Leserstimme zu
Ziemlich alte Helden

Eine wunderbare Unterhaltungslektüre

Von: zauberblume
30.07.2017

In ihrem geungenen Debütroman "Ziemlich alte Heden" - der in Italien gleich die Bestsellerlisten stürmte - entführt uns die Autorin Simona Morani in eine kleine italienische Provinz. Und hier habe ich mich sofort wohlgefühlt. In einem kleinen Dorf im Apennin treffen sich Gino und seine Freunde, alle Herrschaften sind weit über 80 Jahre alt, in ihrer Lieblingsbar La Rambla. Obwohl erst kürzlich ein Freund aus ihrer Mitte gerissen wurde, spielen sie weiterhin Karten, rauchen (unerlaubt) Zigaretten. Und sie halten dem 96-jährigen Gino den Rücken frei, wenn er mit seiner Ape durch die engen Gasse brettert. Die alten Herrschaften sind dem jungen Polizisten Corrado, dessen Onkel der Bürgermeister ist, ein Dorn im Auge. Er möchte sie alle in dem neu erbauten Altersheim unterbringen. Doch da hat er die Rechnung ohne Gino und seinen Freunden gemacht. Aus der Geschichte spricht Lebensfreude pur. Ich kann mir das kleine Dorf so gut vorstellen und sehe die alten Herren in der Bar beim Kartenspielen. Der Schreibstil der Autorin ist klasse, man kann sich alles bildlich vorstellen. Das Ape ist ja wirklich ein Schmuckstück, obwohl es gefährlich ist, wenn Gino damit durch die Gegend fährt. Ich mußte schmunzeln, dass die Herren es immer wieder schaffen, den Polizisten auszutricksen. Sie sind schon richtige Schlitzohre. Es ist schön, dass ihre Freundschaft schon ein Leben lang hält und wirklich einer für den anderen da ist. Und sie kämpfen für ihre Rechte im Dorf, sie sind schließlich schon länger da. Da kann man ihnen das Alteheim noch so schmackhaft machen. Und so dürfen wir die Gino und seine Freunde bei einigen aufregenden Abenteuern begleiten. Eine wunderbare liebenswerte Unterhaltungslektüre, die mir äußerst vergnügliche Lesestunden beschert hat. Das Cover ist ja wirklich ein Traum. Ich würde ja auch gerne mal eine Runde mit dem Ape drehen. Gerne vergebe ich 5 Sterne und freue mich auf den nächsten Roman der Autorin.