Leserstimmen zu
Das Haus am Ende der Welt

Paul Tremblay

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Eine einsame Hütte an einem See mitten im Wald von New Hampshire: So stellen sich Andrew und Eric die familiäre Urlaubs-Idylle mit Töchterchen Wen vor. Relaxen und einfach eine Familie sein. Doch dann stehen vier bewaffnete Personen vor der Tür, und der Horror fängt an. „Das Haus am Ende der Welt“ ist ein nervenzerreißend spannender Horror-Roman, genauso wie es mit Stephen Kings Namen am Cover prangt. Zu Beginn lernt der Leser in einem knappen Abschnitt Wen und ihre Väter Eric und Andrew kennen. Besonders am Anfang wird der 7-jährigen Wen viel Raum gegeben, weil sie die Story um die vier Gestalten ins Rollen bringt. Wenige Seiten später ist es schon so weit, und diese vier - tatsächlich bis auf die Zähne bewaffneten - Personen hämmern an die Tür. Andrew, Eric und Wen bekommen es mit der nackten Angst zutun, die rasch in Panik umschlägt, weil sie nicht entkommen können. Denn damit im Urlaub ablenkungslos entspannt wird, gibt es weder ein Handy noch Internet oder ein analoges Telefon. Bis hierhin war mir absolut klar, in welche Richtung die Geschichte geht. Hat man nach dieser Eingangsszene nicht automatisch den Splatter-B-Movie im Kopf? Ich dachte mir, gut geschrieben, aber eben nichts Neues, bis auf die Tatsache, dass die Eltern beide Männer sind. Falsch gedacht! Denn nun wird es richtig, richtig abgefahren, und die Spannung steigt mit jedem Augenblick. Die Bredouille ist spürbar, ich klebte an den Seiten und bin von einem Kapitel zum nächsten gehetzt. Einerseits verläuft die Geschichte komplett anders als erwartet. Auf einmal stehen viele Fragen im Raum, man versucht, das Geschehen zu verstehen, und kann nicht einordnen, wohin die Reise geht. Hinzu kommen Überraschungsmomente - auf Splatterniveau - die erschreckend abrupt geschehen, und somit der Handlung zusätzlichen Sog verleihen. Andrerseits ist die Thematik inklusive des Gesamtsettings originell umgesetzt, und gibt dem Roman das gewisse Extra, wodurch er zu meinen diesjährigen Highlights zählt. Dabei gibt es zwei offensichtliche Perspektiven, wie man die Handlung und ihren Hintergrund deuten kann. Entweder ist es brutale Realität, die von verwirrten Geistern betrieben wird, oder es hat einen übernatürlichen Ursprung, der mindestens genauso beängstigend ist. Bis auf die spannende Handlung - die im wahrsten Sinne des Wortes nervenzerreißend erzählt wird - gibt es einige Rückblenden, um Andrew, Eric und ihre Tochter Wen kennenzulernen. Als Leser wirft man einen Blick auf ihre Vergangenheit, es werden interessante und teilweise erschütternde Episoden aus ihrem Leben erzählt. Man erfährt, wie Wen überhaupt zu ihren zwei Vätern kam, und, warum sie ihre Samstagnachmittage in der chinesischen Schule verbringt. Genau wie der gesamte Roman ist der Schluss eigenartig, dennoch passend zum Gesamtpaket umgesetzt. Ich denke, dass der Ausgang nicht jedem gefällt. Mich hat er jedenfalls berührt. Ich habe tagelang darüber nachgedacht, weil mich dieses Buch nicht losgelassen hat. Paul Tremblays „Das Haus am Ende der Welt“ ist bestimmt nicht für jeden Leser geschrieben, und wird garantiert nicht nur Freunde finden. Für mich ist es ein absolut origineller Horror-Roman, der mit alten Themen spielt, ihnen ein neues Gewand verleiht, und aufgrund seiner ungewöhnlichen Umsetzung zum Highlight wird. Neben der herausragenden Spannung - ich habe mich beim Lesen gewunden, weil es gar so nervenzerreißend war - hat mich der Autor mit seinem Einfallsreichtum und Mut zum Ungewöhnlichen überzeugt. Ich vergebe die höchste Bewertung, und hoffe, dass es noch ganz viel Horror von Paul Tremblay zu lesen geben wird.

