Interview mit Lisa Altmeier und Steffi Fetz zu »Nix wie Heimat!«

Wussten Sie, dass Steffi Fetz schon mal in einem Hühnerstall übernachtet hat?

Interview mit Steffi Fetz

Steffi Fetz
© Sammy Khamis
Würden Sie uns ein wenig über sich erzählen – Ihre Hobbies, Lebenssituation, Ihren Traum vom Glück, was Sie ärgert, welche Gabe Sie gerne besäßen …?
Ich wohne in München, bin gerne und viel unterwegs in Deutschland und der Welt, mag Filme und Theater, Schwimmen und Yoga.

Was inspiriert Sie? Wie finden Sie Ihre Themen?
Beim Projekt Crowdspondent: unsere Leser und Zuschauer, die uns Themenideen und Ortsvorschläge schicken. Sie sagen, wen wir treffen sollen, was wir recherchieren sollen und welche Fragen sie sich stellen.
Generell: Meine Timeline (bei Facebook, Twitter, …), Menschen um mich herum und weiter weg, Reisen und unterwegs sein; meistens finde ich es dann spannend, wenn große politische Entscheidungen bei den Menschen unten ankommen und was das mit ihnen macht.

An welchem Buch arbeiten Sie gerade?
Mit meiner Kollegin Lisa Altmeier bin ich drei Monate durch Deutschland gereist. Wir wollten wissen: Was ist eigentlich Deutschland? Was ist Heimat? Für uns und für die Menschen, denen wir begegneten. Unsere LeserInnen haben uns durch das Land gejagt – von Helgoland bis nach Bayern. Aus dieser Reise ist unser Buch Nix wie Heimat entstanden.

Gab es auf Ihrer Reise besondere Momente?
Auf der Recherchereise haben wir viele neue Dinge ausprobiert: Ein Handy zusammenbauen, VHS-Kassetten abfackeln und daraus Kunst machen, in einer Höhle übernachten – das hat sehr viel Spaß gemacht. Die Nächte mochte ich generell sehr gerne, auf einem Dach oder in einem Baumhaus, im Seemannswohnheim oder im Hühnerstall. Weil die Menschen dann Zeit haben und anfangen zu reden, auch über schwierige Dinge. Und am intensivsten waren die Momente, in denen unser Gegenüber sehr offen und persönlich erzählt hat. Jana, eine Borderline-Patientin, zum Beispiel – wir haben sie in der Psychiatrie in Nürnberg getroffen und waren beeindruckt davon, wie positiv sie mittlerweile an die Dinge rangeht und wie sie gelernt hat, mit ihrer schwierigen Vergangenheit umzugehen.

Was lesen Sie selber gerne?
Gesellschaftspolitische Sachbücher, Romane, Unterwegs-Bücher, Reportagen online und gedruckt. Alles viel zu selten.

Möchten Sie uns 3 Bücher für die einsame Insel empfehlen?
Vielleicht nicht unbedingt für eine einsame Insel, aber für eine Zugfahrt:
Max Frisch, Fragebogen. Erich Kästner, Fabian. John Jeremiah Sullivan, Pulphead

Gibt es eine Person, die Sie persönlich fasziniert?
Menschen, die ihre Person komplett zurücknehmen, um zu helfen/das große Ganze zu verändern/sich für andere und deren Menschenrechte einsetzen.

Welche Organisation oder welches Projekt würden Sie gerne unterstützen – oder tun dies bereits?
Einige Crowdfunding-Projekte, den Bayerischen Flüchtlingsrat, die Deutsche Journalistenschule…