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Gisbert Haefs "Die Mörder von Karthago"

Special zu Gisbert Haefs Antik-Krimi »Die Mörder von Karthago«

Mord und Intrigen in Quart Hadasht

Gisbert Haefs Antike-Krimi »Die Mörder von Karthago«

Wer an die klassische Antike denkt, dem fallen spontan Rom und Athen ein. Und was ist mit Karthago? In unserem kulturellen Gedächtnis scheint nur Platz zu sein für die Sieger der Geschichte. Dabei war die von Phöniziern gegründete Stadt Quart Hadasht an der Küste des heutigen Tunesiens, die die Römer Karthago nannten, über Jahrhunderte hinweg eine dem alten Rom ebenbürtige See- und Handelsmacht. Erst zwischen der Mitte des dritten und zweiten vorchristlichen Jahrhunderts setzt sich das Römische Reich gegen den nordafrikanischen Erzfeind durch. Dazu bedurfte es allerdings dreier Kriege, nachzulesen unter dem Stichwort »Punische Kriege« in jedem Geschichtsbuch.

Bomilkar, der Stadtwächter
Nach »Hannibal«, dem historischen Roman über den wohl berühmtesten Sohn der Stadt, ist es vor allem die Reihe um Bomilkar, der als oberster Stadtwächter für Recht und Ordnung in Quart Hadasht zu sorgen hat, in der der bekannte deutsche Erfolgsautor Gibsert Haefs, Jahrgang 1950, die Stadt wieder lebendig werden lässt. Nach den beiden Bestsellern »Das Gold von Karthago« und »Das Schwert von Karthago« legt Haefs nun den dritten Band der Reihe vor.
Wie die beiden Vorgängerbände spielt »Die Mörder von Karthago« in der Epoche des brüchigen Friedensschlusses zwischen dem Ersten und Zweiten Punischen Krieg, und wieder einmal verknüpft Haefs eine spannende Krimihandlung mit den Irrungen und Wirrungen der großen Politik.

Eine mysteriöse Mordserie
Zunächst lernt Bomilkar auf den Straßen der Stadt Teschu, einen Wanderpriester aus Indien, kennen und vermittelt ihm eine Unterkunft im Tempel des Gottes Baal Melquart. Doch nur wenige Tage später muss er erfahren, dass Teschu auf bestialische Weise ermordet worden ist. Seine Leiche wird mit durchtrenner Kehle und aufgeschlitztem Bauch aufgefunden. Bei der Obduktion stellt der Arzt jedoch fest, dass der Inder bereits vorher vergiftet worden ist.
Es bleibt nicht bei diesem einem Toten: Am selben Tag wird Paltibal, der Besitzer mehrere Mietshäuser, mit zerschmetterten Gliedmaßen und gebrochenem Genick im Innenhof eines seiner Häuser gefunden. Doch auch bei diesem Toten gibt es einige Unstimmigkeiten. Warum weisen die Oberarme des Mannes Quetschspuren auf? Sollte er letztlich vom Dach gestoßen worden sein oder ist er doch freiwillig gesprungen?
Der dritte Tote des Tages schließlich, ein Lastenträger namens Mennad, ist auf dem Marktplatz von einem Gespann überfahren worden. Auffällig ist der eingestickte Palmwedel auf seinem Gewand, den Bomilkar und seine Männer als Abzeichen einer geheimen Bruderschaft deuten.

Eine Reise nach Rom mit überraschendem Ausgang
Noch bevor Bomilkar jedoch in den Ermittlungen entscheidend vorankommen kann, erhält er den offiziellen Auftrag, eine Gesandtschaft zweier Mitglieder des fünfköpfigen Führungsgremiums der Stadt nach Rom als Leibwächter zu begleiten. Nur unwillig und murrend folgt der Herr der Wächter dem Befehl und reist per Schiff wieder einmal in die Hauptstadt des ehemaligen Kriegsgegners. Dort wird er zu seiner Überraschung von Fabius, einem der amtierenden Konsuln, zu einer privaten Unterredung gebeten. Im Verlauf dieses Gespächs fragt der Römer ihn nicht nur über die möglichen Kriegsabsichten der führenden Politiker seiner Heimat aus, sondern offenbart dabei auch erstaunliche Kenntnisse über die aktuelle Mordserie in Quart Hadasht. Sollte es etwa in den Reihen der punischen Gesandtschaft einen Verräter geben? Und was hat es mit der Sammlung zerbrochener Schwerter und Lanzenspitzen aus dem Ersten Punierkrieg auf sich, die Fabius' Diener ihm im Auftrag seines Herrn zeigt? Bomilkar findet auf beide Fragen zunächst keine schlüssige Antwort.
Als er daraufhin mit einem der jungen libyschen Söldner namens Ailymes einen Erkundungsgang durch die Stadt macht, werden die beiden Opfer eines Überfalls und finden sich gefesselt auf dem Karren eines Sklavenhändlers wieder.

Ein Komplott?
Gefesselt und wehrlos hat Bomilkar ausreichend Zeit, über die Hintergründe der Entführung nachzudenken. Da sie offensichtlich keinem römischen Anliegen dient, vermutet er bald einen Drahtzieher aus Quart Hadasht dahinter, doch letztlich verwirft der Herr der Wächter all seine düsteren Gedanken als bloße Spekulation.
Nach drei Tagen Gefangenschaft in Ketten hat der Alptraum schließlich ein Ende, und Bomilkar und sein Gefährte werden von einem alten Bekannten befreit: Es ist Bomilkars Freund Titus Laetilius, der mit der Suche nach dem Gesandtschaftsmitglied beauftragt wurde und den Sklavenhändler zur Strecke bringt. Nachdem Bomilkar im Haus des Laetilius wieder zu Kräften gekommen ist, reist er gemeinsam mit dem Römer nach Quart Hadasht. Dort muss Bomilkar erfahren, dass er als Herr der Wächter abgesetzt ist und es eine Reihe von widersprüchlichen Gerüchten über sein Schicksal gibt.

Ein Spielball politischer Intrigen
Notgedrungen schließt Bomilkar mit Tigalit, der Herrscherin über die verbrecherische Unterwelt der Stadt einen zweitweiligen Waffenstillstand, um mehr über die Zustände in der Stadt zu erfahren. Schon bald bestätigen sich seine Vermutungen, dass die anfänglichen Mordfälle und auch seine Entführung nur Puzzleteile eines gößeren Rätsels sind.
Bomilkar muss sich schließlich an seinen Erzfeind Hanno wenden, um rehabilitert zu werden und endlich Antworten auf alle offenen Fragen finden zu können. Auch wenn er gemeinsam mit seinem Freund Laetilius die Mordserie letzten Endes aufklären kann, bleibt die bittere Erkenntnis, dass er selber zum Spielball einer politischen Intrige geworden ist und weitaus mächtigere Personen aus den beiden widerstreitenden politischen Lager der Stadt insgeheim ihre Finger im Spiel gehabt haben.

Lebendiges Bild einer schillernden Epoche
Gisbert Haefs ist mit »Die Mörder von Karthago« wieder einmal ein äußerst stimmiges und lebendiges Bild der schillernden Epoche des antiken Karthagos in der Zwischenkriegszeit gelungen. Dank Haefs Erzählkunst ist »Die Mörder von Karthago« ein pures Lesevergnügen und lässt auf mehr gemeinsame Abenteuer des Duos Bomilkar und Laetilius hoffen.

Dr. Hendrik Müller-Reineke
Cuxhaven, im Oktober 2010

Die Mörder von Karthago Blick ins Buch

Gisbert Haefs

Die Mörder von Karthago

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