Leserstimmen zu
Die Lüge

Mattias Edvardsson

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Meine Meinung Das Cover finde ich sehr hübsch aber es hat eigentlich nicht viel mit dem Inhalt zu tun. Die Geschichte wird in der Sicht der Familie erzählt. Also 1 Teil wird von Adams Sicht aus erzählt ein Teil aus Stellas Sicht und ein Teil aus Ulrikas Sicht. Dabei schreitet die Geschichte aber immer weiter voran. Manchmal kamen auch Kapitel aus der Vergangenheit vor. Der Aufbau war so sehr spannend und interessant da man auch etwas aus der Verganenheit der Familie erfuhr und es teilweise kleine Cliffhanger gab. Der Schreibstil war sehr locker und flüssig zu lesen. Die Story fand ich sehr spannend es war mal ein etwas anderes Buch. Man überlegt selbst war sie es oder doch nicht. Bis zum Ende hin bleibt der Spannungsbogen hoch. Vorallem im letzten Teil der aus der Sicht von Ulrika geschrieben ist, ist es extrem spannend weil man unbedingt wissen muss wie jetzt alles ablief,wie alles zusammenhängt und ob sie es wirklich war. Das Ende fand ich sehr gut so und es war auch alles logisch. Fazit Ein sehr spannendes Buch in dem es um Familie geht und was man alles für sie tun würde. Der Titel passt jedenfalls sehr gut zum Inhalt und ich kann das Buch wirklich allen empfehlen die gerne Spannungsgeladene Bücher lesen bei denen man selbt miträtseln kann. Mir gefiel es sehr gut. Ich vergebe diesem Buch 4.5/5 Sternen

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Wie gehst du für deine Familie?

Von: Buecherseele79 aus Hochrhein

22.05.2019

Adam und Ulrika können es nicht fassen – ihre Tochter Stella wird wegen des Mordverdacht an einem älteren Geschäftsmann verhaftet. Stella, die schon recht früh ihren eigenen Weg ging, aufbrausend und sehr temperamentvoll war/ist, ihre Wut nicht kontrollieren kann... aber trotzdem, die Eltern trauen ihrer Tochter diese Tat nicht zu. Und beide, Adam der als Pfarrer in der Gemeinde tätig ist, Ulrika die sich als Rechtsanwältin mit Strafverfahren bestens auskennt, wollen alles versuchen um die Unschuld ihrer Tochter zu beweisen...alles.... Wie weit würdest du für dein Kind gehen? Ich glaube dies fasst die ganze Geschichte dieses Buches sehr gut zusammen, mich konnte der Roman von Mattias Edvardsson auf alle Fälle überzeugen. Der Schreibstil ist sehr angenehmen, flüssig und konnte mich sehr schnell einnehmen, es fiel mehr schwer das Buch aus der Hand zu legen. Der Autor räumt allen 3 Familienmitgliedern ihre Ansichten ein. Er beginnt mit dem Vater Adam, er ist eher der ruhige Part der Familie, aber hat natürlich auch seine Ecken und Kanten die noch mehr hervortreten als seine Stella des Mordes bezichtigt wird. Hier hat er mir zeitweise wirklich Angst gemacht und bei gewissen Handlungen eine Gänsehaut beschert. Adam und Stella waren ein sehr inniges Vater- Tochter Gespann und durch verschiedene Entscheidungen wurde dieses Verhältnis zerrüttet und erschwert, man merkt sehr schnell das Adam damit sehr starke Probleme hatte und immer noch hat. Stella erhält den größten Teil in der Geschichte, wobei hier vieles wegen der Tat im Dunkeln bleibt. Ich hatte auf der einen Seite Mitgefühl für sie, auf der anderen Seite fiel es mir aber auch schwer, denn sie ist sehr launenhaft, frech und eben oft unberechenbar, ich glaube als Freundin hätte ich irgendwann sehr starke Probleme sie an meiner Seite zu wissen. Dafür ist Amina, ihre beste Freundin von klein auf an ihrer Seite, sie schwelgt viel in den Erinnerungen und man merkt wie wichtig ihr Amina und die gemeinsame Freundschaft ist. Viele Verhaltensmuster erklären sich wenn man ihre Sicht der Dinge auf die Familie erhält, denn sie fühlt sich missverstanden, verletzt und als sie ihre Eltern am meisten gebraucht hatte glänzten diese durch Versagen. Ulrika, die Mutter, die hat es für mich faustdick hinter den Ohren, über ihren wieder kurzen Part war ich doch am meisten geschockt. Gerade auch weil hier die ganzen Geheimnisse ans Licht kommen, Ulrika weiß mehr als sie zugeben will, hat viel mehr gehört, gesehen und konnte Dinge zusammensetzen, und will nun eigene Vorteile erhalten.Hier hatte ich nicht erwartet dass der Autor das Augenmerk stark auf die Mutter lenkt, aber in meinen Augen ist dies perfekt gelungen. Alle 3 leiden für sich und wollen eigentlich nur eines – wieder eine Familie werden, wieder mehr zueinander finden und Stella aus dem Gefängnis holen. Der Autor hat mit einem Pfarrer und einer Rechtsanwältin hier ein sehr gutes Sinnbild geschaffen, denn gerade bei diesen 2 Berufen denkt man doch dass sie sich streng an ihren Ethos halten und halten müssen, keine Grenzen und Linien überschreiten aber er dann doch einen Blick auf diese zwei zeigt und man eben erkennt - es sind auch nur Menschen die sich von ihren Gefühlen manchmal überwältigen lassen. Das Ende wird nicht jedem gefallen, ich finde dass es aber sehr gut zu der ganzen Geschichte gepasst hat und auch realistisch und überzeugend an mich als Leser herangekommen ist. Die ein oder andere Sache wird nicht ganz genau aufgeklärt, aber wenn man die Familienbanden kennengelernt hat merkt man dass auch weiterhin einiges im Dunkeln liegt und noch nicht ans Licht gekommen ist. Mir hat die gesamte Umsetzung auf jeden Fall sehr gut gefallen. Ich bedanke mich beim Randomhouse Verlag, dem Limes Verlag sowie dem Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.

