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Sarah Beth Durst: Die Blutkönigin

Sarah Beth Durst im Interview zu ihrem Roman »Die Blutkönigin«

Wussten Sie, dass Sarah Beth Durst als Fünfjährige unbedingt Wonder Woman werden wollte?

Eine kurze Biografie:
Sarah Beth Durst ist die Schöpferin von elf Fantasyromanen für Erwachsene, Teenager und Kinder. Unter anderem schrieb sie die Geschichte zu Drink Slay Love, die bald unter dem gleichen Namen im Fernsehen laufen wird. Das zuletzt erschienene Buch für Erwachsene trägt den Titel Die Blutönigin und für Kinder wird es bald etwas unter dem Titel Journey Across the Hidden Islands zu lesen geben. Sarah wurde mit dem ALA Alex Award und dem Mythopoeic Fantasy Award ausgezeichnet und war bisher dreimal Finalistin für den SFWA Andre Norton Award. Sie hat einen Abschluss der Princeton Universität, an der sie zwar eigentlich vier Jahre lang Englisch studierte, aber gleichzeitig über Drachen schrieb und sich ständig fragte, was wohl die Wasserspeier auf dem Campus sagen würden, wenn sie denn sprechen könnten … Sarah lebt heute in New York zusammen mit ihrem Ehemann, ihren Kindern und ihrer schlecht erzogenen Katze. Mehr Infos gibt’s auf www.sarahbethdurst.com.

Warum haben Sie sich dazu entschieden, Autorin zu werden?
Ich bin der festen Überzeugung, dass Bücher magisch sind. Sie besitzen die Macht, den Leser aus seinem eigenen Leben zu entführen und ihn mit auf eine Reise zu nehmen. Und sie bringen einen immer wieder sicher zurück – möglicherweise nur leicht verändert. Ich liebe das Gefühl, wenn ich ein Buch schließe und spüre, dass die Welt nach der Lektüre ein kleines bisschen magischer geworden ist. Ich fühle mich stärker und mutiger als ich es vor dem Lesen war. Solange ich denken kann, wollte ich immer ein Teil dieser zauberhaften Welt sein.

Wo finden Sie die Inspiration für Ihre Romane?
Das alte Sprichwort „Schreib, was du weißt“ würde ich eher zu „Schreib, was du liebst“ umformulieren. Meine Inspiration finde ich, indem ich über Dinge aus Geschichten nachdenke, die mich begeistern. Einige Male habe ich wirklich schon eine Liste erstellt, die den Namen „Dinge, von denen ich denke, dass sie fantastisch sind“ trug. Dann habe ich mich drangesetzt, eine Geschichte zu erfinden, die so viele fabelhafte Dinge dieser Liste beinhaltete wie nur möglich. Manchmal frage ich mich auch selbst „Wenn ich genau jetzt in einen Buchladen gehen würde, was würde ich dann finden wollen?“. Anschließend versuche ich, genau diese Geschichte zu schreiben.

An was für einer Geschichte arbeiten Sie im Moment?
Momentan sitze ich an The Queen of Sorrow, dem dritten Teil der Königinnen von Renthia-Reihe. Für mich ist einer der schwersten Momente beim Schreiben der Part, an dem ich mich von meinen Figuren verabschieden muss. Man lebt so lange mit ihnen zusammen, dass es einem richtig schwerfällt, ihre Welt zu verlassen. Das wiederum ist das Tolle, wenn man an einer Serie sitzt – man muss sich nicht verabschieden.

Wer sind Ihre Lieblingsautoren? Und warum?
Ich liebe Fantasy, weil ich glaube, dass die Geschichten voller Hoffnung sind (oder es zumindest sein können) und einen stärken. Sie lehren einen, dass das Gute das Böse besiegen kann, dass die Liebe gewinnen und die Welt gerettet werden kann. Meine Lieblingsautoren sind diejenigen, die dieses Gefühl einfangen. Dazu gehören Tamora Pierce, Terry Brooks, David Eddings, Robin McKinley, Mercedes Lackey und Anne McCaffrey.

Welche Bücher haben Sie in letzter Zeit gelesen?
Das letzte Buch, das ich gelesen (und absolut geliebt!) habe war Like a River von Rae Carson. Es spielt während des Kalifornischen Goldrausches Mitte des 19. Jahrhunderts und handelt von einem Mädchen, das die Fähigkeit besitzt, Gold zu erspüren. Auch sehr gerne habe ich Hope and Red von Jon Skovron gelesen. Ein episches Abenteuer mit einem großartigen Heldenpaar: einem Dieb und einem Krieger, die beide auf Rache sinnen.

Wie lautet Ihre Lebensphilosophie?
Verlerne nie zu träumen. Und sei freundlich.
Ich glaube fest daran, dass man stets nach seinen Träumen streben sollte. Ja, tatsächlich bin ich der Meinung, dass eine schier unendliche dickköpfige Sturheit die beste Eigenschaft ist, die ein Autor mitbringen kann. Ich beispielsweise bin eine äußerst hartnäckige Optimistin. Ich glaube auch, dass es sehr wichtig ist, immer freundlich zu sein – besonders zu den Personen, die man liebt.
Ich glaube, meine Lebensphilosophie läuft allgemein auf Hoffnung und Liebe hinaus. Wenn man beides erleben darf, dann besitzt man den Schlüssel zum Glücklichsein.
Mit Schokolade überzogene Erdbeeren sind aber im Übrigen auch nicht schlecht.

