Leserstimmen zu
Das kalte Reich des Silbers

Naomi Novik

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"Das kalte Reich des Silbers" war mein erstes Buch der Autorin und aufgrund der zahlreichen positiven Bewertungen und Rezensionen, war ich sehr gespannt auf das Buch. Lustigerweise muss ich zugeben, dass ich zu Beginn gar nicht wusste, dass es sich um eine lose Nacherzählung des Märchens "Rumpelstilzchen" handelt. Vermutlich einfach deshalb, weil ich das Märchen nie gelesen habe. Die Ähnlichkeiten sind mir erst nach und nach aufgefallen. Da mir das Märchen also nur grob durch Anspielungen aus Filmen und Serien bekannt ist, kann ich gar nicht sagen, inwiefern Ähnlichkeiten zum Märchen der Gebrüder Grimm bestehen (bis auf den Umstand, dass Mirjem Silber zu Gold machen sollte). Der Anfang des Buches fand ich noch sehr vielversprechend. Der Beginn fokussiert sich vor allem auf die Einführung von Mirjem, die als Tochter eines Pfandleihers den Job ihres Vaters übernimmt, und in ihrem Dorf Geld eintreibt. Schnell einmal kreuzen sich die Wege mit der zweiten Protagonistin Wanda, die für Mirjems Familie arbeiten soll, um die Schulden ihres Vaters nach und nach abzubezahlen. Was für viele wie eine Strafe klingt, war für Wanda eine willkommene Abwechslung, um ihrem schwierigen Vater entfliehen zu können. Während ich diese beiden Handlungsstränge anfangs noch sehr interessiert verfolgt habe, konnte mich die Erzählung um die dritte Protagonistin, Irina, leider nicht wirklich packen - und ich kann gar nicht genau benennen, woran es lag. Irina wird durch eine Hochzeit mit einem Zar zur Zarin, muss aber kurze Zeit später feststellen, dass ihr Ehegatte von einem Dämon besessen ist. Vielleicht hatte ich Mühe mit Irinas Perspektive, weil sie im ersten Drittel fast gar nichts mit den beiden anderen Protagonistinnen zu tun hat und mir deshalb die Verbindung zu Irina gefehlt hat. Das ändert sich zwar im Mittelteil, aber dann begann leider insgesamt mein Interesse für alle drei Handlungsstränge zu schwinden. Das lag vor allem daran, dass Noviks Schreibstil sehr detailliert und ausführlich ist und die Handlung nur schleppend vorangetrieben wird. Ich bin für solche Bücher, die extrem langgezogen sind, einfach nicht gemacht und habe das Buch ab der Hälfte sehr zäh und langatmig gefunden. Zu diesem Zeitpunkt habe ich begonnen, einzelne Abschnitte nur noch quer zu lesen, um wenigstens ein bisschen schneller voranzukommen. Aber selbst so habe ich es nicht zum Ende des Buches geschafft und es im letzten Drittel schliesslich ganz abgebrochen. Mich konnte die Story im Verlauf leider überhaupt nicht mehr packen und ich hätte das Buch vermutlich besser gefunden, wenn es 200 Seiten kürzer, dafür deutlich temporeicher gewesen wäre. Mit fast 600 Seiten braucht man aber viel Geduld, bis endlich mal etwas Nennenswertes passiert. Und die hat mir leider gefehlt und hat für mich deshalb das Lesen, je länger es gedauert hat, fast unerträglich gemacht. Das Worldbuilding wäre an und für sich sehr interessant gewesen und ich hätte gerne mehr über das Wintervolk der Staryk erfahren. Aber leider erfährt man zumindest in der ersten Hälfte zu wenig, als dass mein Interesse aufrechterhalten hätte werden können. Ein weiterer Kritikpunkt, der mir grosse Schwierigkeiten bereitet hat, am Ball zu bleiben, war der ständige Perspektivenwechsel. Die verschiedenen Abschnitte oder Kapitel werden nicht durch die Namen der Charaktere eingeleitet, so dass man selbst herausfinden muss, aus welcher Sicht man die Story gerade verfolgt. Das wird mit der Zeit zwar einfacher, aber hat gerade am Anfang dazu geführt, dass ich sehr lange gar nicht gemerkt habe, dass Irina als neue Protagonistin hinzugekommen ist und ich sie zunächst mit Mirjem verwechselt hatte. (Die ebenfalls zu einer Eheschliessung gezwungen wird). Man muss also schon sehr aufmerksam lesen, damit einem nichts entgeht. Und der Perspektivenwechsel hat das Lesen für mich unnötig kompliziert gemacht. Hinzu kommt natürlich auch noch, dass solche Wechsel natürlich ungünstig ist, wenn man nicht alle Handlungsstränge gleichermassen interessant findet. Fazit: Ich kann verstehen, warum "Das kalte Reich des Silbers" von vielen gelobt wird, denn Noviks eigene Interpretation eines Märchens der Gebrüder Grimm und das daraus resultierende Worldbuilding bieten viel Potential. Leider hat der Schreibstil der Autorin so gar nicht meinem Geschmack entsprochen und die vielen Details und die ständigen Perspektivenwechsel haben das Lesen für mich sehr zäh und langatmig gemacht. Irgendwann habe ich es nicht mehr ausgehalten und musste das Buch aus Desinteresse abbrechen. Es ist keineswegs schlecht, aber hat mit seinem sehr gemächlichen Erzähltempo leider überhaupt nicht meinen Lesegeschmack getroffen. Ich kann deshalb nur 2 Sterne vergeben.

