Warum die Heilberufe ihre eigene Identität verteidigen müssen

Werte für die Medizin

»Eine neue Ethik der Fürsorge«

Das Gesundheitssystem befindet sich in einer Schieflage: Das Anliegen von Pflegenden und Ärzten, die sich bewusst für einen Heilberuf entschieden haben – nämlich Menschen zu helfen –, wird immer häufiger zur Nebensache. Stattdessen bestimmen ökonomische Interessen den Alltag in deutschen Krankenhäusern und Arztpraxen.

Das bedroht die Identität der Medizin und stellt ihre ursprünglichen Werte in Frage: Wenn die Behandlung nur noch unter dem Gesichtspunkt einer betrieblichen Investition gesehen wird, fehlt häufig die Zeit, um auf den Patienten einzugehen, im Gespräch richtig zuzuhören und die Menschen umfassend zu behandeln.

Ein Buch über Werte, die verloren zu gehen drohen und die doch für viele der Motor waren, sich für einen Heilberuf zu entscheiden.

Der Philosoph und Mediziner Giovanni Maio zeigt auf, wie es zu dieser Entwicklung kommen konnte, und initiiert eine Wertediskussion. Er plädiert für eine Rückbesinnung auf Werte wie Geduld, Behutsamkeit und Reflektiertheit, um das Selbstverständnis der Medizin und der Heilberufe zu retten.

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Giovanni Maio
© Silke Wernet

Giovanni Maio

»Kein Arzt, keine Pflegekraft wollte je ein Unternehmen führen, und nie wollten sie für ein Unternehmen tätig sein; deswegen haben sie ja einen sozialen Beruf gewählt.« G. Maio

Giovanni Maio, geboren 1964, ist Philosoph und Arzt mit langjähriger klinischer Erfahrung. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Medizinethik an der Freiburger Albert-Ludwigs-Universität und leitet außerdem das dortige interdisziplinäre Ethikzentrum. Giovanni Maio ist langjähriger Berater der Deutschen Bischofskonferenz, der Bundesregierung und der Bundesärztekammer.

Einblicke ins Buch

»Nur über die Kontaktzeit kann der Patient am Therapieprozess beteiligt werden, mitgenommen werden auf einem oft mühsamen Weg, auf dem er Orientierung, Ermunterung und motivierende Gespräche braucht.«


»Die zeitverknappende Ökonomisierung und Industrialisierung der Medizin ist daher keine Steigerung von Effizienz, sondern ein Abbau der Ermöglichungsbedingungen von Medizin.«


»Was den Heilberufen sukzessive aberzogen wird, ist die Haltung der Unvoreingenommenheit, die Haltung der tiefen Neugier auf die Stimme des anderen.«


»Deswegen sollte die Medizin gerade heute im Zeitalter ausgeprägter ökonomischer Überformungstendenzen entschieden dafür kämpfen, dass in ihrem Bereich nicht primär produktionstechnische Werte gefördert werden, sondern vor allem beziehungsstabilisierende Werte – beispielsweise die Fähigkeit des Sich-Einlassens und des angemessenen Sprechens, Geduld, Reflexivität, Feinsinn und tiefe Wertschätzung für jeden Patienten.«

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