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Wie weit würdest du für dein Kind gehen? Ich glaube dies fasst die ganze Geschichte dieses Buches sehr gut zusammen, mich konnte der Roman von Mattias Edvardsson auf alle Fälle überzeugen. Der Schreibstil ist sehr angenehmen, flüssig und konnte mich sehr schnell einnehmen, es fiel mehr schwer das Buch aus der Hand zu legen. Der Autor räumt allen 3 Familienmitgliedern ihre Ansichten ein. Er beginnt mit dem Vater Adam, er ist eher der ruhige Part der Familie, aber hat natürlich auch seine Ecken und Kanten die noch mehr hervortreten als seine Stella des Mordes bezichtigt wird. Hier hat er mir zeitweise wirklich Angst gemacht und bei gewissen Handlungen eine Gänsehaut beschert. Adam und Stella waren ein sehr inniges Vater- Tochter Gespann und durch verschiedene Entscheidungen wurde dieses Verhältnis zerrüttet und erschwert, man merkt sehr schnell das Adam damit sehr starke Probleme hatte und immer noch hat. Stella erhält den größten Teil in der Geschichte, wobei hier vieles wegen der Tat im Dunkeln bleibt. Ich hatte auf der einen Seite Mitgefühl für sie, auf der anderen Seite fiel es mir aber auch schwer, denn sie ist sehr launenhaft, frech und eben oft unberechenbar, ich glaube als Freundin hätte ich irgendwann sehr starke Probleme sie an meiner Seite zu wissen. Dafür ist Amina, ihre beste Freundin von klein auf an ihrer Seite, sie schwelgt viel in den Erinnerungen und man merkt wie wichtig ihr Amina und die gemeinsame Freundschaft ist. Viele Verhaltensmuster erklären sich wenn man ihre Sicht der Dinge auf die Familie erhält, denn sie fühlt sich missverstanden, verletzt und als sie ihre Eltern am meisten gebraucht hatte glänzten diese durch Versagen. Ulrika, die Mutter, die hat es für mich faustdick hinter den Ohren, über ihren wieder kurzen Part war ich doch am meisten geschockt. Gerade auch weil hier die ganzen Geheimnisse ans Licht kommen, Ulrika weiß mehr als sie zugeben will, hat viel mehr gehört, gesehen und konnte Dinge zusammensetzen, und will nun eigene Vorteile erhalten.Hier hatte ich nicht erwartet dass der Autor das Augenmerk stark auf die Mutter lenkt, aber in meinen Augen ist dies perfekt gelungen. Alle 3 leiden für sich und wollen eigentlich nur eines – wieder eine Familie werden, wieder mehr zueinander finden und Stella aus dem Gefängnis holen. Der Autor hat mit einem Pfarrer und einer Rechtsanwältin hier ein sehr gutes Sinnbild geschaffen, denn gerade bei diesen 2 Berufen denkt man doch dass sie sich streng an ihren Ethos halten und halten müssen, keine Grenzen und Linien überschreiten aber er dann doch einen Blick auf diese zwei zeigt und man eben erkennt - es sind auch nur Menschen die sich von ihren Gefühlen manchmal überwältigen lassen. Das Ende wird nicht jedem gefallen, ich finde dass es aber sehr gut zu der ganzen Geschichte gepasst hat und auch realistisch und überzeugend an mich als Leser herangekommen ist. Die ein oder andere Sache wird nicht ganz genau aufgeklärt, aber wenn man die Familienbanden kennengelernt hat merkt man dass auch weiterhin einiges im Dunkeln liegt und noch nicht ans Licht gekommen ist. Mir hat die gesamte Umsetzung auf jeden Fall sehr gut gefallen.

