Leserstimmen zu
Für immer die Deine

Jana Voosen

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Die beiden Zeitebenen in dieser Geschichte sind am Anfang klar abgegrenzt und verschmelzen zum Ende immer mehr. Marie interviewt ein altes Ehepaar, das im Dritten Reich gelebt hat. Deren Geschichte ist voller Schwierigkeiten - miteinander und mit der damaligen Zeit. Klara hatte schon immer einen Sturkopf und kann sich schwer anpassen,  Fritz dagegen ist sehr geduldig, stößt aber auch an seine Grenzen. Ihre Erlebnisse im Krieg sind schrecklich, und realitätsnah. Ich finde es sehr wichtig mal wieder auf die damalige Zeit mit Rassismus, Hunger und Krieg hinzuweisen. Aber auch die Verbindung der "alten" Eheprobleme mit der heutigen Situation von Marie ist lesenswert. Es wird nie der Zeigefinger erhoben, sondern eher berichtet - aber trotzdem mit Gefühl. Ich frage mich wie ich in diesen Situationen reagiert hätte - und gerade dieses zum Denken anregen macht die Geschichte nicht nur unterhaltsam sondern sehr gut.

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Bei ihrer Recherche zu einem Artikel über den Zweiten Weltkrieg, stößt die Hamburger Journalistin Marie auf Klara und Fritz, ein Ehepaar im Alter von knapp einhundert Jahren. Nach erstem Misstrauen gegenüber der jungen Frau öffnet sich Klara ihr gegenüber und erzählt ihr, wie sie mit siebzehn unverhofft schwanger wurde, Fritz heiratete, welcher kurze Zeit später in den Krieg ziehen musste und von einem alten Mann, der nicht der war, der er vorgab zu sein. Sie erzählt Marie ihre ganze tragische aber auch romantische Geschichte, welche auch Auswirkungen auf deren Leben hat. Wäre ich nicht auf Instagram mit dieser Geschichte konfrontiert und wäre nicht so sehr von ihr geschwärmt worden, ich bin ehrlich, wäre ich niemals an diesem Buch hängen geblieben. Und dennoch bin ich wahnsinnig froh, dass ich sie gelesen habe, denn auch ich muss mich den positiven Stimmen anschließen. Erzählt wurde die Geschichte in verschiedenen Zeitsträngen und aus verschiedenen Perspektiven. Dadurch bekommt man einen sehr guten Gesamteindruck von den einzelnen Charakteren, ihren Gedanken und ihren Gefühlen, auch wenn sie nicht aus der Ich-Perspektive geschrieben wurde. Ansonsten ist Jana Voosens Schreibstil zwar recht niveauvoll und stilsicher, aber auch leicht und einfach zu lesen, weshalb ich nur so durch die Seiten geflogen bin. Die Handlung in diesem Roman war einfach wundervoll, romantisch, dramatisch und emotional und obwohl sie nicht besonders aufregend war, war sie dennoch sehr interessant und konnte mich absolut in ihren Bann ziehen. Dabei ist sie nicht nur eine Familiengeschichte und auch nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern spricht viele verschiedene Themen an, wie zum Beispiel junge, ungestüme Liebe, Familie, Vergebung und das Überleben in Kriegszeiten. Es erzählt von einer starken Frau, Zivilcourage und stillem Heldentum und davon, wie eine Liebe auch durch dramatische Zeiten hindurch bestehen kann. All das hat mir einfach keine Ruhe gelassen und ich musste das Buch einfach in beinahe einem Rutsch durchlesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte von Klara und Fritz ausgeht. Und auch Maries Schicksal hat mich nicht kalt gelassen. Wobei ich auch schon bei den Charakteren wäre. Diese fand ich zwar nicht alle unbedingt sympathisch, aber das machte mir gar nichts aus, waren sie doch alle sehr gut und nachvollziehbar geschrieben. Für mich wirkten sie durchweg realistisch und greifbar. Klara ist eine selbstbestimmte, starke Frau, egal ob in der Jugend oder im Alter, Fritz hingegen eher ruhig und bodenständig. Zusammen ergeben sie ein süßes Paar, welches ich sehr mochte. Marie hingegen fand ich nicht ganz so sympathisch, aber dennoch nicht weniger gut beschrieben. Für mich ist dieser Roman auf jeden Fall eine absolute Empfehlung und auch, wenn er mich trotz einiger emotionalen Stellen, nicht zum Weinen gebracht hat, so hat er mich doch berührt. Wer also gern emotionale, realistisch wirkende Geschichten mit historischem Hintergrund liest, sollte hier unbedingt zugreifen.

