Leserstimmen zu
Summ, wenn du das Lied nicht kennst

Bianca Marais

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INHALT: Der Hintergrund dieses aufwühlenden Romanes ist historisch belegt ! Soweto/ Südafrika 1976. Farbige Kinder und Schüler demonstrieren für ihre Sprach-Freiheit und gegen das unmenschliche Apartheidsystem in ihrem Land. Einhundert Kinder und Jugendliche , darunter 12 jährige, werden von der Polizei gnadenlos in einer Kirche niedergemetzelt, in der sie sich verschanzt hatten. Die siebzehnjährige Nomsa ist eine der Organisatorinnen des Aufstandes und wird vermisst. Ihre Mutter Beauty , eine 50 jährige farbige Lehrerin, die in einem kleinen Dorf in der abgeschiedenen Transkei in traditioneller Weise lebt und arbeitet, reist nach Johannesburg um ihre verschollene Tochter zu suchen. Gleichzeitig verliert die weisse 9 jährige Robin auf grausame Art ihre Eltern. Sie werden während dieser Unruhen von Farbigen ermordet. Robin kommt in die Obhut ihrer Tante Edith , die den Mutter- und Elternpart aber nicht übernehmen möchte. Ein schwarzes Kindermädchen soll sich während der zeitweiligen Abwesenheit von Tante Edith (sie ist Stewardess) um die traumatisierte Robin kümmern. Es ist die farbige Beauty. MEINE MEINUNG: Der für mich interessant klingende Titel aus dem Wunderraum Verlag hatte mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht. Die Erklärung des Titels erfolgt übrigens in einer tragischen Situation für die kleine Robin. Die wunderschöne Aufmachung mit grünen Blüten und fliegenden Vögeln auf dem Cover hat zu meiner Anfrage geführt. Der Schreibstil der Autorin mit südafrikanischen Wurzeln fesselte mich sofort. Bildhaft und zärtlich werden glückliche Szenen und Momente aus Robins Familienleben im Kopf des Lesers aufgerufen . Doch diese Idylle verändert sich sehr schnell. Plötzlich beschreibt die Autorin das Unfassbare, weitab von Robins heiler Kinderwelt. Die Grausamkeit der damaligen Rassentrennung tritt offen und hässlich zu Tage. Blutvergiessen, Mord, Hass und Gewalt bestimmen den Alltag der Menschen. Die Armut und das Elend der Arbeiter in den Goldminen werden plastisch und schonungslos von der Autorin geschildert. Sechzehn Stunden unter Tage waren keine Seltenheit für die farbigen Arbeiter. Der Befreiungskampf für die Rechte der farbigen Bevölkerung nimmt einen unschönen Verlauf. Bespitzelung, Denunziation der Farbigen und der auf ihrer Seite und für ihre Rechte mitkämpfenden weissen Menschen, sind normale Verhaltensweisen und es entsteht ein tiefer Graben in diesem Land zwischen den Menschen. Das paranoide Verhalten eines grossen Teils der weissen Bevölkerung wird sichtbar und ist für unsere heutige Vorstellungswelt von Familie innerhalb einer Gesellschaft kaum nachvollziehbar. Auf der einen Seite wird dem schwarzen Personal sogar die Betreuung der Babys anvertraut, aber ein gemeinsames öffentliches Leben für einfachste Situationen zwischen weissen und farbigen Menschen darf es nicht geben. Die Autorin hat in dieses fiktive Romangeschehen eigene authentische Erfahrungen mit dem Leben in Südafrika und dem Umgang mit der Rassentrennung verflochten. Das ist ihr ganz perfekt gelungen! Sie ist auch von einer farbigen Maid ( Ausdruck für ein Kindermädchen) liebevoll betreut worden und berichtet ehrlich und gefühlvoll von dieser glücklichen Zeit in ihrem Leben Dass das Personal nur einmal im Jahr zur Familie reisen durfte und fremde Kinder statt der eigenen betreuen musste, beschämt sie im Nachhinein sehr und sie ist am Ende des Buches noch einmal intensiv in einem Extraartikel auf dieses eine Problem von vielen anderen eingegangen. Eine Landkarte am Ende des Buches zeigt die verschiedenen Provinzen auf. Das ausführliche Glossar mit Spezialbegriffen hilft dem Leser sich im Buch und Text zurechtzufinden. In Südafrika gibt es allein elf offizielle, verschiedene Sprachdialekte. Dieses Buch hat mich emotional sehr aufgebracht beim Lesen, traurig gemacht, Hoffnung auf Veränderung aufgezeigt und Verständnis für alle Seiten des Konfliktes geweckt. Es war eine dunkle Zeit, die von der Autorin genauestens beschrieben wurde, damit sie nicht vergessen wird. Meine Leseempfehlung: FÜNF ***** grossartige Sterne für diesen wichtigen und mitfühlenden Roman. Herzlichen Dank an die Autorin und den Wunderraum Verlag für dieses Rezensionsexemplar !

