Interview mit Tanja Voosen
zu ihrem Jugendroman „My first Love“

Was macht für dich eine gute Liebesgeschichte aus?

Bei Liebesgeschichten finde ich vor allem den Weg, den die Figuren gemeinsam gehen, um sich ineinander zu verlieben, super spannend. Meist wissen Leser recht schnell, mit wem die Protagonistin am Ende (hoffentlich) zusammenfindet, deshalb ist es umso wichtiger, vom ersten Treffen bis zum Schluss eine wahre Achterbahnfahrt an Gefühlen aufzubauen. Witzige Dialoge, Konflikte, große Emotionen und knisternde Momente sind für mich wichtige Zutaten für eine Liebesgeschichte – schließlich bestimmen sie auch unser eigenes Leben und wir fühlen uns mit ihnen verbunden.


Woher kam die Idee zu My First Love?

Meine Romane beschäftigen sich viel mit Figuren, die durch Zufall die erste große Liebe finden. Ich fand den Gedanken sehr spannend, einmal über eine Protagonistin zu schreiben, die der Liebe aufgrund schlechter Erfahrungen bereits abgeschworen hat. So entstand zuerst die Idee mit Cassidys Schlussmach-Service. Wenn man nichts mit der Liebe anfangen kann, wieso nicht anderen helfen, sich ebenfalls davon zu lösen? Cassidy erkennt aber im Verlauf der Geschichte, dass es gar nicht so einfach ist, sich gegen seine eigenen Gefühle zu wehren – die Liebe ist eben völlig unberechenbar!


Du schreibst sehr lustig und gefühlvoll über die erste große Liebe. Dennoch scheint es dir ebenfalls wichtig zu sein, der Heldin auch ernsthafte Probleme mitzugeben, oder?

Ich finde, Geschichten sollten auch immer einen realen Teil unseres eigenen Lebens widerspiegeln, und da gibt es neben den witzigen und glücklichen Momenten auch erdrückende und weniger schöne. Gerade in Jugendbüchern sollte man jungen Leserinnen zeigen, dass es okay ist, nicht perfekt zu sein, und dass es keine Schwäche ist, Probleme offen anzusprechen.


Wolltest du schon immer Geschichten schreiben?

Als Kind hatte ich nie vor, Autorin zu werden. Ich fand Bücher sogar richtig doof – bis Der Zauberer von Oz kam. Von dieser Geschichte war ich regelrecht besessen und habe einmal sogar meine Schuhe silbern angemalt, in der Hoffnung, mir würde dann auch etwas Abenteuerliches passieren – vorzugweise ein Tornado, der mich und meine Meerschweinchen in ein Land voller Magie pustet!


Gibt es jemanden, der vor allen anderen deine Geschichten lesen darf?

Unser Familienkater ist tatsächlich so etwas wie mein Erstleser. Er macht ständig Turnübungen auf meiner Laptop-Tastatur, weil er findet, dass er viel besser schreiben kann als sein Hauself (aka ich)! Auf Instagram ist er unter dem Namen „Sir Cat“ schon eine kleine Berühmtheit ;-)


Cassidy ist ja eine wunderbar eigenwillige Heldin. Welche Schrulligkeit leistest du dir?

Auf meinem Schreibtisch steht ein Kalender, dessen Datum immer auf den ersten Januar eingestellt ist. An schlechten Tagen finde ich es unglaublich beruhigend, die vielen guten Dinge, die seit dem Start des neuen Jahres passiert sind, im Kopf durchzugehen. Und ich kann mir zwanzig Ritz Cracker auf einmal in den Mund schieben und dabei immer noch wie ein Wasserfall reden!


© Heyne fliegt 2018

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