hofft und weint mit der alten einsamen Frau, die auf einen sehr bewegten Lebenslauf zurückblicken kann. Wenn ein Lebensgefährte von Doris sie für immer verlassen hat, steht über dem Kapitel neben dem durchgestrichenen Namen"TOT"... Doris wird mit 13 Jahren von ihrer Mutter als Dienstmädchen an eine reiche Französin weggegeben. Diese schickt sie nach vielen Jahren schwerer Arbeit und einem entbehrungsreichen Leben nach Paris, wo sie als Model arbeiten kann. Hier entdeckt sie eine neue Welt. Immer ist sie auf Suche nach Liebe und Geborgenheit. Als sie glaubt ihren Traummann gefunden zu haben, beginnt der 2. Weltkrieg. In der Hoffnung mit ihrer großen Liebe endlich ein gemeinsames Leben aufbauen zu können, reist sie mit ihrer kleinen Schwester auf dessen Einladung in die USA...Ihr weiterer Lebensweg wird überschattet vom Krieg. Ob sie jemals ihr Glück finden wird und welches Geheimnis sie ihrer Nichte am Ende ihres Lebens offenbart, erfährt der Leser in diesem sehr berührenden Roman. Die Handlung ist durch unverhoffte Wendungen sehr spannend geschrieben. Das Buch ist eine Erzählung über Sehnsucht, die Macht der Liebe und der Freundschaft, das Alter(n) und die damit so oft verbundene Einsamkeit. Es macht nachdenklich über das eigene Leben und sensilibisiert für das Leben alter Menschen und das Miteinander in der Familie. Ich kann dieses Buch nur jedem Leser weiterempfehlen. Es bringt wunderschöne berührende Lesestunden, die man so schnell nicht vergisst....

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Ein Adressbuch enthält noch mehr Geheimnisse als ein Tagebuch. Nach dem Tod des Besitzers bleiben die Namen Schlüssel zu Lebensgeschichten, die vielleicht nie erzählt werden. Die Schwedin Sofia Lundberg nutzt diese Form der Namensauflistung von Personen, um die Biografie ihrer Heldin auszubreiten. Doris, eine über neunzig Jahre alte Schwedin und gebrechlich, skypt mit ihrer einzigen verbliebenen Verwandten, ihrer Großnichte Jenny in New York. Gleichzeitig erinnert sich Doris an die Menschen in ihrem Adressbuch, denen sie in ihrem Leben und auf ihrer Reise um die halbe Welt begegnete. Wie sie vor dem zweiten Weltkrieg erst als Dienstmädchen gearbeitet hat und dann als Model entdeckt wurde, wie sie Freunde verlor und andere fand. Welche Entbehrungen und Schicksalsschläge sie hinnehmen musste. Immer voller Sehnsucht nach ihrer großen ersten Liebe. Gerade durch diese Form, der Wechsel aus der Gegenwart, Doris im Alter, in der Sie-Perspektive, und dann die mit den Namen betitelten Kapitel, die manchmal durchgestrichenen und mit „Tot“ versehen sind, aus der Ich-Perspektive von Doris geschrieben, machen den Reiz dieses Romans aus. Die Geschichte trägt viele autobiografische Anknüpfungspunkte. Die Arbeit als Model kennt Lundberg aus eigener Erfahrung und es gab eine Tante, die wie die Hauptfigur Doris hieß. Das Adressbuch in ihrer Hinterlassenschaft inspirierte Lundberg zu dem Roman. In schnörkelloser Sprache, schnell zu lesen, hält sich die Autorin nicht mit historisch genauen Details oder Metaphern auf, sie konzentriert sich auf ihre Hauptfigur und ihre spannende Geschichte, das ist sehr berührender Lesespaß!

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Das rote Adressbuch ist ein Buch, welches auf den ersten Blick so unscheinbar auf mich wirkte, dass ich erst durch andere Leser darauf aufmerksam geworden bin und so meine Neugier weckte. Und so begann ich, in die Welt der 96 jährigen betagten Doris einzutauchen, die einen nachhaltigen Eindruck mit ihrer Geschichte in mir hinterlassen hat... Doris Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Da ist die Gegenwart, in der wir als Leser Doris mit ihren stolzen 96 Jahren kennenlernen. Sofia Lundberger erzeugt so bereits am Anfang des Buches eine sensible Stimmung, die mir direkt ein Gefühl dafür vermittelt hat, wie sich diese betagte Dame fühlen muss. Eine einsame Wohnung, in der der regelmäßig erscheinende Pflegedienst eine kurze Ablenkung vom Alltag schafft, die wöchentlichen Anrufe ihrer Großnichte, die sie mit besonders großer Freude erwartet und die vielen restlichen Stunden, die sie in großer Einsamkeit verbringt. Doris schwelgt sehr oft in Erinnerungen, die sie ihrem roten Adressbuch zu verdanken hat. Ein Buch mit mit vielen gelebten Leben, die mittlerweile fast alle von ihr geggangen sind. Und so blättert Doris durch das Adressbuch und erzählt aus ihrer Vergangenheit, die mit dem frühen Tod ihres geliebten Vaters begonnen hat und weiter verlief mit all den Menschen, die sie auf ihrem Lebensweg, ob kurz oder lang, begleitet haben. Es ist nicht nur Doris bewegendes Leben, was mich an die Zeilen fesselte, sondern auch die Umsetzung der Autorin, dass alle geliebten Menschen aus dem roten Adressbuch zu einer Geschichte zusammengefügt worden sind, die in mir als Leser nie das Gefühl erzeugten, dass zeitliche Lücken in der Erzählung entstanden wären. Und so folgte ich der starken Doris durch ein schwieriges Leben über mehrere Kontingente, in dem sogar zeitweise der Krieg vorherrschte und alles sehr schwierig gestaltete. Ein Leben mit vielen schönen Momenten, die mir ein Lächeln ins Gesicht zauberten aber auch sehr vielen traurigen Szenen, die mir die Trageweite ihrer Handlungen erst so richtig bewusst machen. Es ist ein Buch über eine starke und mutige Frau, die am Ende doch noch einmal das große Glück erfahren durfte. Mein Fazit: Das rote Adressbuch ist in meinen Augen nicht nur ein sehr emotionales Werk über eine bewegende Geschichte einer alten Frau, sondern es war für mich so viel mehr. Es hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. Über unser System und den Umgang mit der älteren Bevölkerung. Die Einsamkeit vieler älterer Menschen und das daraus resultierende Gefühl, meinen Mitmenschen noch mehr an Aufmerksamkeit zu schenken. Sofias Lundberg Buch wird mich noch eine lange Zeit in meinen Gedanken begleiten. Ein bewegendes Werk, welches mein Herz berührt hat und in mir immer wieder die Frage der letzten Seite des Buches in Erinnerung ruft. „Hast du in deinem bisherigen Leben genug geliebt?“

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