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Summ, wenn du das Lied nicht kennst

Von: nordlaenderin

03.04.2018

Der erste Eindruck von Bianca Marais Roman hätte besser kaum sein können: Das Buch ist wundervoll gestaltet und macht einen äußerst hochwertigen Eindruck. Auch ihr Schreibstil ist flüssig und liest sich sehr angenehm. Die Geschichte selbst fesselt sofort und lässt einen durchweg mit der 9jährigen Robin mitfühlen und mitleiden. Gerade den Anfang in ihrer doch recht ungewöhnlichen Familie fand ich sehr interessant. Die Thematik rund um die Apartheid in den 70er Jahren in Südafrika ist ebenfalls gut und (z.T.) sehr eindringlich beschrieben. Wirklich Fahrt nimmt die Geschichte jedoch erst auf, als Robin über ihre Tante auf die "Maid" Beauty trifft und mit ihr gemeinsam auf die Suche nach ihrer verschollenen Tochter geht. Ab hier und bis zum Schluss schwebt ein schreckliches Geheimnis über dem Mädchen, dass doch endlich irgendwo angekommen zu sein schien! Insgesamt ein gelungener Roman, der an verregneten Abenden auf dem Sofa mit einer Tasse Tee wunderbar zu lesen ist.

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Das Cover wirkt auf den ersten Blick unauffällig, aber wenn man genauer hinsieht, erkennt man seine wahre Schönheit. Die Gestaltung ist einfach wundervoll. Die Vögel und Blumen harmonieren mit ihrem grünen Farbton sehr gut mit dem bräunlichen Hintergrund. Das Buchcover gefällt mir optisch sehr gut. Es enthält einen festen Einband, ein Lesebändchen und einen farblich abgestimmten Buchrücken. Die Aufmachung des Buches ist hochwertig und mit liebevollen Details verziert. Die Handlung ist herzergreifend und berührend zugleich, die Autorin Bianca Marais nimmt uns mit in das Apartheidsregime der 70iger Jahre in Südafrika. Innerhalb der Handlung lernt man die zwei Seiten von Südafrika kennen. Eine weiße Familie, der es gut geht und die in einer glücklichen Welt aufwachsen. Und die schwarze Familie, die unterdrückt wird und hart für ihr Geld arbeiten muss, weil sie in ärmlichen Verhältnissen leben. Mit der Sprache schafft die Autorin eine berührende und einfühlsame Atmosphäre, in der man die heile und die traurige Welt der beiden Familien miterlebt. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt und zwar von Robin und Beauty. Robin ist ein neunjähriges Mädchen, das aus einer weißen Familie stammt. Aber diese wurden während des Aufstandes in Soweto ermordet. Dieser Schüleraufstand begann als friedliche Protestaktion und forderte zahlreiche Todesopfer. Beauty ist eine Witwe, die mit ihren zwei Kindern in der Transkei lebt. Sie ist eine Schwarze. Aufgrund der Umstände in Soweto will sie ihr drittes Kind namens Nomsa nach Hause holen, um sie vor weiteren Gefahren zu schützen. Nachdem Tod ihrer Eltern wird Robin von ihrer Tante Edith aufgenommen. Edith ist eine freiheitsliebende Frau und fühlt sich der Verantwortung nicht gewachsen, sodass sie das Kind Beauty anvertraut. Der Einstieg in die Handlung ist mir durch den leicht verständlichen und flüssigen Schreibstil sehr einfach gefallen. Die Geschichte hat mich seit der ersten Seite in ihren Bann gezogen. Es ist ein interessanter Schreibstil, in dem sie Sprache und Stilmittel gezielt einsetzt. Ich finde diesen sehr angenehm, spannend, einfühlsam und passend zur Handlung. Damit gelingt es der Autorin, sich in die unterschiedlichen Stimmungen, Verhältnisse und Emotionen innerhalb der zwei vorgestellten Familie hineinzuversetzen. Zwei Personen, die durch das Schicksal vereint werden. Eine berührende Geschichte von Schwarz und Weiß - mit tollen Charakteren und einen tollen Verlauf von den Entwicklungen der Figuren – die zum Nachdenken anregt und unter die Haut geht.