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Eine abgelegene Ferienhütte am See in den Wäldern New Hampshires: Hier wollen Eric und Andrew gemeinsam mit ihrer siebenjährigen Adoptivtochter Wen eine Woche Urlaub machen. Kein Smartphone, kein Internet – nur Ausspannen und Zeit mit der Familie verbringen. Mit der Idylle ist es dann aber schnell vorbei, als eines Tages vier merkwürdige, bis an die Zähne bewaffnete Gestalten auftauchen. Sie versprechen, die junge Familie nicht zu verletzen. Sie sagen, dass sie Hilfe brauchen. Doch die vier verbergen ein dunkles Geheimnis und für Eric, Andrew und Wen beginnt der schlimmste Albtraum ihres Lebens ... Der Autor: Paul Tremblay hat den Bram Stoker, Britisch Fantasy und Massachusetts Book Award gewonnen und ist Autor zahlreicher Romane, Essays und Kurzgeschichten, die in Los Angeles Times, Entertainment Weekly online und »Year’s Best«-Anthologien erschienen sind. Er hat einen Master-Abschluss in Mathematik, und lebt mit seiner Familie außerhalb von Boston. Meine Meinung: Der Klappentext dieses Buches hörte sich so richtig schaurig an, und daher genau nach was für mich. Erstmal muss ich erwähnen, dass das Buch in Natura noch viel schöner ist. Tolle Aufmachung und für mich absolut ansprechend. Die Geschichte baut sich langsam auf. Wir lernen Umstände und Protagonisten kennen. Ich mochte nicht alle Personen in diesem Buch, aber teilweise macht das eine Geschichte ja erst interessant. Nun Grusel hatte ich mir versprochen, und das Buch punktet auch mit Atmosphäre, aber eben keinem wirklichen Grusel. Ich lese gerne in diese Richtung und bin dort einiges gewohnt, es kann natürlich daher auch daran liegen, dass ich abgestumpft bin. Für mich war es eine solide Geschichte, die mich durchaus gut unterhalten hat. Gegruselt habe ich mich aber nicht. Teilweise hat das Buch für mich leichte Längen gehabt. Zu viel Nebensächliches erzählt, was für mich nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Wer ein wirkliches Buch zum gruseln sucht, könnte hier enttäuscht werden. Was das Cover so ausdrucksstark verspricht konnte nicht ganz gehalten werden. Schade. Es ist eine solide Geschichte, die ich aber dennoch gerne gelesen habe. Mehr Potenzial hätte aber genutzt werden können. Kein totaler Reinfall, aber für mich als Fan des Übersinnlichen und Schaurigen, leider keine komplett gelungene Umsetzung.

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>>Ein intensiver Start<< Wann startet man am besten mit solch einer Geschichte? Genau, abends im Bett kurz vorm Schlafengehen. Der Beginn wird aus der Perspektive der achtjährigen Wen erzählt, was mich anfänglich total in den Bann gezogen hat. Die ganze Atmosphäre war einfach greifbar und ich konnte mich überhaupt nicht mehr lösen. Da hat es mich auch nicht gestört, dass alles ein wenig in die Länge gezogen wurde. Normalerweise schlafe ich im Bett sofort ein, doch hier konnte ich das Buch überhaupt nicht mehr aus der Hand legen, weil ich einfach wissen musste, was es mit den Fremden auf sich hat. Nun habe ich mir schon ziemlich viel von der Geschichte erhofft und nachdem mich der Start auch so fesseln konnte, war ich natürlich in der Hoffnung, dass es auch die restliche Story über so bleibt. Allerdings hatte ich irgendwann nicht mehr das Gefühl, dass die Spannung weiter aufgebaut, sondern die Geschichte oder vielmehr die Handlung einfach unnötig in die Länge gezogen wurde. >>Auf den Schreibstil muss man stehen<< Kaum ist das erste Ereignis, auf das hingefiebert wurde eingetroffen, so hat sich die Spannung in meinen Augen ziemlich gelöst. Auf einmal hatte ich nicht mehr das Gefühl, dass Paul Tremblay hier einen gut durchdachten Stil gewählt hat, sondern sich eher ein bisschen im Detail verliert. Denn wenn ich mitten in einer Szene stecke, in der gerade über Leben und Tod entschieden wird, interessieren mich Rückblenden zu den einzelnen Charakteren herzlich wenig. Ich kann natürlich verstehen, dass dadurch eine Bindung aufgebaut werden sollte, damit der Leser mehr mit den Charakteren mitfiebert, für mich war es aber jedes Mal ein absoluter Stimmungskiller. Die Idee dahinter fand ich aber unglaublich cool, weil ich auch als Leser nie so richtig wusste, woran ich nun glauben soll. Im Nachhinein betrachtet, hätte sich die Story aber höchstwahrscheinlich besser als Kurzgeschichte getan. Andernfalls hätte man anstatt der Rückblenden vielleicht eher auf die Psyche anspielen sollen oder mehr blutige Details reinpacken müssen. Wer Gewalt an oder von Kindern auch in Büchern nicht ertragen kann, sollte lieber nicht zu dem Buch greifen. FAZIT Mit Das Haus am Ende der Welt hat mir Paul Tremblay einen spannungsgeladenen Einstieg in seine Geschichte ermöglicht, sich danach für meinen Geschmack aber zu sehr im Detail verloren. Die Idee an sich hat mir wirklich gut gefallen, hätte sich als kompakte Kurzgeschichte aber wahrscheinlich noch besser gemacht.

