Leserstimmen zu
Die Schwestern von Marzahn

Christiane Tramitz

(33)
(20)
(10)
(3)
(1)
€ 20,00 [D] inkl. MwSt. | € 20,60 [A] | CHF 28,90* (* empf. VK-Preis)

Absolut lesenswert

Von: Barbara

05.05.2019

Die Autorin nimmt den Leser/die Leserin in unvergleichlicherweise mit in eine Welt, die nicht jedem von uns bekannt sein dürfte. Sehr einfühlsam werden die einzelnen Charaktere beschrieben, wie sie sich durch ihren Alltag kämpfen müssen und dabei mehr oder weniger erfolfreich sind. Dieses Buch sollte Pflichtlektüre werden, um uns allen mehr Verständnis für einander finden zu lassen.

Lesen Sie weiter

Vom Leben ganz unten

Von: Tanjushka86

05.05.2019

Ich hatte einen holprigen Start mit dem Buch, mit Herrn Krüger und seinem trostlosen Leben in der Platte. Früher war alles besser, früher war er mal wer. Dies zieht sich durch die ersten Kapitel. Fast hätte es mich davon abgehalten, das Buch weiter zu lesen. Sein einziger Lichtblick ist das Paradies. Seine Stammkneipe, die er trotz des knappen Geldes täglich besucht. Seine Zeit verbringt er mit seinen drei Freunden. Ebenfalls gescheiterte Existenzen wie er. Trotz allem hat er sich zumindest ein bisschen Disziplin bewahrt. Er achtet auf saubere Kleidung und bringt täglich den Müll raus. Der Wendepunkt für Herrn Krüger kommt, als er die zwei Schwestern aus dem 8. Stock trifft. Sie Freunden sich an, er kümmert sich, wird gebraucht. Langsam beginnt ein Wandel. In Rückblenden erfährt man mehr über Fabian Krügers Leben und die Zeit in der DDR. Durch die Schilderungen der missionsärztlichen Schwestern, die schon vor Jahrzehnten nach Marzahn gezogen sind, um dort den Menschen seelischen Beistand und Hilfe an zu bieten, werden die Lebensumstände und Verhaltensweisen der Menschen dort begreifbar gemacht. Ich kann das Buch auf jeden Fall empfehlen. Es ist kein Buch, dass man mal ebenso zwischendurch als nette Lektüre lesen kann.

Lesen Sie weiter

Es lohnt sich,weiterzulesen

Von: Fella80

04.05.2019

Ich fand den Anfang etwas schleppend,aber es hat sich gelohnt dranzubleiben! Das Tolle ist,dass die Problematik, die hier angesprochen wird,auf viele andere Städte in Deutschland zutrifft und es, auch ohne Bezug zu Marzahn zu haben, jeden treffen kann. Wie gesagt,der Anfang ist etwas schleppend,aber es wird von Seite zu Seite besser.

Lesen Sie weiter

Deprimierend

Von: Berge63

04.05.2019

Als erstes muss ich leider gleich sagen, dass der Roman mich mit keinen guten Gefühl zurücklässt. In den Roman geht es um das ehemalige Ehepaar Krüger und spielt überwiegend in der Zeit nach der Wende. Während über das Leben von Herrn Krüger direkt erählt wird, erfährt man von seiner Frau indirekt über die Berichte der beiden Nonnen etwas. Herrn Krüger verliert so nach und nach alles: erst seine Arbeit, dann seinen Sohn und schließlich seine Frau. Statt jedoch etwas zu ändern, versinkt er immer mehr in Selbstmitleid und Alkohol. Bis er in das Leben zweier kleiner Mädchen stolpert und diese in sein Leben. Wenn man den Roman liest, bekommt man kein gutes Bild von Marzahn und seinen dort lebenden Menschen. Alkohol, Drogen, Obdachlosigkeit und Verwahrlosung. Es scheint dort kaum etwas anderes zu geben. Sicher führte die Wende dazu, dass es nur noch wenig Zusammenhalt gibt. Das Zusammenleben anders geworden ist. Doch Einsamkeit und wenig Miteinander gibt es überall und nicht nur in Marzahn. Ich finde es schlimm, wie dies dargestellt wird und völlig überzogen. Gut finde ich, dass der Protagonist doch noch eine Veränderung schafft. Aber hier hätte ich mir eine tiefere Beschreibung gewünscht, so bleibt diese positive Veränderung unter der Oberfläche und nur mehr angedeutet. Insgesamt lässt mich das Buch sogar etwas deprimierend zurück. Schade ich habe mich so auf das Buch gefreut.

Lesen Sie weiter

Falscher Titel für dieses Buch

Von: Bianca S.