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Vergebung

Von: Baroness

04.09.2019

„Vorsicht Spoiler!“ Marie ist auf der Suche nach einer Story für die Zeitung. Die Sonderausgabe ist dem Zweiten Weltkrieg gewidmet. Geschichten von Zeitzeugen werden gesucht und das ist nicht so einfach. Zudem will Marie endlich einen Schlussstrich in Bezug auf ihre Ehe ziehen. Viel zu lang ist sie mit ihrem Mann schon getrennt. Simon möchte aber keine Scheidung, sondern versucht mit allen Mitteln, einen Neuanfang für sie beide. Klara und Fritz sind seit Kindheitstagen befreundet. Als Jugendliche wird daraus Liebe, obwohl ihre Eltern nicht davon begeistert sind. Klara ist schwanger, sodass die Beiden schnellstens heiraten müssen. Für das junge Paar ein Vorteil, denn endlich dürfen sie zusammen sein. Nach der Hochzeit erhalten sie eine kleine Wohnung in Hamburg. Als das Baby kommt, ist das Glück perfekt. Aber nicht lange, denn Fritz wird eingezogen. Die Zeit ist bedrückend, denn Hamburg wird bombardiert. Die Essensrationen sind knapp und viele Menschen werden verfolgt. Dann lernt Marie im Haus einen alten Mann kennen. Weil er nicht gut zu Fuß ist, hilft Klara Herrn Wiechert. Aber dann muss Marie feststellen, dass alles eine Lüge war. Die Begegnung hinterlässt Spuren, sodass ihrem Leben waghalsiges Unheil droht. „Das ist was ganz anderes, als zu verdrängen, dass irgendwo da draußen etwas Unrechtes geschieht.“ Ich möchte euch nicht jede Episode erzählen, denn dann fehlt die Neugier und das wäre schade. Meine Meinung: Der Titel und der Klappentext hat mein Interesse geweckt. Es ist kein schnulziger Liebesroman, wie man vielleicht vom Titel vermutet. Sondern es werden Schicksale erzählt, die in einer bedrückenden Aufeinanderfolge agieren. Es gibt zwei Handlungsstränge. Die Gegenwart ist kürzer gehalten, der historische Hergang ist länger. Beide Ereignisse verbinden sich. Die Protagonisten sind gut gewählt und sehr glaubhaft. Gerade Klara gefällt mir gut. Sie ist jung, möchte leben und lieben, muss aber Verzicht leisten, weil der Krieg es nicht zulässt. Schuld? Sühne? Nein, sie ist einsam und verletzlich. Dazu der Krieg, der nicht nur Menschenleben fordert. Aber auch Fritz muss seine Entscheidung treffen. Er ist verwundbar durch die Kriegserlebnisse, aber dennoch feinfühlig. Ebenso Jal, der versucht am Leben zu bleiben. Es ist die Zeit, die die Wunden verursacht und die Menschen beeinflusst. Die Beweggründe sind nachvollziehbar und gut beschrieben. Nicht direkt der Kriegsverlauf steht im Vordergrund, sondern die Menschen, die davon betroffen sind. Aber auch die Atmosphäre ist gut offenbart. Es ist eine bewegende Geschichte, die in zwei Zeitebenen spielt. Beide Handlungsstränge haben ihre emotionalen Seiten. Gerade in der Gegenwart kann man sich gut hineinversetzen. Es gibt mit Sicherheit viele Paare, die vor der gleichen Situation standen. Das Geschehen ist in Kapiteln unterlegt, die Zeitebene wird angezeigt. Der Titel passt hervorragend, das Cover überzeugt auch. Die Geschichte lässt sich flüssig lesen und ist dramatisch bis zum Schluss. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und deswegen vergebe ich 5 Sterne. Fazit: Eine gelungene Geschichte, dass mit ihrem Geschehen und der Historik überzeugend ist. Die Charaktere der Protagonisten sind glaubhaft, ebenso die Darstellung des Umfeldes ist effektiv gelungen.

