Schwitters

Roman

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Ein tiefgründiger, dabei humorvoller Roman über die Kraft der Kunst in dunklen Zeiten

Wie fängt man eine Zukunft an, die eigentlich schon aufgehört hat? Mit einem Streifen Meer zwischen sich und seiner Heimat, seiner Sprache, sich selbst? Kurt Schwitters ist 49, als ihn die Nationalsozialisten zur Flucht aus Hannover zwingen. Sein Erfolg, Werk, Besitz, die Eltern und seine Frau Helma bleiben zurück. Die Kunst weicht der Kunst des Überlebens. In Norwegen, London und endlich dem Lake District beginnt Schwitters‘ zweites Leben in fremder Sprache. Wantee, die neue Frau an seiner Seite, hält ihn auf Kurs und seinen Kopf über Wasser, selbst als der Wortkünstler verstummt. Im Merzbau hat Schwitters einen anderen Weg gefunden, um Himmel und Heiterkeit, das Funkeln der Wiesen und die Durchsichtigkeit der Luft einzufangen. Mit irrwitziger Disziplin, bis zur Erschöpfung. Wer ihn dabei beobachtet, begreift: Kunst bildet die Welt nicht nach. Sie übersetzt sie in Formen, die uns berühren.

In ihrem Roman folgt Ulrike Draesner dem Schriftsteller und bildenden Künstler Kurt Schwitters ins Exil. Es sprechen Kurt, seine Frau, sein Sohn, seine Geliebte. In einer virtuosen Mischung aus Fakten und Fiktion entsteht das Panorama einer Zeit, in der angesichts einer brennenden Welt neu um Freiheit und Kultur gerungen wird. Ein tiefgründiger, dabei humorvoller Roman über die Kraft der Kunst, darüber, wie sie entsteht und was sie vermag.

»Es ist ein Roman voller Leben, Drama – der Versuch, dem Leben eine Form abzugewinnen durch Kunst, dem Leben eine Form einzuschreiben, die vorher nicht da war. Da gibt es keine moralische Bewertung der Figuren, alle werden verteidigt. (…) Wenn das keine Literatur ist, die was von Freiheit weiß, die was riskiert und gleichzeitig so viel kann!«


ORIGINALAUSGABE
Hardcover mit Schutzumschlag, 480 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
Mit farbigem Poster im Umschlag
ISBN: 978-3-328-60126-5
Erschienen am  24. August 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Exzellente Romanbiografie und Zeitdokument

Von: Heidi Zengerling

28.09.2020

Mit Witz, unterhaltsam und auch tiefgründig liest sich der Roman von Ulrike Draesner mit dem Titel "Schwitters", der die Geschichte von Kurt Schwitter zum Inhalt hat. Exil - bedeutet, seine Heimat, sein Land verlassen zu müssen, seine Familie, Sprache und ein Publikum zu verlieren. Bedeutet aber auch, sich nicht unterkriegen zu lassen und trotz allem heiter im Gemüt zu bleiben. Die Autorin dieses Buch erzählt von Schwitters Lebensreise, von seiner Flucht, dem Exil und dem Leben als Künstler mit all seinen Höhen und Tiefen. Dieser Roman ist ganz besonders, er ist fesselnd, mitreißend und informativ zugleich und er ist lebensklug. Sprachlich ausgefeilt hat mir diese Romanbiografie extrem gut gefallen. Schon dem Umschlag, der doppelt um das Buch gefaltet ist, gebührt ein Pluspunkt, da er Kurt Schwitters gute und andere Lebensseiten beinhaltet, auf ganz unnachahmliche Art - lasst euch überraschen ... Im Alter von 49 Jahren muss Schwitters vor den Nationalsozialisten fliehen. Seinen gesamten Besitz ideell und materiell muss er zurücklassen, so auch seine Frau. Nun muss er eine andere Kunst ausüben, nämlich die Kunst des Überlebens. Irgendwann ist eine neue Frau an seiner Seite, sie hält ihn oben, hebt ihn immer wieder auf ... Wir steigen in Hannover in der Waldhausenstraße 5 in die Handlung ein - hier möchte ich gern das Museum in Hannover empfehlen, hier kann man Schwitters und sein Schaffen erleben. Es sind Fakten und Ausgedachtes, was Ulrike Draesner zu einem Lebensroman zusammenfügt, der ans Herz geht, der auch humorvoll ist, aber unbedingt tiefgründig die Kunst aus einem anderen Blickwinkel betrachtet ... aus dem schwieriger und dunkler Zeiten ... Widersprüchliches und Historisches, Absurdes .... das Leben mit der Kunst im Exil ... Eine zu 100 Prozent gelungene Publikation !!!

