Sharon Bolton - Dunkle Gebete

SPECIAL zu Sharon Bolton

Buchtrailer zum Thriller "Dunkle Gebete" (OmU)

Die Opfer sind unschuldige Frauen. Der Killer ist ein Phantom. Und die Ermittlerin hat mehr als nur ein Geheimnis.

DC Lacey Flint ist eine junge Londoner Ermittlerin mit undurchsichtiger Vergangenheit und einem morbiden Interesse an Serienkillern. Mit einem echten Mord hatte sie bisher allerdings nie zu tun – bis jetzt, da eine aus zahlreichen Stichwunden blutende Frau an der Tür von Laceys Wagen lehnt und in ihren Armen stirbt. Lacey wird zunächst nur als Zeugin vernommen, doch bald wird klar, dass sie in dem Fall eine ganz besondere Rolle spielt: Ein blutiger Bekennerbrief ist unmissverständlich an sie adressiert. Unversehens findet sich Lacey im Mittelpunkt einer Mordserie, die in einem besonderen Zusammenhang mit ihr selbst stehen muss. Doch wie findet man einen Killer, der sich einen nie gefassten Serienmörder zum Vorbild genommen hat?
Sharon Bolton
© Bildschön / Mark Bassett
Interview mit Sharon Bolton zu „DUNKLE GEBETE“

Was hat Sie zum Schreiben gebracht? Hatten Sie schon immer davon geträumt, Schriftstellerin zu werden, oder war eher die Inspiration für eine bestimmte Geschichte der Auslöser?
Ich habe relativ spät mit dem Schreiben begonnen – mit Ende dreißig –, weil es mir lange Zeit gar nicht in den Sinn gekommen war, dass ich es überhaupt könnte. Auslöser war am Ende ein Mittagessen mit einem Wirtschaftsjournalisten, der mir erzählte, man könnte mit Liebesromanen viel Geld verdienen. Weil ich damals ziemlich knapp bei Kasse war, habe ich beschlossen, es einmal zu versuchen. Der Mann lag, wie sich herausstellte, mit seiner Einschätzung völlig daneben, und es hat dann doch noch einige Jahre gedauert, bis ich mit dem Schreiben Geld verdient habe. Aber ich habe bei meinen ersten Versuchen zweierlei herausgefunden: Erstens, dass ich tatsächlich Romane schreiben konnte, und zweitens, dass ich für den Rest meines Lebens auch gar nichts anderes mehr machen wollte.

Sie sind fraglos von Buch zu Buch besser geworden. Werden Sie je ausgelernt haben, was die Kunst des Erzählens betrifft?
Ich hoffe nicht! Aber es ist mir auch bewusst, dass viele Autoren ihre besten Werke eher zu Beginn ihrer Karriere vorlegen. Es könnte sein, dass im Laufe der Zeit zwar Erfahrung und Können wachsen, dass man dafür aber etwas von seiner Inspiration und Magie einbüßt. Ich drücke mir aber selbst die Daumen, dass ich noch ein gutes Stück Weg vor mir habe, ehe das passiert.

All Ihre Romane kreisen um die dunkle Seite der menschlichen Natur. Hat Sie dieser Aspekt auch zum Thriller-Genre geführt?
In Lancashire, wo ich herkomme, gibt es den Spruch: Es gibt nichts Seltsameres als Leute. Ich würde sogar noch weiter gehen und sagen: Es gibt nichts Furchteinflößenderes als Menschen. Ich lasse immer mal wieder einen Hauch von Übernatürlichem in meine Romane einfließen, aber am Ende gibt es nichts Abgründigeres als das, was Menschen selbst einander bisweilen antun. Trotzdem muss ein gutes Buch meiner Überzeugung nach immer die Balance wahren, und das Böse, das in meinen Romanen vorkommt, wird immer durch großen Mut und etwas Heldenhaftes aufgewogen.

Ihr neuester Roman, „Dunkle Gebete“, greift auf die Verbrechen von Jack the Ripper zurück. Warum fasziniert uns das alles noch heute so?
Wenn wir mit etwas so schockierend Bösem konfrontiert werden, dann müssen wir irgendwann auch einen Schlusspunkt hinter die Sache setzen können. So können wir die Geschichte als in sich abgeschlossen betrachten und verstehen. Aber genau das ist uns im Fall von Jack the Ripper immer verwehrt geblieben. Wir werden nie wissen, wer er war und warum er gemordet hat.

Ihre Hauptfiguren sind immer versierte, patente Frauen. Und trotzdem kämpfen alle mit sich selbst oder mit ihrer Vergangenheit. Haben Sie das Ihren Figuren bewusst mit auf den Weg gegeben, oder hat sich das im Laufe der Romane jeweils von selbst entwickelt? Und wer ist Ihre Lieblingsheldin?
Ich weiß sehr wenig über meine Figuren, bevor ich mit dem Schreiben anfange. Nur ein paar grundsätzliche Details. Aber sie entwickeln sich mit der Geschichte – durch ihre Reaktionen auf bestimmte Ereignisse und durch die Art, wie sie mit anderen interagieren. In gewisser Hinsicht formen sie sich dadurch selbst. Manchmal treffe ich aber auch ganz bewusst gewisse Entscheidungen. In meinem dritten Roman wollte ich beispielsweise eine Heldin mit einer kleinen Behinderung, die sich schließlich ganz auf ihren Verstand verlassen muss, um zu überleben. Meine Lieblingsheldin ist eindeutig Lacey aus „Dunkle Gebete“, weil das, was ihr zugestoßen ist, eine schwächere Frau zerstört hätte, Lacey dadurch aber nur stärker und einfühlsamer geworden ist.

Worauf dürfen wir uns als Nächstes von Ihnen freuen?
Ich beende gerade meinen fünften Roman, der noch keinen Titel hat, aber ich kann schon einmal verraten, dass Lacey Flint und Mark Joesbury aus „Dunkle Gebete“ sowie Evi Oliver aus „Bluternte“ dabei sein werden. Lacey ermittelt undercover im höchst pittoresken Cambridge.

Und welches Buch lesen Sie selbst gerade?
Phil Rickmans Roman „The Secrets of Pain“, weil ich demnächst gemeinsam mit ihm an einer Podiumsdiskussion auf einem Krimifestival teilnehmen werde.

Copyright © Shelagh Parry 2011, www.thewordfiend.net

Dunkle Gebete - Lacey Flint 1

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