Leserstimmen zu
Leas Spuren

Bettina Storks

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Meine Bewertung: Zum Cover: Das Cover ist sehr schön und passt zur Handlung des Romanes. Zu sehen ist im Hintergrund der Eiffelturm. Der Hintergrund ist jeweils in Sepia abgebildet worden. Im Vordergrund erkennt man jedoch zwei Personen. Der Mann trägt einen blauen Anzug sowie einen Hut in derselben Farbe. Unter seinen Arm hat er ein Gemälde eingeklemmt. Neben ihm läuft eine Frau, welche einen dunkel-rosanen Blazer, Rock und Hut trägt. Beide sind mit dem Rücken zum Betrachter dargestellt worden. Scheinbar gehen sie in Richtung Eiffelturm. Das Cover wirkt wie eine Fotografie aus den 1940er Jahren, bloß heben sich die beiden Personen im Vordergrund durch die gewählte Farbgebung ab. Das Motiv ist ein passender Bezug zu Paris aus dieser Zeit! Zum Inhalt: Auch in diesem Roman geht es um eine bewegende und ergreifende Geschichte einer Familie. Doch auf den zweiten Blick haben die Protagonisten nichts miteinander gemeinsam, geschweige sind verwandt. Der deutschen Historikerin Marie und dem französischen Journalisten Nicolas winkt ein Erbe des vorkurzem Verstorbenen Victor Blanc, wenn sie eine schwierige Aufgabe gemeinsam lösen. Gemeinsam sollen sie ein lang verschollenes Gemälde finden und es den möglichen Überlebenden einer jüdischen Pariser Familie zurückgeben. Ihr Suche führt beide in den Wirren des Zweiten Weltkrieges, an die Abgründe der Besatzungszeit und dem Ringen mit der Vergangenheit ihrer Familien. Ein spannender Aspekt dieses Romanes ist das Thema Vergangenheitsbewältigung sowie die Verleugnung dieser. Zum Schreibstil: Von der ersten Seite an findet man sich als Leser wieder in die Geschichte der Autorin Bettina Storks eingebunden. Der wunderbar flüssige Schreibstil der Autorin hat mir besonders gefallen. Auch dieser Roman spielt auf zwei Zeitebenen: Der Leser wird einerseits in das Paris der 1940er Jahre entführt, andererseits ins Jahr 2016. Die Vergangenheit wird wieder lebendig: Paris in den 1940er Jahren, mitten im Zweiten Weltkrieg und von den Deutschen besetzt. Der Kunstraub läuft auf Hochtouren. Die Autorin hat es geschafft historische Ereignisse und reale Personen in die Geschichte zu integrieren und so noch empathischer zu gestalten. Die Protagonisten sind sehr sympathisch und sind mir schnell ans Herz gewachsen. Im Paris der 1940er Jahre lernen wir den jungen Franzosen Victor und die deutsche Charlotte kennen und lieben. Im Jahre 2016 sind wir hautnah dabei, wie Victors Enkel Nicolas und Marie, dessen Großtante Charlotte ist, bei den Recherchen über das verschollene Gemälde ihre familiäre Vergangenheit kennenlernen. Durch die wechselnden Zeiten hatte man das Gefühl, alle Protagonisten genau zu kennen. Erzählt wird dieser gut recherchierte Roman aus drei Perspektiven auf zwei Zeitebenen in zwei Ländern. Ich habe jede Seite dieser Handlung genossen, mit seinem gut gesetzten Spannungsbogen, seinem sehr fesselndem Schreibstil, sehr guter Recherche und vor allem mit der Kombination mit der fiktiven Geschichte. Mein Fazit: Die ganze Geschichte ist unglaublich spannend und realitätsnah geschrieben! "Leas Spuren" ist eine wunderbare, aber auch sehr bewegende, dramatische und ergreifende Geschichte um zwei völlige Fremden, die ein Erbe zusammenbringt. Ein Roman, das mich mehr als begeistert hat und weit mehr als bloß ein Lesehighlight war! Dementsprechend gebe ich diesem Roman 5 von 5 Sternen und spreche eine deutliche Leseempfehlung aus !! Danke an das Bloggerportal, dem Diana - Verlag sowie der Autorin Bettina Storks für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