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Mirjems Vater ist Pfandleiher und während er besonders gut darin ist, den Menschen Gold und Silber zu leihen, ist er umso schlechter darin, die Schulden auch wieder einzutreiben. Die Leute nutzen ihn aus und so leidet die Familie des Pfandleihers mehr als die der anderen. Als dann aber auch noch Mirjems Mutter erkrankt, beschließt sie kurzerhand selbst das Geschäft zu übernehmen. Tag für Tag fordert sie nun zurück, was ihr gehört. Schon bald sagt man, dass Mirjem Silber zu Gold machen könne. So weckt Mirjem auch Neugierde beim König der Staryk, dem magischen Eisvolk. Er stellt ihr Prüfungsaufgaben. Wird sie diese Prüfungen nicht bestehen, wird der König der Staryk sie töten und die Menschheit in Kälte versinken lassen. Ich habe mich besonders auf dieses Buch gefreut, aber während des Lesens ließ meine Freude immer mehr nach, bis sie schließlich weg war und ich das Buch einfach nicht mehr lesen wollte. Es gibt solche Bücher, das ist auch völlig normal, aber besonders schade, dass dieses eines davon sein musste. Aber mal ganz vom Inhalt selbst abgesehen, muss ich doch kurz sagen wie schön das Cover ist! Es wirkt elegant und schon fast königlich. Beim Cover bleibt es dann aber leider auch schon. Es scheint mir, als würde alles in das Cover gesetzt worden sein. Ich finde gar keine Worte um dieses Gefühl ausdrücken zu können. Es ist einfach, als würde ich wortwörtlich aus dem Buch „rausgeschmissen“ werden. Es ist nicht die Lust, die während des Lesens nachgelassen hat, sondern der Spaß, die Freude und die Spannung. Auf mich persönlich wirkte das Buch besonders schnell niedergeschrieben und geschlossen. Schade eigentlich, die Geschichte an sich hätte bestimmt mehr in sich. An den Protagonisten haben mir sogar die zwei Mädels besser gefallen als Mirjem selbst. Es ist langweilig gewesen, schon so lang gezogen, dass die Gefühle nicht mehr ordentlich rauskommen… Leider ein Buch, bei dem ich mich sehr schwer getan habe und das ich ungern weiterempfehlen würde. Doch vielleicht sind die Geschmäcker verschieden. Bengisu Bor, 14 Jahre