Was machen Sie, wenn Sie nicht schreiben?
Wenn ich nicht schreibe, verbringe ich Zeit mit meiner Familie. Oder ich esse. Ich bin verrückt nach Essen. Besonders nach Schokolade. Und Pizza.

Fünf Dinge über Sie, die wir noch nicht wissen…
1. Schon seit ich denken kann, wollte ich Schriftstellerin werden – mit einer kleinen Unterbrechung durch mein fünfjähriges Ich. Das wollte unbedingt Wonder Woman werden.
2. Mein Lieblingsfilm ist Star Wars. Ich glaube, er steht exemplarisch für den Werdegang einer absoluten Erfolgsgeschichte. Es ist die perfekte Heldenreise. Jahrelang war Eine neue Hoffnung (Episode IV) mein Favorit, aber Das Erwachen der Macht könnte das nun ändern …
3. Ich habe große Angst vor Stinktieren. Als ich nämlich in den Kindergarten ging, lebte eine Stinktierfamilie in unserem Keller. Genauer gesagt hatten sie es sich direkt unter unserer Garderobe gemütlich gemacht, was meine Erzieherin dazu verleitete, mir zu verbieten, meine Jacke mit in das Klassenzimmer zu nehmen …
4. Ich habe sehr sehr sehr lockiges Haar. Mein Essay für die College-Bewerbung hatte das sogar zum Thema: Ich schrieb über das Trauma, lockiges Haar zu besitzen. Das Schockierende ist – sie haben mich damit zugelassen!
5. Ich liebe Bücher. Okay, das hattet ihr wahrscheinlich schon vermutet.

Wie würden Sie Ihr Buch in einem Satz beschreiben?
Die Blutönigin ist epische Fantasy über eine Welt voll blutrünstiger Naturgeister und Königinnen, die die Macht haben, diese Geister zu kontrollieren.

Was hat Sie zu Ihrem Roman inspiriert?
Das Buch ist in einem Moment extremer Tollpatschigkeit meinerseits entstanden. Ich war gerade erst für eine Schreibauszeit in den Pocono Mountains angekommen und bewunderte den atemberaubenden Ort: Wälder, Hügel, tänzelnde Rehe, plätschernde Bäche und so weiter … Jeder Autor hatte seine eigene traumhafte kleine Blockhütte direkt neben den Kiefern. Ich wollte gerade zu meiner Hütte laufen, bewunderte dabei noch die Bäume, freute mich über das Vogelgezwitscher, beachtete meine Füße nicht … Und zack, stolperte ich auf den Stufen meiner Veranda, landete prompt mitten auf meinem Gesicht und trug eine blutende Lippe davon. Und in genau diesem Augenblick war die Idee für mein Buch, speziell die blutrünstigen Naturgeister, geboren. Bäume + Blut = eine Story.

Wer ist Ihr Lieblingscharakter im Roman und warum?
Ich liebe die Hauptfigur Daleina, weil sie einmal nicht die typische „Auserwählte“ ist. Zu ihrer Person gibt‘s keine Prophezeiung. Niemand gibt ihr ein magisches Schwert, niemand einen magischen Ring. Noch nicht einmal ein magischer Nagelknipser oder sowas steht ihr zur Seite. Sie ist eine eher mittelmäßig begabte Studentin mit eher wenig besonderen Talenten, die hart, wirklich sehr hart arbeiten muss, um mit ihren Klassenkameraden mithalten zu können. Aber dennoch ist sie als Heldin ausersehen und muss ihre Leute beschützen. Ich liebe ihre Entschlossenheit und ihre Tatkraft.

Welche Szene war am schwierigsten zu schreiben?
Als ich gerade erst begann, die Königinnen von Renthia zu konzipieren, dachte ich über die Geschichte einer Frau nach, die zwar immense Macht besitzt, diese aber nicht einsetzen will, weil sie weiß, dass das wahrscheinlich ihr Tod sein würde und sie ihre Kinder verwaist zurücklassen müsste. Ich hatte um die 90 Seiten geschrieben, als mein Agent den Text meiner Lektorin zukommen ließ, die begeistert war: „Fantastisch! Aber kann daraus Buch zwei werden?“ Also wurde aus der ursprünglich ersten Geschichte The Reluctant Queen (nun also das zweite Buch der Königinnen von Renthia-Reihe) und ich begann, Teil eins, Die Blutkönigin, zu schreiben. Das Schreiben fiel mir teilweise schwer, da ich ja genau wusste, was im zweiten Teil geschehen sollte. Mir war also klar, wie Teil eins enden musste. Ich wusste, wer am Ende überlebt und wer stirbt. Die schwierigste Szene war gleichzeitig die unvermeidbare: Figuren, die ich erschaffen hatte und liebte, mussten fallen.

Was meinen Sie – welchen Lesern wird Ihr Buch gefallen?
Ich glaube, es gibt drei Arten von Lesern, denen mein Buch gefallen wird:
1. Erwachsene, die mit klassischer epischer Fantasy à la David Eddings und Terry Brooks aufgewachsen sind. Ich habe versucht, in meinem Buch dieselbe Art von Abenteuer, Stimmung, Hoffnung und Macht vorherrschen zu lassen.
2. Teenager, die einen Zugang zu erwachsener Fantasy suchen. Mein Roman ist gerade auch für solche Leser geeignet, die keine Massen an Fantasyliteratur verschlungen haben. Meine erfundene Magie ist recht einfach zu verstehen.
3. Leser, die starke weibliche Heldinnen mögen. Ich schreibe über Frauen, die anderen Feuer unterm Hintern machen.

Sarah Beth Durst

Die Blutkönigin

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