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Die Lüge

Von: Gabi Wolf

12.05.2019

Das Buch ist sehr mitreißend geschrieben. Es erzählt aus der Perspektive des Vaters und sehr spannend.

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Adam und Ulrika fallen aus allen Wolken, als ihre gerade 19-jährige Tochter Stella verhaftet wird. Zwar war beiden bewusst, dass sie ziemlich rebellisch ist, dass sie einen erfolgreichen und attraktiven Geschäftsmann ermordet haben soll, ist für sie aber schier unglaublich. Doch mit der Zeit bröckelt die Fassade der heilen Familienwelt, und einige ungeahnte Geheimnisse kommen ans Licht... Matthias Edvardsson – wie der Name erahnen lässt ein Schriftsteller aus Schweden – hat mit „Die Lüge“ seinen ersten Roman in Deutschland veröffentlicht, folgt dabei aber keinesfalls der Tradition des Schwedenkrimis, sondern findet einen ganz eigenen Weg, den Mord an dem Geschäftsmann aufzuklären – und das in drei sehr klar voneinander abgetrennten Abschnitten. Zunächst kommt Familienvater Adam zu Wort, schildert die Ereignisse aus seiner Perspektive, gibt den Ereignissen eine erste Form. Er berichtet aber auch von den Hintergründen der Familie, wodurch die heile Fassade bereits einige Risse bekommt. Nach einem Drittel wird er durch seine Tochter Stella als Erzählerin abgelöst. Die Uhren werden fast auf null gedreht, viele Ereignisse, sogar viele Szenen wiederholen sich, bekommen aber durch die gänzlich andere Perspektive eine neue Bedeutung. Hier bekommt man schon ein paar mehr Hintergrundinformationen zum Mord, aber eben noch keine Auflösung präsentiert. Der letzte Schnitt wird dann von Ulrika bestritten, die als Rechtsanwältin noch einmal einen anderen Blickwinkel auf das Geschehen hat, viel über das schwedische Rechtssystem beisteuert und natürlich auch persönlich mit dem Fall verbunden ist. Bislang ist noch alles offen, wirklich erst im Epilog wird die Handlung aufgelöst. Das ist geprägt von vielen Überraschungen und der sehr guten Erzählweise, die dem recht kurzen Handlungsverlauf immer neue Details hinzufügt. Es passiert nicht viel, die Spannung baut sich dann auch eher hintergründig auf, dennoch reißt der Handlungsbogen nie ab, der Roman ist durchgängig sehr unterhaltsam und kurzweilig geschrieben. Und immer schwebt das große Geheimnis über allem, was eine mysteriöse Stimmung erzeugt. Toll ist auch, wie sehr Edvardsson seine Figuren sehr individuell gestaltet. Da alle drei Hauptpersonen aus der Ich-Perspektive erzählen, unterscheiden sich Wortwahl und Stimmung deutlich. Adam wird als ruhig, nachdenklich, fast schon depressiv charakterisiert, bei Stella ist jede Menge Wut und Verachtung zu spüren, in die sich bald eine enttäuschte Bitterkeit mischt, während Ulrika nüchterner, analytischer und kühler wirkt. Auch wenn alle drei durchaus ihre sympathischen Seiten haben, kommt keiner ganz ungeschoren aus der Handlung heraus und verbergen allesamt einiges. Das gibt ihnen eine gewisse Tiefe, was für zusätzlichen Reiz sorgt. „Die Lüge“ fesselt nicht von Anfang an, sondern baut sich langsam auf. Es wird nicht die ganz große Spannung erzeugt, vielmehr liegt der Fokus auf entscheidenden Details, die nach und nach hinzugefügt werden. Das setzt sich stark von vielen anderen aktuellen Romanen ab und wirkt individuell und sehr unterhaltsam. Die Dreiteilung der Handlung sorgt für viel Tiefe und immer wieder gekonnt eingebundene Überraschungen.

