2020 jährt sich der Tag der Befreiung von Auschwitz zum 75. Mal.

Seit 75 Jahren müssen Überlebende und deren Nachfahren, muss die Welt, müssen die Deutschen mit dem Zivilisationsbruch leben, den der Name "Auschwitz" markiert. Das Buch folgt dieser Geschichte.
Die Überlebenden des Holocaust konnten über das Geschehene oft nicht sprechen. Doch die Traumata des Erlittenen wirkten auch im Stillen und gerade dort: Überlebende und ihre Kinder beschwiegen das Unfassbare, um einander zu schützen und dem Schrecken nicht oder nicht noch einmal begegnen zu müssen.

Anders die Generation der Enkel. Sie stellt den Großeltern nicht nur Fragen, auf die sie auch Antworten bekommt. Sie erlebt Auschwitz zudem als ein historisches Faktum, das in den 75 Jahren, die seit der Befreiung des Lagers vergangen sind, beschrieben und analysiert, interpretiert und bearbeitet wurde. Was aber heißt und bedeutet Auschwitz dann für diese Dritte Generation?

Auschwitz war nicht nur gestern, Auschwitz ist heute – immer noch und bleibend.

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»Verbrechen an der Menschheit verjähren nicht«, ...

hat Angela Merkel anlässlich des 70. Gedenktages der Befreiung von Auschwitz gesagt. »Wir haben die immerwährende Verantwortung, das Wissen über die Gräueltaten von damals weiterzugeben und das Erinnern wachzuhalten.«

Diese Sätze sind heute aktueller denn je. Gegen das Vergessen muss die Geschichte des größten Konzentrationsund Vernichtungslagers, das innerhalb weniger Jahre der größte Friedhof der Welt wurde, immer wieder neu erzählt werden. Dazu gehört auch, wie dieser Ort in den Jahrzehnten nach seiner Befreiung am 27. Januar 1945 wahrgenommen, das Geschehene aufgearbeitet wurde.

Aber so wichtig diese Fakten – die Momente der Geschichte – sind, sie können nur im Zusammenhang mit den Geschichten jener Menschen stehen, die Auschwitz erlebt haben, überlebt haben. Denn nur sie konnten Zeugnis ablegen von der Brutalität des Erlittenen und dem Ausmaß des Genozids. Den Verlusten in der eigenen Familie setzten sie die Gründung neuer Familien entgegen – und gaben die aus der Zeit der Verfolgung, Demütigung und Todesangst resultierenden Traumata an ihre Nachkommen weiter. Doch anders als die Zweite Generation, die der Kinder, die noch sehr viel stärker geschützt werden sollte und umgekehrt auch die verletzten Eltern schützen wollte und deshalb das Schweigen der Überlebenden akzeptierte, stellte die Dritte Generation Fragen. Und bekam (meistens) Antworten.

Inwieweit hat die Tatsache, dass der Großvater, die Großmutter Auschwitz-Überlebende sind, die eigene Geschichte geprägt, habe ich deshalb Enkelinnen und Enkel gefragt und dabei möglichst wenig Einfluss auf den Gesprächsverlauf genommen, denn es sind ihre Narrative und die ihrer Familie. Auschwitz ist definitiv ein Teil der Biografie dieser Menschen, denen ich dafür danke, dass sie mich in unseren Gesprächen an ihrem Leben teilhaben ließen.

Danken möchte ich auch Dr. Kurt Grünberg, der sich als Psychoanalytiker in seiner Praxis und als Mitarbeiter des Siegmund-Freud-Instituts in Frankfurt am Main mit der Tradierung der Traumata der Überlebenden der Shoah an die nachfolgenden Generationen beschäftigt und sein Wissen in das von ihm verfasste Vorwort dieses Buches hat einfließen lassen.

So wie das auf dem Cover des Buches abgebildete Stelenfeld in Berlin das »Denkmal für die ermordeten Juden Europas« darstellt, ist Auschwitz das Synonym für die Shoah (»Brandopfer«), wie Juden es benennen. Doch Auschwitz ist auch das Synonym für den Porajmos (»Verschlingen«), wie Sinti und Roma den Mord an ihrem Volk bezeichnen, ebenso natürlich auch für die Qualen und den gewaltsamen Tod von Kommunisten, Kriegsgefangenen, Homosexuellen, Zeugen Jehovas und anderen Verfolgten. Auschwitz als bekanntestes KZ ist aber auch das Synonym für unzählige andere Orte des Leidens und des Sterbens. Sobibor, Treblinka, Majdanek, Chelmno auf polnischem Boden, Bergen-Belsen, Dachau, Ravensbrück, Buchenwald auf deutschem Gebiet – um nur einige zu nennen.

Viele Großeltern der von mir befragten Enkelinnen und Enkel haben nicht nur Auschwitz aushalten müssen, sondern auch weitere KZs. Deshalb ist dieses Buch stellvertretend geschrieben für alle anderen Lager und für alle anderen Leidenswege unter der NS-Herrschaft. Gewidmet ist es all jenen, die diesem »Verbrechen an der Menschheit« zum Opfer fielen.