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Allein der Titel hat mich schon neugierig gemacht und das Buch klang einfach zu gut, um widerstehen zu können. Anfangs war ich ziemlich schnell gefangen von der Geschichte. Die Beklemmung war deutlich zu spüren. Die Charaktere fand ich auf der einen Seite mit der Familie von Wen sehr sympathisch und am Boden geblieben, die fremden Eindringlinge fand ich auf jeden Fall ziemlich gruselig und ich war gespannt, wo das Ganze hinführen wird. Man wusste nicht so recht, wie man manche Personen und eigentlich auch die ganze Situation einzuordnen hatte. Einiges empfand ich zunächst auch als ziemlich krank, sehr psycho. Es gibt ja viele verschiedene Arten von Horror und ich wüsste jetzt nicht, in welche Sparte ich dieses Buch ansonsten packen sollte. Aber ich muss mich da einigen anderen anschließen, auch ich habe mir etwas komplett anderes erwartet. Grundsätzlich ist das ja nicht zwingend schlecht, aber in diesem Fall hat sich meine Begeisterung leider mit fortlaufendem Lesefortschritt immer mehr verloren. Der Hauptgrund für mich: es war mir insgesamt zu langatmig. Das ganze Buch spielt wirklich nur in dieser Hütte im Wald und das hat sich stellenweise sehr gezogen, sodass ich teilweise wirklich abgelenkt war, Probleme hatte mich zu konzentrieren und dabei zu bleiben. Trotzdem war ich immer wieder neugierig genug, um weiterzulesen, ich wollte wissen, wie es endet. Fazit Der Anfang war vielversprechend und hat mich schnell begeistert. Leider hielt diese Begeisterung nicht allzu lange an. Bald fand ich es als viel zu langatmig, mir passierte zu wenig, zum Teil war es mir zu skurril in diesem Fall. Insgesamt hatte ich mir einfach mehr erwartet. Klassischen Horror zum Fürchten hätte ich mir gewünscht, bekommen habe ich etwas gänzlich anderes, das ich nicht mal genau einordnen kann. Das war mein zweiter Versuch eines Buches von diesem Autor und somit wird es vermutlich auch erst mal der letzte sein. Ich kann hier leider keine Leseempfehlung aussprechen, 2 Sterne.

