Auch alte Wunden können heilen

Wie Verletzungen aus der Kindheit unser Leben bestimmen und wie wir uns davon lösen können

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Hardcover
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Dieses Buch ist für alle, die das Gefühl haben, so, wie sie sind, nicht »richtig« zu sein. Sie leiden etwa an unerklärlichen Schuldgefühlen, können eigene Bedürfnisse kaum benennen, keine Grenzen setzen oder spüren ihren Körper nicht. Die Ursache können seelische Verletzungen aus den ersten Lebensjahren sein. Manchmal durch ein schlimmes Ereignis ausgelöst, viel häufiger jedoch dadurch, dass das Aufwachsen ohne sichere Bindung und Zugehörigkeit erfolgte. Die erfahrene Trauma-Therapeutin Dami Charf hilft Betroffenen, in Kontakt mit sich zu kommen, Verständnis für sich selbst zu entwickeln, neue Möglichkeiten zu erkennen und innere Stabilität und Freiheit zu erfahren.

  • Hilfreiches Wissen und therapeutische Möglichkeiten

  • Für Leser von Peter Levine und Larry Heller


Hardcover mit Schutzumschlag, 288 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
4. Aufl. 2018
ISBN: 978-3-466-34695-0
Erschienen am  25. Juni 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Hochinteressant

Von: leseverliebt

01.05.2019

Im Buch „Auch alte Wunden können heilen“ beschäftigt sich die Autorin, Dami Charf, mit dem Thema, wie Verletzungen aus unserer Kindheit unser Leben bestimmen und wie man sich davon lösen kann. Der Inhalt unterteilt sich grob in folgende Themen: Was sind frühe Wunden überhaupt? Was ist Selbstregulation und warum ist diese so wichtig? Welche Bindungsformen gibt es in unserer Kindheit und welche Auswirkungen haben diese auf unser Leben im Erwachsenenalter? Was sind die fünf Lernaufgaben und welche Rolle spielen diese in unserer Entwicklung?
Wie funktioniert unser Gehirn in Bezug auf Traumata und unser psychisches Empfinden? Welche Schutzmechanismen hat sich unser Körper eingerichtet? Welche Wege können Betroffene gehen, um eine „Heilung“ zu erlangen? Welche Bedeutung hat hierfür eine Psychotherapie und was gibt es dabei zu beachten? Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und für jeden, der sich mit diesem Thema beschäftigen möchte, gut verständlich. 
Das Buch liefert insgesamt sehr viele Informationen und ist fachlich ein guter Einstieg in dieses Thema. Obwohl ich mich schon viel mit ähnlichen Themen (Inneres Kind, Prägungen durch die Kindheit, Bindungsmuster, Beziehungstypen) auseinander gesetzt habe, gab es für mich in diesem Buch noch einige „Aha-Momente“. An der Stelle, als auf Gefühle und Emotionen eingegangen wurde, hätte ich mir noch einen kurzen Exkurs dazu gewünscht, wie Gefühle überhaupt entstehen. Für mich wäre das zwar nichts neues gewesen, allerdings könnte ich mir vorstellen, dass das an dieser Stelle für den ein oder anderen Leser sehr hilfreich gewesen sein könnte. Der Untertitel des Buchs ist leider ein wenig irreführend. Durch „…und wie wir uns davon lösen können“ verspricht sich so mancher Leser vermutlich eine Art Ratgeber zur Selbsthilfe. Als das kann man das Buch aber nur sehr bedingt ansehen. Es bietet eine gute Grundlage für Hintergrundwissen, die Autorin betont aber auch immer wieder, wie schwer der Weg ist und wie wichtig es ist, dabei bei Bedarf auch professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Alles in allem ein hochinteressantes Buch, dass ich gern weiterempfehlen möchte.

