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Mit diesen 10 Tipps wird Ihr Kind zum Bücherwurm

Autorin Anja Janotta erklärt, was Kindern mit Leseschwäche wirklich hilft

Die allerersten Wörter, die in der „Linkslesestärke“ stehen, sind die: "Für die stärkste Linksleserin, die ich kenne, meine Tochter". Es ist ihr Buch – ich habe es für sie geschrieben. Denn seit der dritten Klasse haben wir es amtlich: Unsere Tochter hat eine deutliche Lese-Rechtschreibschwäche. Etwas, was sie nicht nur mit der Hauptfigur Mira, sondern auch mit (je nach Studie) bis zu zwölf Prozent aller deutschen Schüler teilt.
Heute, drei Jahre später, ist aus ihr trotzdem eine der allergrößten Leseratten geworden. Sie liest alles, kreuz und quer (nur nicht das, was Mama für sinnvoll hält, aber egal). Es hat Aufwand gekostet, ihr trotzdem Spaß an Sprache und Geschichten zu vermitteln. Aber ich finde, es hat sich gelohnt. Wir haben nicht jeden streng lerntherapeutischen Rat befolgt, sondern stattdessen ein paar eigene Ideen entwickelt. Vielleicht ist die eine oder andere ja ganz hilfreich.

Und ich verspreche: Alle Tricks sind zu 100 Prozent selbst erprobt

1. Andere Tal-Ende:

Oft sehen LRS-Kinder Schrift auf eine besondere Weise: Sie betrachten Wörter und Satzteile von allen Seiten und wechseln beim Lesen immer wieder die Perspektive. Da gehen zwar manchmal ein paar Buchstaben flöten. Aber es ist auch eine Begabung, für das sie eigentlich ganz viel Lob-Bären einheimsen müssten: Mir ist das ganz deutlich bewusst geworden, als ich mit meiner Tochter einen Text lesen sollte, der sowohl senkrecht als auch waagerecht gespiegelt war. Ich habe gestottert und mich ständig verhaspelt – meine Tochter hingegen las den Text flüssig runter. Wenn wir auf Reisen sind, bekommt sie nun immer die Karte, denn so zuverlässig wie sie kann sich sonst keiner zurechtfinden.

2. Ins-Bier-Ration

Ja, LRS-Kinder lesen anders, aber genau das macht es spannend, es ihnen mal nachzutun: Die Worte aus einem anderen Blickwinkel zu sehen und neue Zusammenhänge zu entdecken. Spielen mit Worten macht jedem Kind Spaß. Sei es das Zerlegen von Fremdwörtern oder das Vertauschen von Anfangsbuchstaben. Hier sind meine Lieblinge aus „Linkslesestärke“ und „Linkslesemut“: Die Reh-sehr-weh-Bank, das Tisch-hört, E.T.P.T.T. und das Diener-4-Blatt.

3. Kuh-lieh-narrische Reise

Buchstaben müssen nicht immer flach und langweilig sein. Man kann sie mit allen Sinnen erkunden: Mit Knete, als Kühlschrankmagnete, als Ratespiel auf den Arm geschrieben, als das A und O in der Buchstabensuppe. Weil ich gerne nasche, liebe ich natürlich am allermeisten die Buchstaben-Kekse (oder: Russisch Brot). Die kann man jemandem mit verbundenen Augen in den Mund legen und Wörter raten lassen.

4. Was zum Ohr-ih-End-Tieren bieten

Beim Vorlesen fängt das Selberlesen an. Kinder lieben schlaue und coole Geschichten und irgendwann wollen sie diese auch selbst entdecken. Ich habe so lange jeden Abend vorgelesen, bis mich meine Kinder irgendwann gewaltsam von ihrer Bettdecke geschubst haben. Da waren beide schon keine Grundschüler mehr …

5. Spezi-Aal-Bücher

Silben-Lesebücher sind bestimmt eine gute Wahl für die ersten Leseversuche, wenn sich jemand mit der Buchstabenreihenfolge schwer tut. Auch die „Erst ich ein Stück, dann du“-Reihe fand ich gut, weil der Mitleser immer mal wieder eine Pause machen kann. Leider gibt’s gerade für Anfänger nur wenig wirklich fesselnde Bücher (man müsste glatt selbst welche schreiben). Ganz anders die Reihe „Finde den Täter“. Da ist der Text auch überschaubar, aber trotzdem gibt‘s bei den Ratekrimis für aufmerksame Adleraugen ganz viel zu entdecken.