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"Das Haus am Ende der Welt" von Paul Tremblay, ist vor kurzem im Heyne Verlag erschienen, es handelt sich hierbei um einen Horrorroman. Da ich bereits ein Buch des Autoren gelesen hatte und dieses mich vollkommen begeistert hat, war ich natürlich sehr gespannt auf sein neustes Werk. Das Cover finde ich einfach genial, es wirkt geheimnisvoll und mysteriös außerdem passt es hervorragend zur Story. Als ich schließlich den Klappentext gelesen hatte war ich vollkommen begeistert, ich musste dieses Buch einfach lesen. Der Einstieg ins Buch fiel mir sehr leicht denn der Schreibstil des Autoren ließt sich mehr als angenehm. Tremblays Schreibstil ist außergewöhnlich, er schreibt zwar flüssig und leicht lesbar aber sein Stil wirkt fast poetisch. Er schreibt bildhaft, fesselnd und intensiv. Sein Erzählstil ist sehr intensiv er verliert sich in detaillierten Schilderungen, er zeigt auf was andere übersehen. Facettenreich und tiefgründig würde ich das ganze beschreiben und genau das ist es was ihn ausmacht. Kurz zum Inhalt: Andrew und Eric wollen mit ihrer Tochter Wen, Urlaub in einem abgelegen Ferienhaus machen. Was anfangs wunderschön und idyllisch ist, entpuppt sich schon bald zu einem Albtraum. Als Wen nichts ahnend Grashüpfer fängt, tauchen auf einmal Fremde auf, die unbedingt mit ihren Eltern sprechen wollen. Als sich diese vier Fremden Zutritt zum Haus verschaffen, gerät die ganze Situation aus dem Ruder. Die Charaktere wurden in meinen Augen authentisch und greifbar gezeichnet. Wen ist ein wundervolles und intelligentes Mädchen welches ich schnell in mein Herz geschlossen habe. Doch auch all die anderen Charaktere wurden bildhaft und voller Leben dargestellt. Die Handlung hat es hier wirklich in sich. Zu beginn dachte ich noch, ich weiß worauf das ganze hinausläuft, doch dann kam eine Wendung nach der nächsten und nichts ist mehr wie es scheint. Das was anfänglich wie ein wahr gewordener Horror beginnt entwickelt sich ziemlich schnell zu einen Endzeit Thriller der es in sich hat. Es wurde unglaublich spannend, nervenaufreibend und blutig. Die Geschehnisse im Haus laufen immer mehr aus dem Ruder, zwar behaupten die fremden Wen und ihrer Familie nicht schaden zu wollen, doch vor Gewalt schrecken sie nicht zurück. Die Ereignisse überschlagen sich und es gibt erste Tote, hier sollte man bedenken das es durchaus blutig wird. Das ganze schildert der Autor detailliert und bildhaft. Zwar hatte ich immer wieder Vermutungen wie das ganze ausgehen könnte doch all meine Gedanken erwiesen sich als falsch. Ein weiterer Pluspunkt ist das dieses Buch bis zum Ende hin unvorhersehbar bleibt. Ich hatte keine Ahnung wie das ganze ausgehen würde. Ich hatte keine Ahnung was mich auf den nächsten Seiten erwarten würde. Das Ende an sich fand ich ziemlich passend auch wenn es mir etwas zu schnell kam, zwar wurden all meine Fragen beantwortet doch ich hätte gerne noch weiter gelesen. Zusammenfassend gesagt ist dieses Buch ein Horror / Endzeit Roman der es in sich hat und mich vollkommen begeistern konnte. Klare Lese und Kaufempfehlung! Fazit: Mit "Das Haus am Ende der Welt" gelingt Paul Tremblay ein nervenaufreibender und packender Horror / Endzeit Roman der mich bis zur letzten Seite gefesselt hat. Eine unvorhersehbare und auch nervenaufreibende Handlung und sein detaillierter und facettenreicher Schreibstil überzeugten mich auf ganzer Linie! Natürlich bekommt dieses Buch von mir die volle Punktzahl.

