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Mädchen aus Papier

Ab 14 Jahren

Kundenrezensionen (18)

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€ 16,99 [D] inkl. MwSt.
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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-570-16460-0

Erschienen: 20.03.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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“Meine Schwester ist das gestohlene Meisterwerk. Ich bin nur die Fälschung.“

Mari ist drei, als ihre Schwester in einem Kaufhaus spurlos verschwindet. Seit Mari sich erinnern kann, schwebt der Schatten der verlorenen Tochter über der Familie und lässt die Verschwundene beinahe realer scheinen als sie selbst. Als Annika nach zwölf Jahren wie aus dem Nichts wieder auftaucht, sind alle überfordert von diesem Geistermädchen, das verschlossen, unzugänglich und geheimnisvoll ist. Während die Eltern krampfhaft heile Welt spielen, fühlt Mari sich mehr und mehr verdrängt. Bis ihr irgendwann nichts anderes übrig bleibt, als selbst zu verschwinden. Zusammen mit ihren Freunden Clementine und Ole macht sie sich auf einen irrwitzigen Trip nach Italien – um am Ende doch zurückzufinden.

"Ein wundervoller Jugendroman, welcher mit seiner Leichtigkeit und emotionsbeladenen Seite beeindruckt und dem Leser noch lange im Kopf bleiben wird."

imbuecherzelt.wordpress.com (21.03.2017)

Sina Flammang (Autorin)

Sina Flammang, geb. 1986, studierte Literaturwissenschaft sowie Drehbuch und Creative Writing, u.a. bei Doris Dörrie, an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Bereits während des Studiums entwickelte sie Drehbücher und schrieb Kurzgeschichten. 2011 erhielt sie den Förderpreis Junge Ulmer Kunst in der Sparte Literatur und war 2014 mit „Mädchen aus Papier“ für den Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Oldenburg nominiert. 2016 gewann sie mit der Mystery-Serie "Halbstark" den Förderpreis zur Weiterentwicklung der "Initiative Fernsehen aus Thüringen". Sina Flammang lebt und arbeitet in München als Autorin.

"Ein wundervoller Jugendroman, welcher mit seiner Leichtigkeit und emotionsbeladenen Seite beeindruckt und dem Leser noch lange im Kopf bleiben wird."

imbuecherzelt.wordpress.com (21.03.2017)

»„Mädchen aus Papier“ ist ein gelungenes, emotionales Buch, das sehr komplex die Gefühle seiner Charaktere aufarbeitet«

miss-page-turner.blogspot.de (05.04.2017)

»Ein ganz wunderbares Buch über die Emotionen hinterbliebener Geschwister«

franzyliestundlebt.blogspot.de (09.04.2017)

»Atmosphärisch, betäubend und schonungslos echt zeigt die Autorin eine aktuelle Thematik auf.«

buechersindfreunde.blogspot.de (16.04.2017)

»Spannung, Drama und Charaktertiefe gemischt mit einer Portion Liebe-eiskalt definieren dieses Jugendbuch.«

scarletredreading.wordpress.com (06.05.2017)

ORIGINALAUSGABE

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 352 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-570-16460-0

€ 16,99 [D] | € 17,50 [A] | CHF 22,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: cbt

Erschienen: 20.03.2017

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Die Fälschung und das Meisterwerk

Von: Bookpalast Datum: 05.06.2017

https://bookpalast.wordpress.com/

Dieses Buch ist unglaublich … voll. Es ist voller Emotionen, voller Schwierigkeiten. Es ist angefüllt mit komplexen Charakteren und schwierigen Entscheidungen. Die Sätze sind angereichert mit Vergleichen und Metaphern, und in Kombination mit dem schwierigen Thema, an das sich die Autorin hier heranwagt, ergibt es einen schwer verdaulichen Roman. Es ist kein „Sommer, Sonne, Strandboy“-Roman, den man in der Sekunde vergessen hat, in der man ihn zurück ins Regal stellt. Nein, "mädchen aus papier" geht sehr nahe und es dauert eine Weile, bis man sich aus diesen Wirrwarr aus Problemen wieder befreit hat.
Hier kann ich nur auf ein paar herausragende Punkte eingehen, wir wollen ja nicht, dass sich jemand in dieser Rezension verirrt.