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Absolut beeindruckend

Von: Martina Suhr

07.11.2019

Bürde oder großes Glück – die Antwort scheint in diesem Fall nicht so leicht zu beantworten. Obwohl sich Nicolas und Marie noch nie zuvor getroffen haben, verbindet sie ein gemeinsames Familiengeheimnis, dass sie gemeinsam lüften sollen. Viele Fragen stehen im Raum und es nicht klar, ob sie die Mauer des Schweigens durchbrechen können werden … Bettina Storks hat sich einer brisanten Thematik angenommen und mit unglaublich viel Fingerspitzengefühl einen dunkeln Bereich unserer Geschichte beleuchtet. Sprachlich beeindruckend dicht und atmosphärisch verwebt sie Fakten mit Fiktion und lässt ein Stück Zeitgeschichte lebendig werden. Gegen das Vergessen – ein Motto, dem sich auch dieses Buch verschreibt und einen wichtigen Beitrag leistet. Erzählt wird dieser gut recherchierte Roman aus drei Perspektiven auf zwei Zeitebenen in zwei Ländern. Mir persönlich hat das unheimlich gut gefallen, denn so bekommt die Story mehr Tiefe und die Figuren wirken authentischer. Man kennt viele der angesprochenen Situationen sicher aus dem Geschichtsunterricht, in dem der Nationalsozialismus intensiv behandelt wird, doch diese Ereignisse aus Sicht der Protagonisten zu erleben, auch wenn diese fiktiv sind, birgt eine ganz andere Intensität. Sie bekommen plötzlich ein Gesicht und gehen einem direkt unter die Haut. Mich hat die gefühlvolle, tiefgründige und dennoch dramatische Story fasziniert, bewegt und lange nicht losgelassen. Chapeau!

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Auf den Spuren der Vergangenheit

Von: katikatharinenhof

07.11.2019

Marie und Nicolas sitzen sich als zwei völlig fremde Menschen in einer Pariser Anwaltskanzlei gegenüber. Das Testament von Victor Blanc hat sie zusammengeführt und der Verstorbene hat beide zu seinen Erben bestimmt. Doch bevor ihnen die teure Wohnung gehört, müssen beide eine fast unlösbare Aufgabe erfüllen. Sie sollen ein seit dem Zweiten Weltkrieg verschollenes Bild aufspüren und es der jüdischen Familie zurückgeben, aus deren Besitz es stammt. Die Suche entpuppt sich nicht nur als eine Reise in die Besatzungszeit von Paris, sondern sie offenbart auch die Familiengeschichten, die beide erst einmal verarbeiten müssen... Wer den Namen Bettina Storcks hört weiß, dass es sich hier um die Autorin von großartig recherchierten und faszinierend geschriebenen historischen Romanen handelt, die den Leser von der ersten Seite an fesseln und nicht mehr loslassen. Mit "Leas Spuren" ist ihr wieder ein wahres Glanzstück gelungen. Man klappt die Buchdeckel auf, liest die ersten Zeilen und schon öffnet sich, wie in einer Pop-up-Karte, die Geschichte und man sieht, wie sich langsam der Eiffelturm aus dem Papier entfaltet, die Figuren aus den Seiten steigen und anfangen zu leben, zu atmen und ihre Geschichte zu erzählen. Man vergisst Zeit und Raum, verliert den Bezug zum Hier und Jetzt und gibt sich ganz dem Roman hin, denn die Autorin ist eine echte Meisterin ihres Fachs. Die Erzählung lebt vom bildlichen Schreibstil, denn Storcks zeichnet sepiafarbene Bilder, die für den Leser zu bewegten Szenen werden und so die Reise nach Paris während der Besatzungszeit ermöglichen. Charlotte und Victor stehen plötzlich vor mir und ich habe das Gefühl, sie waren nur kurz im Raum neben an, um sich auszuruhen, damit sie mir gleich wieder ihre aufregende Lebens- &Liebesgeschichte erzählen können. Die Autorin hat hier meisterhaft die Grenze zwischen Wahrheit und Fiktion verschwimmen lassen und es fühlt sich so an, als habe sich die Geschichte genauso ereignet, wie sie Bettina Storcks erzählt. Ihre Figuren überzeugen durch hervorragend ausgearbeitete Charakterzüge, lassen den Leser in ihre Gefühls- & Gedankenwelt eintauchen und man kann den Schrecken des zweiten Weltkrieges in Gestalt der benannten braunen Schergen direkt vor einem stehen sehen. Manchmal meint man, die durchdringend dröhnende Stimme von Göring zu hören, wenn er sich mal wieder üben ein Schnäppchen freut, dass er, durch die gängige Praxis des Kunstraubes, gemacht hat. Charlotte wird dabei mehr als einmal in gefährliche Situationen gebracht und wenn Marie in der Gegenwart diese Entdeckungen in der Familiengeschichte macht, kann man richtig spüren, wie sie ins Nachdenken und Grübeln kommt. Dieser Teil der Chronik ist nämlich bisher gut verschlossen als Geheimnis von Oma Ferdi gehütet worden und sie trägt auch einen Teil zu dieser Geheimniskrämerei bei. Die Spurensuche ist wie ein Puzzle für den Leser angelegt und man rätselt unweigerlich mit, wie sich jeder noch so kleine Hinweis schließlich zu einem Happy End fügen wird. Die Autorin schlägt gekonnt die Brücke zwischen der Besatzungszeit und der Gegenwart, nimmt den Leser mit auf eine aufregende Reise und vergisst dabei nicht, auch den beiden Erben eine zarte Liebesgeschichte mit auf den Weg zu geben. Es ist genau die richtige Dosierung zwischen Spannung, dramatischer Familiengeschichte, Romanze und historischen Roman, die das Buch zu einem echten Stern am Bücherhimmel macht. Es gibt Bücher, die hinterlassen Spuren in deinem Herzen - Bettina Storcks hat mit "Leas Spuren" eine ebensolche in meinem Herzen geprägt.

