Der europäische Frühling

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Die Insel Lolland ist zum Hort der Glückseligen geworden. Hier regieren Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein und Menschlichkeit. Intelligente Drohnen haben viele der alltäglichen Arbeiten übernommen. Doch die Idylle hat ihren Preis, und der Eintritt ist nicht jedem gewährt. In den Städten herrscht Anarchie. Probleme werden nicht gelöst, sondern auslagert. Dänemark pachtet in Mozambique eine riesige Landfläche und baut dort für Flüchtlinge und unliebsame Asylanten eine riesige Containerstadt. Am Ende ist die Zukunft auch nur ein Geschäft.

»Der dänische Houellebecq«

Elle

Aus dem Dänischen von Günther Frauenlob
Originaltitel: DET EUROPÆISKE FORÅR
Originalverlag: Gyldendal
Hardcover mit Schutzumschlag, 400 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-453-27170-8
Erschienen am  13. Mai 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Ein Blick in die Zukunft

Von: Cécilia13

17.06.2019

Der Roman nimmt einen mit in die nähere und weiter entfernte Zukunft. Die Geschichte, die dort in Dänemark spielt, ist auf den ersten Blick nicht besonders aussagekräftig: eine Familie bestehend aus einer Ärztin, einem Galeristen, ihrer kranken Tochter und dem Familienhund kämpft mit den alltäglichen Problemen. Dazu das Leben eines sexbesessenen Künstlers und seiner zurückgebliebenen Freundin. Was die Geschichte jedoch besonders und interessant macht, sind ihre Erzählungen zu den äußeren Umstände einer modernisierten Welt, die ganz nebenbei in die Handlung eingeflochten werden. Der brutale Umgang mit muslimischen Immigranten, der immer größere Unterschied zwischen den Privilegierten und weniger Privilegierten, der technische Fortschritt und die künstliche Intelligenz sind nur einige der großen zentralen Themen unserer Zeit, die in diesem Buch angeschnitten werden. Leider werden jedoch andere für die Zukunft ebenfalls wichtige Themen wie der Klimawandel und die allgemeine Entwicklung der Weltpolitik fast komplett außer Acht gelassen. Dies fällt beim Lesen jedoch kaum auf, da das hier entworfene Zukunftsszenario so (zum Teil erschreckend) plausibel erscheint. Zusätzlich zu der Beschäftigung mit diesen politisch-philosophischen Fragestellungen wird jedoch auch ein künstlerischer Anspruch des Buches deutlich. Zum einen dreht sich inhaltlich sehr viel um Kunst und Kunstprojekte, von denen eines wie der gesamte Roman den Titel "Der europäische Frühling" trägt. Zum anderen verwendet der Autor literarische Stilmittel wie eine "Geschichte in der Geschichte", die zunächst eher wie eine Fabel von Hund und Elster anmutet, zum Ende hin jedoch eng mit der eigentlichen Geschichte verknüpft ist. Insgesamt kann man mit diesem Buch einen interessanten Blick in die Zukunft wagen, der einen wirklich zum Nachdenken anregt. Man fragt sich ständig, ob man so eine Zukunft wirklich erleben möchte, da man das Gefühl hat, dass wir aktuell auf eine zumindest ähnliche Zukunft zulaufen. Allein das letzte Kapitel, das eine Art Ausblick darstellt, war mir dann doch etwas zu weit hergeholt.

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Der neue, europäische Frühling

