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Interview mit Nicole Neubauer

Eine kurze Biografie:
Ich bin 1972 geboren und studierte englische Literaturwissenschaft und Jura in München und London. Nach zehn Jahren in einer Wirtschaftskanzlei arbeite ich freiberuflich als Autorin, Rechtsanwältin und Lektorin. Ich bin Mitglied der »Mörderischen Schwestern e.V.«, des »Syndikat« und der »Autorinnenvereinigung e.V.«. Nach zwei Kurzgeschichten veröffentlichte ich 2014 meinen Debütroman Kellerkind.

Würden Sie uns ein wenig über sich erzählen – Ihre Hobbies, Lebenssituation, Ihren Traum vom Glück, was Sie ärgert, welche Gabe Sie gerne besäßen …?
Ich lebe mit meinem Mann und zwei quirligen kleinen Töchtern mitten im Schwabinger Kneipenviertel. Leise ist mein Leben niemals. Nach zehn Jahren als Rechtsanwältin in einer Wirtschaftskanzlei habe ich mich mit dem Schreiben selbständig gemacht und setze mich daran, meinen Traum zu leben. Ich würde gern mit ein paar anderen rührigen Freiberuflerinnen in eine kleine Bürogemeinschaft ziehen. Angebote bitte an mich.

Wie kamen Sie zum Schreiben?
Ich habe meinen kleinen privaten Ideengarten – bisher im Kopf, wegen wachsender Unübersichtlichkeit mittlerweile auf dem MacBook. Schnell stellt sich heraus, welche Ideen zu etwas Größerem heranwachsen und welche umstandslos wieder verdorren. Ich habe gelernt: Niemals ohne Notizbuch aus dem Haus. Dann muss ich auch keine bekritzelten Speisekarten mehr vom Griechen klauen.

Wie finden Sie Ihre Themen?
Die Menschen oder Geschichten finde ich, wenn ich mit offenen Augen durchs Leben gehe. Wenn ich etwas Spannendes beobachte, macht es Ping in meinem Kopf und ich pflanze es in meinen Ideengarten. Manches davon gedeiht und wächst weiter.

Welche Szene in ihrem neuen Roman Moorfeuer war bisher am schwierigsten zu schreiben?
Die Szenen, die innerhalb der Spezialeinheit spielen, weil sie rechercheintensiv sind.

Haben Sie eine Lieblingsszene?
Die Szene, in der einer der Ermittler seinen Kumpel beim Containern erwischt und vor seinen eigenen Kollegen davonrennen muss.

Haben Sie eine Lieblingsfigur?
Natürlich meine Ermittler. In Moorfeuer konnte ich mich auch mit Hauptkommissar Lanz ganz gut anfreunden.

Gibt es bestimmte geographische Orte, zu denen Sie oder Ihr Buch einen besonderen Bezug haben?
Meine Kriminalromane spielen in München, vor allem in Schwabing, Moorfeuer zum Teil im Freisinger Moos.

Was lesen Sie selber gerne?
Alles von Terry Pratchett. Zu meiner großen Trauer wird er keinen Nachschub mehr schreiben, deswegen habe ich wieder von vorne angefangen.

Wer sind Ihre Lieblingsautoren?
Momentan Terry Pratchett. Auch Douglas Adams, obwohl seine Romane so viel Wahrheit über die menschliche Natur enthalten, dass sie mich unendlich traurig machen.

Wer sind Ihre liebsten Romanhelden/-heldinnen?
Granny Weatherwax und Nanny Ogg!

Möchten Sie uns 3 Bücher für die einsame Insel empfehlen?
Die Zeit auf einer einsamen Insel kann lang werden – am besten gleich alle acht Harry-Potter-Bände mitnehmen.

Was ist für Sie die größte Versuchung?
Schnapspralinen. Wie das Känguru.

Verraten Sie uns Ihr Lieblingsrezept?
Zwei Teile trockener Weißwein, ein Teil Soda. Ein großzügiger Spritzer Aperol, nur nicht damit sparen. Eine Scheibe Orange, irgendwas Grünes vom Balkon, Eiswürfel. Fertig ist der Spritz.

Was ist für Sie die optimale Entspannung?
Ein lauer Sommerabend mit Freunden im Biergarten.

Haben Sie ein Lebensmotto?
„Was mit Kraft ned gahd, gahd mit Gwalt.“ Familienüberlieferung

Gibt es eine Person, die Sie persönlich fasziniert?
Es sind selten Personen, meistens Charaktereigenschaften oder Taten. Die meisten meiner Idole fallen irgendwann.

Welche menschliche Leistung des letzten Jahrhunderts bewundern Sie am meisten?
Den Feminismus und die Tierschutzbewegung.

Möchten Sie Ihren Leserinnen und Lesern noch etwas sagen?
Liebe Leserinnen, liebe Leser,

meine Ermittler dürfen in ihren zweiten großen Fall starten. Im zweiten Kriminalroman schicke ich sie nicht nur in das unbekannte Terrain des Münchner Hinterlandes, sondern auch an ihre persönlichen Grenzen.

Ich freue mich, wenn Sie auch diesmal wieder dabei sind und der Truppe die Treue halten.

Herzliche Grüße,
Nicole Neubauer