Leserstimme zu
Revival

Wenig neu - dennoch zu empfehlen

Von: Der Büchernarr Frank
23.01.2019

Dieser Roman von Stephen King entwickelt sich recht erstaunlich. Beginnt er noch fast wie ein Drama, in dem sich die Schicksalfäden zweier Personen immer wieder kreuzen, so wandelt er sich zusehends in einen typischen King-Roman, der von Grusel-Elementen durchsetzt ist. +++ Story +++ Die Story und dessen Grundidee ist sicherlich nicht neu. Viele Elemente finden sich in seinen früheren Werken wieder. An dieser Stelle möchte ich gar nicht sagen, um welche Ideen und um welche Bücher es sich handelt, da ich ansonsten zu sehr das Ende spoilern würde. Es sei jedoch so viel gesagt, dass sich jeder an der Geschichte erfreuen dürfte, der auch seine früheren Werke möchte. Die Entwicklung der Geschichte ist ebenso typisch. Das Idyll einer heilen Welt wird plötzlich durch diesen oder jenen Schicksalsschlag erschüttert und die Welten der Betroffenen bröckeln in sich zusammen. Das ist etwas, das sicherlich jeder schonmal zumindest im weiteren Bekanntenkreis erlebt hat. Darauf aufbauend schleichen sich nach und nach die mystischen Elemente in die Geschichte und nehmen dann zum Ende hin Überhand. +++ Charaktere +++ Erzählt wird das Buch als Erfahrungsgeschichte aus der Ich-Perspektive des Protagonisten Jamie, der im Laufe seines immer wieder auf Charles Jackobs trifft. Dabei beginnt die Erzählung mit seiner Kindheit und endet im Rentenalter. Dadurch gewinnen vor allem diese beiden Charaktere vergleichsweise viel Tiefgang und Farbe, ohne dass der Leser allerdings eine Charakterstudie vorliegen hat. Gleichsam sind diese nicht derart manigfaltig ausgeschmückt, wie in anderen Werken von King, wie z.B. The Stand, die dadurch erheblich umfangreicher geworden sind. Ebenso fehlt diesem Buch dadurch jegliche Länge, auch wenn der Einstieg ein wenig gemächlich vonstatten geht. Für die Beschreibung des idyllischen Lebens einer us-amerikanischen Kleinstadt ein durchaus legitimes und probates Mittel. +++ Fazit +++ Revival ist ein typisches Buch aus der Feder von Stephen King. Was natürlich den Nachteil mit sich zieht, dass die gestandenen Leser kaum von der Idee des Buchs überrascht werden. Dennoch hatte ich viel Spaß an der Erzählung, weil ich es mag, wie Stephen King seine Charaktere entwickelt und der Geschichte durch seinen ganz eigenen Erzählstil den passenden Schliff verleit. Die Horror-Elemente halten sich ebenso dezent zurück wie spannungsgeladene Erzählepisoden, so dass ich das Buch auch den Lesern empfehlen kann, die sich bisher von solchen Romanen ferngehalten haben.