Von: Buecherseele79

17.06.2019

Elisabeth und ihr Ehemann Stig kämpfen um ihre Tochter Emma die sich ständig krank fühlt und Probleme mit ihrer Ernährung hat. Auch sagt ihnen ihre Umgebung in Dänemark selbst nicht mehr zu da die Auseinandersetzungen zwischen Polizei+ Militär und muslimischen Mitbürgern immer gefährlicher und extremer wird. Dann erhält Elisabeth ein Angebot auf der Insel Lolland leben zu dürfen, eine Insel die sich wieder auf die wahren Sinne erinnern will, mehr Ökologie, Abschottung, mehr Technik und KI, Grenzsicherung und nur ausgewählte Bürger dürfen dort leben. Christian ist ein Künstler der bei Stig seiner Galerie unter Vertrag steht. Er lebt eher in den Tag hinein, hat Sex mit Frauen wie es ihm beliebt, doch alles ändert sich als er bei einer Ausstellung Mia erblickt. Mia ist „zurückgeblieben“ aber Christian begehrt sie mehr als alles andere, sie ist seine Muse für seine Arbeit und es stört ihn überhaupt nicht dass Mia eher „zurückgeblieben“ ist und vielleicht minderjährig, denn der Sex mit ihr ist das Beste was ihm je passiert ist. So, jetzt wird sich vielleicht der ein oder andere fragen – wohin läuft diese Geschichte, um was geht es hier und hä? Ich bin bei dem Buch etwas zwiegespalten, denn es ist sehr schwer es in genaue Worte zu fassen. Der Schreibstil ist gut, manchmal gewöhnungsbedürftig und als das Buch mit einer Fabel anfängt, zwischen Elster und Hund, die rauchen und unter einem Baum sitzen, miteinander reden und philosophieren... dann sitzt man als Leser erstmals etwas verdattert vor dem Buch. Anderseits muss ich sagen dass mir die Fabeln der beiden immer am besten in diesem Buch gefallen haben da es auch ein bisschen die Gesellschaft widerspiegelt, aus der Sicht von Tieren. Die Protagonisten... also ja, sympathisch war mir so auf Anhieb jetzt keiner, mir tat Emma einfach leid und ja, das war es dann erstmals auch. Bei Stig und Emma herrscht eben dieser Einheitsbrei Ehe ohne besondere Vorkommnisse und jeder lebt eher für sich. Ich denke dass viele mit Christian die grössten Probleme haben wird denn gerade hier treibt es der Autor gekonnt auf die Spitze, im wahrsten Sinne des Wortes. Für Christian zählt Sex in allen möglichen Stellungen, Situationen und zig Frauen am meisten, Mia ist eher „zurückgeblieben“ und er ist sich nicht ganz sicher ob sie überhaupt volljährig ist, sprich, es gibt pädophile Ansätze... Und trotzdem konnte mich das Buch als Ganzes überzeugen, auch wenn das erste Drittel des Buches eher aus unsympathischen Protagonist besteht, der Autor vieles auf die Spitze treibt und manchmal darüber hinaus und ich als Leser nicht wusste, wohin soll dies führen, was will er mit seinem Buch eigentlich erreichen? Zum Klappentext der sehr gut klingt passt hier erstmals gar nichts. Es lohnt sich aber am Buch dran zu bleiben denn die Welt ändert sich als Emma nach Mosambik geht, genauer gesagt nach Frederiksstad, wo alle Flüchtlinge sowie hauptsächlich muslimische Mitbürger aus Dänemark leben. Durch Anschläge, die Europa erschüttert haben, wurde verlangt dass alle muslimischen Mitbürger sich von diesen Islamisten distanzieren, als dies nicht so vonstatten ging wie gewünscht wurde außerhalb eben die Containerstadt Frederiksstad erbaut. Auch das Leben auf Lolland wird durch den Umzug genauer erklärt, zeigt auf dass es auf der einen Seite eine sinnvolle Sache ist, man aber die Welt sonst nicht komplett ausblenden kann und darf. Dass es Menschen gibt dies ich für besser halten, wichtiger für die Nachwelt als der Rest der Welt. Was KI (Künstliche Intelligenz) mittlerweile für einen Stellenwert einnimmt, auch die Thematik Drohnen wird hier sehr erschreckend genau eingearbeitet, auch der Wunsch nach ewigen Leben sowie ewiger Jugend erhält einen Stellenwert. Wer reich ist und sinnlos sein Geld ausgeben möchte der ist auf Lolland genau richtig. Es geht um viele technische Errungenschaften die immer mehr und einen immer grösseren Stellenwert in unserem Leben einnehmen, wer Geld hat der kann sich eben sein Haus auf eine Insel kaufen die abgeschottet wird und das restliche Über- Leben wunderbar ausblenden. Der Hass spielt eine sehr große Rolle, dass man lieber unter sich ist, dass Bürger die eigentlich in einem Land geboren wurden und zu dieser Gesellschaft gehören nicht als diese anerkannt werden, denn sie tragen trotzdem ein Kopftuch, haben eine andere Hautfarbe oder eine andere Religion, es wird nicht mehr differenziert betrachtet sondern nur noch ausgesondert. Unter dem Strich behandelt das Buch genau die Themen die heute viele für wichtig halten, die Forschung auf vielen dieser Gebieten und vor allem den Hass und die reinen Vorurteile gegenüber anderen Kulturen. Trotz anfänglicher Zweifel und eher Verwirrung konnte mich dieses Buch begeistern und besticht eben durch seine besondere Art. Wer sich traut sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen!

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Vita

Kaspar Colling Nielsen, geboren 1974, gilt als eine der eigenständigsten Stimmen der zeitgenössischen skandinavischen Literatur. Bereits für sein 2010 erschienenes Debut Mount Copenhagen erhielt er den renommierten Danske Bank First Book Award. Sein zweiter Roman Der Dänische Bürgerkrieg 2018 - 2024 von 2013 stand für mehrere dänische Buchpreise auf der Shortlist. Mit seinem neuesten Werk Der europäische Frühling, in Dänemark ein Bestseller, erscheint er nun endlich erstmals auf Deutsch.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Ich bin fasziniert von diesem Buch (…) ein Lesevergnügen.«

»Eine der interessantesten zeitgenössischen literarischen Stimmen Skandinaviens«

Dagbladet

»Die kritische Haltung ist eindeutiger als bei Houellebecq, das Vergnügen unmittelbarer, der Stil ebenso einzigartig.«

Elle

»Ein Buch, das fasziniert und zum Nachdenken anregt... Der europäische Frühling ist ein Ungeheuer von einem Roman, ein absolut notwendiges und hochaktuelles Leseerlebnis.«

Kristeligt Dagblad