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Als ich zum ersten Mal auf das Buch aufmerksam wurde, da war mein Interesse direkt geweckt, denn der Klappentext versprach eine spannende Fantasygeschichte mit starker Protagonistin. Die Atmosphäre im Buch ist herrlich düster und märchenhaft, so wie ichs eigentlich gerne mal mag und der Weltentwurf war unglaublich großartig. Auch die Protagonistinnen konnten mich alle drei für sich gewinnen, wobei ich Mirjem glaube ich am liebsten mochte, aber wirklich festlegen mag ich mich da nicht, denn sie waren mir alle drei sehr sympathisch. Was mir dagegen nicht so gut gefallen hat, war, wie langatmig und zäh sich die Geschichte gelesen hat. Schon der Einstieg war ziemlich schwer und obwohl ich immer die Hoffnung hatte, dass sich das im Verlauf bessert, hat es das nicht getan. Die Autorin hat einen sehr eigenen Stil den man mögen muss, Spannung war nur so mäßig vorhanden und eine Liebesgeschichte, auf die ich in Fantasyromanen ja irgendwie immer ein bisschen baue, gab es so eigentlich nicht. Gegen Ende da war ein klitzekleiner Hauch spürbar, aber da war es eigentlich schon zu spät, um mich noch zu kriegen. Hinzu kam der häufige Perspektivwechsel, mit dem ich hier echte Schwierigkeiten hatte, weil er so gar nicht angekündigt wurde und immer aus der Ich-Perspektive erzählt wurde. Ich habe immer einen Moment gebraucht um zu kapieren, wer jetzt eigentlich erzählt, das hätte man definitiv besser lösen können, in dem man vielleicht eine Titelüberschrift wählt oder zumindest den Namen des Charakters erwähnt, der gerade dran ist. Hat mich sehr verwirrt, damit hab ich aber generell oft meine Schwierigkeiten. Ich hab das lieber klar gekennzeichnet. Ein weiterer Kritikpunkt war, dass sich die Autorin für meinen Geschmack zu oft mit Nichtigkeiten aufhält, statt ein paar mehr Fakten einzustreuen. Ich hatte wirklich auf eine durchweg großartige Story gebaut, wurde aber leider doch enttäuscht und werde die Reihe wohl auch nicht weiterverfolgen. Schade.

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Super

Von: Teresa

29.06.2019

Mirjems Vater ist Geldverleiher. Da er sehr gutmütig ist, steht Mirjems Familie irgendwann bettelarm da. Deshalb beschießt die junge Frau selber zur Geldeintreiberin zu werden - und das mit Erfolg! Durch ihre Beharrlichkeit hat sie bald sehr viel Geld zusammen. Selbst die Staryk, menschenähnliche aber eiskalte Kreaturen, hören bald von Mirjems Talent Silber in Gold zu "verwandeln" ... "Das kalte Reich des Silbers" war mein erstes Buch von Naomi Novik. "Das Dunkle Herz des Waldes" subt nun schon etwas länger bei mir, aber ich denke, dass sich das bald ändern wird, denn die Autorin konnte mich mit diesem Werk überzeugen! "Das kalte Reich des Silbers" ist eine Märchen-Adaption von Rumpelstilzchen, wenn auch nur sehr lose. Das fand ich sehr gut, da die Autorin so genug Spielraum für ihre eigenen Ideen hatte. Und diese Ideen waren einfach super! Ich will nicht zu viel zum Inhalt sagen, aber ich war ganz begeistert von den Ideen. Das Buch ist jetzt nicht sehr fantasyreich oder superromantisch, aber das braucht es auch nicht. Es hat seinen ganz eigenen Charme in dem es von drei unterschiedlichen Frauen erzählt, die sich ihren eigenen Weg in der Welt suchen müssen. Ich habe nur einen einzigen Kritikpunkt: in diesem Band erzählt nicht nur Mirjem ihre Geschichte - ihr Schicksal ist eng mit Wanda, einer Bauerstochter und Irina, der Tochter eines Herzogs verbunden. Leider wechseln die Sichten in dem Buch OHNE das irgendwie zu markieren. Alle drei Geschichten werden in der Ich-Perspektive erzählt, was es noch schwieriger macht gleich von Anfang an zu wissen, wer nun die Geschichte erzählt ... Die Geschichte hat mich sehr an die Bücher von Nina Blazon wie "Totenbraut" oder "Faunblut" erinnert. Fazit: Ein richtig toller Roman - mit einem kleinen Minuspunkt!