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Kunst als Überlebenselixier, das Stückchen Hoffnung, dass tagtäglich Kraft gibt weiterzumachen.

Von: Salka Schallenberg/kulturmdTV aus Magdeburg

19.09.2020

“Vorsicht Spoiler!” Im Sommer erhielt ich vom Penguin Verlag eine Ankündigung für das Buch „Schwitters“ von Ulrike Draesner. „Ein tiefgründiger, dabei humorvoller Roman über die Kraft der Kunst in dunklen Zeiten.“ hieß es – die Neugierde war geweckt. Der Künstler und Schriftsteller Kurt Schwitters ist 49, als ihn die Nationalsozialisten zur Flucht aus Hannover zwingen. „Reichsbürger Kurt Schwitters, geächtet, arbeitslos“, wie er 1936 feststellt. Flucht - Erfolg, Werk, der MERZ-Bau in der Waldhausenstraße, die Eltern und seine Frau Helma bleiben zurück. Die Kunst weicht der Kunst des Überlebens mit dabei der 17-jährige Sohn Ernst. Ein zweites Leben in fremder Sprache. Erst in Norwegen, dann im April 1940 wieder Flucht. Weiter über London und endlich Lake District – hier beginnt Schwitters‘ zweites Leben. Ulrike Draesner lässt teilhaben an Suche des Künstlers nach einer Heimat, die er verloren hatte. Die dichte emotionale und bildhafte Sprache der Autorin lässt die Geschichte sehr nah an den Leser. Für Mr. Schwitters war das Deutsch nicht tot. „Es hatte sich in eine tiefe Höhle zurückgezogen. Dort rief es nach ihm.“ beschreibt Ulrike Draesner das zurücklassen des einstigen Lebens, „Köört damals, Körrt“, jetzt.“ ist zu lesen. Ein Bruch in der Identität, den die Autorin immer wieder aufzeigt. Jahre der Flucht - Sohn Ernst zieht es wieder zurück nach Norwegen. Die parallele Geschichte um die Annäherung an den Vater Kurt ist eingewoben in das Leben des Künstlers. Jeder kommt auf seine Weise an. 480 Seiten zwischen zwei Buchdeckeln: lebensbejahend und aufwühlend. Kunst als Überlebenselixier, das Stückchen Hoffnung, dass tagtäglich Kraft gibt weiterzumachen.

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Vita

Ulrike Draesner, 1962 in München geboren, wurde für ihre Romane und Gedichte vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Preis der LiteraTour Nord, dem Gertrud-Kolmar-Preis und dem Nicolas-Born-Preis. Von 2015 bis 2017 lehrte sie an der Universität Oxford, seit April 2018 ist sie Professorin am Deutschen Literaturinstitut der Universität Leipzig. Dort und in Berlin lebt und schreibt sie – neben Romanen und Gedichten auch Erzählungen und Essays. Im Penguin Verlag erschien 2018 ihr Essay »Eine Frau wird älter«.

Zur AUTORENSEITE

Events

05. Nov. 2020

Musikalische Lesung im Rahmen von „Saitenweise – Literatur und Musik im Duett“

19:30 - 21:00 Uhr | Potsdam | Lesungen
Ulrike Draesner
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18. Nov. 2020

Lesung und Gespräch

München | Lesungen
Ulrike Draesner
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02. Feb. 2021

Lesung und Gespräch

19:00 Uhr | Hannover | Lesungen
Ulrike Draesner
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11. Apr. 2021

Lesung und Gespräch

11:00 Uhr | Oldenburg | Lesungen
Ulrike Draesner
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Pressestimmen

»Ulrike Draesner ist es dank ihrer feinen Sprachempfindlichkeit gelungen, diese Geschichte eines deutschen Exilanten und seiner Sprach- und Weltenwechsel von jedweder Schwärmerei freizuhalten und das späte Leben von Kurt Schwitters in all seinen Brüchen und markanten Selbstwidersprüchen freizulegen.«

»Durch Draesners bild- und einfallsreichen Roman wissen wir nun aber, dass er weiterlebt in seiner Kunst, in seiner Beharrlichkeit und seinem Humor. Aus jeder Zeile dieses Buchs scheint seine Stimme zu ertönen, als habe er schon zu Lebzeiten mit Ulrike Draesner Kontakt aufgenommen.«