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Der Hamburger „Zeitgeist“-Verlag will eine Sonderausgabe zum Beginn des Zweiten Weltkrieges bringen, der sich zum 80. Mal jährt. Die nach wie vor nicht so ganz ernst genommene Journalistin Marie sieht hier ihre Chance, sich zu profilieren. Ihr Noch-Ehemann Simon weist sie auf eine Anzeige hin, in der das Ehepaar Hansen ihr 79. Ehejubiläum feiert. Das betagte Paar wäre genau der richtige Aufhänger für eine spannende Geschichte, denkt sich Marie und macht sich auf den Weg ins Alte Land. Klara ist erst 17, als sie von ihrem Jugendfreund Fritz schwanger wird. Um den Skandal möglichst gering zu halten, heiraten die beiden. Ihr Glück währt nicht von langer Dauer, denn der Zweite Weltkrieg bricht an und Fritz muss an die Front. Klara schlägt sich mehr schlecht als recht mit ihrem kleinen Sohn Paul in Hamburg durch. Sie hilft dennoch ihrem älteren Nachbarn, der allerdings ein Geheimnis hegt. Dieses bringt sie in große Gefahr und ihre Ehe ins Wanken. Meine Meinung: Ich lese immer wieder gern Geschichten, die zu Kriegszeiten spielen, wo manche Menschen über sich hinausgewachsen sind. Daher hat mich die Buchbeschreibung von „Für immer die Deine“ auch sofort angesprochen. Das Buch hat mir dann letztlich mehr gegeben, als ich mir davon versprochen hatte. Die dramatische Lebens- und Liebesgeschichte des Ehepaares Hansen zieht den Leser von der ersten Seite an in seinen Bann. Die wenigen glücklichen Zeiten, die die beiden vor Kriegsbeginn miteinander haben, berühren ebenso wie die dann folgenden Entbehrungen, einschneidenden Veränderungen und grausamen Ereignisse. Klara ist nicht ohne Fehler, aber genau das macht sie so authentisch. Bis zuletzt bangt man um die große Liebe der Hansens und auch Marie wird klar, dass Verzeihen einen Großteil zu einer langjährigen Lebensgemeinschaft beiträgt und überträgt es auf ihr eigenes Leben. Ich war wie Klara beim Lesen hin- und hergerissen zwischen Verantwortung, schlechtem Gewissen, aber auch überbordenden Gefühlen in einer Welt, wo nichts mehr ist, wie es mal war. Jana Voosens Roman hat mich tief bewegt und einmal mehr gewisse Wertevorstellungen überdenken lassen. Uneingeschränkte Empfehlung für Leser tiefgründiger Liebesgeschichten, die einen so schnell nicht loslassen.