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Naomi Novik hat eine ganz spezielle und gute Art, Geschichten zu erzählen. Bei beiden Büchern, die ich bisher gelesen haben, fühlte ich mich wie im Märchen oder an russische Sagen erinnert - sprachlich, sowie durch die Geschichte selbst. "Das kalte Reich des Silbers" ist hier keine Ausnahme. Es ist an das Märchen vom Rumpelstilzchen angelehnt, ausgeführt als historisches Wintermärchen mit Elfenmythos. Ganz, ganz wunderbar! Und obwohl die Geschichte inhaltlich ein ganz schöner Brocken ist, hat sie mich so fasziniert, dass ich mir gleichzeitig wünschte, sie würde noch lange nicht zu Ende gehen. Mirjem, die Tochter eines jüdischen Geldverleihers, hat es satt, der Ungerechtigkeit zuzuschauen, die ihr Leben bestimmt. Weil ihr Vater ein viel zu gutherziger Geldverleiher ist, geht es der Familie schlecht. Sie kommen kaum über die Runden, sind immer kurz vor dem Verhungern und müssen teilweise betteln. Außerdem ziehen im langen Winter die Staryk, ein Elfenvolk, durch das Land, und rauben alles, was sich die Menschen mühsam angespart haben. Als Mirjem sechzehn Jahre alt wird, nimmt sie sich der Sache selbst an, löst ihren Vater ungefragt ab, und fordert bei allen Gläubigern deren Schulden zurück. Durch ihre Durchsetzungskraft und Kaltherzigkeit ist sie so erfolgreich, dass die Familie plötzlich ein kleines Vermögen anhäuft. Das kommt auch dem König der Staryk zu Ohren. Er verlangt von Mirjem, dass sie für ihn sechs Münzen aus Elfensilber in Goldmünzen verwandelt. Als Mirjem das gelingt, schlägt das Schicksal erneut zu. Obwohl die Geschichte mit Mirjem beginnt, bleibt sie nicht die einzige Hauptperson. Wanda, die für Mirjem arbeitet, und Irina, Tochter eines Grafen, spielen ebenfalls eine tragende Rolle. Jede der drei jungen Frauen ist auf ihre Weise stark und unabhängig, aber auch sehr eigen. "Das kalte Reich des Silbers" erzählt eine Geschichte, die sich durch die Bestimmungen dieser drei Frauen zu einem großen Ganzen verknüpft. Es ist nicht ersichtlich, aus welcher Sicht ein jeweiliges Kapitel oder ein Abschnitt erzählt wird, das muss der/die Leser*in anhand der Geschichte herausfinden. Mir gelang das problemlos, sogar die Einschübe, die von keiner der drei Hauptpersonen erzählt wurden, konnte ich gut zuordnen. Diese Erzählweise empfand ich als sehr besonders, den Stil und die Sprache/Übersetzung hochwertig und passend zur Form eines Märchens oder einer Sage. Und weil das Buch so umfangreich ist, so manches Hin und Her erfolgt, die Geschichte teilweise kein Ende zu nehmen scheint, ist es lang und recht aufwändig zu lesen. Einige Passagen ziehen sich tatsächlich etwas. Im Gesamtbild hätte ich sie nicht missen wollen. Denn genau dieser Umfang trägt zur Wirkung der Geschichte bei. Ich fühlte mich von ihr komplett vereinnahmt und konnte mich bis zum Ende kaum davon lösen. Das Buch gleicht einem kleinen und faszinierenden Epos und hat eine spezielle Wirkung, die man in diesem Genre im Jugendbuch nicht häufig findet. Sehr klasse! Fazit "Das kalte Reich des Silbers" ist umfangreich und aufwändig zu lesen, hat dafür eine Wirkung und Besonderheit, die ich lange nicht vergessen werde. Naomi Novik erzählt ein phantastisches und bildgewaltiges Wintermärchen, mit allerbesten Charakteren, bemerkenswerten Verknüpfungen und vielen Überraschungen. Das ist wirklich top gelungen und an Finesse kaum zu übertreffen. Für mich ein großes und faszinierendes Highlight! 5 von 5 Sterne gibt es dafür.