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Marie ist Historikerin in Stuttgart und überrascht, als sie von einem Notar nach Paris eingeladen wird. Sie hat in Vertretung ihrer vor über 60 Jahren verstorbenen Großtante Charlotte zusammen mit dem französischen Journalisten Nicolas eine Wohnung von dessen Großvater Victor geerbt. Allerdings ist das Erbe an eine Bedingung geknüpft – sie müssen ein im 2. WK verschollenes Gemälde wiederfinden und dessen jüdische Erben. Marie will schon ablehnen, als sie auf der Suche nach einer im Testament erwähnten Mappe in Victors Schreibtisch zwei Sonderausweise findet. Haben er und Charlotte wirklich für die Nazis in der deutschen Botschaft gearbeitet?! Und wenn ja, was genau haben sie dort gemacht? „Mit dem Öffnen der Schublade hatten sie … den Geist aus der Flasche gelassen. Es gab kein Zurück.“ (S.39) Marie bittet ihre Oma Ferdi um Hilfe, Charlottes jüngere Halbschwester. Aber die kann oder will sich nicht an die Ereignisse des Krieges erinnern. „Am besten lässt man die Vergangenheit ruhen, Kind. Es kommt nichts Gutes dabei heraus.“ (S. 126) Allerdings bestätigt sie, dass Charlotte in der deutschen Botschaft in Paris gearbeitet hat und mit Victor zusammen war. Auch Nicolas Vater ist strikt dagegen, dass in Victors Vergangenheit gewühlt wird und dabei evtl. Dinge ans Licht kommen, die seinem Ruf – und damit den der Familie – schaden würden. Vor allem, als plötzlich das Thema Raubkunst im Raum steht. Bettina Storks erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen, so dass man als Leser bereits mehr über Charlottes und Victors Erlebnisse weiß, als Marie und Nicolas zu dem Zeitpunkt herausgefunden haben. Das hat es für mich besonders spannend gemacht und ich konnte mit ihnen mitfiebern. Als Historikerin und Journalist sind Marie und Nicolas natürlich geradezu prädestiniert, Nachforschungen anzustellen – hat Victor sie vielleicht gerade deswegen ausgesucht? Ihre Suche gestaltet sich sehr schwierig, es gibt keine Spur des verschwundenen Bildes oder von deren ehemaligen Besitzern. Außerdem fragen sie (sich) nach Victors Beweggründen für seine Arbeit für die Deutschen. War er wirklich ein Kollaborateur? Und welche Rolle spielte Charlotte beim Verschwinden des Bildes? Die Suche nach dem Bild wird zur Suche nach der Wahrheit. Es war erschreckend zu erfahren, dass es immer noch Zeitzeugen von damals gibt, die unter Schuldgefühlen leiden und nicht über die Ereignisse reden können oder wollen, weil es ihnen damals so eingebläut wurde. Doch: „Wir können nichts für die Fehler, die unsere Eltern machen ...“ (S. 434) Andererseits gibt es aber auch Menschen, die heute noch hunderte Daten der damals Deportierten sammeln in der Hoffnung, wenigstens einige Schicksale aufzuklären und damit gegen das Vergessen ankämpfen. Mit viel Gefühl beschreibt sie die aufkeimende Liebe zwischen Charlotte und Victor in dieser schwierigen Zeit, in der eine Beziehung zwischen einer Deutschen und einem Franzosen nicht gern gesehen war. Beide wissen beide lange nicht, in wieweit sie dem jeweils anderen trauen können, trotzdem lassen sie sich aufeinander ein. „Unsere Länder befinden sich im Krieg. Die Diplomatie mag taktieren. Wir hingegen sollten offen miteinander reden, Mademoiselle Charlotte.“ (S. 84) Besonders imponiert hat mir Charlottes „Erwachen“. Sie begreift schnell, dass es Unrecht ist, was die Deutschen – und ihre Trittbrettfahrer – in Frankreich veranstalten und schämt sich für ihr Volk. „Der Krieg erforderte Hilfsdienste an den Schwächsten und keine Profitgeschäfte für die ohnehin Privilegierten.“ (S. 206) Charlotte will den französischen Juden unbedingt helfen und geht dafür ein hohes Risiko ein. Schon mit „Das geheime Lächeln“ hatte mich Bettina Storks in ihren Bann gezogen und ins Paris der 30er Jahre entführt. Und auch „Leas Spuren“ haben mich bewegt und bis zum sehr emotionalen Ende gefesselt. Ich habe bis weit nach Mitternacht mit der Taschenlampe im Bett gelesen (eigentlich lese ich nie im Bett!), weil ich unbedingt wissen musste, wie es ausgeht. Die historischen Hintergründe sind wieder hervorragend recherchiert und reale Begebenheiten perfekt in die fiktionale Handlung eingebunden. Paris ist und bleibt einer meiner liebsten Schauplätze und bildet den stimmungsvollen Rahmen für diese großartige Geschichte.