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Wenn es etwas gibt, dass ich an Büchern liebe, ist es das Herausfordern von eigenen Interpretationen. Geschichten, die bereits während des Lesens in meinem Kopf herumspuken, mich nachdenken und überlegen lassen was da wohl noch kommt, wie weit der schreibende Mensch geht und ob ich überhaupt in der Lage bin auch nur ansatzweise zu verstehen, was da in und zwischen den Zeilen ausgesprochen wird. Dieses Buch hat mich immens angesprochen. Das Cover ist für mich ein Eyecatcher, der Klappentext sagt kaum etwas aus, doch das wenige sprach mich total an. Kings Zitat und die kurze Beschreibung auf der Innenseite (der oben kursiv dargestellte Text) haben mich auf eine wahrlich horrormäßige Geschichte hoffen lassen. Die Geschichte beginnt so harmlos mit der kleinen Wen, die Adoptivtochter von Eric und Andrew. Eine fast 8jährige, die auf einer Wiese Grashüpfer sammelt, ein wenig aus ihrem Leben erzählt, sich Gedanken macht, Vergangenes Revue passieren lässt und aufzeigt, dass sie sehr pfiffig, intelligent und doch nur ein kleines Mädchen ist. Alles ganz liebevoll und zart, bis zu dem Moment als Leonard auftaucht, wie ein Riese stampfend aus dem Wald auftaucht und damit der keinen Wen und mir eine Heidenangst einjagt. Ab dem Moment hat es begonnen, dieses unterschwellige Fürchten und Bangen. "…und wir sagen kein Wort, und wir sagen alles…" (S. 348) Diese wenigen Worte sind so wunderschön und gleichzeitig grausam. Es passt zu der ganzen Geschichte und vor allem zu meiner persönlichen Empfindung beim Lesen. Horror zu definieren ist wohl auch eine sehr persönliche Empfindung. Was den einen Menschen im höchsten Maße erschrickt, ist für einen anderen wiederum total langweilig. Mir hat dieses Buch Angst eingejagt, aber in dem Sinne dass ich mich um Wen, Eric und Andrew sorgte, richtig heftig sogar. Gerade wenn kaum etwas geschieht, nur scheinbare Belanglosigkeiten erzählt werden, es nicht zu erahnen ist, was da überhaupt los ist und da doch eine so spürbare Bedrohung im Raum steht, ist das für mich Horror. Dies sind so die Momente, in denen ich laut warnen möchte und es mir bis unter die Kopfhaut kribbelt, weil da eine dermaßen große Machtlosigkeit ist. "Lauf nach draußen und renn und versteckt dich." (S. 178) Diese kleine Familie, gerade in ihrem Urlaubsdomizil angekommen, muss Dinge erfahren und erleben, die kaum zu begreifen sind. In dieser abseits gelegenen Einöde tauchen auf einmal zwei Frauen und zwei Männer auf, behaupten ihnen nichts böses zu wollen und bringen doch nur Angst, Zerstörung und den Tod mit sich. Eine kleine Hütte, die eigentlich ein Zufluchtsort vor dem Alltag sein sollte, wird zu einem Gefängnis und einer Todesfalle. Was die vier da von sich geben, erzählen oder versuchen zu erklären, ist komplett durchgedreht. Eine Absurdität die ihresgleichen sucht und rein gar nichts mehr mit dem gesunden Menschenverstand zu tun hat. Ich kann dazu nicht viel sagen, da es unweigerlich spoilern würde, nur soviel – es wird eine Forderung gestellt, höflich als Bitte formuliert, deren Umsetzung diese kleine Familie unweigerlich zerstören würde. Vielleicht ist es ganz einfach, was der Autor sich dabei dachte. Er wollte nur unterhalten, Spannung erzeugen, eine irrwitzige Geschichte erzählen und dabei den lesenden Menschen eine Menge Angst einjagen. Vielleicht hatte all das, was er da erzählt aber auch einen ganz anderen Hintergrund und eine viel tiefere Bedeutung. Oft, in kleinen Schilderungen von Wen, Eric oder Andrew, erfährt man etwas über ihr Leben als homosexuelles Paar, das ein Kind adoptiert hat. Ihre Coming Outs und die Reaktionen von Eltern, Verwandten, Kollegen. Sprüche von anderen Kindern, verstohlene Blicke beim gemeinsamen Einkaufen, gespielte Toleranz, die hinter verschlossenen Türen wohl anders aussieht. Scheinbares Akzeptieren und doch auch die leidvolle Erfahrung von Gewalt. Gewalt, die sich auch nun, in dieser Hütte ausbreitet und zu einer Eskalation führt, die mich schockierte und sprachlos machte. "Hab keine Angst vor der Dunkelheit da draußen. Fürchte dich vor dem, was hier im Haus passiert und noch passieren wird." (S. 179) Es war so abgedreht mit diesen vier „Besuchern“. Auf der einen Seite sehr höflich und zuvorkommend und andererseits so gewaltbereit. Ihre „Berufung“ scheint von höherer Stelle zu kommen und genau das machte mir noch mehr Angst. Wie sehr kann ein einzelner Mensch konditioniert werden? Und wodurch? Kannten die vier sich schon vorher und wie haben sie sich gefunden? Ist das Eintreten dieser Vorhersagen Zufall oder alles einfach nur ein böser Traum aus dem