Stimmungsschwankungen
„Plötzlich bin ich nicht mehr die einzige automatische Puppe im Haus. Wir sind eine Puppenfamilie in einem Puppenhaus. Wir spielen Familie, frühstücken gemeinsam und tun so, als wäre alles normal. Wie Figuren in einem Diorama, das im Museum steht.“ (S.24*)

Wie bereits angedeutet, ist dieser Roman vollgepackt mit Emotionen, die sich im Laufe der Zeit gravierend verändern: Vom automatischen Funktionieren über Freude und Enttäuschung bis hin zur allgemeinen Unsicherheit ist im Puppenhaus alles vorhanden.
Die Atmosphäre wird in den verschiedenen Stadien des Romans sehr gut dargestellt: Anfangs dieser künstliche Anschein, als würden sie alle nur Familie spielen, der kalte und steife Umgang miteinander, der Wille, nach außen hin wie eine funktionierende Familie zu wirken. Auch Maris Gefühl, nicht wirklich da zu sein, sondern nur einen Abklatsch der perfekten Schwester darzustellen, wird sehr gut eingefangen. Später dann, als Annika wieder auftaucht, herrscht eine sehr ungemütliche Stimmung, die Überforderung sämtlicher Anwesender und deren gespielte heile Welt ist fast mit den Händen greifbar.
Hier bedient sich die Autoren jeder Menge Metaphern und Vergleiche, was sich vielleicht etwas anstrengend liest, aber doch die Grundstimmung sehr gut ausdrückt.

Flammangs Schreibstil ist verschwenderisch: Symbole, Metaphern, Vergleiche, das ganze Programm. Es sind viele bildliche Ausdrücke vorhanden, aber man wird auch nicht in Adjektiven ertränkt, also ist der Balanceakt zwischen sachlich und blumig schon mal gelungen.

Hier ein weiteres Beispiel:
„…manchmal ist das Gehirn wie ein vergesslicher Schauspieler, dem man nur das richtige Stichwort zuzuwerfen braucht, und schon kommt die Erinnerung zurück.“ (S.297*)


Zwischen Museumswärtern und Zurückgebliebenen
Die Charaktere in diesem Buch sind sehr vielseitig, was ja grundsätzlich gut ist, keiner mag platte Klischee-Charaktere, deren Handlungen absolut vorhersehbar sind.
Das Problem ist hier nur, dass JEDE Nebenfigur ihre eigene Geschichte und ihre eigenen Probleme hat. Das kann überfordern und gibt dem Leser keine Atempause, denn wenn es einmal nicht um das Zusammenleben mit Annika geht, dann läuft uns die magersüchtige beste Freundin über den Weg und stochert nur in ihrem Kuchen herum und eigentlich müsste man sich mit diesem Thema auch noch auseinandersetzen, aber das geht ja nicht, schließlich geht es hier nicht um Essstörungen.
Es gibt einfach so viele Nebengeschichten, die immer nur angebrochen, aber nie zu Ende erzählt werden können, so viele ungelöste Probleme, die auf den Leser einstürzen und ihn nicht mehr ganz loslassen, weil es keine Auflösung gibt, bei der auf einen Schlag alle Probleme auf den Mond geschossen werden und sich alle glücklich in den Armen liegen.

„Annika war immer das verschwundene Kind, das unsichtbare Kind, dessen Platz ich eingenommen habe, ohne es zu merken. Der Klon, gezüchtet, um die Leerstelle zu füllen. Aber ich habe keine Lust mehr, die stille Kopie der Traumtochter zu spielen. Das Zweitauto, das brave Kind, das die Familie komplett macht, das zu funktionieren und sich anzupassen hat, auch wenn nichts mehr stimmt.“ (S.252*)

Mari befindet sich in einer schwierigen Situation: Sie weiß nicht mehr, wer sie sein soll, wie sie sich verhalten soll, jetzt, wo die Stelle des ersten Kindes plötzlich wieder besetzt ist, jetzt, wo sie nicht mehr der Ersatz ist.

Auf der einen Seite gibt es Maris Eltern, die nie mit dem Verlust ihrer Tochter abschließen konnten, die das Haus in ein Museum ihrer perfekten kleinen Prinzessin verwandelt haben, die ihr Kleinmädchenzimmer konserviert haben. Nun kommt ihre Tochter zurück und zerstört die Seifenblase, in der sie sich befanden, sie ist nicht das perfekte kleine Mädchen mit der süßen Häschenmütze, nein, sie ist verschlossen und trauert um die Entführerin, die für sie die Mutter war.

Maris Freunde sind alle in der Selbsthilfegruppe für Geschwister von verschwundenen Kindern, sie alle haben ihre eigenen Geschichten und Probleme. Das bedeutet, dass Mari selbst nur Kontakt zu Menschen hat, die sie immer und immer wieder an ihre eigene Schwester erinnern. Sie ist umgeben von Museumswärtern und Zurückgebliebenen.