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Herzensbuch

Von: kleine_Antje

03.11.2019

Paris 2016. Ein lukratives Erbe winkt der Stuttgarter Historikerin Marie und dem französischen Journalisten Nicolas, wenn sie eine schwierige Aufgabe lösen: Gemeinsam sollen sie ein lang verschollenes Gemälde finden und es den möglichen Überlebenden einer jüdischen Pariser Familie zurückgeben. Ihre Suche führt sie nicht nur in die Wirren des Zweiten Weltkriegs und an die Abgründe der Besatzungszeit, sondern wird rasch zu einem atemlosen Ringen mit der Vergangenheit ihrer Familien. Im Dickicht des Kunstraubs der Nazis muss sich Marie einem schrecklichen Geheimnis stellen – und bald auch ihren Gefühlen für Nicolas. Meinung: Ein ganz besonderes Buch hat Bettina Storks ins Leben gerufen. Die Geschichte wird in 3 verschiedenen Perspektiven erzählt, nämlich aus Marie, Charlotte und Victor seiner Sicht. Es ist wahnsinn wie man sofort in die Geschehnisse eintaucht und wie fesselnd es sein kann. Die Figuren wurden lebhaft beschrieben und passen perfekt. Zu jeder Situation wurden sie perfekt angepasst, mal laut und offensiv, mal leise und zurückhaltend. Einfach perfekt. Was ich auch sehr beeindruckend fand, ist die sehr gut recherchierte Zeitgeschichte die in dem Buch behandelt wird. Rund um gelungen! Fazit: Für mich ein Meisterwerk, welches Bettina Storks geschaffen hat. Es hat so viel Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Ich konnte es kaum aus der Hand legen, weil ich immer wissen wollte wie geht es jetzt weiter. Für mich jetzt schon mein Lesehighlight im November und auch auf der Jahresfavoritenliste. Vielen Dank an Diana Verlag und dem Bloggerportal fürs bereitstellen des Buches. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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2016 Paris. Als die Stuttgarter Historikerin Marie Bergmann den Brief eines französischen Notars erhält, ist sie zunächst überrascht, denn sie erbt die Hälfte eines großen Pariser Apartments in bester Lage, wo ihre verstorbene Großtante Charlotte während des Zweiten Weltkrieges gelebt hat. Die andere Hälfte geht an den Journalisten Nicolas Blanc, dessen Großvater Victor Blanc die Wohnung ebenfalls bewohnte. Aber Victor Blanc hat ein Vermächtnis hinterlassen, bevor die Wohnung ihnen rechtmäßig gehört. Marie und Nicolas sollen gemeinsam ein altes Gemälde wiederfinden und den Nachfahren einer jüdischen Familie zurückgeben, um eine alte Schuld zu begleichen. Sowohl Marie als auch Nicolas machen sich auf Spurensuche und erfahren dabei nicht nur nach und nach mehr von ihren Vorfahren, sondern auch von einer bittersüßen Liebesgeschichte während des Krieges sowie über den großangelegten Kunstraub der Nazis… Bettina Storks hat sich mit ihrem neuen Roman “Leas Spuren” selbst übertroffen, denn das Buch