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Am 1. September 2019 jährt sich der Beginn des Zweiten Weltkriegs zum 80. Mal. Das bedeutet: Wer zum Zeitpunkt des deutschen Einmarsches in Polen zehn Jahre alt war, ist heute 90 – die Zahl der noch lebenden Zeitzeugen nimmt naturgemäß rasant ab und bald wird es niemanden mehr geben, der nachfolgenden Generationen aus erster Hand erzählen kann, wie das damals war. Umso wichtiger ist es, dass es Bücher gibt wie dieses, die die Erinnerung lebendig halten und das auf packende, ja unterhaltsame Weise. Zur Handlung: Die Journalistin Marie arbeitet beim Hamburger Magazin „Zeitgeist“, das eine Sonderausgabe zum 80. Jahrestag des Kriegsbeginns plant. Bei ihren Recherchen stößt Marie auf eine alte Anzeige zum 79. Hochzeitstag von Klara und Fritz Hansen. Die beiden haben demnach im Mai 1939 im Alten Land geheiratet. Maries journalistischer Spürsinn ist geweckt, sie reist nach Jork und bemüht sich um ein Interview mit den beiden. Während Fritz zunächst abweisend ist, willigt Klara schließlich in ein Gespräch ein und erzählt Marie ihre Lebensgeschichte: Klara und Fritz waren schon als kleine Kinder befreundet und aus Freundschaft wurde Liebe. Als Klara mit 17 schwanger wurde, was das natürlich ein riesiger Skandal, doch Fritz und sie heirateten und zogen mit dem kleinen Sohn Paul nach Hamburg. Ihr Glück währte allerdings nicht lange, denn Fritz wurde eingezogen und musste als Soldat an der Ostfront kämpfen. Wie so viele andere Frauen auch, musste Klara den Alltag mit ihrem kleinen Kind ganz alleine stemmen. Als Hamburg immer häufiger Ziel von verheerenden Bombenangriffen wurde, entschloss sie sich schweren Herzens, Paul zu ihren Eltern ins relativ sichere Alte Land zu bringen – wohlwissend, dass sie dabei noch Glück hatte, denn viele andere Eltern, die ihre Kinder aufs Land schickten, hatten nicht wie sie die Gewissheit, dass der geliebte Nachwuchs bei den eigenen Großeltern in den besten Händen war. Zu gerne wäre Klara ebenfalls im Alten Land geblieben, doch ihre Arbeit bei der Bahn wurde als kriegswichtig eingestuft, man ließ sie nicht gehen. Also blieb sie einsam und allein in Hamburg zurück. Im obersten Stock ihres Mietshauses wohnte ein gebrechlicher alter Mann und aus Gutherzigkeit bot Klara ihm ihre Hilfe an. Sie ahnte nicht, dass sie damit ein Geheimnis aufdecken würde, das sie in große Gefahr bringen und auch ihre Ehe auf eine harte Probe stellen würde. Denn als Fritz 1943 schwer verletzt nach Hamburg zurückkehrte, drohte die Situation zu eskalieren… Je weiter Marie in die Geschichte von Klara und Fritz eintaucht, umso mehr überdenkt sie auch ihr eigenes Leben. Denn sie hat sich zwei Jahre zuvor von ihrem Mann getrennt, nachdem der sie betrogen hat. Seitdem kämpft er darum, dass sie ihm verzeiht, doch das gelingt Marie bislang nicht. Erst das bewegende Schicksal von Klara und Fritz lässt sie manches in einem neuen Licht betrachten. So ist dieser Roman auch ein Appell ans Verzeihen, ans nicht Aufgeben und an das Festhalten an einer großen Liebe. In erster Linie aber ist diese Geschichte ein aufrüttelndes Dokument aus einem der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte. Obwohl fiktiv, gab es damals doch genug Geschichten, die sich so oder ähnlich zugetragen haben. Viele Menschen wurden zu stillen Helden, indem sie Verfolgten halfen, sie vor den Nazis versteckten oder ihnen zur Flucht verhalfen. Klara ist mir im Laufe des Romans sehr ans Herz gewachsen. Von einem lebenslustigen, etwas naiven Backfisch entwickelt sie sich zu einer anpackenden jungen Frau mit einem großen Herz, die nicht immer vorher das Für und Wider ihrer Taten abwägt und sich damit so manches Mal in Schwierigkeiten bringt. Aber genau dieses spontane Handeln, das Hören auf ihr Herz, ist es auch, was sie so liebenswert macht. Deshalb habe ich am Ende des Romans auch wirklich Rotz und Wasser geheult, als… nein, das verrate ich hier nicht, das müsst Ihr unbedingt selber lesen. Ich lege Euch dieses Buch nämlich ganz, ganz dringend ans Herz, es wird Euch packen und so bald nicht mehr loslassen.