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Nicht noch ein schwedischer Thrillerautor mag mancher Leser angesichts der Veröffentlichung von „Die Lüge“ denken, mit dem Mattias Edvardsson auf dem deutschsprachigen Buchmarkt debütiert. Auch die zum Teil überschwänglichen Lobeshymnen aus seiner Heimat, mit denen das Werk hierzulande beworben wird, sind so ungewöhnlich nicht. Kleckern gehört bekanntlich zum Handwerk. Und doch kann man jeden Fan spannender Unterhaltungsliteratur empfehlen, sich intensiver mit diesem Roman zu beschäftigen. Natürlich steht die Suche nach der Wahrheit im Mittelpunkt der Geschichte. Betrachtet man nur diesen Aspekt, bietet „Die Lüge“ nicht viel mehr als unzählige andere Thriller auch – meint man zunächst, doch Mattias Edvardsson gelingt das Kunststück, klassische Elemente moderner, meist amerikanischer Thriller (kurze Kapitel, zahlreiche Cliffhanger) mit dem Gespür der nordischen Krimiautoren für atmosphärische Plots und glaubhafte Figuren zu kombinieren. Im Blickpunkt steht die Familie Sandell. Der Autor lässt jedes Familienmitglied zu Wort kommen. Das fängt bereits mit dem Prolog an, der aus Sicht des Vaters verfasst ist und der damit endet, dass dieser überlegt, welche Aussage er gleich vor Gericht machen wird. In allen Perspektiven arbeitet Edvardsson mit einem Ich-Erzähler, der genau richtig eingesetzt wird. Der Titel des Romans bezieht sich nicht auf eine einzige Lüge, sondern eher auf die Frage, wie weit man für die Menschen geht, die man liebt. So bekommt der Leser ein schier atemberaubendes Geflecht aus unterschiedlichen Ansichten und Motiven vorgesetzt, bei denen es stets darauf ankommt, aus welcher Sicht gerade erzählt wird. Insbesondere für Stellas Vater Adam, der als Pfarrer arbeitet, ist es ausgesprochen wichtig, seine Tochter zu beschützen, zu der er von jeher ein inniges Verhältnis hatte. Auch Stellas Freundin Amina spielt in diesem, mit zunehmender Dauer, immer dramatischer werdenden Plot eine nicht unwesentliche Rolle. Zumal es Mattias Edvardsson bis zum Schluss gelingt, die Wahrheit vor dem Leser zu verbergen. Man sieht nur das, was der Autor will. Wenn das passiert, kann man mit Fug und Recht behaupten, dass der Verfasser der Geschichte alles richtig gemacht hat. Mein Fazit: Wer spannende Krimis mag, wird mit „Die Lüge“ einen Roman bekommen, der abgekaute Fingernägel und schlaflose Nächte garantiert. Den Namen Mattias Edvardsson wird man sich merken müssen. Zumindest legt der Schwede mit diesem Thriller einen echten Pageturner vor. Ein Familiendrama allererster Güte, dass durch den flotten Erzählstil und einen ausgeklügelten Plot begeistert. Das am Ende auch noch der Mord aufgeklärt wird, ist in Anbetracht des Lügengeflechts, das zuvor gesponnen wurde, fast schon Nebensache. Wer in diesem Jahr nur einen Thriller lesen will, sollte diesen unbedingt in die engere Auswahl ziehen.

