Leserstimme zu
Der Rat der Gerechten

Weiter empfehlen werde ich den Roman nicht.

Von: Daniela Vödisch
13.03.2019

Nachdem ich mir den Klappentext durchgelesen habe, war für mich klar, dass ich die Geschichte lesen wollen würde. Ich hatte mich allerdings gewundert, wieso das Buch als Roman deklariert wurde und nicht als Thriller. Mittlerweile weiß ich wieso, denn durch die ausschweifende Erzählung der Geschichte ist eine anhaltende Spannungskurve schlichtweg unmöglich. Ich habe mir eine spannende Erzählung um die Aufklärung des Falles der verschwundenen Frauen erhofft. Bekommen habe ich einen Roman, der den Leser zwar aufklärt, aber ohne Spannung. Die Autorin hätte gut daran getan, die Hälfte des Buches einzukürzen und den Fokus mehr Richtung Thriller legen sollen. Potenzial dafür wäre auf jeden Fall dagewesen. Epische Erzählungen scheinen jedoch das Markenzeichen der Autorin zu sein, denn der Vorgänger dieses Romans ist die Geschichte "Das Mädchen aus dem Norden". In diesem Buch geht es ebenfalls um die Profilerin Sasza Załuska, doch dieses Buch ist als Thriller deklariert. Thrill hatten dann wohl auch viele Leser erwartet, doch bekommen haben sie ihn nicht, denn auch dieses Buch hat Seiten und ist ebenfalls sehr ausschweifend erzählt. Dann hat der Verlag bei diesem Buch wohl gedacht dass man es besser als Roman statt als Thriller bezeichnen sollte, um dieses Problem zu umgehen. Doch das reicht nicht, um den Leser zufrieden zu stellen. Die Handlung in "Der Rat der Gerechten" ist durch die verschiedenen Zeitsprünge und Perspektiven sehr unübersichtlich. Man braucht oft ein paar Seiten, bis man überhaupt versteht, wen man gerade begleitet und wieso. Ich habe mich am Anfang eigentlich recht wohl gefühlt, bis die Zeiten und die Handlungsstränge ständig gewechselt haben. Das hat mir das Lesevergnügen ganz schön getrübt. Ich musste mich beim lesen schon sehr konzentrieren, Entspannung Fehlanzeige. Der Schreibstil an sich war ganz angenehm, er war flüssig und leicht verständlich. Es gab jedoch des Öfteren Sätze, die einfach keinen Sinn gemacht haben, ich gehe mal davon aus, dass das an der Übersetzung liegt. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass die Sätze einfach nur wörtlich und nicht sinngemäß übersetzt wurden. Unprofessionell finde ich allerdings, dass hier nicht drauf hingewiesen wird, dass es bereits einen vorigen Band über die Protagonistin gibt. Ich hätte gerne den Ersten zuerst gelesen und nicht den Zweiten. Das sollte man dringendst nachholen. Wegen der sympathischen Protagonistin und der Idee des Buches gebe ich so gerade noch zwei Sterne, aber weiter empfehlen werde ich den Roman nicht.