04.05.2019

Ich habe mir dieses Buch ganz anders vorgestellt. Anhand des Titels und der Beschreibung bin ich davon ausgegangen, eine Geschichte über diese 2 Mädchen zu lesen, über ihr leben in Marzahn und wie es dazu kam, dass der Mann sich um sie gekümmert hat. Es ist aber ganz anders. Man erfährt jede Menge über Herrn Krüger, ein mittlerweile alter verbitterter Mann. Wie das Leben zu DDR Zeiten war wird angeschnitten, dann nach der Wende die Arbeitslosigkeit, Armut, gescheiterte Ehe.... Es wird am meisten über sein Leben geschrieben. Das Buch wird aus Sicht von Krüger und von 2 Ordensschwestern geschrieben. Was diese dort so erlebt haben, wann sie dort hin gezogen sind etc. Erst gegen Ende kommt etwas mehr über die Mädchen raus und Krüger erzählt, was er so alles mit und für sie getan hat. Das Buch hat mich nicht sehr gefesselt, es zog sich für mich eher sehr, weil ich viel lieber mehr über die Kinder gelesen hätte. Ich finde, der Titel verfehlt den Inhalt das Buches. Es ist teilweise in rauem Umgangston geschrieben. Das macht es wiederum authentisch. Mein Fazit: kann man lesen, muss man aber nicht.

Lesen Sie weiter

Das Thema passt genau in die Zeit. Die Anonymität in den Wohnblöcken, jeder lebt für sich. Armut, Ausgrenzung . Traurig daran ist, dass das in Deutschland mittlerweile Realität ist. Menschen, die gearbeitet haben und im Alter vom absolutem Minimum leben müssen, während Fremde vom gleichen Staat Leistungen erhalten, die ein menschenwürdiges Leben finanzieren. Die Charaktere sind gut beschrieben, ich habe mit Fabian Krüger die Einsamkeit gefühlt. Durch den Kontakt zu den beiden Kindern, deren Mutter im KKH liegt, ändert sich vieles. Insgesamt hat mir die Geschichte ein Stück weit die Augen geöffnet und Denkanstöße gegeben. Ich fand das Buch interessant, die Schreibweise flüssig und gut zu lesen. Mal was anderes.

Lesen Sie weiter

Beeindruckend ehrlich

Von: Mels Reading

02.05.2019

Dieses Buch schildert das Leben am Rande der 'guten Gesellschaft'. Es erzählt sehr ehrlich von den vergessenen Menschen, die von Mauerfall übermannt das 'neue' Leben nicht ideal für sich nutzen konnten. Krüger, tragische Hauptfigur, erkennt erst spät in seinem Alltag, was ihn wirklich glücklich macht. Ob es dann nicht schon zu spät ist?! Die besondere Verbindung zwischen dem sozial vereinsamten Mann und zweier kleiner ausländischer Mädchen zieht den Leser unweigerlich in seinen Bann. Ein sehr lohnenswertes Buch, welches einen selbst hin und wieder beschämend auf die eigenen oft so unwichtigen Probleme blicken lässt und aufzeigt, wie gut es doch vielen Menschen - aber eben nicht allen ergeht.

Lesen Sie weiter

Der Blick von ganz oben

Von: Miriam Z.

02.05.2019

"Die Schwestern von Marzahn" ist unterhaltsam und angenehm zu lesen. Christiane Tramitz nimmt ihre Leser direkt mit, mitten nach Marzahn, heute trostlose Plattenbausiedlung und Heimat derer, die es sich woanders nicht mehr leisten können. Früher war es mal der Traum der jungen Leute, denn dort gab es Wohnungen mit Heizung und Bad, und die allerersten packten sogar selbst mit auf der Baustelle an, um das Viertel fertig zu stellen und endlich die eigenen vier Wände zugeteilt zu bekommen. Ihr Protagonist Fabian Krüger ist einer von ihnen, vom 11. Stock in einer Platte aus blickt er auf das Leben seiner Nachbarn und Mitbewohner im Viertel. Niemals jedoch blickt er von oben auf sie herab - obwohl es immer einen gibt, der noch weiter unten gelandet ist als er selbst. Ein Mindestmaß an Würde hat er sich immer behalten, aber so richtig Arbeit hat hier schon lange keiner mehr. Fabian trifft zwei kleine Mädchen, die ein paar Stockwerke unter ihm leben, und beginnt, sich um sie zu kümmern. So werden sie immer wichtiger für ihn, und der Leser merkt viel schneller als er selbst, warum auch er für die beiden so wichtig wird. Man begleitet Fabian durch Höhen und Tiefen und fühlt mit ihm, in seinem Selbstverständnis als einer mit gutem Kern trotz aller Rückschläge und Fehltritte, in seinen Beobachtungen oder in seiner Rolle als Saufkumpan der früheren Kollegen. Christiane Tramitz' Buch handelt von Fürsorge und Bedürfnissen, von der Verantwortung der Eltern für ihre Kinder, von Gefühl und Mitgefühl, Anstand und Würde, gerade wenn kein Wohlstand mehr übrig ist. Ein paar Umstände erschließen sich dem Leser nicht so recht, zum Beispiel wie die Märklin-Eisenbahn aus Fabians Kindheit so vollständig in die DDR gekommen sein mag, gut situiertes Elternhaus hin oder her, und wie die Eltern von Fabian im beschriebenen Umfeld überhaupt die Eigentümer ihrer Villa in der DDR geworden sind. Alles in allem aber ein sehr nahbarer Schreibstil, man erlebt das Heute und die Vergangenheit aus verschiedenen Perspektiven, ein Buch, das sich auf jeden Fall lohnt.

Lesen Sie weiter