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Apartheid – Rassentrennung in Südafrika

Von: Herbstrose aus 87772 Pfaffenhausen

02.04.2018

Zum Inhalt: Südafrika 1976. Als Tochter eines englischen weißen Ehepaares wuchs die 9jährige Robin Conrad bisher relativ unbeschwert unter der Obhut des schwarzen Hausmädchens Mabel in Boksburg bei Johannesburg auf. Dies änderte sich abrupt, als ihre Eltern beim Aufstand in Soweto ermordet wurden und Mabel spurlos verschwand. Jetzt muss sich Tante Edith um Robin kümmern, doch die ist Flugbegleiterin und naturgemäß wenig zu Hause. --- Zur selben Zeit macht sich in der Transkei die schwarze Lehrerin Beauty Mbali vom Stamme der Xhosa auf den beschwerlichen Weg nach Johannesburg, um dort ihre Tochter zu suchen und heimzuholen. Die 17jährige Nomsa wird seit den Unruhen in Soweto vermisst. --- Durch einen glücklichen Umstand trifft Edith auf Beauty und kann sie davon überzeugen, als Kinderfrau für Robin bei ihr einzuziehen. Das traumatisierte Mädchen fasst bald Vertrauen zu Beauty und entwickelt eine innige Beziehung zu ihr. Aber Beauty sucht weiterhin verzweifelt nach ihrer Tochter - und Robin befürchtet wieder verlassen zu werden, sollte Beauty diese finden… Zur Autorin: Bianca Marais wurde 1976, im Jahr des Soveto-Aufstandes, in Südafrika geboren, wuchs in Johannesburg auf und siedelte 2012 mit ihrem Ehemann, vier Haustieren und zwei Koffern um nach Toronto, um dort Creative Writing zu studieren. 2014 veröffentlichte sie ihre erste Kurzgeschichte, 2017 erschien der vorliegende Roman in Englisch und 2018 in deutscher Sprache im neu gegründeten Wunderraum Verlag in sehr ansprechender Aufmachung. Was man wissen sollte: Von 1949 bis 1992 herrschte in Südafrika die Rassentrennung. Während die weißen Bewohner alle Rechte hatten und die Politik bestimmten, lebten die anderen Volksgruppen unterdrückt. Es war Nicht-Weißen untersagt, in denselben Gegenden zu wohnen wie die Weißen, mit ihnen auf dieselben Schulen zu gehen, dieselben Verkehrsmittel, dieselben Lokale und sogar dieselben Toiletten zu benutzen. Um den Weißen keine Konkurrenz zu machen, durften Schwarze nur ungelernte Arbeiten verrichten. Ehen zwischen Schwarzen und Weißen waren verboten. Es war Schwarzen auch untersagt, eigene Parteien zu gründen, usw. … Leseeindruck: Ein Stück Zeitgeschichte, das viele Menschen verdrängt oder nicht bewusst wahrgenommen haben, greift die Autorin mit diesem Roman auf. Sie lässt zwei Personen, ein weißes Mädchen und eine schwarze Frau, aus ihrer jeweiligen Sicht erzählen. Durch die Zuneigung, die beide füreinander empfinden, wird die Brutalität und Sinnlosigkeit der Rassentrennung besonders deutlich. Beeindruckend auch die Geschichte von Maggie, einer weißen Frau, die mit ihrem Mann im Untergrund gegen die Apartheid kämpft. Der Schreibstil ist bemerkenswert intensiv, emotionsgeladen und lebendig. Das Buch hat mich sofort in seinen Bann gezogen und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Ich habe mit den Protagonisten gelitten, mit ihrem Schicksal gehadert, war empört und schockiert. Dass ein 9- bzw. 10jähriges Mädchen manchmal sehr altklug und wie eine Erwachsene denkt und handelt erklärt sich am Ende, als Robin sagt: Damals wusste ich nicht, was die Zukunft bringen würde … (S. 484). Auf eine Fortsetzung, worüber ich mich sehr freuen würde, lässt folgender Satz hoffen: Aber das ist eine andere Geschichte, die ein andermal erzählt werden soll. (S. 485). Fazit: Traurig, berührend, schockierend, aber immer voller Hoffnung, mit einem Thema, das durch die vielen ausländischen Mitbürger aktueller denn je ist. Absolut lesenswert!

