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Zwei Herren am Strand

Ungekürzte Lesung mit Michael Köhlmeier

Kundenrezensionen (2)

€ 19,99 [D]*
€ 22,50 [A]* | CHF 28,50*
(* empf. VK-Preis)

Hörbuch CD ISBN: 978-3-8445-1619-7

Erschienen: 25.08.2014
Dieser Titel ist lieferbar.

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Winston Churchill und Charlie Chaplin – zwei Giganten der Weltgeschichte

Liebe auf den ersten Blick war es nicht, doch nach der ersten Begegnung in den Dreißigerjahren ließen sie einander nicht mehr los. Winston Churchill und Charlie Chaplin sahen in einander so etwas wie ein Spiegelbild. Beide waren vom Ruhm verwöhnt und doch zwei große Melancholiker, die immer wieder an tiefen Depressionen und Lebensüberdruss litten. Und seit jenem ersten langen Spaziergang am Strand verfolgten sie, wie der jeweils andere umging mit diesem „schwarzen Hund“ Melancholie: Chaplin, indem er der größte Komiker der Filmgeschichte wurde, Churchill, indem er sein Land durch den Krieg führte. Dem Kampf gegen den Nationalsozialismus wollten beide ihr Leben widmen: der eine durch sein unsterbliches Meisterwerk Der große Diktator, der andere durch einen Widerstandswillen, der ein ganzes Volk mitriss.

(7 CD, Laufzeit: 8h 46)

Michael Köhlmeier (Autor, Sprecher)

Michael Köhlmeier, geboren 1949 in Hard in Vorarlberg, studierte Germanistik, Politologie, Mathematik und Philosophie. Sein literarisches Werk machte ihn zum Bestsellerautor, zu seinen erfolgreichen Veröffentlichungen zählen die Romane Abendland (2007) und Die Abenteuer des Joel Spazierer (2013). Mit Abendland war der Österreicher 2007 Finalist beim Deutschen Buchpreis und erhielt ein Jahr später den Bodensee-Literaturpreis. Aber auch Hörspiele aus Köhlmeiers Feder standen bereits auf Bestenlisten, für Theorie der völligen Hilflosigkeit erhielt der Autor 1993 den ORF-Hörspielpreis. Durch die 80-teilige Sendereihe Mythen - Michael Köhlmeier erzählt Sagen des klassischen Altertums bei BR-Alpha ist sein Gesicht einem breiten Publikum bekannt. Michael Köhlmeier lebt in Hohenems und Wien.

Hörbuch CD, 7 CDs, Laufzeit: 526 Minuten

ISBN: 978-3-8445-1619-7

€ 19,99 [D]* | € 22,50 [A]* | CHF 28,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: der Hörverlag

Erschienen: 25.08.2014

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Nüchtern bis zur Erleuchtung

Von: YukBook Datum: 22.07.2015

www.yukbook.me

Dieses Hörbuch von Michael Köhlmeier hat mich überrascht. Es handelt von Winston Churchill und Charlie Chaplin und dennoch spielen Weltpolitik und Filmkunst eine untergeordnete Rolle. Vielmehr geht es um ihre enge Freundschaft und das, was sie am stärksten verbindet: der Versuch, ihre Depressionen zu bekämpfen.

Sie lernen sich auf einer Dinner Party in Santa Monica im Jahr 1927 kennen und stellen fest, dass sie trotz unterschiedlicher Herkunft und Weltanschauungen Seelenverwandte sind. Beide werden regelmäßig von Ängsten und Schwermut – vom „schwarzen Hund“ – befallen und sinnieren über verschiedene Techniken des Selbstmords. Künftig wollen sie sich jedoch gegenseitig beistehen und „nüchtern bis zur Erleuchtung“ dem Weltschmerz entgegentreten – jeder auf seine eigene Art: Churchill widmet sich der Malerei während Chaplin die „Methode des Clowns“ empfiehlt, bei der man sich selbst lächerlich macht, damit ein Teil des Ichs über den anderen lachen kann.

Nebenbei werden biographische Momentaufnahmen und Anekdoten über ihre Zeitgenossen eingestreut. Zum Ende hin rücken die politischen Weltlage und ihr vereinter Kampf gegen Hitler stärker in den Fokus.

Bei Hörspielen stört mich oft, dass die Stimme zu aufdringlich ist und von der Handlung ablenkt, was hier jedoch glücklicherweise nicht zutrifft. Michael Köhlmeier präsentiert mit seiner zurückhaltenden und ruhigen Stimme auf sehr angenehme Art die geistreiche und zugleich melancholische Erzählung.

Ein Stück Zeitgeschichte für Ästheten

Von: Sophie VERStand Datum: 18.04.2015

https://www.youtube.com/c/VERStand


Inhalt des Buches:
Die Zwei Herren am Strand, die der Titel aufgreift sind zwei historische Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Auf der einen Seite haben wir den Komiker Charlie Chaplin und auf der anderen Seite Winston Churchill, der England durch den 2. Weltkrieg führen wird. Dass diese beiden Herren tatsächlich gelebt haben, ist natürlich erwiesen. Was der Autor allerdings imaginiert ist, dass die beiden sich kennenlernen und ein freundschaftliches, lebensrettendes Verhältnis pflegen.
Was verbindet diese beiden Männer? Natürlich kämpfen beide auf ihre Art und Weise in den 30er- und 40er Jahren gegen Adolf Hitler und sein Regime, jeder mit den jeweiligen Waffe, der eine mit Humor, der andere als Kriegsführer.
Der andere Punkt, der die beiden vereint ist die Melancholie.

