Leserstimme zu
Anders frei als du

Eine Empfehlung für jeden, der sich nach der Lektüre noch (kritische) Gedanken macht.

Von: Sandrina
29.02.2016

Meinung: Muslime gehören mittlerweile einfach zum Alltag dazu, die Religion selbst bleibt jedoch für die meisten Menschen ein Mysterium. Mit diesem Buch wollte ich einen Einblick in den Islam gewinnen. Malina glaub nicht an Gott, nicht an Allah und auch an sonst keine göttliche Macht. Das ändert sich aber als sie durch ihren Freund Tarik auf den Islam stößt. Sie ist fasziniert vom Zusammenhalt der Familie, von den Ritualen und fühlt sich dort geborgen, aufgehoben. Auch als sie und Tarik getrennte Wege gehen, bleibt Malina an ihrem neuen Glauben dran und lernt täglich dazu. Ihre Freunde, auch ihre Familie und sogar Fremde sind nicht begeistert von Malinas Wandel und wollen sie vom Islamd trennen. Das Buch baut weniger auf einem spannenden und ereignisreichen Plot auf, sondern auf den Gedanken und den Gefühlen Malinas und ihrer Umgebung. Ihre Einstellung ändert sich nicht von jetzt auf gleich, sondern er schleicht sich durch die Seiten. Ab und an ging es mir sogar zu langsam und ich konnte ihre Gedanken auch nicht immer 100 % nachvollziehen. Sie fühlt sich zu Tariks Familie hingezogen, weil sie so harmonisch wirken. Für mich sah es eher so aus, als würden die Kinder gedrängt, nur ja keinen Mucks zu machen und nach jeder Kleinigkeit fragen zu müssen. Sie stellt ihre eigene kleine Familie in Frage, sieht dabei den Fehler nur bedingt bei sich, aber genau da fängt es an. Zudem konnte ich ihre Einstellung zur Verschleierung nicht verstehen. Sie lernt Tariks Mutter als relativ westliche Frau kennen, in Jeans und ohne Schleier. Sie selbst möchte aber keinesfalls ohne Kopftuch gesehen werden. Zum Schluss besucht sie dann ihre Freundin, obwohl sich dort deren Bruder oder Vater aufhalten könnte. Sie sieht ihre Religion als Freiheit, aber ist es wirklich Freiheit nicht ein Wort mit ihrem besten Freund wechseln zu dürfen, wenn keine anderen Personen anwesend sind ? Malina entwickelt sich von einem aufgeweckten, nicht immer ganz unschuldigem Mädchen zu einer Muslima, die sich Allah hingibt und nur noch für ihre Religion lebt. Die Aspekte der Autorin sind zu verstehen, aber gutheißen kann ich es nicht. Durch die Lektüre habe ich nicht das Gefühl, Konvertiten besser zu verstehen. Ich kann einige Gedanken nachvollziehen, würde aber keine Hilfe bei einem Gott suchen, da dieser sie auch nicht aus der Welt schaffen kann. Der Schreibstil der Autorin ist einfach gehalten. Sie vermochte mich durch Malinas Gedanken in ihren Bann zu ziehen und lies mich auch so schnell nicht wieder los. Fazit: Eine Empfehlung für jeden, der sich nach der Lektüre noch (kritische) Gedanken macht.