Der Club der Zurückgelassenen
Das Thema dieses Romans ist eine Entführung. Davon gibt es sicherlich einige, aber das Besondere an diesem Roman ist zum einen, dass es kein Krimi ist, es geht nicht um die Aufklärung des Falles, es geht nicht darum, das Kind schnellstmöglich wiederzufinden. Es geht auch nicht in erster Linie um die Entführte selbst, es geht nicht um das direkte Opfer dieses Verbrechens. Annikas Erfahrungen werden nur kurz geschildert und ihre Gefühle in Bezug auf die „neue alte“ Familie kommen meist gar nicht zur Sprache.
Stattdessen geht es hier um die Zurückgelassenen, diejenigen, die verschont geblieben sind und das nicht unmittelbar nach dem Verbrechen, hier werden die Langzeitschäden deutlich, die jeder einzelne Beteiligte erlitten hat.

Und dieses Szenario ist nicht irreal, laut focus.de sind Anfang diesen Jahres 11 000 Kinder in Deutschland vermisst gemeldet und deren Familien müssen sich tagtäglich damit auseinandersetzen, dass ihr Kind vielleicht wieder auftauchen könnte oder schon längst tot sein könnte. Von daher finde ich es durchaus empfehlenswert, sich ins Gedächtnis zu rufen, dass nicht nur die Opfer die Geschädigten sind.


"mädchen aus papier" ist ein sehr ergreifender Roman, der sich mit einem komplexen und schwierigen Thema auseinandersetzt, das tausende von Familien betrifft. Der Schreibstil ist reich an bildlichen Ausdrücken und kreativen Vergleichen, die die wechselnde Stimmung gut einfangen. Das Problem ist, dass diese 350 Seiten zu vollgepackt sind, es sind zu viele Nebengeschichten, zu viele ungelöste Probleme, sodass es als Leser schwer ist, einen Abschluss zu finden.
Insgesamt ist es kein leicht verdaulicher Roman, man muss sich darauf einlassen und damit leben können, dass sich am Ende nicht alle Probleme in Luft auflösen.

Ein Buch, dass nicht spurlos vorbei zieht

Von: Bookaholic. Datum: 30.05.2017

https://m.facebook.com/bookhaolic

Ein Buch, das nicht spurlos an mir vorbei gezogen ist.

Mir ihrem ruhigen Schreibstil, der an den richtigen Stellen intensiv und wunderschön zu gleich war und dabei nie aufgesetzt wirkte , hat die Autorin sich Seite für Seite in mein Herz geschrieben. Die Autorin hat Fingerspitzen Gefühl bei der Auswahl der Worte bewiesen. Ihr Schreibstil ist poetisch und ihre Worte bleiben.

Eine gewisse Spannung war da ! Auch wenn sie erst zum Ende hin richtig spürbar wurde - was in meinen Augen aber kein Kritikpunkt ist, weil ich es geliebt habe mich von dieser ruhigen und doch erdrückenden Stimmung davon tragen zu lassen.

Dieses Thema ist kein leichtes und ich hatte Angst vor aufgesetztem Drama und fehlender Authentizität. Aber die Autorin schreibt eine Geschichte aus dem wahren Leben. Sie verschönert nichts. Sie ist ehrlich. Das Leben ist nicht immer nur schön und jeder Mensch und jede Familie hat ihr Probleme- mit Schicksal und Geschehnissen zu kämpfen. Und über genau diese Dinge erzählt Frau Falammang so schonungslos, dass sie mir mehr als einem die Tränen in die Augen getrieben hat.

Die Charakter sind interessant, nicht immer durchschaubar- ja manchmal sogar skurril, aber immer menschlich und für mich aber sie sich nie weniger als "echt" angefühlt.
Ich hab mich nie besonders stark mit einem Charakter verbunden gefühlt, aber ich hatte trotzdem immer das Gefühl dabei zu sein.

Mädchen aus Papier ist eine schlichte ruhige und trotzdem gewaltige Geschichte, die einen mit nimmt- mit reißt und einem die Realität vor Augen führt. Ich weiß nicht wie ich es richtig sagen soll, aber manchmal geben solche Geschichten einem ein besseres Gefühl, als Geschichten, die ein glückliches happy end ansteuern.
Ich habe Maris Geschichte unglaublich gerne gelesen und bin dankbar für die Lesestunden, die so viel zurück gelassen haben.

" Meine Schwester ist das gestohlene Meisterwerk. Ich bin nur die Fälschung"

' Marie fühlt sich wie ein Mädchen aus Papier,
ein Mädchen, das alle Erwartungen erfüllt und doch nur ein schlechter Ersatz ist für ihre vor Jahren verschwundene Schwester.

Als Annika plötzlich wieder auftaucht, fangen die Probleme allerdings erst richtig an. Schließlich hält Mari es nicht mehr aus , und zusammen mit ihren Freunden Ole und Clementine Haut sie ab, Richtung Süden..'

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