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Südafrika, 1976. Das Land ist durch die Apartheit klar geteilt, die Rollen der Schwarzen und Weißen unumstößlich festgeschrieben und wenn sich ihre Wege kreuzen, weiß jeder, wo er steht. Doch die kleine Robin muss schon jung miterleben, dass womöglich doch nicht alles in Stein gemeißelt ist. Als ihre Eltern von Schwarzen ermordet werden, kommt sie bei ihrer recht progressiven Tante Edith unter. Diese ist gänzlich ungeeignet, sich um ein Kind zu kümmern und möchte auch ihren Job als Stewardess nicht aufgeben. Eine Lösung finden sie in Beauty, einer schwarzen Lehrerin aus der Transkei, die in Johannesburg nach ihrer Tochter sucht, die sich dem Kampf gegen die Unterdrückung angeschlossen hat. Im Laufe der Zeit lernt Robin, dass es Gut und Böse auf beiden Seiten gibt und dass im Leben nicht die Hautfarbe das Entscheidende ist. „Summ, wenn du das Lied nicht kennst“ ist ein etwas sperriger Titel, der sich jedoch recht schnell im Roman erklärt. Letztlich ist es das, worum es geht: sich im Leben zu helfen wissen und sich mit der Situation zu arrangieren. Dies ist jedoch im Apartheits-Setting Südafrikas nicht ganz einfach, der Autorin ist jedoch gelungen, eine passende Perspektive zu finden, um die Positionen klar zu machen, ohne sich einseitig gegen die Unterdrückung zu stellen. Durch Robins kindlich-naiven Blick, der Dinge erst einmal als gegeben nimmt, was sie aber nicht daran hindert, sie zu hinterfragen, kann sie umso besser unterstreichen, wie absurd die Vorurteile waren. Die beiden Protagonistinnen könnten verschiedener nicht sein: nicht nur ihre Hautfarbe trennt sie, auch das Alter und ihre gesellschaftlich zugewiesenen Rollen sollten eigentlich jede Art von Zuneigung verhindern. Doch beide, Robin wie Beauty, sind einfach Menschen, was sich positiv in Bezug auf ihre Freundschaft auswirkt, wie auch negativ, indem sie ihren Emotionen folgen und so Fehler machen. Beide sind auf ihre Art jedoch sympathisch und tragen die Handlung. Besonders gut gefallen hat mir, dass nicht nur die Unterdrückung der Schwarzen thematisiert wurde, sondern auch Juden und Homosexuelle als Randgruppen und Opfer von Ausgrenzung und Gewalt thematisiert wurden. Selten ist es in einem Unterdrückungsstaat nur eine Minorität, die den Anfeindungen ausgeliefert ist. Trotz der Ernsthaftigkeit der Geschichte wird diese mit einem lockeren, oft sogar lustigen Ton erzählt, was nur unterstreicht, dass es keinen Sinn macht, den Kopf in den Sand zu stecken, egal wie verzweifelt man ist. Ein gelungener Roman, der zudem vom Verlag wunderschön gestaltet wurde und so auch optisch richtig etwas hermacht.

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Dies ist die Geschichte der 9-jährigen Robin, die während des Aufstandes in Soweto im Jahre 1976 ihre Eltern verliert und von da an bei ihre Tante lebt. Da diese als Stewardess arbeitet, wird Beauty als Kinderfrau für das traumatisierte Mädchen engagiert. Auch deren Schicksal ist durch die Ereignisse in Südafrika geprägt. Als Robin deshalb fürchtet, nach ihren Eltern auch die neu gefundene Vertraute wieder zu verlieren, begeht sie einen folgenschweren Fehler... Bianca Marais Romandebüt hat mich innerlich zutiefst aufgewühlt! "Summ wenn du das Lied nicht kennst" berichtet nicht nur über die äußerst emotionalen und berührenden Schicksale von Robin und Beauty, sondern erzählt auch die Geschichte "einer Welt, in der Leute gehasst und angegriffen wurden, weil sie nicht die richtige Hautfarbe hatten, nicht die richtige Sprache sprachen, nicht den richtigen Gott anbeteten oder die richtigen Leute liebten; eine Welt, in der Hass die Umgangssprache und Backsteine die einzigen Worte waren."

