Leserstimme zu
Die Schattenschwester

Der 3. Teil der Schwesternreihe

Von: Vera
20.10.2018

Auf die stille Star (so der Namen der Hauptprotagonistin) habe ich mich sehr gefreut, sie war in den ersten zwei Büchern so rätselhaft beschrieben, dass ich sehr gespannt auf die Geschichte ihrer Herkunft war. Star, die eigentlich Asterope heißt, ist die ruhigste und verschlossenste der sieben Schwestern. Sie liebt die Literatur, kocht sehr gut und gerne und hat einen grünen Daumen, so dass sich alle Pflanzen bei ihr prächtig entwickeln. Von klein auf hat sie eine enge Bindung an ihre extrovertierte Schwester CeCe. Die beiden treten immer gemeinsam auf. Sie haben eine eigene Gebärdensprache entwickelt, könnten aber vom Wesen her nicht unterschiedlicher sein. Sie ergänzen sich perfekt und leben auch als Erwachsene noch zusammen. Bis durch den Tod von Pa Salt – dieses einschneidende Erlebnis stellt für Star einen Wendepunkt dar und sie begibt sich auf die Suche nach ihrer Herkunft. Die Geschichte von Star spielt in England. Als Hinweis auf ihre Vergangenheit erhält Star eine Adresse einer Buchhandlung und eine kleine Figur eines schwarzen Panthers.Bei ihrer Suche stößt Star auf den skurrilen aber liebenswürdigen Buchhändler Orlando und lernt auch dessen strengen und verschlossenen Bruder Mousse kennen. Bald erkennt Sie, dass diese Familie etwas mit ihrer Vergangenheit zu tun haben muss. Der Vegangenheitsstrang spielt in der Zeit um das Ende des 18. Jahrhunderts in der Gegend um Kent. Hier ist die junge Flora MacNichol die Hauptprotagonistin. Wie schon in den vorangegangen Büchern, lässt Lucinda Riley auch hier die Geschichte realer Persönlichkeiten einfließen. Das ist einer der Gründe, weshalb ich die Bücher der Schwesternreihe so gerne lese. Man lernt soviel bisher Unbekanntes aus der Vergangenheit kennen, ohne den belehrenden Unterton einer Geschichtsstunde. In der Vergangenheit der Schattenschwester spielen unter anderen Beatrix Potter und Alice Keppel eine besondere Rolle. Beatrix Potter kannte ich bereits von dem wunderbaren Kinderbuch um Peter Hase. Die persönliche und spannende Lebensgeschichte von Beatrix Potter habe ich erst durch „die Schattenschwester“ kennengelernt. Ganz unbekannt für mich war Alice Keppel und ihre Kinder Violett und Sonia Keppel. Alice Keppel war die Mätresse von König Eduard VII und dadurch eine sehr einflussreiche Frau in London. Durch das Buch angeregt, habe ich viel über sie gelesen und war überrascht über manche Parallelen zum heutigen Königshaus. (Sonia Keppel ist übrigens die Großmutter von Camilla, Duchess of Cornwall) Aber nicht nur historische Persönlichkeiten spielen hier eine Rolle, auch die wunderbare englische Grafschaft in Kent und der Lake Distrikt stehen im Mittelpunkt der Geschichte. Sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit spielen auch die wunderbaren englischen Gärten und insbesondere der Garten des Anwesens „High Weald“ eine besondere Rolle. „High Weald“ ist ein fiktiver Landsitz, Lucinda Riley hatte allerdings „Sissinghurst Castle“ als Vorbild genommen. Mein Fazit Dieser 3. Band ist bisher mein Lieblingsband (ich habe alle bereits erschienen Bände bereits gelesen, wenn auch noch nicht die Rezensionen veröffentlicht). Vielleicht liegt es daran, dass ich England sehr mag. Vielleicht ist aber die Liebe der stillen Star zu Literatur, gutem Essen und Blumen, die mir das Buch so sympathisch macht. Wie auch in den vorherigen und nachfolgenden Bänden wird die Geschichte aller Schwestern etwas weiter erzählt, man kann das Buch aber auch ohne Vorkenntnisse der ersten beiden Teile lesen. Ich empfehle allerdings bei Band 1 „Die sieben Schwestern“ zu beginnen und dann „Die Sturmschwester“ zu lesen bevor ihr euch diesem Buch zuwendet.