hat nicht nur eine spannende Handlung vor historischem Hintergrund zu bieten, sondern dringt auch bis in die Leserseele aufgrund der atmosphärischen, gefühlvollen und bildgewaltigen Erzählkunst der Autorin. Schon der Epilog lässt das Leserherz höher schlagen, denn bereits nach den ersten Seiten stellt man sich Fragen, was da wohl alles noch kommen wird. Die Autorin baut in ihrer tiefgründigen Geschichte die Spannung von Beginn an gut auf und steigert sie mit zwei parallel laufenden Handlungssträngen immer weiter in die Höhe. Alles ist ausgezeichnet durchdacht und ergänzt sich immer weiter. Der Leser ist von Beginn an gefordert, Marie in der Gegenwart bei der Spurensuche zu folgen und die kleinen versteckten Details zu entschlüsseln. Gleichzeitig erfährt der Leser von dem groß angelegten Kunstraub der Nazis zur Pariser Besetzungszeit und der wachsenden Liebe zwischen Victor und Charlotte, die sich beide dem Widerstand verschrieben haben, wobei sie sich auf so manch gefährliche Mission einließen. Auch die totgeschwiegene Familiengeschichte von Marie kommt nach und nach ans Tageslicht und eröffnen ihr eine völlig neue Sichtweise auf die Dinge. Storks bringt mit einer Grandezza ihre Geschichte an den Leser, die man nur bewundern kann. Die Seiten fliegen einem praktisch um die Ohren, weil man keinen Moment der Suche verpassen möchte und die bildhaften Szenen wie ein Kinofilm vor dem inneren Auge ablaufen. Die Charaktere sind sehr detailliert und facettenreich ausgearbeitet. Sehr lebendig und authentisch wachsen sie dem Leser ans Herz und werden während der Lektüre zu engen Freunden, mit denen man mitleiden und -fühlen darf. Marie ist eine etwas spröde Frau, die manchmal unsicher wirkt, allerdings auch nicht auf den Mund gefallen ist. Nicolas ist Journalist und beweist oftmals ein gutes Gespür, doch Marie schlägt ihn da um Längen. Beide sind Singles, weil sie keine Nähe zulassen wollen, doch dann kommt alles ganz anders. Oma Fredi ist eine etwas kühle Frau, die die Vergangenheit ruhen lassen will. Charlotte liebte das Leben und die Kunst, aber vor allem liebte sie Paris und Victor, der erst etwas schüchtern daher kommt, aber immer der formvollendete Gentlemen ist. Aber auch Protagonisten wie Nicolas Eltern, Madame Favre oder Oliver Porte geben der Handlung immer wieder neue Impressionen und Wendungen, die den Leser gemeinsam mit Marie auf neue Spuren setzen oder zu überraschen wissen. Mit “Leas Spuren” ist Bettina Storks ein Meisterwerk der Extraklasse gelungen. Von Anfang bis Ende hat die Geschichte das, was ein Pageturner braucht und was das Leserherz ganz hoch schlagen lässt. Dieser Roman ist einer derjenigen, die man immer wieder gern in die Hand nimmt und dessen Geschichte man nie mehr vergisst. Absolute Leseempfehlung für diese Meisterleistung, besser geht es nicht! Chapeau!!