6. Tolle-Rande Eltern

Die typischen Prinzessinnen- und Piraten-Bücher waren für mich eine Qual. Auch „Sternenschweif“, „Warrior Cats“ und „Hanni und Nanni“ kann ich nur bedingt was abgewinnen. Aber mir war klar: Wenn ich nur das vorlege, was ich für pedal-logisch wertvoll halte, lesen meine Kinder keine Zeile. Also habe ich ihnen meine Lieblingsbücher vorgelesen, bei den anderen Büchern mussten sie dann eben selbst ran.

7. Nix Dick-Tieren

Angeblich ist die Zahl der LRS-Kinder in jüngster Zeit stark gestiegen. Wissenschaftler führen das darauf zurück, dass Kinder in den Grundschulen oft zunächst nach Gehör schreiben dürfen und dann erst in der dritten Klasse korrigiert werden. So prägen sich wohl Wortbilder falsch ein. Später müssen die Kinder es erst wieder mühsam "überschreiben", damit aus "Schdüfd" (stand so mal auf dem Wunschzettel meiner Tochter) irgendwann wieder "Stift" wird. Auch mit Dick-Taten erreicht man offenbar das Gegenteil. Besser ist es, das schwierige Wort gleich richtig zu üben. Und psst, etwas muss dran sein an dieser Tee-Ohr-ih, denn seitdem ich so viel Wörter zerlege, ist meine Rechtschreibung echt mies-er-rappel geworden.

8. Trän-Nieren mit Spaß

Lernwörter schreiben ist öde, fad und langweilig und kann einem den Spaß an Deutsch echt verderben. Da hat meine Hauptfigur Mira völlig recht! Lustiger sind Drehscheiben mit den schwierigsten Wörtern, wie sie Mira in „Linkslesemut“ gebastelt hat. So kann man aus dem lästigen Übenmüssen wenigstens ab-surrt komische Sätze bauen. Solche wie: „Der quatschende Lehrer nummeriert die leckeren Spagetti“.

9. Wo-Kabel-Trick

In der weiterführenden Schule trägt eine Rechtschreibschwäche doppelt auf: Im Deutsch- und im Fremdsprachenunterricht. Wenn Wörter wie „rubber“ und „rubbish“ gleich anfangen, wird’s schnell mal unübersichtlich. Bei den schwierigsten Stolper-Wörtern hilft’s manchmal, etwas dazu zu zeichnen und sich das ganze Wort als Bild einzuprägen.

10. Pro-Mien-Ente Vorbilder

Übrigens, viele Pro-mies haben auch LRS und sind trotzdem berühmt geworden: Der spanische Maler Salvador Dali, der britische Koch Jamie Oliver, die wilde Piratenbraut Keira Knightley zum Beispiel. Und Albert Einstein und Wolfgang Amadeus Mozart hatten LRS und waren trotzdem die größten Genies ihrer Zeit (und weit darüber hinaus). Rechtschreibschwäche ist also wirklich kein Zeichen von Dummheit. Es ist jedenfalls nichts, weswegen man den Mut und schon gar nicht den Huh-Moor verlieren sollte!

Alle „linksgelesenen“ Wörter aus diesem Artikel finden sich als Bilderrätsel auf www.linkslesestaerke.de.

Unsere Buchtipps für kleine Bücherwürmer

Anja Janotta
Linkslesestärke oder Die Sache mit den Borten und Wuchstaben

Wer so virtuos Wörter verdreht wie Mira Kurz, der hat ganz klar: Linkslesestärke! Nur Namen kann sie sich nicht merken. Gar nicht. Bei Mira heißen andere Kinder »die Fiese«, »die Schüchterne« oder »längster Freund«. Peinlich. Als nebenan ein Mädchen mit himmelblauen Augen einzieht, hofft Mira, dass sie beste Freundinnen werden. Doch dann läuft alles schief. Mira versagt kläglich beim doofen Namen-Merkspiel in der Schule, »die Fiese« schnappt ihr die zukünftige beste Freundin vor der Nase weg und nimmt Mira danach übel in die Zange. Schärfste Gegenwehr ist angesagt! In letzter Sekunde zeigt sich, dass mehr Kinder zu Mira halten, als sie dachte. Und dass Namen merken gar nicht so schwer ist.

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Anja Janotta
Linkslesemut oder Die Sache mit dem Versiebtlein

Mira wundert sich: Während ihre Freunde alle liebesverwirrt sind, bewahrt sie mit indischem Weisheitspunkt auf der Stirn einen kühlen Kopf. Unter dem Namen Dr. Ku, der Kummerkastentante bei der Schülerzeitung, erteilt sie in komm-bläh-zierten Verliebungsfällen sogar weisen Rat. Trotzdem, die Liebe ist nichts für sie. Als jedoch die strenge Reck-Tor-in Miras Schülerzeitungs-Artikel zum Thema Regeln verbieten will, setzt sich einer ganz besonders mutig für Mira ein: M...aurice, der Maulaufreißer ...

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