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1937 erschüttert die Bewohner im Alten Land ein Skandal: Die 17-jährige Tochter des wohlhabenden Obstbauern bekommt ein Kind vom Sohn des Pfarrers. Klara und Fritz kennen sich schon von Kindesbeinen an. Fritz ist der beste Freund von Klaras Bruder Willi. Es ist klar, dass die beiden auch heiraten werden. Um dem Gerede im Heimatdorf Jork zu entkommen, sucht sich die kleine Familie in Hamburg ein neues Zuhause. Ihr gemeinsamer Sohn ist kaum zwei Jahre alt als am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg ausbricht. Fritz muss als Soldat an die Front. 80 Jahre später recherchiert die Journalistin Marie für das Magazin Zeitgeist eine Reportage über Zeitzeugen zum Zweiten Weltkrieg. Sie stößt auf Klara und Fritz. Das betagte Paar lebt in Jork und feiert demnächst Eichenhochzeit. Sie könnten den Bericht mit ihren persönlichen Erlebnissen bereichern. Doch Fritz gibt sich zunächst verschlossen. Marie muss ihre Bitte mehrmals vortragen, bevor sie eine ergreifende Lebensgeschichte erzählt bekommt. Die Liebe war auch in den vorherigen Romanen von Jana Voosen ein großes Thema. Nun hat sie erstmals eine zweite Zeitebene hinzugenommen. Sie macht dabei jeweils Klara und Marie zur Protagonistin. Je tiefer man in die Geschichte eintaucht, desto deutlicher wird die unterschiedliche Wertschätzung einer Beziehung in den jeweiligen Zeiten. Marie lebt nach fünf Jahren Ehe bereits wieder getrennt von ihrem Mann. Sein Betrug hat sie tief verletzt, sodass sie seine Entschuldigung schon mehrmals zurückgewiesen hat. Stattdessen tröstet sie sich immer mal wieder mit einem Kollegen aus dem Verlag. Glücklich ist sie trotzdem nicht. Erst Klaras Schilderungen stoßen in Marie etwas an, dass sie über eine zweite Chance für ihre Ehe nachdenken lässt. Klara beschließt, Marie die Fragen zu beantworten, die sie für ihre Reportage benötigt. Sie erzählt ungeschönt, wie sie das Überleben in der Kriegszeit gemeistert hat. Sie berichtet von den Bombenangriffen über Hamburg, von der Lebensmittelknappheit und von der permanenten Angst um Freunde und Familie. Sie lässt vor allem den Leser nachfühlen, wie sich die junge Frau allein in einer bombardierten Stadt gefühlt haben muss. Damit ihrem Sohn Paul nichts passiert, brachte sie ihn zu ihren Eltern nach Jork. Dank der dortigen Obstplantagen hatte Klara ein paar zusätzliche Äpfel zu ihren rationierten Lebensmitteln. Sie lässt den Leser mitfühlen, wie willkürlich mit den Menschen umgegangen wurde. Dazu kommt die Ungewissheit, wie es wohl den nahestehenden Familienmitgliedern an der Front ergeht. Nicht jeder kehrte zurück. Der Zusammenhalt unter der Nachbarschaft ist lebenswichtig und auch gefährlich, weil man immer damit rechnen muss, dass ein Verräter darunter ist. Durch Zufall entdeckt Klara, dass sich ein junger Roma hinter der Identität eines älteren Nachbarn versteckt. Sie ist bereit, ihn zu verstecken. Dabei gefährdet sie auch ihr eigenes Leben. Es kommt allerdings noch schlimmer: Ihre Affäre bleibt nicht ohne Folgen. Als Fritz von der Front heimkehrt, scheint ihre Ehe am Ende. Diese persönlichen Erinnerungen lesen sich, als würde Klara es uns ebenfalls erzählen. Sie tragen dazu bei, dass ein Verständnis für jedermanns Handeln aufgebaut wird. Die Epoche wird dadurch lebendig und regt zum Vergleich mit der Gegenwart an. Die Werte haben scheinbar nicht mehr dasselbe Gewicht, wenngleich sie immer noch dieselben sind. Am 1. September jährt sich der Ausbruch des Weltkrieges zum 80. Mal. Die dunkle Geschichte sollte vor allem darum nicht vergessen werden, weil sie sich keinesfalls wiederholen darf. Der Mut und die Entbehrungen, die jeder aufzubringen hatte, sind sonst umsonst gewesen. Der Roman erinnert daran und lässt auch die heutige Generation daran teilhaben, auch wenn die Zeitzeugen immer weniger werden.

