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SPECIAL zu Jan Fleischhauer - "Alles ist besser als noch ein Tag mit dir" - Knaus

Wie schreibt man über die größte Katastrophe?

Drei Fragen an Jan Fleischhauer

Sie sind als politischer Journalist und Kolumnist bekannt. Warum haben Sie jetzt ein Buch über die Ehe und ihr Ende geschrieben?

Man sollte über Dinge schreiben, bei denen man glaubt, dass man etwas zu sagen hat, und zwar am besten, etwas was vorher noch nicht alle gesagt haben. Außerdem fand ich immer schon, dass das Thema Scheidung ganz viel dramatischen Stoff bietet, der noch nie so richtig von einem Autor in Angriff genommen wurde. Eine Trennung führt uns an unsere Belastungsgrenzen und manchmal darüber hinaus. Es ist die größte Katastrophe im Leben, die einen ereilen kann, von Unfällen und schweren Krankheiten einmal abgesehen. Was die Wahrscheinlichkeit ihres Eintreffens angeht, ist sie auch die gewöhnlichste. Vielleicht wird sie deshalb so oft unterschätzt.


Wie schreibt man über eine so persönliche Sache wie eine Scheidung?

Ich wollte ursprünglich ein Sachbuch schreiben, aber dann stellte ich fest, dass dies nicht die passende Form ist. Dazu war der Stoff zu persönlich, und neben meiner Geschichte drängten sich die Erfahrungen von Freunden und Bekannten auf. Ich bin Journalist, da fängt man unwillkürlich an zu fragen, wie es anderen in einer vergleichbaren Situation ergangen ist. Ich habe mich deshalb für die Form des Romans entschieden. Der Roman erlaubt dem Autor darüber hinaus Freiheiten, die der autobiographische Sachbericht nicht ermöglicht. Manches muss man verdichten, um zum Kern der Wahrheit vorzustoßen.

Gibt es Themen, die für Sie tabu sind?

Ich glaube, man kann über sehr Persönliches schreiben, vorausgesetzt, dass der Ton stimmt. Entscheidend ist, dass man nicht in Wehleidigkeit abgleitet. Das beste Tonikum gegen Selbstmitleid ist Humor. Mein großes Vorbild in dieser Hinsicht ist die amerikanische Autorin Nora Ephron, die wahrscheinlich die meisten in Deutschland wegen ihrer Drehbücher für “Harry and Sally” oder “Schlaflos in Seattle” kennen. Zu den schönsten Büchern von Ephron gehört der Roman “Sodbrennen”, in dem sie ihre Scheidung von dem Watergate-Journalisten Carl Bernstein verarbeitet hat. Wie man über das Tieftraurige so schreibt, dass man lauthals lachen muss, kann man hier lernen. Von Ephron stammt auch der Satz: “Ehen kommen und gehen, eine Scheidung bleibt für immer.” Eine tiefe Wahrheit, würde ich sagen. Die gute Nachricht bei alldem ist: Man kann es überleben. Manchmal kommt man aus einer Katastrophe wie der Scheidung sogar als besserer Mensch heraus.

Alles ist besser als noch ein Tag mit dir Blick ins Buch

Jan Fleischhauer

Alles ist besser als noch ein Tag mit dir

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