Meine Meinung:

Wenn man das Buch das erste Mal in der Hand hält und die Namen Chaplin/Churchill hört, denkt man eher eine Doppelbiografie wie man sie vielleicht von Daniel Kehlmanns „Die Vermessung der Welt“ kennt.
Jedoch wird ein sehr großes Thema ausgebreitet, nämlich dass der Melancholie und Depression. Der Autor bedient sich dabei der Worte des englischen Dichters Samuel Johnson, der diese Krankheit „den schwarzen Hund“ nannte. So folgt auch dieser allegorische Hund den beiden Männern. Es wird emotional, aber nicht kitschig.
Wie kommt es zum Titel?
Chaplin und Churchill begegnen sich im Buch auf einem nächtlichen Spaziergang nahe eines Strandhauses. Zudem handelt es sich bei der Covergestaltung um eine Zeichnung von Felix Vallotton, der hier La Greve Blanche in Frankreich abgebildet hat. Ein passendes und atmosphärisches Bild für diese Geschichte. Zudem passend für Churchills eigene Faszination für Landschaftsmalerei.
Dieser Spaziergang kommt unmittelbar nach einer langen Episode, in der sich Chaplin von seiner Frau schied und daraufhin in der Öffentlichkeit diffamiert wurde. Sein Status war ruiniert, sein Leben für ihn an einem Wendepunkt.
Chaplin geht einsam spazieren und ein Mann gesellt sich zu ihm, er nutzt die Anonymität und erzählt alles, was er bisher keinem seiner Freunde anvertrauen konnte.
Beide stellen fest, dass ihnen der schwarze Hund ein treuer Begleiter ist. Sie beschließen, einander Trost zu spenden und füreinander da zu sein; die Themen ihrer langen Spaziergangsgespräche sind dabei arg begrenzt auf Melancholie und imaginierte Freitodstrategien.
Ihre Überlegungen sind bereits so drastisch, dass sie beide im Nietzsche-Gedanken übereinkommen: „Der Gedanke an Selbstmord sei das eine starke Trostmittel, um weiterleben zu können.“

Im Buch werden anfangs viele Szenen mit Churchill und Chaplin aufgezeigt,
danach wechseln sehr lange Passagen für jeweils den Weg des Einzelnen ab, an der Stelle wird es dann stark biografisch, nur dass die jeweilige Biografie nicht sturr abgelesen und runtererzählt wird, sondern es werden interessante und spannende Details und z.B. Chaplins Arbeit an seinen Filmen „City Lights“, „The Circus“ und „The Great Dictator“ gezeigt.
Es wird dabei immer auf seine berühmteste Rolle verwiesen – den Tramp.
Churchill wird vornehmlich mit seiner Familie portraitiert. Besonders seine Frau fand ich spannend, da diese wusste, dass Churchill depressiv war und sie vermochte wirklich jede seiner Stimmungen zu lesen.

Erzählstil:
Der Ich-Erzähler spricht zu uns aus der Gegenwart.
Er schreibt darüber, wie sein Vater in Bekanntschaft gekommen ist mit Churchill und Chaplin und wie sein Vater später einen Briefwechsel unterhielt mit wichtigen Personen, die zu den engsten Vertrauten der beiden gehörten. Gleichsam wollte der Vater auch eine Biografie über Churchill schreiben.
Das Erzählen ist so akkurat und authentisch, es wird alles belegt mit Interviews, Büchern, Artikeln, auch andere Menschen aus dem Umfeld der beiden Persönlichkeiten werden zitiert.
Und gleichsam wird eine Geschichte entfaltet, die sehr sensibel versucht dieses schwierige Thema der Depression unterzubringen, was ihr – wie ich finde – auch gut gelingt.
Es ist nicht kitschig, es ist nicht schonungslos oder abrechnend.
Das Werk versucht aufzuzeigen, welche Wege Churchill und Chaplin nahmen, trotz ihrem Begleiter, diesem schwarzen Hund, der Depression.
Dass die beiden sich nicht gekannt haben, möchte man nach diesem Werk am liebsten revidieren, da einem die Schilderungen der gemeinsamen Begegnungen sehr ans Herz gehen.

Sprache:
Der Roman hat eine sehr geradlinige, ausgefeilte Sprache. Es gibt keine unnötigen, unlesbaren Schachtelsätze. Die Sprache wird sehr feinfühlig, wenn es um das Thema Depression geht
Es wird sogar auf den Begriff des „schwarzen Hundes“ eingegangen, dass der Hund den Männern..
„die Ruhe raubt“ oder „an der Tür kratzt“.
Viele Begrifflichkeiten und Theoreme werden erklärt, wir wissen nach dem Lesen, was der schwarze Hund ist oder die sogenannte Methode des Clowns.
Chaplin wird häufig als beliebtester Mensch der Welt präsentiert, also auch sprachlich so prämiert, auf der anderen Seite hält sich das Buch aber auch nicht zurück, die Beleidigungen und Drohungen auszusprechen, die meist auf Kosten seiner jüdischen Herkunft gehen
Obschon das Buch versucht, große Emotionalitäten nicht übermäßig auszubreiten,
war beim Hören des Satzes „Charlie braucht Winston“ solch ein Moment erreicht, an dem ich wirklich den Tränen nahe war.

Ich kann mir vorstellen, dass viele Menschen diese Geschichte als sehr langwierig empfinden würden. Wenn man Chaplin und Churchill bereits in all ihren Facetten kennt, erwartet einen hier womöglich nicht viel neues. Ich habe mir die fast 9-stündige Lesung zu Gemüte geführt und bin bis auf ein paar einzelne Punkte nicht enttäuscht worden. Für mich hat dieses Hörbuch ganze 4 Sterne bekommen, mit einiger Tendenz zu 4,5 Sternen.

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