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Klara ist erst siebzehn Jahre alt als sie schwanger den Sohn des Pfarrers heiratet und das auch noch im Alten Land im Jahr 1939, Die Beiden sind glücklich, nur Leider wird das junge Glück vom Ausbruch des zweiten Weltkriegs gestört da Fritz eingezogen wird. Klara schlägt sich mit ihrem Kind alleine durch, doch als sie dem alten Mann über ihr Hilft macht sie eine Entdeckung von der sie nicht weiß was sie davon halten soll. Im Jahr 2019 in Hamburg stößt die Journalistin Marie bei der Recherche zu einem Artikel auf Klara und Fritz Hansen, dabei konnte Marie nicht ahnen wie die Begegnung mit diesen zwei Personen auch ihr Leben beeinflussen wird. Ich wurde auf den Roman im Internet bei meinem Stammbuchhändler aufmerksam und da ich gerne Romane lese die vielleicht nicht zu 100% Historisch belegt sind aber doch wahre Hintergründe haben. Hier behandelt der Roman die NS-Zeit wo es für niemand leicht war, gut vielleicht für die ganz treuen Parteigenossen aber sonst nicht. Ja, die Geschichte ist fiktiv aber man kann sich schon vorstellen, dass es das genau so früher gegeben hat. Klara und Fritz sind nur sehr jung als sie Heiraten und der Weg war nicht einfach für sie und doch haben sie es geschafft zusammen zu bleiben und Kompromisse einzugehen. Gerade Klara die plötzlich für sich und ihr Kind Sorgen muss und ganz langsam erkennen muss wie perfide der Plan ist welcher Hitler verfolgt. Die Handlung des Romans war auf zwei Handlungsspielräume aufgebaut, zum einen die Vergangeheit ab 1939 der Hauptsächlich von dem Handlungsstrang von Klara erzählt wird. Dann gab es auch noch die Gegenwart die fast vollständig aus der Sicht von Marie erzählt wurde bis auf zwei Kapitel. Man konnte dem Handlungsverlauf immer sehr gut folgen, da es bei Wechseln auch immer die genauen Angaben als Kapitelüberschrift, sprich Ort, Monat und Jahr, gab. Auch die Entscheidungen die getroffen wurden waren für mich immer vollständig nachvollziehbar und plausibel. Der Spannungsbogen war auch bis zum Schluss gespannt und ganz ehrlich mit diesem Ende hätte ich dann doch nicht gerechnet. Nur war aus Klaras Schwester wurde hätte mich noch interessiert. Die Figuren des Romans waren mit soviel Liebe zum Detail beschrieben, so dass ich sie mir während des Lesens nicht nur vorstellen konnte sondern sie fast schon zu Freunden wurden mit denen ich mitgefiebert und gelitten habe. Obwohl ich noch nie im Alten Land geschweige denn in der City von Hamburg war konnte ich mir alle Handlungsorte problemlos vor dem inneren Auge entstehen lassen. Alles in allem hat mich der Roman von Jana Voosen nicht nur etwas berührt, nein, er ist mir an die Nieren gegangen und ich habe am Ende mehr als nur eine Träne verdrückt was bei mir eher selten vorkommt. Für mich ist es ein Roman den ich nicht missen möchte und zu 100% in mein Bücherregal gehört und einer meiner Lieblingsromane 2019 ist. Natürlich vergebe ich für den Roman alle fünf Sterne, gerne noch mehr wenn dies gehen würde.

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Leseempfehlung für einen wunderbaren Roman

Von: Susanne Nowak aus Meerbusch

18.08.2019

Es war das Cover, was mich sofort angesprochen hat und der Klappentext versprach eine etwas andere Liebesgeschichte…und ich wurde nicht enttäuscht. Wenn auch zu Beginn alles ein wenig vorhersehbar erscheint, nimmt die Geschichte nach kurzer Zeit völlig ungeahnte Wendungen. Jana Voosen schreibt flüssig, leicht lesbar und versteht es, spannend und vor allen Dingen so fesselnd zu schreiben, dass man den Roman am liebsten nicht mehr aus der Hand legen möchte. Die Charaktere wirken authentisch und man kann ihre Emotionen gut nachvollziehen und auch verstehen. Der Wechsel zwischen den beiden Erzählsträngen, Gegenwart und Vergangenheit ist wunderbar gelungen und weist immer wieder gewisse Parallelen auf, die sich dem Leser aber erst allmählich nach und nach erschließen. Klara, die Protagonistin der Vergangenheit ist meine Heldin, ihr Mut, ihre Unerschrockenheit, ihr zweifeln und nicht aufgeben sind einzigartig, dabei ausgestattet mit einem gesunden Selbstbewusstsein und ihrer unerschütterlichen Liebe zu Fritz….echte Liebe erträgt auch Schmerz…. Der Roman spielt im Jahr 1939, einer Zeit, die für mich die dunkelste Zeit der deutschen Geschichte ist und Jana Voosen hat diese Zeit ebenso nachvollziehbar wie auch emotional beschrieben. Wir sind alle nicht unfehlbar, manchmal liegen Herausforderungen vor uns, die zu meistern Mut und auch Liebe erfordern, eine wahre und tiefe Liebe hält auch Stürmen stand…. Eine klare Empfehlung für eine spannende und fesselnde Liebesgeschichte der etwas anderen Art.

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