Andrea von Treuenfeld

Andrea von Treuenfeld
© privat

Andrea von Treuenfeld, hat in Münster Publizistik und Germanistik studiert und nach einem Volontariat bei einer überregionalen Tageszeitung lange als Kolumnistin, Korrespondentin und Leitende Redakteurin für namhafte Printmedien, darunter Welt am Sonntag und Wirtschaftswoche, gearbeitet. Heute lebt sie in Berlin und schreibt als freie Journalistin Porträts und Biografien. Im Gütersloher Verlagshaus erschienen bereits ihre Bücher "In Deutschland eine Jüdin, eine Jeckete in Israel", „Zurück in das Land, das uns töten wollte“, "Erben des Holocaust" und "Israel. Momente seiner Biografie".

Nachkriegsgeschichte(n): Unsere Buchempfehlungen für Sie!

»Es sind die kleinen Facetten des Furchtbaren, die so erschüttern.« (Andrea von Treuenfeld)

Welche Erfahrungen machten die Kinder jener Menschen, die den Holocaust überlebten? Wie prägend waren die Erinnerungen der Eltern an Flucht, Konzentrationslager und die ermordete Familie? Und was bedeutete deren Neuanfang im Land der Täter für das eigene Leben?
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Ein wichtiges und berührendes Buch!

Das Trauma des Holocaust und seine Folgen für die Zweite Generation

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Das bewegende Vermächtnis eines Auschwitz-Überlebenden

Jehuda Bacon ist einer der letzten Überlebenden von Auschwitz, und was er über diese Zeit zu sagen hat, ist eindringlich und unglaublich zugleich. Im Gespräch mit dem Psychologen und Bestsellerautor Manfred Lütz erzählt er auf berührende Weise erstmals ausführlich über seine Erlebnisse im KZ. Eindringlich und bescheiden bringt er uns nahe, wie er trotz tiefer Erschütterung den Glauben an die Würde des Menschen zurückgewann und sogar im Leiden Sinn erleben konnte.

»Was für ein unglaubliches Buch! Was für eine Antwort auf die Frage, wo Gott in Auschwitz gewesen ist!«
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»Ich sehe ihre Nummer am Unterarm und möchte weinen.« (Bärbel Schäfer)

Zwei Frauen, zwei Generationen, zwei Erfahrungswelten: Bärbel Schäfer und die 85-jährige Eva Szepesi. Eva trägt eine tätowierte Nummer auf dem Unterarm. Sie war erst elf Jahre alt, als sie allein vor den Nazis fliehen musste und schließlich nach Auschwitz gebracht wurde ... Jeden Mittwoch besucht Bärbel Schäfer ihre Freundin, und die beiden sprechen über Gewalt, Schrecken und Angst, aber auch über Freundschaft, Toleranz, Geborgenheit und Respekt. Es geht in diesem Buch um eine der letzten Überlebenden eines Konzentrationslagers. Bärbel Schäfer gelingt es auf empathische Weise und literarisch brillant, ihre eigene Lebensgeschichte vor den Erzählungen Evas zu spiegeln und damit ihre erschütternden Erfahrungen ins Heute zu holen.

Wider das Vergessen! Literarisch brillant und voller Empathie.

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Kriegsenkel – eine bewegende Geschichte: Die Erlebnisse der Kriegskinder wirken bis heute

»Die Elterngeneration krempelte die Ärmel auf, um die äußeren Trümmer zu beseitigen. Die seelischen Trümmer zu beseitigen – das ist Aufgabe der Enkel.« (Kriegsenkel-Kongress in Göttingen 2013)

Matthias Lohre begibt sich auf die Suche nach seinen verstorbenen Eltern. Mit seiner persönlichen Geschichte zeigt er exemplarisch, mit welchen Nöten die Kinder der Kriegskinder bis heute kämpfen: Die nie verarbeiteten traumatischen Erlebnisse ihrer Eltern haben bei Kriegsenkeln zu mangelndem Selbstwertgefühl, extremen Schuldgefühlen und diffuser Angst geführt. Ihnen hat sich eine Katastrophe eingeprägt, die sie selbst nicht erlebt haben. Den etwa 40- bis 60-Jährigen eröffnet sich heute die letzte Chance, die Seelentrümmer ihrer Familien-Vergangenheit aufzuspüren. Matthias Lohre zeigt an seinem ermutigenden Beispiel, wie echte Versöhnung gelingen kann.

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»... eine anrührende, aufrüttelnde und zartbittere Geschichte ...« (Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung)

Ede und Unku - mit über 5 Mio Exemplaren eines der meistverkauften Bücher in Deutschland. Die Erstausgabe erschien 1931, das Buch war viele Jahre Schullektüre und erzählt von der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen dem Arbeiterjungen Ede und dem Sintimädchen Unku während der Weimarer Republik. Doch was kaum jemand weiß: Schon kurz nach der Machtergreifung Hitlers wurde das Buch verboten und das »Zigeunermädchen« Unku in einem Konzentrationslager umgebracht. Der Musiker Janko Lauenberger ist Unkus Ur-Cousin. Er erzählt in diesem Buch ihre wahre Geschichte und gleichzeitig seine eigene als Sintikind in der ehemaligen DDR und später im wiedervereinigten Deutschland.

Zeitgeschichte – persönlich und emotional

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»Israel ist ein Kosmos, der an Vielfältigkeit nicht zu überbieten ist.« (Andrea v. Treuenfeld)

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Israel einmal anders gesehen. Das Mosaik einer faszinierenden Nation

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