es keinerlei Erwachen geben wird? Was kann Liebe ertragen und was kann Liebe anrichten? Wozu ist der Mensch bereit und was würde er dafür tun? Es gibt etwas im Buch, dass ich als sehr wichtig empfinde, auch in Hinsicht auf die Beziehung von Eric und Andrew, sowie deren Tochter Wen. Ein Detail nur, aber für mich mit eines der aussagekräftigsten Elemente. Der Stil der ganzen Geschichte ist sehr einnehmend. Unterschiedliche Erzählperspektiven spiegeln die Sicht auf die Charaktere von Eric, Andrew und Wen. Die der vier „Besucher“ gehen dabei etwas unter, dabei hätte ich gerne noch viel mehr über diese Personen erfahren und ihre Bewegründe. Zwar gibt es beim Lesen keine visuelle Wahrnehmung, aber durch die Dialoge und Gedanken erhielt ich eine sehr plastische Darstellung aller beteiligter Personen. Stellenweise hatte ich sogar den Eindruck jenes riechen zu können, was diese auch gerade rochen, somit hatte der Autor mich mit seiner Fähigkeit der Beschreibung auch sehr eingenommen. Auch gab es da ein paar Parallelen, vielleicht wieder nur Zufälle, aber wie gesagt, ich liebe es zu interpretieren. Die Geschichte enthält 4 Kapitel und 4 der Gestalten. Wen sammelt 7 Heuschrecken und in Summe befinden sich 7 Personen im Haus. Das Buch ist einerseits wunderschön, insbesondere durch die Darstellung der Zuneigungen von Papa Eric, Papa Andrew und Tochter Wen, aber eben auch furchtbar grausam, durch die Taten der vier Gestalten in ihrem Haus. Die Sense auf dem Bild hat ihren Sinn, denn es wird blutig im Buch. Für mich ist „Das Haus am Ende der Welt“ eine Allegorie auf das homophobe Verhaltensmuster der Menschen und ein absolute empfehlenswertes Lesehighlight, auch wenn es stellenweise richtig weh tat. Ein literarisch sehr anspruchsvolles Buch und definitiv kein 08/15-Horrorroman. Es ist kein Buch, das man nach dem Lesen einfach so weglegt, dafür ist alles was darinnen geschieht zu seltsam, erschreckend, bedrückend und oft genug mysteriös. Das Ende hat mich echt fertig gemacht – ich habe Fragen! Rezension verfasst von © Kerstin

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Ich bin eine ganze Weile um das Buch herumgeschlichen - gerade bei Horror ist das Risiko ja doch recht groß, einfach nur Schund zu bekommen. Aber "Das Haus am Ende der Welt" hat mich überzeugen können. Obwohl sich die gesamte Handlung nur in knapp 48 Stunden abspielt und der Autor das Geschehen nahezu ununterbrochen sekundiös erzählt, wirkt es nicht langgezogen oder langweilig. Am Anfang sehen wir die Ereignisse aus der Perspektive Wens, des adoptierten chinesischen Mädchens, dass ihre Papas über alles liebt. Während des Handlungsverlaufs wechselt die Perspektive zwischen den restlichen Personen - also entweder den zwei Papas oder den insgesamt 4 Fremden, die zu der Hütte kommen. Manchmal überlappt sich auch die Erzählung, indem sie kurz hintereinander aus zwei Perspektiven erzählt wird, was aber wichtig ist, um die jeweiligen darauf folgenden Handlungen und Entscheidungen verstehen zu können. Gerade die Tatsache, dass eigentlich, objektiv betrachtet, gar nicht wirklich viel an Handlung passiert (es spielt sich komplett in der Hütte und darum herum ab und das wie gesagt auf die Dauer von nicht einmal zwei Tagen), bringt die Spannung auf die Spitze, weil man sich so sehr wünscht, dass endlich mal ein großer Knall passiert - und es passiert zwar immer wieder was, aber irgendwie erscheint es dann gar nicht so als bombastisches Ereignis, da die Handlungen ALLE so detailliert beschrieben werden, dass die eigentlichen Schlüsselereignisse darin fast untergehen. Wie ich finde, hat der Autor damit richtig gut rübergebracht, wie einem das selbst in der Situation vorkommen muss, nämlich wie ein Alptraum und die Betroffenen, vor allem die kleine Wen, können eigentlich gar nicht richtig realisieren und verstehen, was ihnen da eigentlich gerade passiert. Die Protas finde ich übrigens prima (also vor allem die kleine Wen, die für ihre acht Jahre ziemlich aufgeweckt ist - ich kann mir gar nicht vorstellen was ein solches Erlebnis im