»Ulrike Draesner hat einen eindringlichen und fabelhaften Migrationsroman geschrieben. Sie erzählt von einem deutschen Leben und einem englischen Leben, die sich im Exil verkreuzen. So ist eine faszinierende epische Collage über Weggehen ohne Ankommen, über Fremdheit ohne Zuhause entstanden.«

Kölner Stadt-Anzeiger Magazin, Michael Braun (04. September 2020)

»Draesner erzählt Schwitters Leben nicht als Künstlerbiografie, sondern als unvollendete Collage, und als exemplarische Geschichte über Entwurzelung.«

ORF-Bestenliste Oktober Platz 9 (01. Oktober 2020)

»Ein Buch der Abbrüche, Neuaufbrüche und Denkbewegungen.«

SWR-Bestenliste Oktober, Platz 9 (01. Oktober 2020)

»Mit ›Schwitters‹ gelingt es Ulrike Draesner, die Welt zum Leuchten zu bringen – so sehr, wie es niemand sonst in der deutschen Gegenwartsliteratur vermag.«

Passauer Neue Presse, Karl Birkenseer (24. August 2020)

»Ulrike Draesner ist eine theoretisch versierte, äußerst selbstreflektierte Autorin, für die Gegenstand und Form korrespondieren müssen.«

DIE WELT, Literarische Welt, Richard Kämmerlings (22. August 2020)

»Dieser Roman ist eine Art Hohelied auf die Kreativität… Ulrike Draesner zeichnet ein sehr liebenswürdiges Porträt von Kurt Schwitters… Das liest sich alles ganz köstlich.«

»Eine Biografie, die eine wahre Lebensgeschichte wird, eben weil sie keine Biografie ist. Dieses Buch ist Kunst. Dadurch blüht der Inhalt zur Wahrhaftigkeit auf.«

Münchner Merkur, Simone Dattenberger (21. September 2020)

»Macht Spaß, diesen Kurt hier zu begleiten – und zu erfahren, dass Kunst und Leben doch ganz viel miteinander zu tun haben.«

»Draesners ›Schwitters‹ lebt und atmet. ... Ihr Roman ist eine abwechslungsreiche und vielschichtige Komposition, in der Innen- und Außenräume irgendwann zum verführerischen Gesamtkunstwerk verschmelzen.«

»Ich hatte beim Lesen ständig das Gefühl, Kurt Schwitters aus dem Nebenraum fröhlich pfeifen zu hören.«

rbb radioeins, Die Literaturagenten, Thomas Böhm (30. August 2020)

»Sie schreibt nicht über ihn. Sie schreibt ihn. Sie spiegelt seine Wortwerke, Collagen, Skulpturen und Installationen in seinen Geist und lässt ihn zu Wort kommen.«

»Ulrike Draesner hat uns an die Hand genommen und uns an ihrer inspirierenden, poetischen Erkundungsreise auf den Spuren von Kurt Schwitters teilhaben lassen. Kein belehrendes Buch, eher eines, das unendlich viele Fragen aufwirft und bis ins tiefste Innere aufwühlt. Kurzweilig, anregend, empathisch, ja sogar lehrreich – ein großes Leseabenteuer.«

»Zweifellos ein Hybrid, eine literarische Kreuzung zwischen Biographie & Liebesgeschichte - & jedenfalls »kein Künstlerroman« (wie sie selbst bemerkt).... Ein herrlicher literarischer Leckerbissen ist das Ironie sprühende Nachwort der Autorin, very british indeed!«

»Ihr ›Schwitters‹ ist klug, ihr Roman ein pointiertes Zeitporträt, ihr Buch fesselnd. ... Eine schöne Annäherung an einen in seiner Heimat Verfemten, ja Vergessenen.«

buchkultur (A), Ausg. 191, Bernd Schuchter (20. August 2020)

»Dieser Roman will keine Biografie eines Künstlers sein, sondern ist selbst ein Kunstwerk, das sein Sujet, Schwitters, erst hervorbringt.«

Evangelische Zeitung, Friedrich Seven (27. September 2020)

»Der englische Schwitters genießt also ein doppeltes Nachleben – im Museum und nun auch in Draesners fabelhaftem Roman.«

Falter (A), Sigrid Löffler (21. Oktober 2020)

»Detailreich und mit Schwitters-typischen Kurzsätzen zeichnet Draesner den skurrilen Kosmos des Dadaisten nach. Wer sich darauf einlässt, wird reich belohnt.«

GONG | HÖRZU (07. September 2020)