Leserstimme zu
Der Tod so nah

Spannender Thriller

Von: I got lost in books
17.02.2019

Im Mittelpunkt der Handlung steht die Reporterin Eve Singer. Sie ist eine starke, mutige und authentische Figur, die das komplette Gegenteil des typischen Ermittler ist. Ihr Job ist es live von Tatorten zu berichten, den Tod best möglich in Szene zu setzen und alles in ihrer Macht stehende zu tun, um einen gut „Story“ abzuliefern und ihren Job zu behalten. Schnell zeigt sich, das nicht nur ihr Job sie sehr belastet, sondern dass sie es auch privat nicht ganz einfach hat. Eve lebt mit ihrem dementen Vater zusammen, der die meiste Zeit nicht weiß wer sie oder er selber ist. Sie pflegt ihn und hat schwer mit seinem Zustand zu kämpfen. Dies sind überwiegend traurige, aber auch lustige Szenen, denn es gibt durchaus auch ein paar lichte Momente, in denen man etwas über die Vergangenheit von Duncan Singer erfährt. Diesen Aspekt hat die Autorin exzellent in die Handlung eingebaut. Sie zeigt die Belastung der Angehörigen, den Zwiespalt, in dem sie sich befinden, ihre zerstörten Hoffnungen und die Tiefpunkte aber auch die sehr seltenen schönen, liebevollen Momente. Des weiteren bekommt man auch die Perspektive des Serienkillers zu sehen, der Eve in sein perfides Spielchen einbezieht. Leider finde ich es sehr Schade, das die Beweggründe des Killers schon innerhalb der ersten Kapitel dargelegt werden, wodurch einiges an Spannung verloren geht. Auch ist der Killer selbst eher durchschnittlich und in meinen Augen keine Person vor der man Angst haben müsste. Von Beginn an konnte mich Belinda Bauer mit ihrem lebendigen, flüssigen Schreibstil begeistern. Jedoch haben mich die ständig, oft auch mehrmals in einem Kapitel wechselnden Perspektiven sehr gestört, da ich oft nicht sofort wusste in wessen Perspektive gewechselt wurde. Nichtsdestotrotz machen der Schreibstil, die Atmosphäre und die detaillierten Beschreibungen das Buch zu einem fesselndes Leseerlebnis, das man kaum unterbrechen will.