Leserstimmen zu
Surf Like a Girl [German]

Carolina Amell

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Das Meer, die Ozeane, Wasser in allgemeinen hat eine besondere Anziehungskraft auf viele Menschen. Was genau dabei so attraktiv wirkt, ist nicht leicht auszumachen oder zu erklären. Einsteils ist es die Ruhe, die die meisten von uns finden, wenn sie an einem Strand sitzen und in die Weite blicken können. Andererseits sind Menschen, vor allem Frauen, ebenso eins mit den Mondzyklen, wie die Meere. Ohne Wasser kein Leben. Gerade unser wunderbarer Planet, dessen Oberfläche zum Großteil aus Wasser besteht, braucht deshalb auch in diesem Bereich besonderen Schutz. Von Wassermännern, Big Wave Surfern und den Auswirkungen unseres Konsums auf die Ozeane, das Klima und damit die Wellen, habe ich vor längerer Zeit schon einmal gut recherchiert gelesen. Was Frauen auf Longboards oder ähnlichem angeht allerdings kaum. Da kam Surf like a girl gerade zur rechten Zeit … All we need is vitamin sea Surf like a girl – klar, Frauen surfen zwar auf den gleichen Brettern, wie auch Männer es tun, doch mit einem anderen Hintergrund. Das macht dieser wunderschön bebilderte Photoband ganz klar. Die einzelnen Porträts der aktiven Surferinnen aus aller Welt werden alle von einem kurzen persönlichen Text begleitet. Wunderbar bei den Photos ist, dass es hier nicht darum geht, Modelschönheiten abzubilden, sondern Frauen jeglicher Herkunft und ebensolchen Alters werden in ihrem Element gezeigt. Die Freude, das Einsseins mit dem Meer, die Gemeinschaft mit den anderen Surferinnen – all das springt einen aus den Bildern förmlich an. Was den Frauen allen gemeinsam ist, ist die Tatsache, dass sie das Surfen als unabdingbar für ihr Lebensgleichgewicht erachten. Gleichzeitig sind sie sich sich äußerst bewusst, dass der Planet und vor allem die Meere an einem Punkt stehen, an dem sie unseren aktiven Schutz benötigen. Viele der vorgestellten Surferinnen sind in irgendeiner Weise Aktivistinnen, nicht nur auf dem Wasser. Am meisten beeindruckt haben mir persönlich Anne Taravent, die mit zarten 14 jahren das erste mal auf ein Brett stieg und die Wellen seit nun mehr 47 Jahren reitet und die Gründerinnen des ersten Surfclubs für Frauen auf Sri Lanka. Aber auch alle anderen Frauen sind eine Inspiration und wenn frau diesen wunderbaren Photobildband, der viel mehr als ein Coffe Table Book ist, immer wieder zu hand nimmt, dann entdeckt sie immer wieder etwas Neues. Wunderbar dabei ist auch die im Anhang verzeichnete Auflistung von Adressen zu Surfschulen, Urlauben, Retreats und Camps für Frauen. Die weitere Recherche im Internet zeigt zudem auf, dass diese Bewegung der Surfragetten bereits viel breiter aufgestellt ist, als ich mir gedacht hätte. Und das ist einfach wunderbar. Ein tolles Geschenk nicht nur für Wassernixen.

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Dieses Buch macht optisch so richtig was her: Strände, Wellen, Surfboards – wunderschöne Fotos zum Wegträumen. In diesem Buch geht es aber vor allem darum, zu zeigen, das Surfen nicht nur ein Sport für Männer ist. Die Autorin porträtiert beeindruckende Surferinnen und beschreibt, wie sie ihren eigenen Weg als Sport- und Künstlerinnen, zu Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung gefunden haben. Beeindruckend ist zum Beispiel die heute 61 jährige Marokkanerin Anne Taravet, die französische Meisterin und zweite bei der World Surfing Championship wurde und heute sagt: „Für mich geht es beim Surfen um Freundschaft, gemeinsame schöne Momente und eine gute Zeit, um Stille und den Respekt vor dem Meer und dem Planeten.“

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"Surf Like a Girl" ist mehr als ein atemberaubender Bildband: es ist auch ein Mutmach- und Inspirationsbuch für im wahrsten Sinne des Wortes standfeste Frauen. Ganz- und mehrseitige Fotografien zeigen Extremsportlerinnen und Pionierinnen in und auf ihrem Element: dem Wasser. Gleichzeitig kommt jede der portraitierten Frauen zu Wort und beschreibt ihre jeweils einzigartige Beziehung zum Meer und zum Surfen. Von der Surfmeisterin, Fotografin, Boardbuilderin (oder wie sagt man?), Vorreiterin, Aktivistin, Yogalehrerin, zur Surf-Omi - das Surfen bildet auf die ein oder andere Art für jede der Frauen einen extrem wichtigen Fixpunkt in ihrem Leben. Und die Liebe zum Wasser und zur Natur geht damit meistens einher, was zwar wahrscheinlich nicht ein Hauptanliegen des Buches ist, aber dennoch in unseren Zeiten das dringend benötigte Bewusstsein für nachhaltigere, natürlichere Lebenseinstellungen stärkt. Um die Identifikation zu erleichtern und sich über das Buch hinaus von den Surfsirenen inspirieren zu lassen, sind von den meisten Instagram-Accounts angegeben. Das Lesen der Statements der Frauen ist zwar interessant, hält aber nicht lange auf und mir hat hier irgendwie ein roter Faden gefehlt. Manchmal wiederholen sich die Stories auch, oder ähneln sich sehr stark. Hier hätte ein bisschen mehr Konzept und weniger 'Sammlung' vielleicht helfen können. Doch da kann man leicht drüber wegsehen, denn die Hauptrolle in diesem Buch spielen ganz klar die Bilder: großartige Aufnahmen, teils aus der Luft, teils unter dem Wasser, die mit den Wellen und den besonderen Lichtverhältnissen am Meer spielen und künstlerisch hohen Ansprüchen genügen. Um darin zu versinken und sich an die traumhaften Strände und in das magische Nass zu träumen, muss man nicht selbst schon mal auf einem Surfbrett gestanden haben. Die Liebe oder die Sehnsucht zum Meer genügen, um mit diesem Buch glückliche Stunden zu verbringen. Die exquisite Qualität des Buches zeigt sich schließlich auch in einer sicherlich bewussten Wahl des Papiers, das schön samtig rau ist, und sich nach Sommer, Strand und Natürlichkeit anfühlt. Ein Herzwärmer-Buch für Meermädchen wie mich, das zum Träumen einlädt, anregt und inspiriert.

