Leserstimmen zu
Deutschland verdummt

Michael Winterhoff

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Ist das wirklich so?

Von: MariaH

14.06.2019

Dieses Buch habe ich von Random House als Rezensionsexemplar erhalten und ich war sehr gespannt, was der Autor zu unserem aktuellen Bildungssystem zu sagen hat. Da ich zwei schulpflichtige Kinder habe, ist das Thema für mich somit auf jeden Fall interessant. Für mich war das Buch auf jeden Fall lesenswert und ich muss sagen, dass ich sehr vieles, was in diesem Buch am aktuellen Bildungssystem kritisiert wird, durchaus in der eigenen Erfahrung mit den Kindergärten und der Grundschule wiederfinden konnte. Es macht auf jeden Fall Sinn, sich ein paar Gedanken über das Gelesene zu machen. Man muss ja nicht mit allem völlig übereinstimmen, aber grundsätzlich stimme ich dem Autor zu: Kinder werden viel zu früh "digitalisiert", sie werden viel zu viel alleine gelassen, sich selbst überlassen, zu "kleinen Erwachsenen" gemacht, die Kindheit und das Miteinander vernachlässigt. Über dieses Buch habe ich schon manch eine negative Rezension gelesen. Interessanterweise stellenweise von Leuten, die selber gerade mal das Studium fertig und keine eigenen Kinder haben... ja, ja... da kann man richtig gut mitreden. Das ist so, wie mit der Hundeerziehung. Wie man einen Hund richtig erzieht fragt man am Besten Leute, die keinen Hund haben. Sicherlich kann man über dieses Buch unterschiedlicher Meinung sein. Ich für meinen Teil konnte nach dem Beenden des Buches folgendes mitnehmen: - man MUSS sich ein paar Gedanken über das aktuelle Bildungssystem machen. - die Aussagen haben absolut Hand und Fuß. Und nein, ich denke nicht, dass das Buch dazu da ist, das Bildungssystem komplett runter zu putzen und alle als "verdummt" zu sehen. Aber manchmal muss man eben Klartext reden und mal mit einer etwas deutlicheren Aussage ein wenig zum Nachdenken wachrütteln! Denn so, wie es in den Schulen derzeit abgeht, kann es nicht weiter gehen. Klar, es ist nicht in allen Schulen gleich. Aber es gibt diese Extreme und die Bildungseinrichtungen (egal, ob Kindergarten oder Schulen), die nicht einfach nur den Unterrichtsstoff, sondern Kinder unterrichten, sind in der Minderzahl. - auch wir Eltern machen nicht alles richtig und es schadet nicht ein wenig in sich zu gehen und über ein paar Prioritäten und Möglichkeiten nachzudenken, wie man den Kindern auch zuhause sinnvoll schulisch helfen kann. Wie gesagt, man muss nicht mit allen Kritikpunkten in dem Buch übereinstimmen. Aber ich finde es falsch, das Buch als schwarzseherisch und unwahr zu verteufeln. Bei ganz vielen Punkten musste ich aus eigener Erfahrung in Bezug auf Kindergarten und Grundschule leider zustimmen. Und ich kenne genug Leute, denen es ähnlich geht/ging. Für uns kam ein wenig Durchatmen und Entspannung erst bei der weiterführenden Schule - aber nur, weil wir uns für eine Privatschule entschieden, die nicht einfach nur den Schulstoff unterrichtet, sondern sich der Verantwortung der Bildung von Kindern bewusst ist. Denn Schule ist mehr, als nur Schulstoff pauken. Allgemein kann ich zu dem Buch sagen, dass es gut lesbar ist und sich nicht zu sehr in Fachsimpeleien verstrickt. Es macht Sinn, das Buch zu lesen, das Geschriebene auf sich wirken zu lassen und sich objektiv eine eigene Meinung zu bilden. Wer keine eigenen Kinder hat, wird manche Aussagen vielleicht als krass und zu extrem empfinden oder sich denken "das kann doch so nicht sein". Es wird sicherlich auch ein paar Leute geben, die das völlig anders sehen. Aber das soll jede/r für sich entscheiden. Wie gesagt, es ist ein Thema, über das man mal (wenigstens!) nachdenken sollte.

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