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Karin Slaughter hat über dieses Buch gesagt es sei "So fesselnd und trügerisch, dass du alles und jeden infrage stellen wirst.". Ich war ein wenig skeptisch, ob ich nach der Lektüre dasselbe sagen würde. Nun kann ich aber sagen, dass der Satz auch für mich komplett zutrifft. Dieser Roman ist eines der Bücher, das man gerne beenden würde um zu wissen, wie die Geschichte ausgeht. Auf der anderen Seite will man nicht weiterlesen, weil die Geschichte dann irgendwann vorbei ist. Das trifft bei mir nur auf wenige Bücher zu und daher gehört "Die Lüge" für mich jetzt schon zu den Jahreshighlights 2019. Ich will etwas genauer ausführen, was mir so gut daran gefallen hat. Zum einen sind es die wunderbaren Figuren. Sie sind allesamt sehr ausführlich ausgearbeitet und waren daher für mich schnell greifbar. Dadurch habe ich mit ihnen mitgefiebert und konnte alle auf ihre Art und Weise verstehen. Ich hatte nicht wirklich jemanden, der mir unsympathisch war mit Ausnahme des getöteten Mannes, über den man im Nachhinein so einiges erfährt. Stella als Protagonistin und Verhaftete ist mir schnell ans Herz gewachsen. Auch die Eltern sind sehr interessante Persönlichkeiten, Stellas beste Freundin Amina ist es ebenfalls. Keine der Figuren ist entweder gut oder schlecht, und man hat das Gefühl, jeder hat irgendwie etwas zu verbergen. Das führt dazu, dass man als Leser bis zum Schluss keinen blassen Schimmer hat, wer den Mann getötet hat. Die Handlung an sich ist derart gut ausgearbeitet, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. An Handlung passiert nicht viel, doch es finden viele Gespräche statt, die die Geschichte voran bringen. Durch die Dinge, die man dabei erfährt, wird man mal in die eine Richtung gelenkt, mal in die andere. Es geht um Psychologie, das Rechtssytem und die jeweiligen Familienkonstellationen. Die Haupthandlung ist natürlich die Auflösung der Tat, die erst im Epilog komplett aufgelöst wird. Wenn man den nicht lesen würde, wäre das Ende offen und doch irgendwie abgeschlossen. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen. Die Geschichte wird durch mehrere Perspektiven erzählt, die man jedoch sehr gut auseinander halten kann. Dadurch wird die Geschichte noch interessanter gestaltet, als sie ohnehin schon ist. Alle Perspektiven sind sehr authentisch und glaubhaft, man merkt deutlich, dass jeder lügt und zugleich selbst an sich zweifelt. Die Perspektiven sind Stella (die Tochter), Adam (der Vater und Pfarrer) und Ulrika (die Mutter und Rechtsanwältin), alle erzählen ihre Sicht aus der Ich-Perspektive. Abschließend möchte ich sagen, dass so mancher Thriller sich was die Spannung angeht, so einige Scheiben von diesem Roman abschneiden könnte. Große Empfehlung von mir.

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Lund, Schweden: Adam, Ulrika und ihre 19-jährige Tochter Stella führen ein gutes Leben. Es mangelt nicht an Geld, Adam ist als Pfarrer des Ortes angesehen, Ulrika als Anwältin erfolgreich. Dann stellt ein Ereignis das Leben der Familie gründlich auf den Kopf. Ein Mann kommt zu Tode, er wurde erstochen und ist verblutet. Als Tatverdächtige wird ausgerechnet Stella festgenommen. Adam und Ulrika wollen nicht glauben, dass ihre Tochter zu einer solchen Tat fähig ist und lassen jeweils, ohne den anderen einzuweihen, erdrückende Beweise verschwinden. Mattias Edvardsson ist ein grandioser Roman gelungen. Er nimmt in der Geschichte eine Dreiteilung vor. Zuerst erzählt Adam, was vor dem Prozess passiert. Ein schwieriges Verhältnis zu seiner Tochter wird mehr als deutlich. Aber sie ist auch sein kleines Mädchen und er würde alles tun, um sie zu schützen. Im nächsten Abschnitt lässt Stella selbst dann etwas von ihrer Persönlichkeit und ihren Beweggründen durchschimmern. Man erfährt beispielsweise, wie sie den Toten kennengelernt hat und wie sie Beziehungen zu ihren Mitmenschen führte. Im abschließenden Teil kommt Ulrika dann zu Wort und man verfolgt den Prozess mit ihr gemeinsam. Alle drei Personen verbindet etwas Grundlegendes: die Lüge. Denn jeder von ihnen verbirgt Dinge vor den anderen und/oder der Polizei bzw. ihrem Anwalt. Es entsteht ein spannender Roman mit vielen Nebenschauplätzen, die sich alle perfekt ins Gesamtbild einfügen. „Die Lüge“ ist einer der besten Thriller, die ich in den letzten Monaten gelesen habe. Man mag das Buch kaum aus der Hand legen, die Figuren sind klar gezeichnet und geheimnisvoll. Es gibt immer neue Enthüllungen, die das Geschehen auf den Kopf stellen und der Handlung eine neue Wendung geben. Edvardsson hat in der Übersetzung von Annika Krummacher zudem einen angenehmen Schreibstil. Von dieser Sorte Thrillern sollte es viel mehr geben. Bleibt zu hoffen, dass Mattias Edvardsson wieder von sich hören lässt. „Die Lüge“ verdient eine mehr als klare Leseempfehlung!

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