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Ich bin noch nie in meinem Leben auf einem Surfbrett gestanden, aber mich hat das Surfen schon immer fasziniert: Es braucht großen Mut, sich der Naturgewalt Wasser auszusetzen, die so sanft scheint und so unerbittlich ist. Und Frauen können sich dieser Naturgewalt genauso stellen. Mit „like a girl“ werden Tätigkeiten von Frauen noch zu häufig abgetan und als minderwertig angesehen. Der Bildband „Surf like a girl“ beweist auf eindrucksvolle Weise, dass dies eine Ehrenbezeichnung ist. Carolina Amell vereint in dem Bildband die Fotografien und Biografien von Surferinnen, die oftmals ihre Arbeit selbst mit der Kamera festhalten. Mit wunderschönen Bildern zeigt der Bildband zeigt nicht nur die Frauen – und er zeigt das Meer in vielen Facetten, in seinen Blautönen, in seiner Struktur (manchmal auch auf Schwarz-Weiß-Bildern), seine Ruhe, die Gischt, die sanften Wellen und die gigantischen. Ich wusste bislang noch nicht, dass es Big-Wave-Fotografie gibt, aber nun liebe ich sie. In dem Bild von Maria Fernanda bricht das Licht durch einen Teil der Welle, so dass ich das Wasser in all seinen Schichten sehen kann. Wunderschön! Neben den doppelseitigen Fotografien ist auch die Zusammenstellung von mehreren Fotos auf einer Doppelseite wundervoll gelungen. Immer wieder werden einzelne Zitate in die Bilder integriert pointiert. Der Prestel-Verlag veröffentlicht einfach tolle Bildbände. Aber in „Surf like a girl“ geht es nicht nur um Optik. Die engagierten Frauen setzen sich für eine nachhaltige Lebensweise ein, kämpfen für Umwelt- und Klimaschutz sowie für die Gleichberechtigung und Solidarität. Die irische Surferin Easkey Britton schildert bspw., dass die Mondphasen den Lauf des Meeres genauso beeinflussen wie ihre Menstruation. Die Frauen werden in in engen Wetsuits oder Bikini gezeigt, aber den Bildern geht Voyeurismus völlig ab. Meine Lieblings-Textpassage (der Kommentar von „Surfragette“ Marta Tomasini ist auch der längste Textbeitrag des Buchs) räumt auch gleich mit den Klischees von den sexy Surferinnen auf. Mit viel Selbstironie und Pragmatismus schreibt Tomasini von Bräunungsstreifen, kaputter Frisur oder davon, dass sie den Bikini gerne gegen einen Wetsuit tauscht, um nach einem Wipeout nicht nackt aufzutauchen, weil sich gerne mal die Bikini-Teile verabschiedet haben. Frau kann mit 61 noch surfen (Anne Taravet) oder schwanger (Stéphanie Goldie) und Frauen wie Meryem El Gardoum aus Marokko haben auf mit dem Short- oder Longboards Klischee durchbrochen. Am allerspannendsten fand ich auch die Bios der BIWoC, wie der beiden Schwestern Ikit und Aping Agudo von den Philippinen. Ihr selbstbewusstes Zitat: „We embrace our Filipino identity and skin color“ feiert Diversity. Einige kleinere Kritikpunkte hatte ich dann doch: In den Texten fielen mir in der Übersetzung an ein paar Stellen kleine Redundanzen auf. Nach welchem Muster die wundervollen Zitate übersetzt wurden – und wann nicht, habe ich nicht ganz verstanden. Bei dem Arugam Bay Girls Surf Club hätte ich es noch schöner gefunden, wenn nicht nur die drei Gründerinnen sondern zusätzlich auch die Frauen aus Sri Lanka selbst zu Wort gekommen wären. Und wenn es im Buch schon so viel um Nachhaltigkeit geht, könnte der Verlag doch bitte, bitte mal die Folieneinschweißung weglassen. Das mindert aber meine Begeisterung nicht. Ich hatte erst überlegt, das Buch einer Freundin zu schenken. Nun bin ich aber in „Surf like a Girl“ so verliebt, dass ich es einfach nicht mehr hergeben kann. Ich kann ihn allen empfehlen, die das Meer lieben oder das Surfen oder Frauen jenseits der üblichen Rollen sehen und die (Gender-)Diversity wichtig finden. Mit 38 Euro ist der Bildband aber kein Schnäppchen, so dass ich schlecht schreiben kann, holt ihn euch alle. Aber es ist vermutlich nicht verwunderlich, dass ich 5 begeisterte Sterne vergebe. Nach dem Motto eines meiner Lieblingszitate im Buch: „Catch waves, not Pokémon.“

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