VERLAGSGRUPPE RANDOM HOUSE - BERTELSMANN
Menü
  • facebook
  • google+
  • whatsapp
  • twitter
  • add this

Stefan Heym

Am 10. April 1913 wird Helmut Flieg in Chemnitz als Sohn eines jüdischen Kaufmanns geboren. Das Chemnitzer Gymnasium musste er wegen eines antimilitaristischen Gedichts 1931 verlassen und so beendete er 1932 das Abitur in Berlin. Stefan Heym schreibt erste Beiträge für verschiedene Berliner Zeitschriften, unter anderem für Ossietzkys Weltbühne. Er beginnt sein Studium der Philosophie, Germanistik und Zeitungswissenschaften in Berlin, bis er 1933 nach Prag flieht muss. Als Journalist unter dem Pseudonym Stefan Heym verdient er sich dort seinen Lebensunterhalt. Nachdem sein Vater Selbstmord begeht und andere Familienmitglieder in den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten ums Leben kommen, flieht er 1935 in die USA und schließt dort sein Studium mit einer Magisterarbeit über Heinrich Heine ab. Sein erster Roman Hostages wird 1942 in den Vereinigten Staaten Amerikas und 1958 in Deutschland unter dem Titel Der Fall Glasenapp veröffentlicht. Dieser Debutroman wird prompt zum Bestseller. 1944 nimmt Stefan Heym als Sergeant für psychologische Kriegsführung an der Invasion in der Normandie teil. Ein Jahr später wird er Mitbegründer der Neue Zeit in München, muss aber wenig später wieder zurück in die USA. Dort veröffentlicht er den Kriegsromans The Crusaders, der ein Weltbestseller wird. Aus Protest gegen den Koreakrieg gibt Heym 1952 der US-Regierung demonstrativ alle militärischen Auszeichnungen zurück und verlässt das Land. Er geht zunächst über Warschau nach Prag, bis er 1952 mit seiner amerikanischen Frau nach Ost-Berlin übersiedelt. Ab 1953 ist er Mitglied des PEN-Zentrums Ost und West. 1954 veröffentlicht der Schriftsteller "Im Kopf - sauber" und wird mit dem Heinrich-Mann-Preis ausgezeichnet. Es folgen Veröffentlichungen wie "Offen gesagt. Neue Schriften zum Tage" und "5 Tage im Juni" , eine Darstellung der Ereignisse um den 17. Juni 1953, die von Erich Honecker stark kritisiert wird. Auf die Veröffentlichung des Romans Lassalle in der Bundesrepublik folgt eine Klage mit hoher Geldstrafe. Fünf Jahre später wird das Buch endlich auch in der DDR verlegt. Der Roman "Der König David Bericht" erscheint 1972, worin er die Stellung der Intellektuellen zwischen Macht und Wahrheit thematisiert. 1979 erscheint sein Roman Collin, welcher eine Abrechnung mit der stalinistischen DDR-Vergangenheit und ihrer Verdrängung darstellt. Ahasver wird in der BRD 1981 veröffentlicht. Den ewigen Juden Ahasver, eine mittelalterliche Sagengestalt, läßt Heym vor dem Hintergrund der atomaren Rüstungsspirale als rebellischen, unermüdlich antidogmatischen Intellektuellen auftreten. Sieben Jahre später wird Schwarzenberg veröffentlicht, ein utopischer Roman über ein in der unmittelbaren Nachkriegszeit angesiedeltes sozialistisches Experiment im Erzgebirge.

Buchauswahl

Jan Josef Liefers, Dr. Gregor Gysi, Markus Wolf, Jens Reich, Stefan Heym, Christa Wolf

Berlin Alexanderplatz 4.11.´89

Hörbuch CD

alle Bücher anzeigen