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SPECIAL zu George R.R. Martin »Das Lied von Eis und Feuer«

Lesetipp

Wer kennt es nicht: das frustrierende Gefühl, wenn ein spannender Roman, der einen förmlich in seine Handlung hineingezogen hat, viel zu schnell ausgelesen ist. Bei dem Fantasy-Autor George R. R. Martin, von Kritikern gerne auch als US-amerikanischer Tolkien gefeiert, stellt sich dieses Gefühl zum Glück so schnell nicht ein. Seine Bestseller-Saga „Das Lied aus Feuer und Eis“ besteht bereits aus insgesamt acht Bänden, von denen jeder einzelne zwischen 600 und 800 Seiten vorweisen kann. Und ein Ende der Reihe ist noch nicht in Sicht, George R. R. Martin arbeitet an einer Fortsetzung der Story. Viel Lesestoff für lange Herbst- und Winterabende also, den Blanvalet Zug um Zug veröffentlicht – und bei dem sich glücklicherweise keinen Moment lang Langeweile einstellt.

„Das Lied aus Feuer und Eis“ spielt in einer phantastischen, an das europäische Mittelalter angelehnten Welt auf dem Kontinent Westeros. Hier hat das Herrscherhaus der Targaryen, die „Drachenherrscher“, einst die sieben Königreiche des Kontinentes durch Eroberungen zu einem einzigen Reich vereinigt. Nach rund 300 Jahren wird diese Alleinherrschaft allerdings durch den Rebellenführer Robert Baratheons beendet, der sich zum neuen König aufschwingt. Nach einer etwa 15 Jahre andauernden Phase der Ruhe bricht nach Roberts Tod ein blutiger Machtkampf zwischen den Adelshäusern Baratheon, Lannister und Stark aus. Dabei drohen dem zerrissenen Königreich auch Gefahren von außen: Im Norden des Reiches greifen Barbaren und untote Wesen, die „Anderen“, die Grenzbefestigungen an. Und im Osten bereitet sich Daenerys Targaryen, die letzte erbberechtigte Prinzessin des alten Königshauses darauf vor, den Thron ihrer Familie zurückzuerobern.

Eigentlich ist der Zyklus „Das Lied aus Feuer und Eis“ ja bereits mehr als 15 Jahre alt, 1996 erschien in den USA der erste Band. Und schon damals wurde die Reihe von Fans und Kritikern gleichermaßen gefeiert, nicht zuletzt deshalb, weil sie mit vielen Klischees und Stereotypen der klassischen Fantasy bricht und die Handlung immer wieder neue, unerwartete Wendungen nimmt. Seinen aktuellen Bestsellerstatus, vor allem in Nordamerika und Großbritannien, verdankt das Epos dem US-Kabelsender HBO, der Martins Werk unter dem Titel „Game of Thrones“ hochkarätig besetzt verfilmte und die erste Staffel mit viel Erfolg zwischen April und Juni dieses Jahres ausstrahlte. In der Folge schafften es auch die beim Random-House-Verlag Bantam erschienenen Bücher erneut bis in die vorderen Reihen der „New York Times“-
Bestsellerlisten.

George R.R. Martin
© Thomas Reichl
In Deutschland hat Blanvalet zwischen 1997 und 2006 erstmals die bis dahin erschienenen Bände der Reihe als Taschenbuch veröffentlicht. Im Dezember 2010 brachte Blanvalet dann den ersten Band der überarbeiteten Neuauflage heraus. Jüngst ist der fünfte Band der Neuauflage, „Sturm der Schwerter“, auf den Markt gekommen, bis März 2012 folgen noch drei weitere. Im Unterschied zu den deutschen Fans wissen die Fans in den englischsprachigen Ländern auch bereits, wie die Geschichte danach weitergeht. Hier erschien im Juli dieses Jahres der neue, lang erwartete Band „A Dance With Dragons“, dessen deutsches Veröffentlichungsdatum noch nicht feststeht. Doch auch für diesen Bestseller gilt sicherlich die Feststellung des Fachmagazins „Buchjournal“: „Das ist großartiger Schmökerstoff mit Suchtpotential.“

George R. R. Martin, 1948 in Bayonne/New Jersey geboren, veröffentlichte seine ersten Kurzgeschichten im Jahr 1971 und gelangte damit in der Science-Fiction-Szene zu frühem Ruhm. Gleich mehrfach wurde ihm der renommierte Hugo Award verliehen. Danach arbeitete er in der Produktion von Fernsehserien, etwa als Dramaturg der TV-Serie „Twilight Zone“, ehe er 1996 mit dem erfolgreichen Epos „Das Lied von Eis und Feuer“ auf die Bühne der Fantasy-Literatur zurückkehrte.
Jan Witt
mit freundlicher Genehmigung © BeNet Gütersloh, 2011

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