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Beauty und Robin leben beide 1976 in Südafrika, aber da hören die Gemeinsamkeiten der beiden auch schon auf. Unterschiedliches Alter, aber vor allem unterschiedliche Hautfarbe - so ergeben sich zwei grundsätzlich unterschiedliche Lebensrealitäten. Die junge weiße Robin wächst behütet auf und übernimmt unbewusst das rassistische Verhalten ihres Umfeldes. Die schwarze Lehrerin und Mutter Beauty kennt dagegen die andere Seite des Apartheid-Regimes in Südafrika: Unterdrückung, Ungerechtigkeit und Gewalt. Durch Zufall treffen die beiden zusammen und verändern die Weltsicht des jeweils anderen. Die Geschichte der Beziehung der beiden zueinander war laut Autorin der Ausgangspunkt dieser Geschichte. Hinzu kommen der Umgang mit Trauer bei Robin und ihrer Tante, die Suche nach Beautys Tochter und einige Nebendarsteller mit unterschiedlichen Hintergrundgeschichten. So ergibt sich ein intensiver Einblick in das Leben in Südafrika während des Apartheid-Regimes, der für mich berührend, oftmals schockierend und auch erkenntnisreich war. Allerdings: bis kurz vor Ende konnte ich die sich oftmals gar nicht kindlich benehmende 10-jährige Robin und das Kaleidoskop an Nebendarstellern noch als literarische Verdichtung akzeptieren, aber dann wurde es am Schluss stellenweise fast schon absurd. Positiv ausgedrückt könnte man das Beschriebene wohl als Hommage der Autorin an Romane über Kinder-Detektive, wie die Fünf Freunde-Bücher, sehen, die Robin auch gerne liest. Für mich war das aber etwas viel und hat den grundsätzlich positiven Eindruck dieses Romans leicht getrübt. Ein Roman mit spannendem, bewegendem Thema und sympathischen Protagonisten, der aber etwas über das Ziel hinaus schießt. Das Buch hat einen verhältnismäßig umfangreichen Anhang, den man sich gerne auch schon während der Lektüre des Romans anschauen kann.

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Toll geschriebenes, einfühlsames Buch

Von: Mike Geis aus Hettstadt

12.03.2018

Beauty ist eine Schwarze in der ländlichen Transkei in Südafrika, mit ihren beiden Söhnen lebt. Sie ist Lehrerin. Ihre Tochter ist in Johannesburg, um dort zu studieren. Sie bekommt von ihrem Bruder, der ebenfalls in Johannesburg lebt, die Nachricht, dass sie schnell kommen solle, da ihre Tochter in Gefahr sei. Robin ist die Tochter eines englischen Ehepaares, die mit ihrer imaginären Zwillingsschwester Cat in einer behüteten Weißensiedlung in Johannesburg lebt. Es ist das Jahr 1976 - das Jahr der Rassenunruhen im Mutterland der Appartheit. Zwei Personen, die nichts miteinander gemein haben. Dennoch bringt das Schicksal sie beide zusammen. Robins Eltern werden während des Aufstandes in Soweto getötet. Beautys Tochter gehört zu den Aufständigen. Auf der Suche nach ihrer Tochter geräd sie in die Ziellinie der Ermittler und muss sich verstecken. Durch die Vermittlung der weißen Maggie kommt sie als "Maid", als Haushaltshilfe, in den Haushalt von Edith. Diese ist die Tante Robins, die diese aufgenommen hat. Der Roman zeigt in sehr klaren Bildern, aus zwei verschiedenen Sichtweisen die Vorgänge des Jahres 1976 in Südafrika. Einmal das etwas naive Bild der neunjährigen Robin und zum anderen das Leben der schwarzen Bevölkerung dieses Landes. Selbst wer sich nicht übermässig für die Geschichte dieses Landes interessieren sollte, wird in diesem Buch einen sehr schön und einfühlsam geschriebenen Roman finden. Er verurteilt keine Seite. Er beschreibt spannend und interessant die Geschichte. Ich kann das Buch nur empfehlen, dass ich in kürzester Zeit las.

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