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Das Buch wird einen ganz besonderen Platz in meinem Bücherregal bekommen, denn diese Geschichte war einzigartig und wunderschön. Die Autorin hat einen so fesselnden Schreibstil, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Es war von der ersten- bis zur letzten Seite spannend und ich würde mir wünschen, dass die Geschichte verfilmt würde. Ich habe die Stuttgarter Historikerin Marie und den französischen Journalisten Nicolas kennengelernt, die sich eigentlich gar nicht kennen, die aber dann gemeinsam die Bedingungen eines Testaments, von Nicolas Großvater, erfüllen sollen. Es geht um ein verschollenes Gemälde, dass die beiden jungen Leute unbedingt finden müssen, um es dann den möglichen Überlebenden einer jüdischen Pariser Familie zurückzugeben. Die Geschichte spielt in der Gegenwart und auch in der Vergangenheit, wo man die Lebensgeschichte von Victor, dem Großvater kennenlernt, der eine Wohnung in Paris hatte, von der seine Familie bisher aber nichts wusste und die Nicolas und Marie nun zu gleichen Teilen erben sollen, wenn sie es schaffen, seine Bedingungen zu erfüllen. In der Vergangenheit erfährt man auch als Leser, wie Victor seine große Liebe Charlotte, nämlich die Großtante von Marie, bei der Arbeit kennengelernt hat und wie viel ihm diese Frau wirklich bedeutete. Ach, es war einfach herrlich zu lesen, wie diese beiden Menschen in den Kriegswirren des 2.Weltkrieges sich geliebt haben und auch, wie verbissen Nicolas und Marie nun heute im Jahr 2016 bei ihren Recherchen immer mehr und mehr über ihre eigenen Familien erfahren und aufdecken, vor allem auch, was es mit dem Thema Kunstraub auf sich hatte. Ich fand es so lesenswert, wie das Schicksal nun diese beiden jungen Menschen in einer Wohnung im elften Arrondissement unfreiwillig zusammengeführt hat und wie sie die Sache dann gemeinsam gemeistert haben. Am liebsten würde ich hier an dieser Stelle die ganze Geschichte erzählen, aber natürlich möchte ich niemandem etwas vorwegnehmen, man muss dieses fantastische Buch einfach unbedingt selbst gelesen haben. Von mir ein großes Lob an die Autorin und ein herzliches Dankeschön an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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“Das Mädchen im Jardin du Luxembourg” ist ein Aquarell des jüdischen Malers Jakob Stern. Während der Besetzung von Paris durch die Deutschen war es mit einem Mal verschwunden. Über 60 Jahre später soll das Bild seiner rechtmäßigen Besitzerin zurückgegeben werden. Im Jahr 2016 machen sich die deutsche Historikerin Marie und der französische Journalist Nicolas auf die Suche nach dem Aquarell und der Tochter des Malers. Hinter dem vordergründigen Thema des Kunstraubs durch die Nazis, verbergen sich die Geschichten vieler menschlicher Schicksale. Während ihrer Recherchen stoßen Marie und Nicolas nicht nur auf Ablehnung in ihren eigenen Familien, sondern erfahren auch mehr über die Verhaftung und Deportation jüdische Mitbürger. Neben der Gegenwart, beschreibt der Roman die Handlung um 1940. Paris ist von den Deutschen besetzt, und Göring eignet sich viele Kunstschätze an. Charlotte Schneider katalogisiert die Gemälde und transportiert sie ab. Weiß sie mehr über den Verbleib des verschwundenen Bildes? Ich bin erst nach dem ersten Drittel mit den Figuren warm geworden und habe eine emotionale Verbindung spüren können, denn es ging anfangs überwiegend um eine Erbschaft, ein Apartment und um Gemälde. Danach entfaltete sich die Handlung mehr und wurde emotionaler und spannender. Charlotte begab sich in sehr große Gefahr, um einer Freundin zu helfen. Die Autorin hat Tatsachen und Fiktion geschickt zu einer interessanten Geschichte verwoben.

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