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Naja...

Von: kreativ_welten

03.06.2019

Das Buch war mit leider zu langatmig, sodass ich mich leider durch die Geschichte hindurchquälen musste. Die Protagonistinnen sind stark und ich habe sie sehr gemocht, der Schreibstil ist aber gewöhnungsbedürftig. Die Stimmung eines Märchen kommt zwar auf, dennoch fehlt der Spannungsbogen komplett. Sehr schade, ich hätte es gerne gemocht! Ausführliche Rezension: https://www.instagram.com/p/ByM0FwzozYV/

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In 'Das kalte Reich des Silbers' von Naomi Novik geht es um drei Frauen mit wenig glücklichem, wenn aber auch sehr unterschiedlichem Schicksal. Im Vordergrund steht Mirjem, die zwei liebende, jedoch sehr arme Eltern hat. Ihr Vater ist Pfandleiher und während er sehr gut darin ist, den Menschen Gold und Silber zu leihen, ist er umso schlechter darin, die Schulden wieder einzutreiben. Die Leute nutzen seinen Sanftmut aus und seine Familie hat darunter zu leiden. Als Mirjem‘s Mutter schwer erkrankt, reicht es ihr endgültig - sie beginnt selbst, das Geschäft zu übernehmen und sie ist unerbittlich. Das Leid ihrer Familie und die Ignoranz der anderen hat sie hart werden lassen und sie ist gut, in dem was sie tut. So gut, dass die Menschen bald munkeln, sie könne Silber zu Gold machen. Das allerdings weckt auch die Neugierde des Königs der Staryk, dem magischen Eisvolk, der Mirjem alsbald vor ein paar Prüfungen stellt und sie in sein eisiges Reich entführt. Wanda und Irina sind um ihre Väter nicht zu beneiden. Während der eine trinkt und gewalttätig ist, ist der andere stetig unzufrieden mit dem, was er sieht, wenn er seine Tochter anschaut und versucht, sie mit dem Zaren zu verheiraten, der genauso grausam wie wunderschön ist. Und ein Geheimnis hütet. Und auch Irina stellt bald eine besondere Gabe an sich selbst fest. Das Schicksal der drei Mädchen überkreuzt sich schließlich und mehr als nur ihr eigenes, sehen sie plötzlich auch das Schicksal ihres Landes, oder vielleicht auch der ganzen Menschen, in ihren Händen liegen. Dieses Buch und diese Welt sind so komplex, flexibel und vielschichtig, dass ich mir viele Gedanken darum gemacht habe, wie ich es schaffen soll, das zusammenzufassen. Ich hoffe natürlich, es ist mir einigermaßen gelungen und vor allem, dass ihr euch euer eigenes Bild macht. In den 576 Seiten gibt es wirklich jede Menge zu erleben, zu lernen und zu fühlen. Mir hat vor allem Mirjem‘s Zeit bei den Staryk gefallen, da sie ein sehr eigensinniges und spezielles Volk sind. Mir gefielen die Wärme und die Werte, die dieses Buch vermittelt, die Liebe und der Zusammenhalt, sowie die Spannung und der Schrecken, und dieses beängstigende und gleichzeitig bezaubernde Setting. Naomi Novik macht sich den Ansatz von Rumpelstilzchen zu eigen und schafft dann ihr ganz eigenes Märchen. Ich würde ihren Schreibstil als zeitlos bezeichnen und ich glaube, entweder liebt man ihre Bücher, oder eben nicht - das berühmte Phänomen, wo etwas dazwischen nicht wirklich existiert. Ich persönlich genieße es total, ihre Bücher zu lesen und in ihren Welten zu versinken. Ich hoffe, sie schenkt uns noch viele andere solcher Werke wie 'Das dunkle Herz des Waldes' und 'Das kalte Reich des Silbers'.