Gehirn eines Kindes diesen Alters anrichtet. Aber auch die Papas Eric und Andrew finde ich sehr sympathisch, jeden auf seine Weise, auch wenn wir natürlich nur einen kleinen Auschnitt in einer Extremsituation von ihnen mitbekommen. Meiner Meinung nach wird ja bis zum Ende nicht ganz klar, ob die Fremden jetzt im Recht waren oder nicht. Ganz gezielt hat der Autor hier immer wieder sowohl Zweifel als auch Bekräftigungen für das drohende Unheil eingestreut, und so mich als Leser immer wieder zwischen zwei Seiten hin und hergezogen. Das Ende verrate ich natürlich nicht - aber ich fand es total unbefriedigend. So wie in Horrorfilmen, wenn im Abspann der Tote auf einmal die Augen wieder aufmacht, kennt ihr solche Szenen? So ungefähr fand ich das Ende dieses Buchs im übertragenen Sinne. ... aber eine Fortsetzung würde eigentlich trotzdem keinen Sinn machen. Nun ja, bildet Euch ein eigenes Urteil :-) Ach ja: Stellenweise ist die Geschichte schon ziemlich brutal und blutig. Es kommen da einige sehr deutlich beschriebene und nicht gerade jugendfreie Szenen drin vor. Sollte man sich also drauf einstellen :-) Und man stelle sich vor: Die komplette Story kommt ohne jegliche Sexgeschichten, Romanzen oder ähnliches aus! Das hat heutzutage ja schon Seltenheitswert. Mein Fazit: Trotz oder gerade wegen des eigenwilligen, aber trotzdem sehr gut lesbaren Erzählstils des Autors bekommt das Buch etwas einzigartiges und eine durchgehende Hochspannung, dem Leser wird selbst eine Wahl gelassen, an was er glauben möchte, und das hat mir ganz gut gefallen. Ich finde für mich eigentlich nichts zu meckern, und daher gebe ich dem Buch 5/5 Sternen.

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Mein Eindruck: Bevor ich diese Rezension geschrieben habe, brauchte ich ein paar Tage, um ein wenig über das Buch nachzudenken, da es mich doch etwas zwiegespalten zurückgelassen hat. Nun kann ich folgendes zum Buch sagen: Der Einstieg in das Buch fiel mir leicht und es beginnt mit Wen, die Adoptivtochter von Eric und Andrew, die auf der Wiese spielt, bis Leonard auftaucht und ihr Vertrauen versucht zu gewinnen. Der Schreibstil ließ sich leicht und locker lesen, da er ziemlich einfach gehalten ist und auch die bildliche Darstellung hat der Autor gut hinbekommen. Einige Szenen, vor allem die „Kampfszenen“, sind so realistisch beschrieben, dass ich mir am liebsten die Augen zugehalten hätte, wenn es denn ein Film gewesen wäre. Auch fand ich die Spannung von Anfang an präsent, die sich auch bis zum Schluss gehalten hat. Wen habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Sie ist ein quirliges und fröhliches Mädchen, die von ihren Vätern abgöttisch geliebt wird und bis zum Schluss mutig und tapfer war. Auch Eric und Andrew waren mir von Anfang an sympathisch. Obwohl sie nicht unterschiedlicher sein könnten, passten sie perfekt zueinander und harmonierten miteinander. Während Andrew der Realist ist und nur an das glaubt, was er sieht, ist Eric genau das Gegenteil. Die Charakterbeschreibungen sind meiner Meinung nach sehr gut gelungen und haben die nötige Tiefe. Der Autor beschäftigt sich hier mit der Frage, wie weit würde der Mensch gehen, um eine Katastrophe zu verhindern? Wie entscheiden sich die einzelnen Charaktere und wieso treffen sie diese Entscheidung? Eine Frage, die auch mich zum Nachdenken gebracht hat. Was würde ich tun? Würde ich das liebste, das ich habe opfern? Zum Schluss möchte ich den Horrorlesern sagen: wer hier den typischen Horror sucht und erwartet, wird leider enttäuscht sein. Mir persönlich hat es nichts ausgemacht, da ich nicht wirklich ein Horrorfan bin und auch eher der Angsthase. Fazit: Ein spannendes Buch mit authentischen und sympathischen Charakteren. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und die Frage stellt, wie weit würde man gehen und welches Opfer würde man bringen, um eine Apokalypse zu verhindern? Wer auf der Suche nach einem spannenden Buch ist, dem kann ich das Buch empfehlen, einem Horrorfan eher nicht.

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