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Julie Cohen im Interview zu »All unsere Träume«

»Ich liebe Figuren, die das Gefühl haben, nicht so richtig dazu zu passen«

Julie Cohen über ihren Roman »All unsere Träume«

Julie Cohen
© Emma Cavill

Wie würden Sie Ihr Buch in wenigen Sätzen beschreiben?
Julie Cohen: »All unsere Träume« ist die Geschichte von Ben und Claire, die eine perfekte Ehe führen, deren großer Wunsch nach einem Kind jedoch unerfüllt bleibt. Bens beste Freundin, die alleinerziehende Romily, sieht ihren Schmerz und will ihnen helfen. Und das wirbelt Gefühle und Geheimnisse auf, die viele Jahre verborgen waren. Es geht in diesem Buch um Liebe und Familie, um Wünsche und Fehler, um falsche Entscheidungen aus den richtigen Gründen. Ich hoffe aber, dass bei aller Eindringlichkeit auch der Humor durchscheint.

»All unsere Träume« ist ein Roman über die Suche nach dem richtigen Platz im Leben. Ist diese Suche der Kern jeder Geschichte?
Julie Cohen: Das trifft vielleicht nicht auf alle Geschichten zu, aber auf meine sehr oft, ja. Wenn wir jung sind, probieren wir Identitäten zum Spaß aus, wie Posie in dem Buch. Als Erwachsene glauben wir zu wissen, wer wir wirklich sind. Aber tatsächlich wechseln wir ständig zwischen unterschiedlichen Identitäten hin und her. Romily fühlt sich sehr sicher als Naturwissenschaftlerin, in ihrer Rolle als Mutter geht es ihr ganz anders. Und Claire, die sich immer über ihre Fähigkeiten definiert hat, hat einen Körper, der sie im Stich lässt. Es gibt Momente in dem Roman, in dem die beiden überhaupt nicht mehr wissen, wer sie sind und was sie tun sollen.

Ihre Romane handeln von Schwestern, Eltern, Ehepaaren. Was macht Familienbande so stark?
Julie Cohen: Familienbande sind unsere ersten Beziehungen und legen den Grundstein für alle späteren. Immer wenn eine Figur zu mir kommt, setze ich mich hin und denke lange über ihre frühen Familienbeziehungen nach, denn ich weiß: Das gibt mir den Schlüssel dafür, wie sie sich im Buch verhalten wird.

Romily und Claire sind sehr unterschiedlich – fühlten Sie sich beim Schreiben einer der beiden näher?
Julie Cohen: Ich liebe Figuren, die das Gefühl haben, nicht so richtig dazu zu passen. Von Romily zu erzählen hat mir deshalb großen Spaß gemacht. Sie ist Insektenforscherin, oft ein wenig neben der Spur und auch ein bisschen verrückt. Ich bin ihr da sehr ähnlich, außerdem habe ich genau wie sie ein sehr fantasievolles Kind. Wie Romily mit ihrer Tochter umgeht, das brachte mich zum Lachen und Weinen. In dem Roman ist sie in einer unmöglichen Situation und ich wollte unbedingt wissen, was sie tun würde. Romily hätte ich wirklich gerne als Freundin.
Claire ist diejenige, die mich sehr berührt hat. Vor der Geburt meines Sohnes hatte ich drei Fehlgeburten. Ich kenne die Trauer um ein verlorenes Kind, um die verlorene Zukunft und Hoffnung. Wie Claire war ich viele Jahre lang Lehrerin und weiß also auch, was es heißt, sich um Schüler zu kümmern, denen man nur in einem beschränkten Maß helfen kann. Claire trägt viele meiner Gefühle in sich.
Beim Schreiben hatte ich das Ziel, dass die Leser sich in beide Figuren hineinversetzen können. Vielleicht nicht in gleichem Maße, aber genug, dass sie mit beiden mitfühlen und hoffen, dass beide glücklich werden.

Über den Roman »All unsere Träume«:
Claire und Ben lieben sich, doch eines fehlt zu ihrem Glück: ein Kind. Sie wollen den Traum von einer eigenen Familie schon aufgeben, da hat Bens beste Freundin Romily eine verrückte Idee. Gemeinsam schmieden sie einen folgenschweren Plan, der alles auf den Kopf stellt und lang verborgene Gefühle zutage fördert.

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