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>>Kalt und verzehrend<< Bereits nach den ersten Seiten habe ich zwar den verträumten und einzigartigen Schreibstil der Autorin wiedererkannt und wieder geliebt, allerdings sorgt er auch, gepaart mit einer sehr kühlen und bedrückenden Atmosphäre für einen schweren Einstieg. Ohne Vorwissen stürzt man in verschiedene Perspektiven, die alle nicht allzu rosig wirken, aber dennoch eine gewisse Anziehung ausüben. Mirjem ist gewiss kein Charakter, der sofort mit Sympathie überzeugen kann und dennoch, oder gerade auch genau deswegen hat sie für mich umso authentischer und vor allem auch interessanter gewirkt. So wie die Aufmachung und der Titel schon vermuten lassen, handelt es sich hier um eine winterliche Geschichte, doch keine von diesen, bei denen man sich einfach gemütlich einkuscheln möchte, am besten mit einem Tee vor den Kamin, sondern viel eher eine, bei der einem das Herz kalt wird. Naomi Novik schafft es einfach die entsprechende Stimmung aufzubringen, wahrscheinlich würde man beim Lesen auch dann frösteln, wenn draußen strahlender Sonnenschein wäre. >>Wenn alles sich fügt<< Doch nicht nur Mirjem steht im Mittelpunkt, so gibt es auch noch zwei weitere junge Frauen, die sich ihren Platz erkämpfen und die Geschichte aus neuen Blickwinkeln zeigen. Zwischenzeitlich bin ich manchmal ins Stocken geraten, weil ich all die Zusammenhänge noch nicht ganz erschließen konnte. Aber wie sollte es bei dieser Autorin anders sein? So fügen sich immer mehr Puzzleteile zusammen, die Spannung steigt immer weiter und die Geschichte nimmt ganz andere Ausmaße an. Ich kann durchaus nachvollziehen, wenn solch ein Stil nicht jeden anspricht, dennoch wäre es zu schade, wenn man sich die Chance auf so eine Geschichte entgehen lassen würde. In meinen Augen zeichnen sich die Bücher von Naomi Novik einfach durch ihre Einzigartigkeit aus. Die Geschichten sind wie düstere Märchen, die in Vergessenheit geraten, es steht keine Liebesgeschichte im Vordergrund, sondern viel mehr Mut und Stärke. Für mich persönlich war Das kalte Reich des Silbers wieder ein absolutes Highlight und ich freue mich jetzt schon auf jede weitere Geschichte der Autorin! FAZIT Auch mit Das kalte Reich des Silbers konnte mich Naomi Novik wieder absolut begeistern! Es ist wie ein düsteres, eiskaltes Märchen, das einen beim Lesen einfach einnimmt und nicht mehr loslassen möchte. Eine Geschichte, die so viele Seiten beleuchtet und jede einzelne für sich vertritt. Eine wirklich grandiose Geschichte, die ich auf jeden Fall weiterempfehlen würde.

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