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Wie alte Wunden heilen können

Von: Sonja

25.01.2019

Ein Buch, das mich nachdrücklich sehr beeindruckt hat: Im ersten Kapitel geht es darum, „wie frühe Wunden auf unser Leben wirken – und warum das Problem selten das Problem ist„. Viele Menschen suchen nach Lösungen für Symptome, wie Nervosität, Konzentrationsschwäche, Schlaflosigkeit, Kraft- und Energielosigkeit bis hin zu Depression und Burn Out. Doch häufig helfen einfache Lösungen und Selbstmedikation nicht weiter, weil das Problem tiefer, nämlich in frühen Erfahrungen, liegt. Frühe Entwicklungstraumata können die Ursache dafür sein, dass wir als Erwachsene Schwierigkeiten damit haben, uns selbst zu regulieren. Selbstregulation ist wichtig, um uns zum Beispiel nach Stress zu beruhigen, um uns zu erholen und zu entspannen, uns zu konzentrieren, mit Frust umzugehen, Gefühle und Impulse wahrzunehmen und zu kontrollieren, innezuhalten, bevor wir nach einem Reiz reagieren. Die Autorin zeigt auf, wie hinderliche Bindungsmuster entstehen. Im zweiten Kapitel beschreibt die Autorin ausführlich fünf Lernaufgaben, die wir von Geburt an haben und die wesentlich mitbestimmen, wie gut wir später für unser Leben gerüstet sind: 1. Sicherheit und Willkommensein, 2. Bedürfnisse und Sattwerden, 3. Hilfe annehmen können, 4. Selbstständigkeit und Verbundenheit, 5. Liebe und Sexualität. In diesem Kapitel beschreibt sie sehr anschaulich, wie schon die Geburt und soagar die Zeit davor prägend sind für unser Leben, auch wenn wir uns nicht aktiv daran erinnern können: „Die Prä- und Perinatale Psychologie geht davon aus, dass bei der Geburt bereits Lebensskripte für die gesamte Lebenshaltung gelegt werden. Kommen wir mit Todesangst auf die Welt, weil uns die Nabelschnur fast erdrosselt hat? (…) Oder kommen wir in Ruhe in einem warmen abgedunkelten Raum auf die Welt und werden liebevoll auf Mamas Bauch gelegt?“ Alles, was wir in uns tragen, was uns aber nicht bewusst ist, bestimmt und prägt maßgeblich unser Leben. Häufig ist uns gar nicht klar, woher die ungesunden Muster kommen. „Jede Form von Trauma ist immer eine Trennung von sich selbst, von der eigenen Körperlichkeit, und eine Trennung von anderen Menschen. Letztlich isoliert uns ein Trauma vom Leben und der Lebendigkeit.“ Die Autorin beschreibt im dritten Kapitel ausführlich, wie sich unsere Prägungen in unserem Körper und unserer Persönlichkeit ausdrücken. Deshalb ist es vor allem anderen wichtig, einen guten Bezug zu unserem Körper herzustellen und zu lernen, ihn zu fühlen und wahrzunehmen. Um aus alten Handlungsmustern auszusteigen und Heilung zu erfahren, sieht die Autorin die wichtigsten Schritte darin: „Den eigenen Körper wieder zu fühlen und darin Heimat zu finden, die Selbstregulation zu erhöhen, Emotionen regulieren zu lernen, die eigene Kontakt- und Beziehungsfähigkeit zu stärken.„ Sich nicht mit der Vergangenheit auseinandersetzen zu wollen, bedeutet, sie in einem Keller mit Falltür einzusperren. Mit einem Bein müssen wir immer auf der Türe stehen bleiben und unser Bewegungsradius ist zeitlebens sehr begrenzt. Dieser Vergleich der Autorin hat mich sehr bewegt.

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Vita

Dami Charf, geboren 1964, ist Begründerin der körper- und bindungsorientierte Therapiemethode Somatische Emotionale Integration®, SEI. Nach einem Studium der Sozialpädagogik hat sie Ausbildungen u.a. in Transformativer Körperpsychotherapie, Somatic Experiencing, Bodynamic und Sensorymotoric Psychotherapy absolviert. Sie ist Heilpraktikerin für Psychotherapie, arbeitet als Traumatherapeutin in Göttingen und bietet eine eigene Ausbildung an.

www.traumaheilung.de

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